Beiträge aus der Kategorie ‘Tank-Geschichten‘

Letzte Tanke Usbekistan.

verfasst am 21. Juli 2009
Schon unter den Travellern in Samarkand geht die Runde: Tanken in Tadschikistan ist teur, die haben kein eigenes Öl.
Also, hoch die Tassen, noch vor der Ausreise.
Unsere Wahl fällt auf eine kleine verträumte Station hinter rotem Tor und grünen Büschen.

Der angeschlagene Preis geht in Ordnung 1.040 Sum,
also rund 53ct.
Reinhard gibt seine Geldreste,
30.000 sum, und es werden 27 Liter.

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Völlig verdutzt sehen wir,
wie einer der herumstehenden Jünglinge sein Stühlchen heranzieht,
die Handkurbel greift und ganz munter 27 Liter aus den Tiefen der Tanks mit Muskelkraft heraufzieht,
damit sie in den Gelben plätschern können.

Eine Schaumkrone kann sich da auf dem Sprit erst garnicht bilden.

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Und wie stehts mit Dollar ?
Umrechnung praktisch wie sonst auch, 1.850 sum für einen Dollar.
Damit sinkt der Dieselpreis für uns Eurokunden weiter auf 45ct.
Fühlt sich doch gut an,
und die Tanks des Gelben könnens vertragen.
Kurzum, wir geben einen Folgeauftrag.
Wir möchten dann nochmal 300 Liter, bitte sehr.

Na da fühlte sich aber die Jugend gefordert.
Das geht jetzt im Schichtdienst, Wechsel alle fünf bis neun Minuten,
je nach Kondition des Schwengelers.

Gedauert hats, aber wir haben ja Urlaub.

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Und zum Schluss kommt dann noch El Cheffe…
und meint, Junior habe alles ganz falsch gemacht, der Wechselkurs zum Dollar sei nur 1.800 und er möchte noch gerne 5 Dollar nachhaben.

Hmmm, da ist er eindeutig an die Falschen geraten.
Das hab ich ihm versucht zu erklären.
Schliesslich bin ich dann mal prophylaktisch vom Dieselkauf zurück getreten,
und hab die Jungs gefragt, ob sie auch andersrum kurbeln könnten,
den Sprit aus dem Gelben wieder in ihre Tanke.
Die haben gelacht,
ich nicht.
Mir ists ernst.
Und El Cheffe auch,
der will seinen Nachschlag.

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Naja, vielleicht hab ich dann den guten Stil etwas verloren, bin lauter geworden,
hab gefragt,
wer er denn er überhaupt sei,
die Preisabsprachen wären mit dem Junior im Gelbhemd getroffen worden.
Alles paletti, oder ?
Da hat Cheffe eingelenkt,
er drohte wohl sein Gesicht in der Runde etwas angeeckt zu bekommen.
Happy Ende, kein Nachschlag.
Alles gut.
Wie praktisch immer,
hier in ZentralAsien.
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erste Tanke Pamir

verfasst am 28. Juli 2009
Im Pamir ist vieles anders.
Und das geht schon beim Tanken los.

Handkurbel? Fehlanzeige !
Zapfsäule?
Auch keine, und überhaupt.

Um sich hier im Benzingewerbe selbstständig zu machen reicht ein mittelgrosser Platz,
ein paar Kanister und Spritfässer.

Man darf halt nicht so pingelig sein.

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Okay,
dann bitte 70 Liter Diesel.
Der Preis etwas teurer, 48ct/Liter,
aber hier wird auch viel dafür geboten.
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Die Jungs nehmen Trichter,
der Chef den ersten 20 Liter Kanister.
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70 Liter dividiert durch 20,
ergibt drei,
Restmenge 10 Liter.

Dafür kommt der Putzeimer ins Spiel.
Aus dem grossen Fass flugs den Eimer gefüllt,
ergibt in Summe 70 Liter.

Das geht mit Benzin genauso,
nur bitte nicht dabei Rauchen……

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Preis nachverhandeln ?
Nööö, alle sind glücklich,
die Jungens wie der Chef
Ein Photo darf ich noch machen.
Dann starte ich in den Pamir hinein.
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schicke Tanke in Kourough

verfasst am 3. August 2009
1-090802-tanke-kourough-station Kourough, Zentrum der Provinz Gorno-Bak… im Aufwind.
Die Agha Khan Stiftung investiert in Bildung,
und die neue Tankstelle am Ortsausgang nach Norden
lässt sich auch nicht lumpen.
2-090802-tanke-kourough-mit-typ Alles neuester Stand, alles modern,
und der Tankwart in stattlicher Uniform.
Da macht man doch gerne seinen Stoppover.
100 Liter bitte, für 335 Sumoni, (54ct/Liter)
da ist dann der PamirAufschlag schon drinne.
3-090802-tanke-kourough-saule-g Doch was jetzt. Der Tanker greift zum Superplus,
für meinen Gelben,
und das auch noch bleifrei….
Fatalerweise kann ich lesen was draufsteht,
die Zapfsäulen kommen aus Deutschland.
Aber es ist längst nicht drinn was drüber steht.
Die Tadschiken bezahlen eh nur was rein geht,
und können nicht lesen was drauf steht.
Ich bin schliesslich fremd hier.

Tanke auf kirgisisch

verfasst am 12. August 2009
1-090812-tanke-kirg-himself Andere Länder andere Sitten.
Und es geht noch einfacher als schon gehabt,
In Kirgisien, auf dem Lande.
Genauer in Sary Mogol.

Also der Trichter,
der ist eindeutig professioneller,
und halten darf ich ihn.
Fachpersonal ist eben auch hier knapp.
Mein Gesichtsausdruck dokumentiert,
dass Trichter
und gleichzeitg am ausgestreckten Arm die Kamera halten,
mich doch ganz schön fordert.

2-090812-tanke-kirg-putzeimer Dafür fehlen hier sämtliche Kanister.

Getankt wird aus einem grossen Fass mithilfe eines Putzeimers. Abfüllerin ist dort die Frau des Hauses.

74 Liter gehen genau auf 50 US Dollar, denn einheimische Währung hab ich noch nicht tauschen können.
Macht 7,4 Putzeimer,
und wir alle zählen genauestens mit.

3-090812-tanke-kirg-familie Zum Schluss sind alle zufrieden,
es war für beide ein gutes Geschäft.
Ich zahle rund 45ct den Liter.
10 US Dollar tausche ich sogar noch in kirgisische Sum,
für mehr reichte das Bargeld der Familie nicht.

Zum Schluss soll ich noch ein Photo der Tankerfamilie machen.

4-090812-tanke-kirg-nachwuchs Und als die jüngste Tochter mit Nachwuchs kommt,
muss die auch noch aufs Foto.
Familienstolz,
und ganz zurecht…..