Beiträge aus der Kategorie ‘alles, aber streng chronologisch‘

Ich glaub es geht los.

verfasst am 17. Juni 2009
090612-10kg-kaffee

10 Kilogramm,
zu je 1.000 Gramm bzw. 120 Tassen.

Das sind bei 4 Tassen täglich, und 3 GastTassen in Summe. Für 171 Tage = 5,71 Monate.

Oder andersherum: bei einem angenommen Reise-Verbrauch von 735 Tassen ergibt sich eine zusätzliche „Reich-Weite“ von weiteren 4,43 Tassen täglich.

Vorausgesetzt natürlich die Milch wird nicht alle.
Jedenfalls für etwaige Gäste,
denn ich verzichte gerne darauf.
Auf die Milch,nicht auf die Gäste.

Anyway.
Der Berg gibt den Weg an.

Der Kaffeeberg den Fahrberg,
die Flachlandstrecke (durch Kasachstan),
den Prolog,
für die 8.000er.

“Hei Pamir, ich bin geröstet…,
äähhh, gerüstet…”

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Die 4,43 Tassen hatte ich mir schon mal vor längerer Zeit gedacht. Von wegen Reserve und so.

Dann die Tatsache, dass neben den Tee trinkenden Engländer ja auch die Kaffee trinkenden Mitteleuropaer ein ganz gemütliches Volk sein können.

Gerade, wenn sie sich zum Beispiel in Islamabad oder Ouagadougu auf dem Campingplatz der Traveller zusammen finden.

Da liegt es doch nahe, mit einem besonderen Angebot aufzuwarten:

European Coffee zum ’spezial price’,
aus der gelben Caffeebude.

Hilde (ganz lieben Dank…)
hat sich nicht lumpen lassen
und gleich Fakten geschaffen,
die ich raushängen lassen kann.

Also Kameraden, wenn ihr dieses Schild in Buchara, Samarkand oder am Karakul-See seht,
dann habt ihr den Geruch wohl schon in der Nase,

Der allerletzte Möbelbau

verfasst am 17. Juni 2009
090612-schreinerei-holzfussboden Mein Fussboden im Wohnmobil.

Nun liegt der hier allerdings in der Schreinerei.
Ergo: im Womo hab ich keinen mehr.
Mhh, der fehlt jetzt da.

Aber immerhin, es tut sich was:
jetzt werden die Bodenbretter mit den Teakbrettern belegt.

Das ist so schön ausgedacht, ob es dann auch mal fertig wird….

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Die Möbel in der Dusche.

Lange in Planung,
lange vorbereitet,
aber jetzt muss es sein.

Das Waschbecken fand sich im Versandhandel.
In Blau und Glas.

Das ruft doch geradezu nach einer kleinen Lichtquelle unterhalb der Schale. Hmmmm,

Die Möbeloptik selbst ist bereits erfunden, siehe Wohnraum,
nur wasserfest müssen sie hier sein.

Obs hier mal ein Foto
vom wirklich fertigen Stadium gibt ?

Mhhh,
ich sag jetzt mal nein,
vielleicht gibts dann für mich ne Überraschung…..

Eigenleistung

verfasst am 17. Juni 2009
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Jedes gute Investment zeichnet sich durch einen gehörigen Anteil Eigenkapital aus.

Na da will ich mal nicht zimperlich sein.

Spiegelglas neu belegt.
Das alte wollte nem Ast ausweichen,
aber der knorrige Herr war stärker und schneller.

45 Euro für ein LKW Ersatzteil, beheizt.., geht doch ….

Wechselrichter der zweite.

Fürs warme Wasser während der Fahrt.

Über die Lichtmaschine mit 24 Volt auf 230V. 1000 Watt reichen. Dann kann die Elektro-Patrone im TrumaBoiler warmes Wasser herstellen. Und das ganz ohne Wärmetauscher.

Und weil ich diese Steuerung auch noch mit dem D+ der Lima verbinde, darf ich ruhig sogar das Abstellen dieser Aufheizung vergessen, wenn ich den Motor ausschalte. Den Starterbatterien wird’s gefallen,

und ich hab zum Duschen keine Ausrede mehr.

Reserve

verfasst am 17. Juni 2009
090612-aufgebockt090612-dachtrager-neu Schuhe sind wichtig.
Nur so auf Felgen durch die Welt geht kaum 100m gut.
Auch wenn mancher Action-Film es anders aussehen lässt.

Reserve beruhigt.

Einen hat jeder,
ich möchte nen zweiten.

Meinen bisheriges Reserverad HTC1 wandert zusammen mit nem nagelneuen auf die Hinterachse.

Die 40.000km alten HTC’s werden zur Doppelreserve.

Einer davon ohne Felge auf den Dachgepäckträger des Fahrerhauses.

Schon wieder ein Stückchen mehr Abenteuer in Sicht.

Reste arbeiten beim Chef.

verfasst am 17. Juni 2009
090617-bocklet-t Ohne Endspurt wird nix fertig.

Die Fussballstadien in Südafrika nicht;

Der Sommer mit zuviel Regen nicht;
Und der Gelbe sowieso nicht.

Also jetzt aber schnell,

… zum Schreiner,
… zum Michael,
… zum Reifenbauer,

aber jetzt erstmal der Reihe nach…

090615-wc-draussen090615-wc-tuere-schneiden Bis in diese Tage war monatelanges improvisieren angesagt. Denn schliesslich fehlte noch ein gewisses Hintertürchen.

Auf diese weisse SimpelKlappe hatte ich nicht so die rechte Lust.

Da greife ich doch besser auf die Kleinserie von Michael zurück. Die ist sogar in Wagenfarbe lackiert und der Schlüssel von allen Koffertüren passt auch.

Das wird dann der letzte Einbruch wohl ins Fahrzeug sein.

Poch, Poch, Poch…,
wo ist Holz ?

jetzt wird alles gut…..

090617-zusatzschloss-bohren Aber es ist ja nicht so, dass Mann fürs gute Gefühl nichts unternehmen könnte.

Dies hier zum Beispiel:

Zusätzliche Schlösser an Fahrer- und Beifahrertüre.

„Zurken“ und Leon sind gerad im Iran ganze viermal überfallen worden.

Ein Autoeinbruch bei Leon durch die Wohnraumscheibe war auch dabei. Kamera weg.

090617-zusatzschloss-a Dieses Schloss hilft zwar nicht gegen ne eingeschlagene Seitenscheibe, aber die Türe lässt sich so von innen nicht mehr aufsperren. Da bleibt dem Einbrecher nur der Weg über die Glaskrümel durch das frei geschlagene Loch in den Innenraum des Fahrerhauses. Selber schuld, wenn es dann kratzt.

Und ich hab ein gutes Gefühl durchs doppelt abschliessen.

Feuertaufe

verfasst am 2. Juli 2009

Klar ich hatte schon viel darüber gelesen.
Da hiess es: auf keinen Fall bezahlen, dumm stellen, Sprache nicht verstehen, usw..

Und dann komm ich.
Und zwar mutterseelenallein gegen alle Zollbeamten mit kommunistischen Eltern.
Grenzübergang Polen-Ukraine.
Die Polen lassen mich lediglich 55 Min. in der PKW-Schlange stehen, um dann in 3 Min. meinen Pass zu kontrollieren und mich durchzuwinken. Ist ja auch nur die Ausreise.

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Dann Ukraine.
Die lassen mich nur 3 Minuten warten, aber um sich dann komplette 57 Min. mit mir zu beschäftigen.
Nacheinander nehmen sich dann rund 14 Bedienstete meines Begehrens an.
Der erste will mich zurück zu den LKWs schicken.
Versteh ich ja sofort, will ich aber nicht. Und als ich dann von “Camping” erzähle, da will er in den Koffer schauen.
Kein Problem, er staunt, und ist zufrieden.
Ich bekomme meinen Laufzettel, “Talon” wie er hier heisst.

Die nächste, eine wirklich zuckersüsse Blondine mit fescher Militärkappe und Lippenstift meint korrigierend einzugreifen. Ich sei in der falschen Schlange.
Ich “verstehe” sie nicht. Sie ruft einen englischen sprechenden ebenso gut aussehenden Typen.
Die Kinder von den beiden würden jede DSDS-Party krachen lassen.
Der entert mal wieder meinen Koffer, schaut hier und da hinein, ist ebenso erstaunt wie No1.
Fragt welche Musik ich denn so höre und ist beruhigt, als er sieht, das mein angebrochener Schinkenaufschnitt in der Kühlung lagert.

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Jetzt gehts erst richtig los. Ausweiskontrolle.
Mindestens ein Drei-Sterner auf der Schulter. Er wiederholt ständig sein ukrainisches Palaver. Ich versteh es ebenso häufig nicht.
Er zuckt mit den Schultern. Gibt mir meine Papiere ungestempelt wieder zurück.
Der nächste, er steht ein ganzes Stück abseits, winkt mich mit einer sehr coolen Handbewegung heran.
Gehorsam wie ich bin geh ich zügig hin. Er redet auf mich ein und zückt dann Kuli und irgendein Blatt, und malt darauf die zahl 500, versehen mit einem Eurozeichen.
Ich solle zur Bank auf dem Gelände gehen.
Schock. Damit hatte ich nicht gerechnet. Hatte auch nix im voraus dazu gelesen.
In der Nachbarspur ein Auto aus Norddeutschland. Seine Blondine ist wohl von hier, sie soll übersetzen.
Die Summe wär wegen des Transits. Bei der Rückreise bekäme ich das Geld wieder, oder eben auch nicht.
Der Norddeutsche meint das wäre noch günstig. In Weissrussland hätten sie vor ein paar Tagen 1.250 Euro haben wollen, bloss weil er ein paar Sack Zement dabei gehabt hätte. Er sei dann wieder zurückfahren.
Die Zollbeamten merken, dass wir Deutsche uns da doch zu sehr absprechen, und trennen uns.
Ich gehe wieder zum Zollspezi. Der bleibt cool, redet jetzt wenig, ich um so mehr.
Ich soll zu einem anderen Beamten in eine andere Bude gehen.
Der kontrolliert Pass, Fahrzeugschein, fragt unbekannte Dinge, bekommt unbekannte Antworten, und stempelt dann doch meinen Reisepass ab.
Na das hätte ich ja dann schonmal.

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Wieder zurück zu meinem Liebling. Wir geben auf dem Gelände jetzt schon ein gutes Paar ab.
Ich wäre doch nur ein Tourist und wolle das “country” sehen, die schöne Ukraine, udn ich meine jetzt nich all die Blondinen.
Er versteht wohl nur die Worte “country” und “Ukraine”, geht wieder in eine etwas abgelegene Bude, nimmt denselben Zettel und schreibt jetzt 1.000ff drauf.
Vorhin hatte er neben die 500€ auch die Zahl 10.000ff geschrieben. Also ist er jetzt auf umgerechnet 50€ runtergegangen.
Das geht. Ich fühle, das diese Summe mir die Ruhe und die Durchfahrt wert ist, aber ich druckse weiter rum, lamentiere. Ich bin gerad erst ins Training gekommen. Meine Handbewegungen sind ausladender als zu Beginn.
Und da winkt er ab, und gibt auf. Winkt mich weg und durch.

These:
Das Geld hätte ich zur Bank bringen sollen, also wissen die auch Bescheid. Und etliche andere hier auch. So sind die 500€ durch viele Köpfe zu teilen. Mir aber war dieser Betrag anfangs so absonderlich hoch, dass er damit meinen Widerstand sofort provozierte. 50€ dagegen hätte ich schon bezahlt, wenn er sie eingangs gefordert hätte. Aber das lohnt sich für ihn nicht, da kommen dann nur ein paar Euros bei ihm an.
So hebelt sich das System selber aus. Denn so wie ich werden wohl viele reagieren und anfangen zu kämpfen. Hoffentlich .

Bei der Ausfahrtwar ich dann so euphorisch, dass ich mindestens zwei weitere Kontrollposten einfach überfahren habe. Nur der letzte im Militärlock. Der sprang mir dann vors Auto.
Der wollte mich sofort wieder komplett zurück schicken, aber dafür ist der Gelbe gegen den Strom dann doch zu gross.
Was mir an Unterlagen fehlte wollte er mir auch nicht erklären. Also hab ich nen anderen Trucker gefragt.
Ich muss noch den Laufzettel abstempeln lassen.
Ab in ein grosses Büro mit ca 10 Schaltern.
Und hier weht dann nur noch die Eiseskälte der Apparatschkis aus dem Kommunismus. Keiner nimmt mich wahr, alle hängen über dumme Papiere, Kafka lässt grüssen.
Ich frage, werde nur wirsch zurückgewiesen.
Anderer Schalter. meine Papiere hingehalten.
Ich ahne es schon, wenn die jetzt feststellen, dass mein Gelber 7,5to oder sogar noch mehr hat (an Achslasten), dann werden einige Steuern und Gebühren fällig.
Schwupp zeige ich mit meinen Händen ein grosses Auto und erzähle reichlich von “Camping” und “Holiday”. Er berät sich kurz mit seinem Nachbarn, lacht, stempelt, und wünscht mir echt ehrlich ne gute Fahrt.
Uppss, was bin ich da schnell zum Military, hab ihm den Wisch hingehalten und bin raus. Bzw drin, nämlich in der Ukraine.
Auweija. das war nur der erste. Da kommen noch einige weitere, und die sind bestimmt noch chaotischer….
Egal, ich habs geschafft, ohne einen Penny zu verlieren, und ich bin mächtig stolz und bestens gelaunt. Meine Feuerprobe war die Feuertaufe.Der erste echte Grenzübergang in meinem Leben.
Asien, ich komme…..

Ich hab einiges für alle nächsten Kontrollen gelernt:
–Ich bin in Urlaub, und will mich in diesem Land als Tourist umschauen (Transit ist Käse, weil ich mich nicht für IHR Land interessiere.)
–Ich bin ganz klar verheiratet und meine Frau kommt mit den Kindern nachgeflogen. Wir machen dann zusammen als Familie Urlaub. Ich bin nur der Depp der das Auto alleine schonmal voraus fährt.
–Die internationale Zulassung kennt hier kein Mensch, alle wollen den “Autopass” sehen, die deutsche Kfz-Zulassung. Führerschein hab ich nie zeigen müssen, auch den internationalen nicht.
–Jede Türe die ich nicht selbst im Blick habe zuschliessen. Auch die Fenster. Jeden Schritt eines Beamten an meinem Fahrzeug sehr nah begleiten. Es gab da sogar ein Ablenkmanöver, denn während ich mit einer Beamtin im Koffer unterwegs war, zerrte der andere an der Beifahrertüre. Aber die war gottseidank abgeschlossen.
–Bei allen Zoll- und Polizeikontrollen die Kameras, Geld, Handy etc. gut verstecken. Also eigentlich immer, solange nicht in Gebrauch.
–Die Suche im Heckstauraum wurde sofort abgebrochen, als den Beamten als erstes eine Tüte mit (unbenutzen) Klopapierrollen in die Hände fiel. Gut so.

Die Gerade

verfasst am 3. Juli 2009

Eigentlich wollte ich bis Kasachstan nur die Autobahnen und Schnellstrassen nehmen. Obwohl ich vielmehr diese kleinen Feldwege liebe. Da besteht dann doch die Gefahr in drei Monaten nur bis Thüringen zu kommen. Aber dann sah sich diese Strecke nach Gera doch gar zu umständlich aus. Also runter von der Bahn.

Immerhin ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade. Aber nicht so in Ostdeutschland. Ich hab noch nie in meinem Leben so viele komplett gesperrte Ortsdurchfahrten gesehen. Mein Navi auch noch nicht.

Zwei Versuche hab ich mir gegeben. Danach war ich es satt, und hab wieder die Gerade bevorzugt.

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Okay, die führte mich ziemlich vom Hauptweg ab, aber idyllisch war es.

Und als ich dann am Ende des Waldes vor dieser Schranke stand, da war das auch kein Problem. Dreikant rausgeholt und Schranke aufgesperrt (und wieder abgesperrt).

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Allerdings,

wenn das so weitergeht, dann hab ich meine Bedenken den Pamir dieses Jahr noch zu erreichen.

Service GROSS geschrieben

verfasst am 3. Juli 2009

Ich bin unterwegs zum Pamir.

Den Auftakt machte am Dienstag die TÜV Station in Geilenkirchen (what a name…).
„Ohne Mängel“, aber die Gasdruckprüfung hatte ich fast vergessen, dafür gabs den Reisestart dann letztlich erst am Dienstg.

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Nächstes Etappenziel: der MAN Service in Gera. Denn das hatte ich in der Heimat nicht mehr geschafft.

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Was muss ich erzählen ?

Die erste Geschichte der Reise handelt von den dienstfreundlichen Ostdeutschen. Bei MAN in Gera arbeiten die Kfz Meister im Schichtbetrieb. Termine bis 21h ? Garkein Problem. Ich musste nur kurz stutzen, als mein Mechaniker alles stehen und liegen liess, um seine Mittagspause zu machen. Um 19 Uhr !!

Zunächst verwehrte eine geplatzte Hydraulikleitung den Blick unters Fahrerhaus, also austauschen. Dann alle Flüssigkeitsstände checken, Ölwechsel, Kraftstoffilter wechseln und schnell bekomme ich noch vorgeführt, wie man die gesamte Dieselzuleitung entlüftet.

Noch ein paar Ersatzteile wie Keilriemen, Motoröl und Glühlampen und weiter geht’s.

Ach übrigens: ich hab einen sehr modernen LKW, denn abzuschmieren gibt’s am Gelben nix mehr.

Willkommen im Ausland

verfasst am 3. Juli 2009

Weiter gehts nach Polen.
Gutes Wetter, gute Bahn. Aber anstatt noch ein paar kleine Einkäufe in Görlitz, der letzten Gelegenheit in Deutschland, zu erledigen verpasse ich die Abfahrt und lande im Ausland.
Und das begrüsst mich sofort mit einem infernalischen Unwetter. Zwangspause.
Ein Gang in den Koffer….: oh Schreck Wassereinbruch !!!!!

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Zeit für den Hausputz. Da klebte eh noch der Schreinerstaub auf dem frischen nagelneuen und feinen Fussboden.
Da hatte ich gestern abend ganz einfach vergessen die Dachluke zu schliessen. Auweija.
Die weitere Fahrt bis kurz vor Warschau gabs dann keine weitere Überraschung. Kostenloses WLAN auf nem ganz schönen Truckerparkplatz, mit Service rund um die Uhr, aber das hatten wir ja schon. Gute Nacht.

3. Reisetag. Südlich vor Warschau/Polen, 1.260KM gefahren.

Ausreise Ukraine

verfasst am 6. Juli 2009

Auf mit munteren Hallali, es geht raus aus der Ukraine, und…
ich bekomme nen Laufzettel.
Ne, bekomm ich doch noch nicht. Ich soll in das Mini-Büro gehen.
Dort sitzt eine Kleine, die noch keiner wollte, zu dick, zu unbeholfen, und auch nicht blond.
Jetzt macht sie in Versicherungen. Kfz-Versicherungen. Hab ich aber, steht extra in meiner grünen Versicherungskarte und sie glaubt es auch.
Aber da kommt ihr Boss im AngeberSportdress. Der wills Geschäft, ich aber nicht. Dauert knapp 5 min., dann muss auch er dran glauben. Die Lady hatte es eh schon.

Dann wieder zum LaufzettelMann. Das sind quasi die Schrankenwärter bei allen Grenzen.
Very wichtig !
Und er lässt mehrfach das Wort “presenta” oder so verlauten.
Das kenn ich schon. Das heisst wohl “Geschenk”. Aber auf den Ohren bin ich locker taub, und zwar in stereo.
Ich zeige verständnisvoll aber verständnislos mit beiden Händen auf meine schwachen Ohren. Er winkt ab.

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Endlich in die Abfertigung hinein.
No.2 ist ganz locker, lacht strahlend als er sieht, dass ich aus Deutschland komme.
Auf der Rückseite des Laufzettels schreibt er die Zahlen 3, 5 und 9 untereinander. Wieviel soll ich bezahlen ????
Nix bezahlen, nur die Büros mit diesen Nummern ablaufen. Ich gehe etwas erleichtert und neugierig zugleich zu No 3.
Falsch! Der will erst als letztes dran kommen.
Ich solle die Zahlen von unten nach oben ablaufen. Hmm, mach ich gern, erklärt sich aber nicht. Anyway.
No 9 ist nur freundlich, redet ein bisschen und stempelt dann.

Okay, der nächste bitte. zu No 5.
Der Hammer, fast unpassierbar. Ein Mann der Vorschriften, wohl kaum der Korruption.
Das Problem ist schnell erklärt. Ich bin auf Transit, nicht auf Urlaub, und da kann ich mich selber fühlen wie ich will.
Ich komme aus Polen und will gerade nach Russland ausreisen, also Transit.
Ich brauche ein Transitpapier, das habe ich aber nicht. Will ich auch nicht, denn mir schwant dass das alles kostet.
Er lamentiert, zeigt mir so ein Papier, ein beschriebenes. Denn die Blankos gibts in der Stadt, nicht am Zoll.
Ich zeige mich wenig neugierig, wo ich so ein Doku bekomme. Ich fühle mich als Urlauber und nicht als Transiter, und da besteh ich drauf.
Er schlägt seine Stirn in tiefe Falten und fertigt nen LKW mal ab.
Dann ich wieder. Ja, ich steh immer noch hier !

Er nimmt wieder dieses Papier. Mein Fahrzeug sei über 6to, und da werden beim Transit Strassengebühren fällig. 1.500 Kilometer für 300 Euro.
Rund 20 vollgeredete Minuten später sind es 100 Euro. Und wenn erst mal die Verhandlung anfängt, dann bleib ich eisern bis trocken.
Mein Paragraphenreiter aber auch. Er tut sich sichtlich schwer. Ich rede von Urlaub und KEIN Transit.
Dann eine neue Stragegie: er möge doch mal einen Vorgesetzten oder so anrufen. Vielleicht wüsste der mehr und besseres….
Er winkt ab, faltet seine Stirn noch mehr, zaudert, dreht sich, windet sich…, und stempelt ab.
Aber ich kann ihm sein schlechtes Gefühl ansehen. Ich glaube, da bin ich sein Fall “Glaube vor Unrecht”.
Okay, das war knapp.
No 3 ist harmlos und in 20 sek. abgestempelt.
Laufzettel komplett. Ausreise natürlich nicht.

Ich geh zum Officer zurück, zeige stolz meinen vollgestempelten Ausweis, und er fragt nach deutschem Bier.
Diese Logik wird mir immer verborgen bleiben. Ich winke natürlich ab. Ich bin doch der Fahrer, wenn ich da Bier trinken würde, dann würde er mich doch sofort verhaften, oder ?
Er gibt vorerst auf und überstellt mich an No 6.
Der will den Gelben von innen sehen. Ist locker gründlich, und gibt ein okay.
No7 ist wohl von der Militärpolizei. Nicht mal nen Streifen hat der auf der Schulter. Ich bin etwas beleidigt mit dem Nachwuchs konfrontiert zu werden.
Er will den Wagen sehen, und zwar von aussen UND innen. Wir fangen mit den Staufächern aussen an. Er ist überrascht über meine Schraubensammlung. Von meiner Schuhsammlung weniger. Nur drei Paar.
Koffer innen. Ich fahre meine Treppe nicht runter, er muss sich hochwuchten.

Oben angekommen meint er im Dunkel des Koffers: Für 20 USDollar würde er auf die weitere Durchsuchung verzichten.
Möchte ich aber nicht. Ich freu mich, wenn ich meinen Wagen mal zeigen darf. Und die Grenzer sind schliesslich das dankbarste Publikum.
Und schliesslich habe ich Urlaub und er nicht. Aber das denk ich mir nur.

Als wir das Bad zwischen haben, und ich Zahnbürste und Duschbad auspacke, da entschuldigt er sich. Er zeigt auf seine fehlenden Streifen und meint das wäre die Vorschrift.
Ich bin sehr sehr verständnisvoll, und öffne nach seinem Fingerzeig die Wäschekammern.
Da hatte ich zwei Rotwein wirklich schlecht versteckt, und er findet sie.
Dann die Flasche Edelgrappa für die lauen Sommerabende unter dem Sternenhimmel in der usbekischen Wüste.
Auweija. Das macht meinen Junior an.
Wodka ? Wiskey ? Natürlich nicht! Er sucht auf der Flasche, kann aber nix damit anfangen. Ich nutze seine Bildungslücke und sage “Weisswein”.
Er lacht und schüttelt sich. Wie kann man den sowas trinken.
ABER !!! Mit den beiden Roten ist das die dritte Flasche Wein im Auto. Eine zuviel !
Keine Ahnung. Kenne die Freigrenzen nicht, hab aktuell auch keine Lust drauf. Er nimmt sich ne Pulle Roten und konfisziert sie.
Komisch nur, als er sie unter der Jacke weg trägt.
Immerhin, das war der vorletzte, der zu bezwingen war, der letzte schaut nochmal ins Fahrerhaus, ob ich wirklich alleine unterwegs bin, nimmt den Laufzettel, und entlässt mich zur russischen Einreise.
Zwei Stunden, das geht doch, ich bin doch auf Urlaub !

Faszit: der Rote hat dran glauben müssen. Schad’ drum, aber in Anbetracht……
Und im Niemandsland, noch vor der russischen Grenze, mache ich einen Stopp, und kümmer mich mal um meine Ladung.
Die Flasche Grappa wie etliche andere Bier- und Weinflaschen verschwinden endlich mal in den letzten Winkeln und Verstecken.
Wär doch gelacht !
Russland, jetzt DU !

Ukraine

verfasst am 6. Juli 2009

1.200Km durch die Ukraine. Einiges an MainRoad, aber auch quer durch.

Die Strassen gehen eh fast nur geradeaus, für mich immer nur nach Osten.

Durch Weizenfelder bis zum Horizont, wie in Canada.

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Gestern war die Magistrale wg. Bauarbeiten voll gesperrt.

Da musste ich die nächste Querverbindung weiter südlich nehmen.

Aber keiner hat mir gesagt, das die erst 100 (!) Kilometer weiter unten zu finden ist.

Völlig entspannt. Schonend für Motor und Nerven.

Ohne Navi, mit grober Karte (1: 3,75mio).

aber mit Kompass (im Navi…)

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Geht alles.

Und man kommt in Kontakt mit den Einheimischen.

Hier gibt es sogar noch Bahnschrankenwärterinnen. Und die kennen sich aus. Sogar auf den Strassen.

Und was wenns mal heiss wird?

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Hitzefrei für LKW Fahrer?

Keine Sorge, es hat sich keiner dran gehalten.

Der Teerbelag ist hin, und zwar überall.

Aber die zahlen bestimmt hier auch erheblich weniger Steuern und natürlich keine Maut.

Passt doch

Und die Harten ?

Na die kommen hier auch, wie immer und überall, in den Garten….

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Ein anderes Phänomen hab ich sofort vom Segeln in Kroatien wieder erkannt.

feine-damen

Die jungen Mädels, zwischen 16 und sagen wir 24 sind heraus geputzt, das eine(m!) der Atem stockt.

Da geht die volta: schauts her, ich bins!

(Foto aus Kiew, und Foto aus Ukraine)

Der “Mittelbau” fehlt komplett. Die sind von der Strasse gefischt, geschwängert, und kümmern sich um Brut und Aufzucht.

Erst die Mädels ab 50, die sind wieder auf der Strasse zu sehen.

In Kittelschürze, mit Kopftuch und kaputtem Rücken und oft auch am Stock (…gehend…).

(2.400km gefahren, 6.Reisetag)

Der Glaube an die Obrigkeit

verfasst am 10. Juli 2009
090709-ukraine-kirchen-01 Wär ja ziemlich böd, wenn ich ausserhalb der Grenz-Gänge nix zu berichten wüsste. weiss ich aber doch….
Bis Astrachan, hier in südsüd Russland an der Wolga hab ich jetzt rund 4.000 Km gefahren. Manches bringt mich in Erstaunen.
Die vielen vergoldeten und extrem bunten, fröhlich wirkenden Kirchen,
und die gläubigen Osteuropäer.

Ich hab immer gedacht, wir Deutschen seien ein Volk von Bürokraten und Dienstern regiertes Volk.

Stimmt nicht ganz: so viel Anarchie wie ich mir in Deutschland ungefährdet erlaube…, da wär ich in der Ukraine oder in Russland schon längst auf dem Scheiterhaufen gelandet. Und zwar interdisziplinär.

090709-ukraine-kirchen-11 Klar versuchen sie zum Beispiel im Strassenverkehr den grossen Mann zu markieren, mit ihren Ladas und Moskvitschs. Aber es hupt kein Mensch!
Roten Ampeln wird unbedingter Respekt gezollt. Und welche Macht hier ne durchgezogene Linie auf Überlandstrassen hat ist phänomenal. Egal ob mit oder ohne Gegenverkehr, Linie kreuzen ist völliges tabu.

In Volgograd hab ich dann mal mein Horn bemüht, als mich einer zu schneiden versuchte. Der hat sofort die Notbremse gezogen. Insoweit sind sie weniger stur und rechthaberich als in WessiLand.

Aber das haben sie wohl auch in frühren Generationen gut abtrainiert bekommen.

090709-ukraine-kirchen-3 Die Allmacht der Polizei drückt sich vor allem in Strassenkontrollen aus.
Ähnlich wie neuerdings in Ägypten bauen sie Barrieren auf, die im Schrittempo zu durchfahren sind,
oder sogar alle vorbei wollenden Autos müssen stoppen, und erst nach Kopf nicken darf es weiter gehen.

Auto fahren in Osteuropa ist easy und ungefährlich.
Solange man sich an die Regeln hält.
Das hab ich in der Ukraine zweimal versäumt.

090709-ukraine-kirchen-41 Zunächst mal unwissentlich.
Ich bekam auf der Landstrasse rechts ne Spur dazu und hab sie nicht sofort genutzt, obwohl keiner hinter mir war  der mich hätte überholen können.
Kostet normal rund 50 Euro. Ein verdeckt hinter mir fahrender Polizeiwagen hatte es gesehen, hat mich überholt, und bei der nächsten Strassensperre stand er dann und lauerte auf mich.

Ich war mir keiner Schuld bewusst, sollte aber dennoch zur Bank gehen.
Nach 25 min geb er entvervt auf und liess mich ziehen. das Protokoll war schon ausgefüllt, er hats zerrissen. Mangels Sprachverständlichkeiten.
Ein Mitreisender aus Herford, mit dem CampingGespann unterwegs, kam nicht so leicht davon.
Selber Fehler. Aber er ist gebürtiger Kasache und des rusischen mächtig. Er erzählte mir, dass er “alles bare” angeboten habe. Jedenfalls das nicht versteckte. Macht 25 Euro. Aber eingesehen hat er seinen Fehler dennoch nicht. Dafür war er zu sehr deutsch. Wie ich.

090709-ukraine-kirchen-30 Zweites Strafmandat.
Ich war allein auf weiter Flur unterwegs und hatte die Orientierung verloren. Irgendwo musste es für mich doch links abgehen.
An einer Kreuzung hielt ein Moped an, und ich steuerte mit dem Gelben direkt auf die beiden zu.
Ich stand mitten in der leeren Kreuzung im leeren Land und unterhielt mich mit den beiden.
Sie gaben erschöpfend Auskunft, ich wollte losfahren, da standen sie schon. Die Herren Polizisten.
Und der Meister hatte sogar ein Foto zum Beweis mit seiner DigiKamera gemacht, als ein anderer Pkw einen Schlenker von geschätzt 15cm um meinen Gelben herum machen musste.
Er war sich seines Mandats sehr sicher. Entsprechend lang war die Diskussion.
Die Polizisten haben in der Ukraine alle so ein dickes Buch bei sich. Jede Gesetztesübertretung ist da beispielhaft mit einer kleinen Grafik dargestellt. Und es gibt hunderte davon in diesem Buch. So können sie sich den Redefluss sparen und zeigen mit dem nackten Finger nur auf das betreffende Bild. Das sieht ziemlich souverän aus.

Und jetzt ich.
Das übliche Programm: “Camping”, “Holiday”, “German Tourist”, “Ukraine gucken”, und das waren doch nur Sekunden der Verkehrsbehinderung.
Er war im Recht und ich im Nachteil. Also hat es gedauert.
Ich fragte ihn dann mal ob er englisch könne, und er antwortete ob ich russisch könne. Und da war noch etwas. Von gaaanz früher.
“Ma drug”, mein Freund, hab ich ihm zugerufen, und “Patschtalion” (=Briefträger): Darauf hat er nur geantwortet “Banki”, was soviel wie “Bank” heissen wird. Blödes Wort.
Mit dem “Ma drug” hab ich dann nicht locker gelassen, und ihn nach seinem Vornamen gefragt. “Nikolai”, hat er etwas verschämt geantwortet, und ich hab “Günther” darauf gesagt.
Aber das wusste er ja schon, er hatte ja schliesslich meine gesamten Papiere noch fest in seiner Hand.
Aber bei dem “drug” da wurde er weich. Das kam ganz gut. Dann noch zwei-, dreimal “Ukraine” und “Holiday” und so, und entlassen war ich.
Obwohl, Recht hatte er ja,
aber in Deutschland…, da wär ich auch so vom Glauben abgekommen,
von dem der eifrigen Dienstherren, und von dem der Kirche sowieso.

(10.Juli 09, 10.Reisetag; Tmax heute 34°, bedeckt, seit 9 Tagen ohne Regen, Vollmond (auch hier), r4.100 gef Km.)

Einreise Russland

verfasst am 10. Juli 2009

Wie gerne, und immer fahr ich an den LKWs vorbei. Hab extra in meinem Schaufenster (Windschutzscheibe) das Schild “Deutscher Tourist” platziert, in kyrillischer Schrift natürlich, ich bin ja nicht ….. ‘
Damit die Trucker keine Steine nach mir werfen.

Ich halte am Schlagbaum an, und es geht schon los. Der “Very Wichtig” schreit mich an. Na das wird ja heiter. Aber immerhin hat er eine ganz besonders grosse Mütze auf. Also den LaufstegPreis, den hat er jetzt schon sicher.

Ich bin LKW, basta, meint er. Der Erste, der auch mal den Kollegen anfunkt, und dann ist er sich ganz sicher. Ich gehöre auf die LKW Spur, darf aber schon als nächster LKW rein. Die Nr alleine spart mir rund 12h Wartezeit. Denn ich habs genau gesehen: die Russen lassen genau in einer Stunde einen kompletten LKW rein.

Der Rest ist schnell erzählt und dauerte vier Stunden. Davon wurde ich drei Stunden intensiv von wechselnden Beamten betreut.

Nach Geld, Presenta, oder Bakschich hat keiner gefragt.
Anschliessend war ich um reich verzierte Pergamente und unendlich viele Zettel und Unterschriften reicher. Rund die Hälfte davon wollten sie direkt wiederhaben, die andere durfte ich behalten. Wohl als Erinnerung an die umständlichste, langwierigste, aber fairste Abfertigung, die man in Europa so ergattern kann.

Und der Gipfel:
Na das war  ein Geschenk direkt an den Gelben. Er ist mal richtig und wahrhaftig ganz gross raus gekommen. Die Russen haben weder Kosten noch Mühen gescheut, und eine fahrbare Röntgtenapperatur herangekarrt. Das war ein wahres High-Tech-Monster neuester Bauart udn sicher unverschämt teuer. Die ist dann erstmal  hoch ausgefahren, hat sich mühsam in Position gebracht, hat weitläufige Absperrungen aufgebaut, und ist dann quasi als Höhepunkt ganz langsam am Gelben vorbeigefahren. Dazu hat die SuperGurke sogar extra einen ElektroAntrieb im Fahrwerk, uiuiuih.

Es hat geblinkt und gehupt. Ich musste mindestens 50m Abstand einhalten. wegen der kosmischen Strahlung und so.

Hinterher durfte ich sogar mit die Aufnahmen auf dem Pilotensitz mit auswerten. Motor ganz locker im Bild, alle Fremdheizungen, mein Bad machte einen ziemlich leeren Eindruck.
Und als sich dann meine Granaten als 1,5liter Wasserflaschen herausstellten, da waren wirklich alle zufrieden.
Und ich hundemüde.

Fit in Russland

verfasst am 12. Juli 2009
090711-2-schild-g So ist das eben:

Wenn man für den Breitensport etwas unternehmen will,
dann muss man darauf achten,
dass es jeder ganz einfach,
am besten überall und unabhängig von Altersklassen
ausüben kann.
Ganz einfach.

Und da haben die Russen eine tolle Idee gehabt (und viele andere Staaten habens inzwischen, meist halbherzig, abgekupfert…)

Die Spielregeln passen auf ne Blechtafel, erschliessen sich mir aber nicht im Detail, dass ist für mich die falsche Tastatur, ist aber auch nicht so schwer.

090711-1-schild-anleitung1 Es geht ums Müll-weit-werfen.

An vielen Strassen stehen diese Hinweistafeln.
Das kleine Zusatzschild unten weist auf die geforderte Weite hin.
Und die schwankt.
Spannung ist ja wichtig im Sport.

Trainiert werden kann überall,
Müll hat schliesslich jeder schnell zur Hand.
Allerdings mit sehr gemischtem Erfolg…

…wie man flächendeckend leider allerorten sehen kann.

090711-3-zielkreis Balljungen wie beim Tennis gibts leider nicht,
so dass die Fehlwürfe einfach liegen blieben.
Okay,
da wären wir dann auch schon beim grössten Nachteil dieser Disziplin.

Und weil eben ein jeder übt,
bleibt ziemlich viel auch liegen.

090711-6-verbrannt Egal,
probieren geht über studieren,
und rund um den Zielkreis sieht es dann auch schonmal so aus

Aber auch dafür gibts ne Lösung.

Ab und zu wirft eben einer
statt ner allseits beliebten PET-Flasche,
ein brennendes Streichholz Richtung Korb,
und schon kurze Fackel später wird das Ziel wieder sichtbar.

090711-7-myself Wenn allerdings die Herrschaften sooo schlechtes Zielwasser haben,
dann will ich DA garnicht erst reingehen.
Das ahn ich schon…..

Schoener wohnen in Kasachstan

verfasst am 13. Juli 2009
za-090714-strasse Ich bin auf der legendaeren Seidenstrasse unterwegs, Kurs Suedost. Seit Tagen.
Die Grenze hinein nach Kasachstan.
Ich lasse Europa hinter mir.
zc-090714-silhouette-2 Vorboten anderer Kulturen zeigen sich am Horizont.
Silouetten von kleinen, reichen Staedten,
in der Weite der kasachischen Steppe.
ze-090714-silhouette Magisch fuehl ich mich von ihnen angezogen.
Wer wohnt wohl da?
zg-090714-stadt-mit-dachern Je naeher ich komme, je fremdartiger das Bild.
Kleine Grundstuecke,
die Vielfaeltigkeit der Baustile,
und jedes fuer sich ein Kleinod,
ein Unikat.
Raffinierte Ornamentik.
Prachtvoll ausgestattet.
zj-090714-03-daecher-b Ich bin beeindruckt von der kraftvollen Ausstrahlung,
von dem selbstbewussten Auftritt,
und das in der Weite des Nichts.
zk-090714-ornamentik Halte immer wieder an,
wandere durch vier, fuenf Siedlungen,
bin fasziniert.
zm-090714-pyramide Erkenne Einfluesse weit entfernter und laengst vergangener Kulturen.
zq-090714-taj-mahal-m-gelb Wer hier baut,
hat seine Ruhe gefunden…
zx-090714-v-blick
zz-090714-z-mit-mir-im-schattenriss … und wenn es seine letzte ist….

Mitreisende

verfasst am 13. Juli 2009
090714-franz-r4-a Ich hatte schon laenger drauf gewartet.
Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu sehr Mainstream.
Fahre um die beste Reisezeit, und in die bevorzugte Richtung,
naemlich Richtung Urlaub.

Da fahren halt alle Mitreisenden den gleichen Weg und zur selben Zeit.
Da wird zufalliges Treffen schwierig.
Das laeuft dann auf ein ueberholen, oder ueberholt werden hinaus.

090714-franz-r4-b In Usbekistan hab ich sie dann getroffen.
Mitreisende.
Guilaume, Jeremy und Jean-Babtiste
alle um die 21 Jahre alt, alle aus der Naehe von Paris
und mit einem R4 und reichlich Gepaeck unterwegs.
Auweija.
Da war ueberholen nicht so schwer.

Aber allen Respekt.
Sie wollen ankommen,
und haben viele kleine Portionsflaschen Rotwein an Bord.
Fuer die Helfer am Wegesrand, ein Medoc, versteht sich.

090714-franz-r4-c In Astrachan wollten sie das kaspischen Meer sehen,
aber ein paar Muecken waren dagegen.
Ihr naechstes Ziel ist der AralSee,
und die gestrandeten Schiffe.
Taschkent wird ihr Wendepunkt sein,
dann gehts tutto completto retour.

Das war schon magic,
wie wir da inmitten von garnix,
auf der miesesten Strecke von 5.500 Km
einfach in Strassenmitte anhalten und Kaffeepause machen.
Ein Auto pro Stunde,
da haben wir dann gleich aus der Piste nen Parkplatz gemacht.
Und nen Blog haben sie auch:
http://4l-routedelasoie.e-monsite.com

Geht das ?

verfasst am 14. Juli 2009
090712-1-trinken So allein auf Reisen,
da bleibt viel Raum,
auch Raum sich selber aufzufallen.

Und das passiert dauernd,
manchmal komisch,
manches seltsam.
Anderes faellt schwer zu diskutieren.

Vielleicht kann ich dies oder jenes hier mal an die grosse Glocke haengen,
wo ich allein nicht weiter komme.

Beispiel PET Flasche.

090712-2-pet-aufschneiden Ich bin sportlich eher ein Nichtschwimmer.
Allerdings mit DLRG Zertifikat.
Immerhin, am Wettbewerb der Russen moechte ich mich nicht beteiligen, zu unsportlich.
Ich sammle lieber, und zwar bis zum Schluss, eben deutsch.
Alles was ich leer trinke wird verstaut.
Nu hat das allerdings schon meinen Staurrahmen gesprengt. und da kam mir eine heisse Trickser-Idee.

Wenn ich dieses Reich-Mach-Pfand dann in vier Monaten einsacken will,
dann scannen diese bloeden Automaten doch nur einen rollfaehigen Barcode, oder ?
Ich muesste also alle Flaschenboeden rausschneiden duerfen,
und durch dieses russische Maedelmuster
(eine steckt in der anderen, wie heisst es noch gerade richtig…???)
irre an Raum gewinnen.

090712-3-pet-fertig Oder merken das diese bloeden AutomatenScanner ????
Ich bin ratlos, und kann es auch nicht diskutieren.
Nicht mit den Russen, mit den Kasachen nicht, und den Ukrainer schonmal garnicht,
die sind alle viel zu sportlich……

Gefunden

verfasst am 15. Juli 2009
090716-reinhard-m-rucksack Wir hatten schon Email Kontakt seit letzten Jahres.
Internet sei Dank, wussten wir von unseren aehnlichen Reiseplaene fuer den Sommer 2009: Pamir.
Drei- vier Emails hin und her.
Ein Telefonat zwischen deutschsprechenden Menschen.
Zwei sms,
und so treffen wir uns locker in Chiwa, 6.000 gefahrene km ‘from home’.
090716-reinhardmyself Mein Handy hatte schon vor der Feinabstimmung den Geist aufgegeben,aber was heisst das schon.
So laufen wir uns eben ohne besondere Vereinbarung zwischen den alten Steinen in Chiwa an der Seidenstrasse einfach so ueber den Weg.
Mindestens die naechsten drei Stunden waren dann die Steine auch egal.

Aber als wir dann 500km zusammen gefahren sind,
und in Buchara beim Bier heraus kommt,
dass wir beide Napoleon XIV.. kennen, moegen, und auch diesen Track noch pfeiffen koennen,
(”They coming to take me away, haha, hihi…”)
da ist mir klar, das koennen ein paar besondere Tage werden.
Mit Reinhard/Oesterreich und mir.

Tmax heute: 42°; leichter Wind, der bei der Temperatur allerdings wie ein Heissluftfoehn ankommt, nicht unangenehm;
Wolkenlos; Regenfrei seit 14 Tagen; bisher 6.400km gefahren; 17. Reisetag; Dieselpreis noch aus Kasachstan 29ct;

PPS in eigener Sache:
Nachdem mein Handy unrettbar verloren ist, und jetzt auch hier mein Zugang zu meiner StratoMailbox geblockt wird, bleibt nur noch www.guenther_sl@web.de.

Reifenschutz

verfasst am 15. Juli 2009
090711-der-gelbe-t Andere Erfahrung:
Ich hab oefters darueber nachgedacht, ob es nicht sinnig waere,
den Reservereifen unter einer hellen Huelle zu verstecken.
Gerade in kasachischer oder usbekischer Sonne bekommt der echt was ab.

Anderseits:
Find ichs schon ziemlich spiessig, so eine EinpackWeste fuers Reserverad.
Das erinnert mich doch zu sehr an unsere hollaendischen Freunde und ihre Camper.

Aber….
Kein Problem:

090711-weisser-reifen Mann/Frau muss nur genug spassige Pisten cruisen,
und schon hat das Reserverad seine Patina,
die noch zudem in der Lage ist,
die Sonne zurьck zu werfen.

Ergo:
egal wann der Gelbe gewaschen mal werden sollte,
die Reservereifen bleiben unangetastet.

Desaster in Rot und Nuss

verfasst am 15. Juli 2009
090713-1-steppe-gelb-t Kein ordentlicher Blog,
der nicht nach der Gunst seiner Leser schielt.
Und womit faengt man den Verehrten ohne Umschweife ?
Richtig. !

Mit den Mastern of Desaster.
Es gilt also von Katastrophen zu berichten.

090713-2-kiste-n Okay,
ich bin jetzt knapp 6.000km unterwegs.
Davon waren rund 200Km heftig.
Die Muehle rappelte, dass es einem im Herze quaelte.
Anderseits sieht der Gelbe eben auch genau so aus,
das er es wegsteckt.

Hat er auch.
Und zwar ziemlich souveraen.

090713-3-kiste-g Deshalb gibts auch keine Desaster.
Garkeine ?

Nunja,
eins von einer etwas anderer Sorte.
Naemlich der Roten.
Bruch im Heckstauraum.
Ein Pastaglas,
was ne Sauerei.
Nebenan die Tomatendose war auch schon aufgeplatzt,
aber es ist hier so heiss, die sind eintrocknet bevor ich sie entdeckt hatte.

090714-desaster-nusspli-1 Aber es kommt noch doller….

Desaster No2.
Der DoppelblindTest geht nicht mehr.
Mein ReferenzNusspli aus den neuen deutschen Bundeslaendern,
hats aus dem Oberschrank gerissen.
Weil der den Riegel nicht halten konnte.
Was ne Sauerei.

090714-desaster-nusspli-2 Dabei haette der Schaden weiss Gott groesser sein koennen.

Immerhin hats rund 10 Dosen und Glaeser kullern lassen.

Aufgewischt,
weggemacht.
Kein Problem ?
Sag ich doch !
Aber sorry Heike,
ich brauch ein neues…

Alte Zeiten in Chiwa

verfasst am 15. Juli 2009
090715-b-chiwa-medrresse Ich finde es schon verwunderlich,
wie unvollendete, oder gar abgebrochene Arbeiten Weltruhm erlangen können.
Bei Schubert kennen wir das, von Mozart auch,
und ich hab mir jetzt den halben Versuch in Chiwa angeschaut..
090715-a-minarett-t Er sollte ein besonders hohes Minarett für seinen Auftraggeber bauen.
Bis in das 500km entfernte Buchara sollte es sichtbar sein.
Da tat der Baumeister wohl weise daran, den Versuch nicht erst wirklich gross werden zu lassen..
Er hat schon nach 26 Metern abgebrochen.
Das wurde ihm vom Auftraggeber wohl übel genommen.
Jedenfalls hat der Architekt seinen Versuch nicht überlebt.
Dabei ist der Anfang durchaus auch sehenswert.
Und weltberühmt ist er auch geworden.
In Chiwa, Usbekistan, an der Seidenstrasse.
090715-c-tor-mit-myself Inmitten einer sehr kompakten und wunderbar in Schuss gehaltenen Altstadt.

Für mich war es jedenfalls etwas ganz besonderes.
meine erste Begegnung mit dem Orient,

ein Glücksmoment für mich,
nach der kasachischen Steppe und der usbekischen Wüste
ein Stückweit angekommen zu sein.

Auf die gleichnamigen O.Teppiche wollte ich meine Allgemeinbildung ja auch nicht beruhen lassen.

090716-teppich-schruben Und als ich im Internetanschluss dieses fast vergessene Tonwahlpiepsen eines Modems hörte,
da wusste ich, das ich mitten drin in einer sehr langen Zeitreise unterwegs bin.

Jetzt ist es zu spät.

verfasst am 16. Juli 2009
Bitte nicht zu vergessen Buchara.
Auf der Seidenstrasse,
in Usbekistan.

Kommt für mich nach Chiwa, und vor Samarkand.
Ich habs als Stadt der Teppiche empfunden.

090717-03-medresse
Die Medressen kenn ich ja jetzt schon,
sind auch stattlich,
und sogar noch in “Gebrauch”.
090717-04-mann-vor-altem-stein
Aber ich schau eh am liebsten was so auf den Strassen los ist.
Und Buchara gibt sich da einiges.
090717-06-frauen-m-schirm
Selbst die Jugend gibt sich posenhaft als Motiv her, 090717-08-zwei-vor-den-vier-minaretten
oder wollten sie nur ne Abwechslung von ihrem Job?
Sand schippen.
090717-10-jungs-schippen
Jetzt sind wir schon in den Fan Mountains,
und da denk ich dran
und habs natürlich vergessen.

Wieso hab ich nicht längst meine Auslegware im Gelben weggeschmissen,
wo ich doch an der Quelle der Knüpfkunst angekommen bin ?

090717-12-teppiche

Die erste Echte.

verfasst am 17. Juli 2009
090717-b-gekippt-tt Wir wollen raus aus den Staedten, rein in die Natur.

Kurz noch Tanken, und der erste Pass ueberhaupt auf meiner Tour, 1.100m.
Tolle Landschaften in sanften Hügeln.
Aber was jetzt?
Der Gelbe verliert hier schon Leistung. Ruckelt, stottert.
Und geht aus !
Auweija.

Aber halt, ich hatte einfach vergessen den Tank umzuschalten, und hab lediglich den fast leeren gerade ganz leer gefahren.
Kein Sprit mehr.

090717-e-gekippt-n Kein Problem. Gerade erst beim letzten MAN Service in Gera haben mir die Jungs gezeigt wie’s entlueften geht.

Fahrerhaus kippen und ganz souveraen die Handpumpe frei drehen, die Dieselleitung mit dem 19er loesen und feste Pumpen.
Fahrerhaus wieder zurueck kippen,
Anlassen…..
geht nicht.

Okay, das war wohl zu halbherzig. Nochmal das Ganze.
Naechster Versuch,
geht immer noch nicht.
Hmmm.

Fahrerhaus zum Dritten kippen und jetzt?
Da hält ein Usbeke,
wahrscheinlich mit seinem Sohn,
und kommt auf uns zu.

090717-gsl Er sieht, dass ich mich mit dem Entlueften rumplage.
Ich fuehle mich noch sicher genug und gebe zu verstehen,
dass wir keine Hilfe benoetigen,
aber er laesst sich nicht abweisen.

Was ein Glück.

090717-z-fertig-sm Mit ziemlicher Leidenschaft und sehr zielsicher hoert er in die Dieselleitungen hinein.
Und tatsaechlich: es pfeift.
Er loest die Haupteinspritzleitung, entlueftet und schliesst.
Immer noch nix.
Jetzt wird es rabiat:
bei gekipptem Fahrerhaus soll ich den Anlasser orgeln lassen, und er oeffnet und schliesst nacheinander alle sechs Einspritzleitungen zu den Zylindern.
Und gerade als er die letzte Leitung entlueftet,
da will der Gelbe auch wieder.

Da waer ich allein wohl nicht drauf gekommen. Das haette ich mich nicht getraut.
Und jetzt ist ein Bier faellig.
Junior ist der Fahrer, und steckt sich die Pulle ein,
wir anderen lassen es im Schatten zischen.
Uiuih, das war ein gelungener Auftakt für die vielen Paesse die da noch kommen.
Bis knapp 5.000m.

ImmodiumTage

verfasst am 19. Juli 2009
090718-immo-a Gehört wohl zum Ankommen irgendwie dazu.
Glaub ich.
Es war der Salat in Buchara,
und die lockere Unbekümmertheit eines Amateurtravellers.

“Peel it, cook it, or forget it.”
Kennt jeder, weiss jeder,
aber wenns so lecker aussieht.

Na es traf sich jedenfalls blendend, dass ich genau diese Kulisse zum Abhängen hatte.

festmah-bahodir 1,5 Tage, dann gings weiter nach Samarkand,
ins weit bekannte Bahodir
(Lonely Planet sei Dank…).Und obwohl die Küche schon geschlossen meldete,
gabs gesalzenen Reiss, Brot und Melone: wunderbar.

Alles gut.

Angekommen.

Was soll da nach GelbPanne
etc denn noch kommen ?

Nix,
ausser grandiose Landschaften mit verwegenen Typen.

Keine Energieverschwendung.

verfasst am 20. Juli 2009
090720-1-registanplatz-at Marc aus Aachen.
Ich habe seine Reiseberichte von ihm und seinem Freund Roger verschlungen.
(http://www.lost-satellites.de)
Und er hat eine interessante These postuliert:
Wenn unzählige Touristen vor unzähligen Denkmälern unzählige Fotos machen. Dann sehen die in der Regel ziemlich gleich aus.
Der schiefe Turm bleibt schief, Angkor Wat bleibt hauptsächlich grün, und die Grabbeigaben in Luxor bleiben verschwunden.
Ergo: alles Energieverschwendung.
Jedes Foto-Klick, ein Klick zuviel.
Da kann man doch gleich das passende Merianheft, das Internet oder die zugesandte Postkarte von vor vier Jahren zur Hand nehmen.
090720-2-registanplatz-t Was bin ich froh:
Hier in Samarkand wandle ich natürlich auch zum RegistanPlatz.
Im Prinzip der Schulhof des 14 Jhrdts.
Nach und nach erweitert, wahrscheinlich wegen geburtenstarker Jahrgänge.
090720-3-registanplatz-maedels-2 Und nun komm ich an diesen Platz, schiele verlegen auf meine Kamera, weil Energie sparen ist ja ne urdeutsche Angelegenheit,

da hüpft mein Herz.
Lauter attraktive und bezaubernde Gründe neue Energie aufzubringen:
Mädels.
In Hülle und garnicht Fülle.
Soweit Auge und Verstand reicht.

090720-4-registanplatz-maedels-3 Hunderte Gründe für ein völlig neues Fotoklick.
Allein die Kleiderauswahl:
anmutig, verführerisch, aufregend.
090720-5-registanplatz-maedels-4 Dazu die alten Schulgebäude als Deko für den Hintergrund.

Irgendwie erklärt sich dieser ganz besondere Auflauf dann auch:
das sind die Proben fürs Musikfest in vier Wochen.
Okay, vielleicht komm ich ja nochmal wieder…

Nachtrag Russland

verfasst am 20. Juli 2009
090711-roentgen-i Dann ist es mir doch noch gelungen,

quasi beim rausfahren aus Russland.

Diese RöntgenMobile haben die Russen wohl an allen Grenzen aufgestellt.

Bei der Ausreise war ich Ihnen nicht so wichtig,

und ich bin eh in der All-Time-Datenbank gelandet.

090711-roentgen-ii In der Kategorie:

“Harmlos”,

of course….

Letzte Tanke Usbekistan.

verfasst am 21. Juli 2009
Schon unter den Travellern in Samarkand geht die Runde: Tanken in Tadschikistan ist teur, die haben kein eigenes Öl.
Also, hoch die Tassen, noch vor der Ausreise.
Unsere Wahl fällt auf eine kleine verträumte Station hinter rotem Tor und grünen Büschen.

Der angeschlagene Preis geht in Ordnung 1.040 Sum,
also rund 53ct.
Reinhard gibt seine Geldreste,
30.000 sum, und es werden 27 Liter.

090721-a-tanke-t
Völlig verdutzt sehen wir,
wie einer der herumstehenden Jünglinge sein Stühlchen heranzieht,
die Handkurbel greift und ganz munter 27 Liter aus den Tiefen der Tanks mit Muskelkraft heraufzieht,
damit sie in den Gelben plätschern können.

Eine Schaumkrone kann sich da auf dem Sprit erst garnicht bilden.

090721-b-tanke-gelb-an-kurbel
Und wie stehts mit Dollar ?
Umrechnung praktisch wie sonst auch, 1.850 sum für einen Dollar.
Damit sinkt der Dieselpreis für uns Eurokunden weiter auf 45ct.
Fühlt sich doch gut an,
und die Tanks des Gelben könnens vertragen.
Kurzum, wir geben einen Folgeauftrag.
Wir möchten dann nochmal 300 Liter, bitte sehr.

Na da fühlte sich aber die Jugend gefordert.
Das geht jetzt im Schichtdienst, Wechsel alle fünf bis neun Minuten,
je nach Kondition des Schwengelers.

Gedauert hats, aber wir haben ja Urlaub.

090721-c-tanke-lachende-runde
Und zum Schluss kommt dann noch El Cheffe…
und meint, Junior habe alles ganz falsch gemacht, der Wechselkurs zum Dollar sei nur 1.800 und er möchte noch gerne 5 Dollar nachhaben.

Hmmm, da ist er eindeutig an die Falschen geraten.
Das hab ich ihm versucht zu erklären.
Schliesslich bin ich dann mal prophylaktisch vom Dieselkauf zurück getreten,
und hab die Jungs gefragt, ob sie auch andersrum kurbeln könnten,
den Sprit aus dem Gelben wieder in ihre Tanke.
Die haben gelacht,
ich nicht.
Mir ists ernst.
Und El Cheffe auch,
der will seinen Nachschlag.

090721-d-tanke-kurbel
Naja, vielleicht hab ich dann den guten Stil etwas verloren, bin lauter geworden,
hab gefragt,
wer er denn er überhaupt sei,
die Preisabsprachen wären mit dem Junior im Gelbhemd getroffen worden.
Alles paletti, oder ?
Da hat Cheffe eingelenkt,
er drohte wohl sein Gesicht in der Runde etwas angeeckt zu bekommen.
Happy Ende, kein Nachschlag.
Alles gut.
Wie praktisch immer,
hier in ZentralAsien.
090721-e-jungens-im-halbkreis1

Ausreise Usbekistan

verfasst am 21. Juli 2009

Das Schreckgespenst “Registrierung” geht die Runde.
Der Hotelist vom Bahodir in Samarkand besteht händeringend darauf, dass ich mich durch ihn registrieren lasse.
Und in den kleinen Staatsparagraphen stets wohl auch drinne. jedes Hotel macht es.
Und ich ? Vergess sie.

Die Grenzstation selbst? Sehr verträumt.
Etwas verlegen um neue Besucher, weil sooo leer.

090721-ausreise-usbekistan
Kein Problem wir kommen ja schon.
Und sind in 40 Min. auch schon wieder durch.
Easy coming, easy going.
Der Blick in den Koffer? Obligatorisch. Nicht weil nötig, sondern weil spannend.
Sogar nach dem Preis für solch ein Fahrzeug fragen sie. Da ist tief stapeln angesagt.
Und weiter sind wir.

Einreise Tadschikistan

verfasst am 21. Juli 2009

Was sind hier junge Jungs unterwegs. Kaum 29 Jahre alt, und so freundlich.
Ihr Chef wirkt wie der Vater der Bande. korrekt, höflich und kontrollierend.
15 Minuten brauchen wir für die Stempel. Na das ging aber hurtig,
und vor lauter Freude fahr ich die “Customs” Leute nieder und steh schon an der letzten Schranke.
Zurück Marsch Marsch.

Sorry, sorry.
Aber alle bleiben freundlich. Aber es gibt da ein Problem,
neben weiteren Formularen möchten der Herrschaft doch etwas Geld.
Mmhh, warum, wieviel ?
Für die ersten fünfzehn Tage in Tadschikstan 100 US Dollar, dann weitere 100 US Dollar, und…
Da nutzt es auch nix, dass ich Ihnen glaubhaft machen kann, dass der Gelbe allerhöchstens 3,5to wiegt.

Vom Geld weiss ich nix, trotz ausführlicher Internetrechersche.
In einer dreiviertel Stunde bekommen wir es erklärt.
Und es stimmt wohl auch. Der Dienstmann ruft eigens eine deutsch sprechende Bekannte an,
die Quittung wird uns sofort in Aussicht gestellt,
und ich erinner mich dann doch: “Zurken” (Jürgen Hensges) hatte in seinem Blog auch von diesem “Eintrittsgeld” gesprochen.
Also dann muss es wohl sein.
100 Dollar fürs erste.
Keine Korruption, sondern eine komische Vorschrift für Leute mit dem eigenen Auto.
Vielleicht eine Initiative des Taxifahrerverbandes……

Später sehen wir, dass der Tauschkurs für Euro etwas besser ist, als der für Dollar.
So wird sich die Summe vielleicht doch noch etwas reduzieren lassen,
mal schaun.

Prolog.

verfasst am 22. Juli 2009
090722-fanm-03-berge-m-schnee Tadschikstan wir kommen,
langsam,
aber neugierig.
Zunächst mal direkt hinter der Grenze rechts ab:
Die Fan-Mountains.
Zum Einüben.

Die Seven-Lakes-Tour.
60Km Sackgasse mitten hinein in die Berge.

090722-fanm-06-schraeger-gelber Der Gelbe darf ein bisschen hüpfen
und auch auf der Kante spazieren fahren.

Geschwindigkeit?
7 Km in einer Stunde.
15 Km in zwei Stunden.
Zu Fuss wäre ähnlich schnell,
aber ohne den ganzen Rotkohl, Orangensaft, Sauerkraut etc..

090722-fanm-07-kindergruppe Fast ein bisschen lang unterwegs an diesem Tag.
Es wird schon Dunkel.

Die Einladung des Dorfes auf ihrem Marktplatz zu übernachten lehnen wir dann doch freundlich ab,
und fahren noch ein kurzes Stück weiter.

In zwei Km soll sowieso die Strasse aufhören.

090722-fanm-09-ubernachtung Am nächsten Tag sieht dann doch unser improvisierter Übernachtungsplatz ganz hübsch aus.
Laut war er eh.
Aber das hilft beim Einschlafen.
090722-fanm-14-berge-m-schnee2 Nächster Morgen?
Auto stehen lassen,
zu Fuss weiter.
See No 7 wartet.
Auf der Seven-Lakes-Route in den Fan Mountains.
Umgeben von gut 4.000ern mit ihren letzten Schneekappen.
090722-fanm-15-babgang-oberer-see
090722-fanm-17-m-see-t Uiuih, was ne feine Trecking Tour.
Und das Licht,
und die Sonne,
und dieses Türkis,
und..,

Fans der Fan-Mountains.

verfasst am 22. Juli 2009
Wir gondeln langsam die
“Seven-Lakes-Tour” zurück.

Die Strasse setzt Grenzen,
aber diese Landschaft lässt auch nicht los,
will nicht loslassen…,
wir auch nicht.

090722-fanm-10
Hier, rund 50 Km entfernt von der Zivilisation sind die Menschen scheu.
Die Mädchen nehmen die Hand zum Gesicht, um es chinant zu verbergen.

Aber allein ein Winken,
oder ein Griff mit der rechten Hand zum Herzen,
“Salam”,
vermag die Barriere in MilliSekunden zu brechen,

alles lächelt,
zeigt den Daumen nach oben,
winkt zurück.

Entfernte Welten treffen sich,
so nah….,
so spontan…,

“One World….”

090722-fanm-18-esel-a-bruecke
Die Rückfahrkamera produziert Bilder wie aus dem Fernsehen.

Aber er ist nah,
dieser reissende Schmelzwasserfluss,
rund 3 Meter,
direkt hinter uns.

090722-fanm-19-rueckfahrkamera
090722-fanm-20
Weit kommen wir nicht auf unserer Rücktour
14 Km,
und wir campieren an See
No 4 oder 5.
Dringende Reparaturen stehen an.
090722-fanm-21-saeco-t
Die Saeco will nicht mehr.
Zuviel Wasser ist durch die Rüttelpisten in die Bohnen geraten und hat sie weich gemacht.
Das Mahlwerk rührt nur noch in einem Brei.

Stunde später,
und ich verkoste den ersten doppelten Expresso…, geil !

090722-fanm-22-saeco-n
Wieder ne Stunde später,
ich hab landestypisch gekocht:
Rotkohl, Semmelnknödeln und Schweinegulasch.
Wir sind schliesslich eine österreichisch-deutsche Fahrgemeinschaft.

Das soll alles “The Pamirs” noch steigern können?
Reinhard meint ja.
Ich nehm ihn beim Wort.

(Tmax heute = 28° auf 2.400m Meereshöhe,
leicher Wind, Fotowolken,
Tmax FlussWasser = 6°, bbrrrr)

090722-fanm-29-abendessen1

Getreidekomprimierer

verfasst am 23. Juli 2009
Da ist noch ne nette Episode aus den Fan Mountains nachzutragen.
Auf dem Weg in die Berge lag ne Menge Stroh auf dem Asphalt herum.
An sich kein Problem, der Gelbe kann ja auch locker neben der Strasse fahren. Aber die kleinen Steinhaufen waren schon irgendwie komisch.
Und als ich so am Lenkrad drehe, da gibts aussen ein Geschrei.
1-090723-getreide-gesperrt
Ich möge doch bitte gerne mittendurch fahren.
Achso, der Gelbe als Getreidekomprimierer.
Das kann er bestimmt besonders gut.
Allein seine Reifengrössse ist so ziemlich das breitste was hier so rumfährt.
2-090723-getreide-von-innen
Und weil wir eben auf Urlaub sind,
setzt ich auch gleich noch mal zurück, und fahr eine Reifenbreite weiter rechts nochmal durchs Stroh.
9 Tonnen durch vier macht gut 2 Tonnen Druck pro Reifen,
das nenn ich ganze Arbeit
3-090723-getreide-raeder-g
Und womit keiner gerechnet hat,
ich fahr noch ein drittes,
ein viertes,
ein fünftes mal drüber,
bis das der Berg verschwunden ist.
Da lacht Herr Bauer,
und ich darf sogar ein Bild von seinem strahlenden, allerdings fast zahnlosen Lächeln machen.
Wir sind in Asien.
4-090723-getreide-mann

Tunnelhorror

verfasst am 24. Juli 2009
090723-tunnel-0-anfahrt Ich bin unterwegs auf der wohl wichtigsten Nord-Süd-Verbindung ganz Tadschikistans:
von Taschkent/Usbekistan nach Dushanbe.
Die Strasse muss die “Hisor Range” überwinden. Eine Gebirge bis knapp 5.000m.
Statt einer 66Km Passstrasse wird seit einiger Zeit an einer neuen Tunnelstrasse gebaut.
Tunnellänge auf dem Scheitelpunkt rund 5Km.
Und die Geschichten um diesen Tunnel erreichten mich schon lange vor Reisestart in Deutschland.
Auweija.
090723-tunnel-1-hauptroute Ganz in echt:
so genau sieht die Tunneleinfahrt aus,
ein riesiger SchlammSee,
Betonsilo rechts, Baufahrzeuge aus China. Schotter der groben Sorte.
Die haben den sehr unfertigen Tunnel wohl schon freigegeben
(in Europa völlig undenkbar)
weil die Passstrecke auf 3.300m Höhe geht
(ebenso in Europa nicht vorhanden)
und seit 2 Jahren nicht mehr gewartet wird.
090723-tunnel-2-haupt LKW der rote rechts,
fast bis zur Achse + Stossstange im See versunken,
der blaue LKW gegenüber wartet auf mich,
dass ich durch den See durch bin,
den er fährt in Gegenrichtung genau in meiner Spur,
nen anderen Weg gibt es nicht.
090723-tunnel-3-einfahrt1 Einen Moment später,
jetzt erst seh ich die Tunneleinfahrt….
ein schwarzes Nichts.
Innen ist der Tunnel noch völlig im Rohzustand,
Ganz gut zu fahren,
so mit 10 km/h,
bis auf die Pfützen.
Wasserflächen, oft 50 Meter lang.
Dann sieht man leider die tiefen Löcher im Boden nicht mehr,
und schlägt entsprechend auf.
Geparkte, unbeleuchtete Autos von Baustellenleuten mitten im Tunnel,
kaum DeckenLicht,
und ein Slalom zwischen arbeitenden Betonmaschinen,
natürlich unbeleuchtet, aber man kann sie gut hören.

Mitten im Tunnel hab ich angehalten,
Motor aus,
und mal meine Lufthupe getrötet,
ein Wahnsinnsnachhall.
Schade, dass ich nicht mehr als einen Ton kann.

090723-tunnel-4 Tunnelausfahrt.
Vor lauter Dieselabgas sieht man in der diesigen Luft wenig.
Ganz rechts unten erkennt man Arbeiter,
ohne Licht,
sie spazieren im Tunnel.
Haben immerhin Gummistiefel an.
090723-tunnel-5 Gegenverkehr ?
Achso, es gibt ja kaum welchen….
Hier in Tadschikistan ist der Autoverkehr wenig entwickelt.
Im ganzen Tunnel haben wir lediglich ein anderes Fahrzeug gesehen.
So gesehen können die Chinesen sich mit dem Strassenbauprojekt Zeit lassen.
Man kommt ja schon durch, irgendwie….

Dushanbe

verfasst am 24. Juli 2009
Dushanbe.
Hauptstadt Tadschikistans.
Ich bin nicht so der Stadttyp,
auf Reisen jedenfalls nicht.

Man merkt schnell, dass hier der Präsident wohnt.

090724-dushanbe-1-praesident
Polizeistreifen,
alle 200 Meter.
Touristen bleiben unbehelligt.

Die Strassen sind müllfrei.
dafür sorgen Nacht für Nacht
viele dutzende Reisigbesen.

Parkanlagen, Springbrunnen, schattenspendende Alleen,
breite Boulevards.

Rechts das Theater der Stadt.

090724-dushanbe-2-theater
Ich setz mich ins Segafredo,
schlürfe nen doppelten Espresso
und nutze den kostenlosen WLAN.

Wer als Europäer in Dushanbe landet, erleidet keinen Kulturschock,
es ist fast alles wie zu Hause.

Nur die Preise erinnern ans asiatische Ausland:
Espresso 0,50€,
Mochito Cocktail 1,50€,
Vier Gänge Menue 1,70€.

Schachlik ist gern genommen.

090724-dushanbe-3-schachlik
Abends setzt in den Parks die grosse Party an.
Musik, auch live,
viele Kinder auf Skates,
Ghettobluster und verliebte Päärchen.

Tmax in Dushanbe 38°, wolkenlos, TNacht 30°;
bisher gef.: 7.500Km;
25.Reisetag;

090724-dushanbe-4-big-bear

unterwex zum Pamir

verfasst am 26. Juli 2009
090727-zum-pamir-1-schelchter-weg Raus aus der Stadt,
wozu bin ich denn hergekommen ?

Die Wahl fällt auf die südliche Route über Kulob zum Pamir.
Sie ist zwar etwas länger, soll aber besser in Schuss sein.

Für die ersten 340km stimmt das auch.
Aber dann gehts rund.

Mehr als 20Km in der Stunde gehen nicht mehr.

090727-zum-pamir-2-bruecke … über Wasser

… durchs Wasser,

das Angebot für Offroader
ist reichhaltig.

090727-zum-pamir-3-furt
090727-zum-pamir-4-grenzfuss Wir treffen auf den Fluss Panj,
und damit auf die afghanische Grenze.
090727-zum-pamir-5-entg-lkw Die erste Militärkontrolle.
Der Soldat nimmts gründlich, schaut in jede Schublade. Er sucht nach Waffen.
Dann fragt er locker nach Sexvideos. Habe ich beides leider nicht.

Beim rausgehen vergisst er sein Sprechfunkgerät.
Bei der nächsten Pause finde ich es
und denke es ist eine gute Idee einen entgegenkommenden LKW anzuhalten und es ihm mit zu geben.

Hmm, war keine gute Idee…

090727-zum-pamir-6-minenschild Ab sofort werden wir steckbrieflich gesucht.
Die Gelbe Tour wird höchstwachsam verfolgt und per Funk weitergegeben..
Wirklich jede Militärkontrolle zwingt uns zum Stopp, fragt nach dem Funkgerät.
Mehrfach reichen unsere Beteuerungen nicht, und wieder eine Durchsuchung.
Langsam wird klar:
wenn das Gerät in afghanische Hände geraten würde,
dann könnten die locker auf einfache Weise den tadschikischen Funkverkehr abhören.
Uiuih.
Vielleicht ein Stoff für den nächsten 007, aber wir werden so etwas bestimmt nicht wieder tun.
090727-zum-pamir-7-abendessen Abends halten wir an einem kleinen Familiienrestaurant an.
Der Hausherr setzt sich zu uns.
Er zeigt auf die andere Flusseite und vergleicht die Grenze mit der deutsch-deutschen.
Auf beiden Seiten wohnen Tadschiken. Sie sprechen die gleiche Sprache und feieren die gleichen Feste.
Bleiben aber getrennt.
Wieso gibts da eine politische Grenze?
Zudem verschlingt die Sicherung dieser Grenze den grössten Teil des tadschikischen Militärhaushaltes.
090727-zum-pamir-8-grenzfluss Und auch wenn wir sie nicht sehen können,
bei jedem Halt kommen sie aus dem Gebüsch, die Militärs
und schauen wachen Auges auf unser Tun.
So breche ich einige Photohalte ergebnislos ab.
Rechts Afghanistan,
links Tadschikistan.

erste Tanke Pamir

verfasst am 28. Juli 2009
Im Pamir ist vieles anders.
Und das geht schon beim Tanken los.

Handkurbel? Fehlanzeige !
Zapfsäule?
Auch keine, und überhaupt.

Um sich hier im Benzingewerbe selbstständig zu machen reicht ein mittelgrosser Platz,
ein paar Kanister und Spritfässer.

Man darf halt nicht so pingelig sein.

090728-tanke-pamir-a1
Okay,
dann bitte 70 Liter Diesel.
Der Preis etwas teurer, 48ct/Liter,
aber hier wird auch viel dafür geboten.
090728-tanke-pamir-b
Die Jungs nehmen Trichter,
der Chef den ersten 20 Liter Kanister.
090728-tanke-pamir-g-einfuellen
70 Liter dividiert durch 20,
ergibt drei,
Restmenge 10 Liter.

Dafür kommt der Putzeimer ins Spiel.
Aus dem grossen Fass flugs den Eimer gefüllt,
ergibt in Summe 70 Liter.

Das geht mit Benzin genauso,
nur bitte nicht dabei Rauchen……

090728-tanke-pamir-m-eimer
Preis nachverhandeln ?
Nööö, alle sind glücklich,
die Jungens wie der Chef
Ein Photo darf ich noch machen.
Dann starte ich in den Pamir hinein.
090728-tanke-pamir-z-jungs

Ende im Vanchtal

verfasst am 29. Juli 2009
Schon in der Vorbereitung zeigte sich schnell ein besonderes Etappenziel dieser gesamten Reise:
der FedtschenkoGletscher.

Der grösste HochgebirgsGletscher ausserhalb der Polarregionen.

Markus Hausers tolle PamirKarte und auch GoogleEarth machten Mut, das müsste ganz gut zu schaffen sein.

Das Vanchtal rauf bis ganz zum Ende, zwei oder drei Stunden spazieren gehen, und schwupp stehen wir auf dem “ewigen Eis”.
Also gemma….
Das Vanchtal entpuppt sich erstmal als eines der engen Sorte.

090729-1-vanchtal-enge
Kein Problem,
Wille ist genug da,
da wird der Weg schon gehen…
Schmale Brücken ?
Da sind wir im Training….
090729-2-vanchtal-bruecke
Garkeine Brücke,
nur Wasser als Wegmarkierung ?
Gern genommen,
aussteigen wollen wir eh erst später,
der Gelbe braucht sowieso mal dringend ne Wäsche.
090729-3-vanchtal-nasser-weg
Und jetzt?
Jede kleine Wegmarkierung verschwunden.
Nur noch das Flussbett des Gletscherstroms,
mit Riesensteinen,
und gleich hinten
ist ne Flussdurchquerung der undefinierten Sorte fällig.
Und dahinter ?
090729-5-kiesbett
Wer weiss denn,
wie die restlichen 15 Km bis zum Ende der kartographierten Strasse aussehen.
Ich zucke nur kurz…,
und beschliesse:
Not-Aus !!
Ich fahr nicht weiter.
090729-6-ende-vanchtal1
Das wars.
Und überhaupt.
Ich bin recht kaputt von den letzten hunderten Kilometer Schotterpiste.
Und zum Abhängen kommt mir unser ganz besonders schöner Rastplatz sehr entgegen.
090729-7-restday
Reinhard und Ute organisieren einen Jeep für die Weiterfahrt am nächsten Tag.
Ich bleib “at home”, und lese “open air” meinen Sorbas zu Ende.
Bis die Seilbahn einstürzt.

Die zwei kommen wohlbehalten zurück.
Sieben Stunden sassen sie im Jeep.
Eine Furt durch einen sehr reissenden Fluss mussten sie mit vereinten Kräften erstmal neu bauen.
Und betreten haben sie das Eis auch nicht, aber immerhin gesehen, den FedtschenkoGletscher.
Keine Frage,
ich muss wiederkommen.

Mit Zelt und Treckingausrüstung.
Achso, und neuen Wanderschuhen…
Die mitgebrachten wurden in meinem  Schlaf aus dem Staufach geklaut. Schuhe

reinhard-ute-verhandeln

Lonesome Rider

verfasst am 31. Juli 2009

090731-norm-strasse1_

Ein Motorradfahrer kommt mir entgegen.
Und soetwas unpraktisches wie ein Motorrad,
noch dazu ganz ohne Beiwagen,
da kann es sich wohl nur um einen Touristen handeln.

Er hält beim näher kommen die Hand runter;
bedeutet: “wenn du Lust hast, halten wir an und plauschen etwas…”
Also Hand runter,
und Daniel erklärt mir seinen Weg zur „Roof of the World-Tour“

Seine BMW GS 800 hat BMW Italy gesponsert.
Er ist mit zwei weiteren Motorradkumpels und einem Van auf Chariety-Tour.
Geld sammeln für ein SchulbusProjekt in Tadschikistan.
10.000 Km hat er runter,
gestartet in Milano,
dann nach London (kleiner Umweg, was soll’s, Hauptsache nett…)
und dann die übliche Anreise: Ukraine, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan,
und jetzt im Pamir auf Rückreise.

dsc00045-r-o-t-t-rallye1_

Seine Kumpel wären irgendwo hinter ihm,
er hat sie seit dem Morgen nicht mehr gesehen,
er ist eben ein „lonesome Rider…“,
wie er sagt…..
aber wenn ich sie sehen sollte,…
…er wäre ok, und weiter in Fahrt…..

Ich hab sie getroffen,
30 min später,
garkein so grosser Abstand,
und hab’s ausgerichtet…
So gehts zu, auf dem „Roof of the World…..“

Mit Kourough gehts aufwärts

verfasst am 1. August 2009
1-090803-kourough Kourough, Zentrum des Pamirs, zumindest was Verwaltung und Handel betrifft. 25.000 Einwohner.
Und in Kourough wird gebaut, und zwar tüchtig. Die Agha Khan Stiftung hat 200 Millionen US Dollar springen lassen, und jetzt wird die grösste Universität weit und breit gebaut. Einschliesslich den Studentenwohnheimen.
2-090728-reinhard-und-ute Hier trennen sich auch wieder die Wege von Ute/Reinhard und mir.
Ich muss mein Fahrzeug-Permit verlängern lassen, und da wir am Samstag in die Stadt kommen, werde ich hier ein paar Tage bleiben. Emails gibts auch reichlich. Und etwas mehr Zeit auf dem Pamir hab ich auch.
3-090802-waesche1 Wäsche waschen ist auch noch angesagt.
Dazu fahr ich vor ein Homestay den Hügel rauf. Da steh ich ruhig und ungestört, und bekocht werde ich auch noch. Abendessen oder Frühstück, der Preis ist hier der gleiche, rund 1,30 Euro.
Sogar mit einem richtigen Eieromlett mit Zwiebeln und Tomaten, huiui.
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5-090803-gruppe-aussen Den Abend treffe ich dann beim Essen fünf weitere Deutsche, alle auf der Reise durch den Pamir und durch die Welt. Jenny und Markus haben sich zwei Monate genommen. Die Wohnung in London vorher schon aufgelöst, und die neue in Genf noch nicht gesucht.

Die anderen beide haben zwei Jahre Zeit. Einmal rund. Wenns besonders schön war, dann fliegen sie auch nochmal ein zweites mal hin. Zimbabwe steht gerade dazu in der Diskussion.

6-090803-homestay-familie Der Abschied von der Herbergsfamilie fällt schwer,
die fünf hatten sich richtig heimisch hier eingerichtet.
Dieses Homestay gehört zum Projekt der MSDSP. Damit werden besonders die alleinstehenden Frauen gefördert, die sich mit einem Herbergsbetrieb eine finanzielle Existenz aufbauen möchten.

Brückenbauer

verfasst am 1. August 2009
Agha Khan machts möglich,
das engagierte Oberhaupt der Ismailis, einer Variante der Moslems.
15 mio gehören ihnen weltweit an, und sie praktizieren einen liberalen Islam.
Neben Ausbildung der Jugend, Förderung der Frauen, sorgt die Stiftung für eine alltägliche Völkerverständigung.
Zum Beispiel mit dem Bau von zwei neuen Brücken,
hier im Wakhan Valley.
Zwei Brücken zwischen Afghanistan und Tadschikstan,
eine in Kourough, die andere in Ishkashim.
1-090802-bruecke-kourough
Jeden Samstag geht in einem abgesperrten Areal genau an der Brücke auf den beiden Stirnseiten ein Eisentor auf.
Afghanische Händler kommen ohne weitere Auflagen von links, die tadschikischen Kunden und Händler von rechts.
Und sofort entsteht ein buntes Völkergemisch.
Die Verständigung ist kein Problem, es wird tadschikisch gesprochen.
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3-090801-afghan-markt-handler
Die Kleidung machts offensichtlich.
Drüben, also jenseits des Panj,
gehts es noch etwas anders zu.
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Die Jungen zB,
sie zeigen ihre Freundschaft offensichtlich,
sie schlendern Händchen haltend
durch die Angebote.
4-090801-afghan-markt-hondchen-halten

KaffeeVolker

verfasst am 3. August 2009
Ich bin unterwegs im Wakhan Valley.
So langsam wird es Zeit einen Schlafplatz zu suchen.
Die Gegend machts nicht ganz einfach.
Die Strasse windet sich an der Felskante entlang.
01-090804-piste-windet-sich1
Autsch,
mich holt der Affe
(oder lausen,…?,
Flöhe hab ich keine….)

Da kommen mir doch glatt zwei dzg Aufkleber entgegen.

02-090804-dzg-aufkleber
Anhalten, grosses Hallo.

Zwei Männer ein Problem:
Schlafplatz!
Das geht jetzt schnell,
ich fahr einige Km zurück
und abseits der Piste tut sich ein wunderbarer dzg Campground auf.
Und der kostet nicht mal was
(Gruss an Ulla und Norbert…).

03-090803-campground2
Erzählstoff gibt es genug, schliesslich ist Volker ewig schon durch die Welt gekommen.
z.B. drei Jahre beruflich mit Familie in Brasilien.
Seine Erlebnisse aus Lagos sind haarsträubend.

Zum Frühstück gibts den Kaffee bei mir.
Und er muss unbedingt dieses Foto seiner Frau zeigen,
die steht auf Kaffee und würde wohl Kilometer weit zu Fuss dafür unterwegs sein.

04-090804-mit-kaffee2
Erst gegen Mittag reissen wir uns in entgegengesetzte Richtungen los.
Aber halt,
da kommen noch Marje und Nils mit dem Fahrrad daher,
aber das ist ne andere Geschichte….
05-090803-mit-marjenils1
Volker befindet sich im Pamir quasi auf Warteschleife,

denn am am 20.Aug startet seine China-Tibet-Tour.
50 Tage kreuz und quer,
bis zum Kailash soll’s gehen..

…warte Volker,
im komm’ mit…..

06-090804-volker-auto

schicke Tanke in Kourough

verfasst am 3. August 2009
1-090802-tanke-kourough-station Kourough, Zentrum der Provinz Gorno-Bak… im Aufwind.
Die Agha Khan Stiftung investiert in Bildung,
und die neue Tankstelle am Ortsausgang nach Norden
lässt sich auch nicht lumpen.
2-090802-tanke-kourough-mit-typ Alles neuester Stand, alles modern,
und der Tankwart in stattlicher Uniform.
Da macht man doch gerne seinen Stoppover.
100 Liter bitte, für 335 Sumoni, (54ct/Liter)
da ist dann der PamirAufschlag schon drinne.
3-090802-tanke-kourough-saule-g Doch was jetzt. Der Tanker greift zum Superplus,
für meinen Gelben,
und das auch noch bleifrei….
Fatalerweise kann ich lesen was draufsteht,
die Zapfsäulen kommen aus Deutschland.
Aber es ist längst nicht drinn was drüber steht.
Die Tadschiken bezahlen eh nur was rein geht,
und können nicht lesen was drauf steht.
Ich bin schliesslich fremd hier.

Wakhan Valley

verfasst am 3. August 2009
1-wakhan-valley_

Seit Kirmanjo fahre ich am ‘Panji’ entlang.
Dem Grenzfluss zwischen Afghanistan und Tadschikistan.
Drüben ist ein sehr anspruchsvoller Treckingpfad zu sehen.
Die Afghanen hier fahren kein Auto,
sie gehen Esel.
2-090803-wakhan-panji-reissend_

Tagelang das gleiche Bild.
Der reissende Fluss und dahinter ein Land mit täglichen Schlagzeilen, selbst in Europa.
150 Deutsche sollen da drüben schon gefallen sein.
Fühlt sich irgendwie seltsam an.
Aber ich hab mich schon an diese Nähe gewöhnt, geniesse die wilde Landschaft.
3-090803-wakhan-panji-parkend_

Gleich wird es dunkel,
ich bin auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz.
An der Strasse ist das Gelände flach,
und kein Felssturz kann mir hier etwas anhaben.
Noch etwas reinrollen, dann ist der Gelbe etwas besser versteckt.

Aber nicht versteckt genug.
Nacheinander wollen eine Polizei- und eine Militärstreife meinen Ausweis sehen. Kein Problem.
Der Soldat meinte es könnte gefährlich werden,
immerhin wäre ich in guter Schussweite der Afghanen,
aber ich überrede sie, bleiben zu dürfen. Okay.

4-090803-wakhan-valley-nacht_

Gerad als die Dämmerung beginnt,
ich sitze im Koffer am Tisch,
da höre ich einen lauten Knall.
Uppsss, damit hatte ich nicht gerechnet. Was jetzt?
Auf der anderen Flussseite erkenne ich den Schein einer Taschenlampe.
Hellweiss, gerad so wie aus einer LED Leuchte.
und solche Lampen haben die afghanischen Bauern nicht,
dann schon eher das Militär.

Da starte ich dann doch meinen Diesel,
und verschwinde,
schwach beleuchtet.

5-090803-wakhan-valley-panzer_

Schätze die afghanische Patrouille auf der anderen Seite hatte keine Lust,
die ganze Nacht ein grosses gelbes Auto zu beobachten,
und haben ein bisschen Rabatz gemacht um den Störfaktor zu vertreiben,
haben sie ja auch geschafft.

Später höre ich von anderen Travellern in ähnlichen Situationen,
dass die Afghanen schon mal gerne probieren,
ob ihre Knarren noch einwandfrei funktionieren.
Geschossen wird öfter an dieser Grenze,
allerdings wohl ungezielt,
also in die Luft.
Quasi als Abschreckung.

6-090803-militor_

Andererseits,
es gab vor ein paar Tagen ein schweizer Pärchen auf Fahrrädern,
die südlich von Singar an dieser Grenze campierten.
Da kamen dann tadschikische Soldaten,
haben das Gewehr auf sie gerichtet,
und sie ausgeraubt.
Wer soll sich denn da noch auskennen,
mit Freund und Feind.

from Spaghetti 2 Noodles

verfasst am 4. August 2009
1-090805-marjenils-1-ankommen1 Da bin ich so mit Volker quasi in der Verabschiedung nach dem verlängerten Frühstück,
da kommen zwei Radfahrer des Weges.
Winken reicht da nicht,
da gibts sofort ein “Woher?” und “Wohin?”.
2-090805-marjenils-3-mit-volker Marja (35) und Nils (36) kommen aus Amsterdam.
Gestartet vor 3,5 Monaten, nicht in den Niederlanden,
sondern in Rom, des Wetters wegen.
Ihre Blogseite gibt die Richtung vor:
“Spagetti 2 Noodles”,
also von Italien nach China.
von Rom nach Kashgar.

Geplant hatten sie sechs Monate,
aber es gefällt ihnen so gut,
so das sie jetzt schon auf 1 Jahr verlängert haben.
Beziehungen und Jobs sind eh schon gekündigt.

3-090805-marjenils-7-im-gelben Beim Kaffee gehts dann um die dynamische Entwicklung Chinas,
um Agha Khan,
und um all die Verrückten,
die man auf so einer Tour antrifft.
Anwesende natürlich ausgeschlossen.
4-090805-marjenils-9-wegfahrt Visum für China haben sie noch
keines,
da hoffen sie auf die chinesische Botschaft in Bishkek/Kirgistan.
Die gelten in TrotterKreisen
als gute Chance.

Und mitlesen können wir auch wie
es weitergeht:
www.spaghetti2noodles.
blogspot.com.

Also gute RadFahrt,
im Pamir,
und den anderen Ecken dieser
Erde,
die es zu entdecken gilt.

Doppel-Doppelradler

verfasst am 6. August 2009
Also wenn ich in meiner Heimatgegend für jeden Radfahrer anhalten würde…..
Aber hier ?
Auf irgendeine Art ver-rückt,
also aus der Mittellage menschlichen Tuns ge-rückt,
sind wir alle,
die hier unterwegs sind.
Für mich gehören da Radfahrer ganz besonders dazu.
Allein, weil ich es mir so wenig für mich selber vorstellen kann.

Ich hab den falschen Abzweig gewählt,
und Jan mit seiner Simone winken mich heftig auf den Pfad meiner Reise zurück.
Anhalten.  Aussteigen.  Losquatschen.

1-090806-jansimone
Die beiden haben nix anderes vor,
als ihre Heimatgegenden mit einer Reise zu verbinden.
Da ist dann halt ne Reise von Amsterdam nach Australien draus geworden.
Dazu nehmen die beiden sich ein Jahr Zeit, und dann passt das wieder.

Wir stehen so vor uns rum, da kommt Jose daher.
Das sah schon von am Horizont sehr komisch aus,
denn Jose (Madrid) fährt ein Liegerad.

2-090806-jose-m-liegerad
Wenige Minuten später trifft dann auch seine Corinne (USA) ein.
Auf einem normalen Rad.
Die beiden sind in Gegenrichtung unterwegs: Von Peking nach Istanbul.
90 Tage per Rad in China haben sie schon hinter sich. Halbzeit.
Vor drei Jahren sind sie sich in Ecuador über die Reifen gefahren,
und seitdem radeln sie zusammen, auf allen fünf Kontinenten.
Auweija, man kann sich als Autofahrer ja soooo klein vorkommen….
3-090806-jgrosser-treff
Ein Gruppenfoto muss her, so trifft man sich ja nicht alle Tage, im Pamir.
Jeder geht so zu seinem Rad, aber ich hab ne andere Idee.
Jeder stellt sich neben ein ihm fremdes Rad.
Fragende Gesichter, 4-fach, aber ich besteh drauf.

So stehen sie für dieses Foto neben einem völlig unbekannten und unvertrauten Rad.
Und schon ist die Stimmung ziemlich crazy locker, und die Gesichter dazu auch.
Jose (rechts) sieht ein bisschen so aus, als habe er ein Damenfahrrad erwischt… igittt….

4-090806-vier-raeder
Der Sympathiefaktor ist gross,
also suchen wir den Campground für die Nacht.
Gemeinsames Kochen und essen,
und ich hole dazu nen Roten aus Italien raus.
Autofahren hat eben auch Vorteile…..
5-090806-lagerplatz
Leichtsinniger Weise gebe ich noch salopp zum Besten, dass noch mehr da davon da sei, und sogar mehr als sie wegtrinken könnten.
Ohweh, das hat doch die Jungs angespornt.
Der Abend wurde lang und länger.und ein HighLight in vielerlei Hinsicht.
Jose klagte am nächsten Morgen über Symptome der Höhenkrankheit,
aber vier andere Anwesende hatten komischer Weise ne ganz andere Diagnose parat.
6-090806-leere-flaschen

Am YashilKul

verfasst am 7. August 2009
1-090807-m41-kreuzen Ich hab auf der Karte einen grösseren See entdeckt:
den YashilKul
(Kul = See auf tadschikisch).

Dazu kreuze ich diesmal nur den offiziellen PamirhighWay, die M41, und mach mich drüben direkt wieder auf Schotter breit.

2-090807-vashil-kul-wegtrennung Kurz vor dem See macht mich eine Horde Jungens an.
Ich müsste jetzt den Eintritt zum Pamir Nationalpark abdrücken, ca 15 Euro. Und überhaupt, den bräuchte ich im Prinzip schon lange.
Ich bin skeptisch. Sie offerieren mir eine stempelreiche Quittung.
Mit Bezahlen hab ichs nicht so.
Aber mein Plan ist auch etwas wert. Also zahle ich.

Zuhause werd ich mal recherschieren, ob das mit richtigen Dingen zuging.

3-090807-kuehe-am-yashil-kul Der Yahilkul entpuppt sich als DoppelSee. Als Stellplatz für die Nacht wähle ich genau den Überlauf zwischen den beiden, sehr grün und absolut ruhig.
Dazu muss ich nur noch an einem kleinen Bauernhof vorbei.
Winkend natürlich.
4-090807-yashil-kul-m-gelbem Wie immer bleibe ich erstmal auf dem Fahrersitz sitzen, um die Sicherheitslage zu peilen.
Ganz hinten, in Richtung des Bauernhofs tauchen immer wieder Köpfe auf, mindestens 30 min Fussweg entfernt, und verschwinden auch wieder. Komisch.
Ich beobachte weiter, und entdecke dann drei Gestalten am Horiziont. Sie kommen genau auf mich zu.
Okay, dann war dieser Platz doch keine gute Idee, ich bin wieder startklar.
5-am-yahilkul-green 30 min später steht die Mutter des Hofes mit ihren beiden Töchtern vor mir. Sie haben mir Willkommensgeschenke gebracht:
ein selbstgebackenes Brot, einen halben Liter Ziegenmilch, und selbstgemachte Mayonnaise.
Uppsss, da war ich wohl auf dem falschen und wieder zu sehr europäischen Dampfer unterwegs.
6-090807-nacht-am-yashil-kul2 Kurze Kofferbesichtigung, mein Geschenk ein Glas Orangenmarmelade.
Sie ziehen wieder davon und ich fühl mich sicher.

Über das Brot freue ich mich sehr, aber Mayonnaise und Ziegenmilch rühre ich besser nicht an. Ich will meine Verträglichkeit nicht provozieren.
Und ich weiss ja auch nicht, was sie mit meiner Orangenmarmelade anstellen….

westlich von Alichur

verfasst am 8. August 2009
1-090808-piste-2 Im Rückwärts fahren bin ich nicht der Held.
Ich meine jetzt nicht so mit eingelegtem Rückwärtsgang. Das geht doch prima, dazu hab ich jede Menge Rückspiegel.

Ich meine einfach den gefahrenen Weg wieder für die Rücktour nehmen, quasi die Sack-Gassen-Methode.
Das mag ich nicht. Das versuche ich zu vermeiden, und zwar dringend.
Am Yashil Kul auch.

2-am-oestlich-yashilkul Hausers Karte sieht da noch ne dünne Linie nördlich um den Berg vor. Geysire solls da auch geben.
Aber wenn Markus Hauser (Danke für die tolle PamirKarte) die dünnste seiner schwarzen Linien einsetzt, dann kommst richtig Dicke.
Ich kann von Glück sagen, dass ich den Startpunkt finde. Er liegt gleich am Bauernhof von gestern. Und  tatsächlich kommt sie gerad wieder des Weges. Und wir winken wie alte Freunde.
Den besten Orientierungspunkt gibt der grosse Berg vor, da muss ich rum.
3-090808-oestlich-yashilkul-sam-kl Also wenn das gleich um die Ecke nicht weitergeht, und ich bin hier falsch, dann war es doch dieses Hochplateau schon wert,.
Aber die Piste geht weiter.
Und Meter für Meter werde ich sicherer, den ich bin hier richtig.
Der Pfad ist selten benutzt, ich seh an diesem Tag auch kein weiteres Auto mehr.
Der Gelbe strotzt nur so vor Zuverlässigkeit, ich kann mirs allein sein leisten.
4-090808-geysir Ich mach mich auf die Suche nach den Geysiren. Weisse Salzflächen zeugen von brachialer Gewalt.
Früher war hier allerdings mehr los, so vor 10 Millionen Jahren.
Jetzt blubbert eine kleine Quelle. Und kalt ist das Wasser noch dazu.
5-090808-piste-salz Mein Navi taugt auch in Asien immer noch gut, als Kompassnadel.
Die Wegrichtung der Piste stimmt immer noch,
aber es geht nur langsam weiter.
6-090808-verlassenes-dorf Ich umfahre ein verlassenes Dorf. Der Boden ist hier sehr weich, es geht durch einige Wasserläufe, der Gelbe im Kriechgang.
7-090808-wieder-m-41 Für 60 Km nehme ich mir 7 Stunden.
Dann bin ich zurück auf der M41, dem Pamir Highway, in Alichur.
Und weil ich den Tag solange ganz allein war,
machen wir gleich nen internationalen  Motorradstammtisch,
mitten auf der Strasse…,
aber das ist ne andere Geschichte.

Pamir High-Way

verfasst am 10. August 2009
Nun bin ich schon seit dem 3. Aug. im Pamir unterwegs, aber erst in diesen Tagen entdecke ich für mich den PamirHighway.
Zwischen Kourough und Langer war es zunächst ein grünes Tal,
immer mit Blick auf die afghanische Grenze.
1-whakhan-valley-sehr-grun
Rund um den YashilKul eine Seenlandschaft
mit schneebedeckten Kuppen im Hintergrund.
2-090807-gsl-am-yashilkul
Aber erst seit Alichur, auf dem Weg nach Murghab und weiter nach Karakul,
da fühle ich mich auf einer der höchstgelegenen Strassen der Welt versetzt.
3-dsc00137
Logisch,
dass sich “Highway” nicht wie üblich
auf das fixe Fortkommen beziehen kann.
Mehr als 50 km/h sind selten möglich.
Oft aber 30 km/h schon zuviel.
4-pamir-hway-m-schild
Eine breite Hochebene auf 4.000m Höhe,
und gerad mal wieder eine Passfahrt auf über 4.600m.
Soviel schaffen in Europa die besten Bergsteiger nicht.

Berge rundum ab 5.500m,
aber 7.600m sind auf chinesischer Seite auch in Sicht.

5-090810-passschild
Die Verkehrsdichte trägt der Abgelegenheit Rechnung.
Ein Fahrzeug pro Stunde,
oft auch keines.
6-pamir-hway-weite
Die Chinesen haben ihren Grenzpuffer bis zum Pamir Highway ausgedehnt.
Der Stacheldraht ist mit Hochspannung ausgerüstet.
Dazu läuft extra eine eigene Stromversorgung auf Masten parallel.
Soll da keiner reinkommen,
oder keiner rauskommen ?
Ich weiss es nicht.
7-pamir-hway-chin-grenze

Claudia + Andreas (11.Aug.09)

verfasst am 11. August 2009
1-090808-andreasclaudia Strassennummer M 41,
der Pamir HighWay.
Ganz im Norden, da wo der Blick weiter geht,
als nur bis zum nächsten Baum.

Zwei Motorräder am Horizont nähern sich mir gemächlich.
Anhalten, erzählen.

2-090808-15_20h-motorrad-treff Andreas und Claudia kommen aus der Mongolei,
sind auf der Rückreise.
Schon vor drei Jahren hatten sie einen Versuch gestartet,
waren aber nur bis Kirgistan gekommen.
Jetzt waren sie im Land der Pferde, und sind beeindruckt.

Die nächsten Motorräder nähern sich von Süden, diesmal drei Stück.
Auch sie halten an, kommen aus Polen und der Slovakei.
Haben ein Permit für Afghanistan.
Jetzt siehts hier schon aus wie ein Motorradtreff mit Servicewagen.

4-090808-andreasclaudia-ii Die drei aus Osteuropa haben sich gegen ein Zelt und für mehr Spritreserven entschieden. Sie sehen auch ziemlich verwegen aus, mit ihren Protektorenkombis.
Benzingespräche.
3-090808-pole-liegt-hinter-motorrad Später erfahre ich auf dem Highway, dass einer nach Sturz mit Schlüsselbeinbruch aufgeben musste.
5-090808-murghab-im-restaurant Andreas + Claudia sind in ähnlicher Richtung wie ich selbst unterwegs.
So sehen wir uns in den nächsten Tagen regelmässig.
Eine Verabredung zum Abendessen brauchen wir nicht,
wir treffen uns sowieso,
Ausländer fallen auf,
hier in Murghab,

der einzig nennenswerten Stadt im NordPamir

6-090811-am-karakul-m-zelt_

Zwei Tage später sehen sie mich schon von weitem auf der Piste über die Berge kommen.
Und Claudia kann den Kaffee förmlich schon riechen.

Dank zahlloser Mücken verlegen wir das Frühstück in den Gelben.

7-090810-zwei-mopeds-vor-landschaft_

Der Pass zum Karakul.
Rund 4.600 Meter über N.N.

Und dieses Bild zeigt etwas das Gefühl,
das wir hier alle irgendwie haben,

die, die wir auf die Veranda von Mutter Erde hochgeklettert sind,
und von hier oben noch ein bisschen besser sehen können,
wie grossartig sie ist.

Am KaraKul

verfasst am 11. August 2009
1-090810-piste-zum-dorf1 In Murghab lerne ich Michael und Eweline kennen. Mit Rucksack und ”local transports’ sind sie auf Hochzeitsreise. Allerdings ohne nach Polen zurück zu wollen.

Die Papiere zur Arbeitserlaubnis für Australien brauchen noch ein halbes Jahr.
Bis dahin wollen sie sich in China Arbeit als Englischlehrer suchen.

Die Berge westlich des Karakul Sees haben es ihnen angetan. Dort wollen sie vier bis fünf Tage auf Trecking Tour gehen.
Die Piste zu ihrem Startpunkt sieht schon auf der Karte abenteuerlich aus, also bringe ich sie hin.

2-090811-karakul-schlamm-m-gelb Der Gelbe geht an seine Grenzen. Der Boden ist weich und tief.

Eigentlich etwas leichtsinnig das ohne ein zweites Fahrzeug zu versuchen, und prompt stecken wir im Schlamm fest.

Ich seh uns buddeln, ohne Bleche und nur mit einem Klappspaten (Danke Su.)
Nochmal ein beherzter Versuch rückwärts in der eigenen Spur. Allrad, Untersetzung, Sperrdifferentiale, volle Motorleistung.
Es klappt.
Wir sind wieder frei.

3-090811-karakul-leeres-dorf1 Jetzt bin ich gewarnt.
Ab jetzt nur noch fetzig los.
Der Boden bleibt weich,
kleine Wasserdurchfahrten bringen Erholung.

30 Km Offroad, davon 5 wirklich heftig. Nach gut 2h ist es geschafft.
Wir sind im Dorf.
Aber die frenetische Begrüssung fällt aus.
Keiner zuhause,
das Dorf verlassen.

4-090811-karakul-herberge Es ist schon dunkel geworden.
Statt Zelt bauen die beiden ihr Lager unerschrocken in einem leerstehenden Haus auf.

Wir kochen zusammen. Gute Nacht.

Und wieder bin ich froh mein eigenes kleines Zuhause dabei zu haben.
Mit Matraze, Kopfkissen und Günthers Bettdecke.
Im See schimmert der Vollmond.

5-090811-karakul-michaeleveline Wanderer stehen früh auf, aber ich will auch los.
6.30h, Kaffee, Tee, Rucksäcke packen. Unsere Wege trennen sich,
und ich mach jetzt die Schlammpackung alleine.

Aber pfiffig wie ich bin,
hab ichs jetzt erheblich leichter.
Das Thermometer war in der Nacht in die
Miesen gefallen.
Bodenfrost.
Immerhin sind wir hier schon über 4.000 Meter hoch.

6-090811-der-kara-kul Der Boden ist längst nicht so weich wie gestern nachmittag, das Thermometer zeigt immer noch 0Grad.

Zudem wähle ich die nördlichere Piste, die geht weniger durch die feuchte Niederung,
sondern an der Bergkante entlang direkt um den See herum.

7-090811-gelbe-am-zelt-karakul Und am Ufer des Karakul sehen mich von weitem schon Andreas und Claudia über die Berge kommen.

Das wird dann unsere Frühstücksrunde, und unser drittes Wiedersehen,
auf dem PamirHighway.
(to be continued…)

Ausreise Tadschikistan

verfasst am 12. August 2009

Ausreise Tadschikstan

Ich möchte zum Peak Lenin,
und den sieht man nun am besten von der kirgisischen Seite.
Also rauf auf den Pass, nördlich des KarakulSees
Und mitten im Nichts der tadschikische Grenzübergang.

Er gleicht mehr einem Straflager.
Die Container sind allerdings neu,
und es wird auch gebaut,
mal in zwei Jahren nochmal vorbeischauen.

090812-ausreise-tadschikistan

Überraschung No1.
Mein Grenzer hat gut englisch,
Nach ganz kurzer Einleitung will er Geld sehen,
die “Ausreisegebühr”,
500 Sumoni, also rund 80 Euro.
Überraschung No2.

Da hab ich allerdings eine vollkommen andere Vorstellung.
Bei der Einreise hab ich für 15 Tage Auto fahren in Tadschikistan bezahlt (100 US Dollar = 74 Euro).
Und vor Ablauf dieser 15 Tage hab ich in Kourough nochmal 340 Sumoni (55 Euro) entrichtet. Damit ist für mich jedes Zahlen erledigt.

Der Zöllner ist bemüht, sein englisch hilft sehr,
aber er beharrt auf der Abgabe.

Mein Glück:
in Kourough hatte ich mir den Namen und die Tel.Nr des Beamten aufgeschrieben. Und mein Grenzer kennt ihn persönlich: Mr.Jovid.
Die aktuelle Forderung wird sofort auf 340 Sumoni gesenkt.
Ich erhöhe meinen Einsatz allerdings nicht, er bleibt bei Null!

Zähneknirschen beim Grenzer, er habe seine Vorschriften.
In Tadschikistan müsse man bei der Einreise UND bei der Ausreise bezahlen. Von einer 15.Tage-Regelung weiss er überhaupt nichts.
Ob ich ein Sat-Telefon dabei habe. Hab ich nicht.
Jedes andere Telefon, Kabel oder Handy funktioniert in dieser Einöde nicht. Eine komplette Grenzstation ohne Telefonanschluss,
Asien ist anders.

Ich weise jede Forderung von mir. Wenn jeder Zollposten eine andere Vorstellung von den Regeln hat, ist das nicht mein Problem, sondern ein Zollinternes.
Wenn seine Forderung rechtens sei, dann würde mich Tadschikistan 190 Euro Fahrgebühren kosten.
Das erschrickt auch meinen Grenzer.
Dafür muss er sicherlich einiges mehr als einen Monat arbeiten.

Er lenkt ein. Ich muss nochmal auf der Rückseite meiner Quittung aus Kourough versichern, dass ich dort bereits bezahlt habe und dann kann ich fahren. Ohne Zahlung.

Einreise Kirgistan

verfasst am 12. August 2009

25 Kilometer durch Niemandsland.
Zwischen der tadschikischen und der kirgisischen Grenzabfertigung.
Andere Staaten in Europa gründen in solchen Arealen komplett neue Staaten mit eigenen Briefmarken.

090812-niemandsland-z-tadkirg

Die Zollstation der Kirgisen ist eine Wohltat.
Moderne Anlagen, gepflegtes Grün, tadellos in Schuss,
superfreundliche Beamte, die geradezu familiär miteinander umgehen.
Das steckt auch mich sofort mit guter Laune an.
Es geht eben auch anders!

Der Gelbe ist wie immer ein spannendes Besichtigungsobjekt.
Nach dem Zoll kommt das Militär, aber anstatt im Koffer Schubladen zu öffnen, nimmt er sein Handy und dreht nen kleinen Film über Gasherd, Sitzgruppe, Bett und Badezimmer.
Zum Schluss muss ich noch mit auf die Bank und es gibt ein Erinnerungsfoto.
Draussen schauen wir uns die Ergebnisse an,
und allseits zufrieden werde ich ins Land gelassen.
Na das war doch mal entspannt und easy.

Aber Achtung, das war die Einreise,
die Ausreise vier Tage später war gänzlich extrem und vollkommen anders.

Tanke auf kirgisisch

verfasst am 12. August 2009
1-090812-tanke-kirg-himself Andere Länder andere Sitten.
Und es geht noch einfacher als schon gehabt,
In Kirgisien, auf dem Lande.
Genauer in Sary Mogol.

Also der Trichter,
der ist eindeutig professioneller,
und halten darf ich ihn.
Fachpersonal ist eben auch hier knapp.
Mein Gesichtsausdruck dokumentiert,
dass Trichter
und gleichzeitg am ausgestreckten Arm die Kamera halten,
mich doch ganz schön fordert.

2-090812-tanke-kirg-putzeimer Dafür fehlen hier sämtliche Kanister.

Getankt wird aus einem grossen Fass mithilfe eines Putzeimers. Abfüllerin ist dort die Frau des Hauses.

74 Liter gehen genau auf 50 US Dollar, denn einheimische Währung hab ich noch nicht tauschen können.
Macht 7,4 Putzeimer,
und wir alle zählen genauestens mit.

3-090812-tanke-kirg-familie Zum Schluss sind alle zufrieden,
es war für beide ein gutes Geschäft.
Ich zahle rund 45ct den Liter.
10 US Dollar tausche ich sogar noch in kirgisische Sum,
für mehr reichte das Bargeld der Familie nicht.

Zum Schluss soll ich noch ein Photo der Tankerfamilie machen.

4-090812-tanke-kirg-nachwuchs Und als die jüngste Tochter mit Nachwuchs kommt,
muss die auch noch aufs Foto.
Familienstolz,
und ganz zurecht…..

Am Fusse des Peak Lenin

verfasst am 14. August 2009
In der ein oder anderen Email hab ich schon davon berichtet:
Ich will zum Peak Lenin,
nicht der höchste, aber einer der schön gelegenen 7.134er des Pamir.
Und für den Gelben leicht zu erreichen, denn das Basecamp liegt am Ende einer 25 Km Sackgasse,
auf 3.900m,
in Kirgistan.

Also raus aus Tadschikistan.
Die Grenze grenzt auf einem unwirklichen Pass,
auf kaum wahrnehmbarem Pfad.

1-090812-schl-weg-m-gelb
Schon die Abfahrt nach Sary Tash zeigt im Rückspiegel das was ich suche: Bergpanorama. 2-090812-ruckblick-sary-tash
Die Versuche in Sary Tash Geld zu tauschen, oder Diesel zu bunkern schlagen fehl.
Selbst grössere LKWs fahren hier mit Benzin, oder elend vielen Gasflaschen. Dafür hören sie sich dann auch an wie amerikanische Strassenkreuzer.

Kurs weiter westwärts.

Von Sary Mogol soll es einen südlichen Abzweig zum BaseCamp geben.
Die Strasse ist keine,
die Piste beschert die längste Staubfahne aller Zeiten.
Ich fahre auf die Berge zu,
und es wird dunkel.

3-090812-staubfahne
Das Ende entpuppt sich als das falsche.

Ich lande auf einem Bauernhof,
und werde freundlich empfangen.
Klar, kann ich hier bleiben, und ne Eselstour auf den nächsten 6.000er kann ich auch gleich haben.

Aber ich verleg mich erstmal aufs Abdichten meiner Kofferdurchbrüche.
Selbst kleinste Löcher bescheren mir neuerdings tägliche Putzarbeiten.
aber dafür ist die Aussicht doch schonmal grandios.

4-090813-basecamp-i
Das Basecamp ist zwar nur 4 Km weiter westlich,
aber der Bauer meint ich bräuchte 50Km dorthin.

Ich kanns nicht richtig glauben,
versuche ein paar “Abkürzungen”
und brauche letztlich 70 Km und einen ganzen Tag.

Es gilt zwei tiefe Gletscherflusschluchten zu umfahren.

5-090813-steinmeer-z-basecamp-ii
Dafür finde ich ein kleines Paradies,
…und nicht das Basecamp.

Es wird wohl etwas weiter hinten bei den Jurten sein,
aber ich nehm lieber ein Hochplateau weiter vorne,
und hab es für mich ganz allein.

Auch Lenin, der alte Querdenker,
ist erfreut mich zu sehen,
und spendiert zwei Tage wolkenfreien Blick.
Ich brauch nicht mal früh aufzustehen.

6-090814-gelb-vor-lenin
In der Nacht bekomm ich Angst um Mutter Erde.
Die Sternschnuppen veranstalten Dauerfeuerwerk.
Mir gehen meine Wünsche aus…
und schlafe schmunzelnd ein.
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Peak Lenin II

verfasst am 15. August 2009
Am nächsten Tag lerne ich ein paar Bewohner der Jurten kennen. Zwei Knirpse trauen sich, sie kommen näher.
Jeder bekommt Maoam aus der grossen Kiste, aber sie machen sie nicht auf. Sie werden sie auch nicht essen, sie sind zu wertvoll.
Sie werden sie bei Freunden gegen etwas anderes eintauschen, und fragen auch gleich nach mehr.
Da halte ich die Hand auf, wünsche eher die Kaubonbons wieder zurück. Sie lachen und sind froh, eine Runde ergattert zu haben.
1-090813-lenin_ii-2-knirpse
Drei auf Eseln kommen vorbei. Schauen neugierig in den Koffer. Wir kennen uns schon von gestern.
Auf dem Rückweg, Stunden später, sind ihre Säcke gefüllt mit getrocknetem Dung. Für Herd und Ofen.
Sie leben hier im Sommer ohne Strom inmitten der Natur und von der Natur. Dabei sind sie locker und selbstbewusst.
Das steckt an.
2-090813-lenin_ii-m-brille
3-090813-lenin_ii-huebsche
4-090813-lenin_ii-esel
Ich spaziere über die nächsten Hügel, gewinne Perspektiven.
Auch der Wendepunkt meiner Reise,
denn ab hier gehts nach Westen, gehts zurück.
5-090813-lenin_ii-mit-schlucht
6-090813-lenin_ii-wegstrecke

Ausreise Kirgistan

verfasst am 15. August 2009

Ausreise in West Kirgistan nach Tadschikistan.
Lt. LP ist dieer Grenzposten nur von einheimischen Bauern links und rechts der Grenze nutzbar, für alle anderen gilt: “Closed”

Sie wollen mich also auch nicht reinlassen.
Mein Grenzoberer (im folgenden nur noch “mein Mann”) hat mehrfach mit seinem Kommandeur telefoniert.
Dann hat mein Mann sein Handy auch mir gegeben und ich hab selbst mit dem Chef vom Chef ganz gut englisch gesprochen. Sie bestehen allesamt darauf: dies ist keine internationale Grenze und ich muss zurückfahren.

Da stehen also 20 Min. Fahrzeit auf direktem Wege zur tadschikischen Grenze gegenüber mehr als einer ganzen Woche Fahrtzeit über Murghab und Co. bis Dushanbe.
Und die Wege, die kenne ich bereits. Nein Danke, die sind nur grausam und Materialverachtend.
Das mit der geschlossenen Grenze…, das wusste ich doch schon.
Ich habs halt versuchen wollen.
Also wenn ich ein richtiger Globetrotter werden will, dann darf mich sowas nicht von meinen Plänen abhalten. Dann gilt es solche Aufgaben zu meistern…..

Es wird dämmrig.
Mein Mann räumt mir ne 20% Chance für den nächsten Tag ein.
Morgen kommt sein Kommander “Nr.Höher” aus Bishkek. Also der Chef vom Chef vom Cheffe. Vielleicht…..

Und ich hab auch keine Lust im Dunkeln weiter zu fahren, weder vorwärts noch rückwärts.

Von einem anderen Mr.Wichtig werde ich sehr ausführlich zu den Terroristen auf der Nordroute Kala-Khum befragt. Weshalb ich die Südseite gefahren sei, woher ich gewusst habe, dass die Nordroute gesperrt sei. Ich hab ihm dann Fotos angeboten, um zu zeigen wie ich gefahren bin. Die Brücke mit den Stahlplatten erkennt er wohl wieder, so ist meine südliche Route bestätigt. Ein gutes Alibi, kein Kerker.

Was auch allesamt sehr stutzig macht, dass ich von der Grenze bei Sary Tash, Einreise Kirgistan bis zu dieser Grenze drei Tage gebraucht habe (sichtbar am Einreisestempel Kirgistans). Das sei ganz besonders komisch. Zumal ich ja einen auf Geschäftsreisend mache, als „Driver“ vom Gelben…. Und drei Tage für dieses Stückerl ????

Ok, und wenn das morgen sogar funktioniert mit der Ausreise, (meine Ausweise lasse ich erstmal bei meinem Mann), was sagen dann die Tadschiken ?
Ich hab null Bock wieder zurück nach Murghab zu fahren, dann eher Osh, aber das sind extrem schlimme Strassen, die Fahrerei war kein Zuckerschlecken.

Dann bin ich auf dem Weg nach hier auch noch falsch abgebogen, mind 30 km Umweg, und dann hab ich zufällig angehalten weil meine Spur vom MAN nach einem Schlag der Sonderklasse daneben liegt.
Ich muss das Lenkrad jetzt nach rechts halten damit er geradeaus läuft, das gefällt mir gar nicht.
Kann sein dass ich auf die Spurstange aufgeschlagen bin und die hat dann ‘nen Bogen drinne, also laufen beide Vorderräder nicht mehr parallel.
Hier auf dem Schotter ist das nicht gar so schlimm, aber auf Teer dürfte dann der Reifen extrem schnell einseitig ablaufen. Zudem ist das Geradeaus Handling eindeutig schlechter. Muss ich irgendwie irgendwo reparieren, einstellen lassen.
Und gerad als ich aussteige, da stand ein Motorrad mit Beiwagen neben mir, der hatte keine Luft mehr. Da konnte ich helfen, aber oh Schreck, mein Staufach hinten, Fahrerseite ist voll Diesel. Da ist der Reservekanister wohl ausgelaufen, obwohl ich ihn dicht und gründlich verschlossen hatte, als ich die drei Liter dem Tadschiken gespendet hatte, vor Tagen.

Was ein Glück das ich mein „Brötkörbchen” dabei habe, einzeln verpacktes Vollkornbrot. Seelenbalsam in Notzeiten. Da lege ich eine der letzten Scheiben Käse aus D gerad’ drauf. Geht besser…..

Von meinen paar Problemen hab ich nur eins gelöst. Ich hab neuen Diesel getankt, fast 100 Liter zu nem guten Preis und bezahlt in Dollar. Das geht immer problemlos.
Den Müll hab ich noch immer, und zwar das ganze Staufach voll. Hab ihn zuletzt in Dushanbe geleert, das ist hier schwieriger als die WC Kassette zu entleeren. Und kein frisches Wasser hab ich nachgebunkern können. Und Sprudel konnte ich auch nicht einkaufen. Aber das liegt auch daran, weil ich nicht weiss welche Währung ich tauschen soll. Komme ich nach Tadschikistan rein, dann hab ich sogar noch ein paar Sumonis.

Ganz zum Schluss des ersten Tages an der No-go-Grenze fragt mein Mann dann auch nach „Money“. Ich frage zurück „how much“, aber da zieht er die Frage schon wieder zurück. Wahrscheinlich weil längst viel zu viele Bescheid wissen was ich will und nicht bekomme.

Morgen zwischen acht und neun weiss ich mehr.
Immerhin hab ich langlaufende Visas, das ist nicht typisch für einen Touristen, sondern eben mehr für den hier arbeitenden.
“Gute Nacht” und gut beschützt.

Ich wache noch genau vor dem Wecker auf (7.40h). Ein Kaffee und dann will ich wieder hin. Da kommt gerade ein Jeep vorbei, hält am Office und der Aussteiger wird umfangreich begrüsst. Das ist er also, der Herr aus Bishkek. Meine 20% Chance.

Ein Kamaz ist auch eingetroffen, parkt vor mir. Ich geselle mich zum anschwellenden Haufen dazu.

Leider hebe ich die Hand zum Grusse und rufe „guten Tag“ in die Runde, statt jedem die Hand zu geben, wie nem alten Freund. Ist hier so üblich und für mich etwas befremdlich, wo wir uns doch in Deutschland gerade das “Hände geben” abgewöhnen. Muss nächstes mal professioneller vorgehen.

Aber Monsieur Bishkek besteht sofort und sehr einsilbig auf „kein Internationaler Zoll” und ich müsse umdrehen. Seine Sprechweise und Gestik ist kurz angebunden, abweisend, undiskutierbar. Da war mein Mann von gestern aber netter drauf.
Mein Reisepass wird nochmal geprüft, aber kein Änderung.
Der Kamaz Mann wird rangewunken. Auch viel Umstand bei ihm. Papier Kontrolle. Und ich kann zusehen, wie grosse Kartons aus dem Kamaz herausgeholt wurden und in den Jeep des Mr.Bishkek umgeladen werden
Langes Warten für mich.

Dann soll ich noch mal mit dem Bishkeker ins Büro. Und hier versuchte er mir nur noch mal zu erklären, das dies kein intern Zoll sei, und ich umdrehen müsse.
Dann spricht er kurz von „Money“, verwirft seine Frage aber wieder, genau wie mein Mann gestern.
Vierter oder fünfter Termin im Büro, nach längerer Wartezeit.
Ich solle die Türe hinter mir schliessen. Wieder: “kein intern Zoll” !

Dann mein Part: aber ich arbeite in Dushanbe, hab ein Drei-Monats-Visum, auch für Kirgistan, reise dauernd hin und her, hab dazu auch very multiple entry Visum. Die Kurve zurück über Murghab und Kourough nach Dushanbe sei unzumutbar. Das gehe von meiner Arbeitszeit ab.

Aber er bleibt hart, oder soll ich es stur nennen. Wir gehen wieder nach draussen, er beschäftigt sich noch mal mit dem Kamaz Mann.
Ich bleib einfach stehen, wie bestellt und nicht abgeholt. Ich versuche es nicht auszusitzen, sondern auszustehen.

Der Bishkeker ruft mich wieder, wir gehen zusammen wieder ins Büro/Container, runtergekommen, aber gepflegt.
Er fängt wieder von vorne an, ich auch. Dann redet er von Money, macht aber sogleich wieder den Rückzieher. Ich ziehe ‘nen 20er aus der Tasche und leg ihn neben meinen Reisepass. Er lässt ihn liegen. Und er redet wieder von “nix intern Zoll,” es gehe nicht, ich könne nicht durch.

Ich frage ihn, ob das sein letztes Wort sei, meine letzte Chance, er nickt. Ich packe den 20er wieder ein, nehme meinen Reisepass und die Internationale Zulassung und gehe aus dem Büro. Ich will nicht mehr, hab lang genug gehofft, dann gibt’s eben ‘nen anderen Weg weiter, Egal wie schlecht die Strassen sind.

Ich bin raus, und noch keine 30 Schritte weit, da werde ich wieder gerufen. Muss wieder zurück, wieder ins Büro.
Der Bishkeker empfängt mich wieder. Diesmal sind seine Worte erstaunlich knapp: er sagt kurz und knapp „100 Buks“.
Mein Aufschrei, viel zu viel, soviel hab ich nicht. Ich greife in meine Tasche, hatte vorher kleine Scheine dort gesammelt: ergibt 37 US Dollar. Er schaut den Haufen an, nimmt einen 1-Dollar-Schein und gibt ihn  mir zurück. Das soll dann wohl meine eiserne Reserve sein, wohl um im Notfall zu Hause anrufen zu können, oder so.
Er greift die allseits beliebte Kladde, trägt meine Daten ein, nimmt den Reisepass, stempelt ihn ab (er weiss wo alle Utensilien in diesem Container zu finden sind, muss wohl öfter hier seinen Nebenerwerb ausführen), aber der Stempel misslingt, hat kaum Farbe, also noch mal, knapp daneben, jetzt ist garnix mehr lesbar, anyway. Ich hab IHN.

Dann muss ich zum Custom, der Typ war mir schon mit seiner kompletten Morgentoilette aufgefallen. Ganz ungeniert und locker hatte er sich im Haupteingang des Containers zunächst die Schuhe mit Schuhwichse feine gemacht. Aber zum Zähneputzen (Colgate) ist er dann doch 20 Schritte ins Grün gelaufen. Weiter vorne spuken ja auch alle ins Grün, ich dachte das machen nur die Chinesen.

Der Kamaz-Fall kommt wieder dazwischen. Er ist mit seinem LKW vorgefahren, und ich kann aus dem Fensters sehen wie draussen Beutegut verteilt wird. Da darf der „Custom“ nicht fehlen, sonst läuft er Gefahr bei der Zuteilung übergangen zu werden.
Der Custom kommt wieder zurück, füllt alles aus, fragt nach „Money“, zieht seine Frage aber auch sofort wieder zurück. Das muss dann wohl ne Direktive gewesen sein, und der „Money“-Reflex eben noch aus alten Zeiten kommen. Fast, jedenfalls.

Ich solle mit dem Gelben vorfahren. Gerne, immerhin ‘nen Schritt weiter. Koffertüre öffnen, und drei, vier kommen zur Beschau. Und sind überrascht und auch erfreut. Zwei, drei Schubladen aufmachen, keine Stauräume, ok.
Dann ruft mich mein Mann von gestern wieder zu sich. Okay, und wir landen wieder im ContainerBüro. Er schaut meinen Reisepass an, aber der Stempel ist drinne.
Jetzt holt mein Mann etwas weit aus.
Er wäre doch gestern sehr bemüht gewesen, hätte das „Mobile“ eingesetzt, hätte sich gekümmert, und, und, und. Und wie viel den der Bishkeker bekommen hätte, 100 Bucks ? . Das fühlt sich für mich so an als ob er immer 100 Bucks verlangt, der Bishkeker.
Ich aber beschwichtige meinen Mann, viel weniger. Mein Mann läst nicht locker, 80, 70 ? ich sage ‚less’, mein Mann fragt weiter: 50 ?, ich sage noch weniger. Und hab tatsächlich Erbarmen mit ihm. Ja so etwas hab ich auch schon mal. Also ziehe ich ‘nen 10er aus der Tasche und gebe ihn im.
Er schaut den Schein prüfend an, beinahe hätte er ihn als Fälschung entlarvt, so genau studiert er ihn.
Aber dann sind alle zufrieden. Und ich kann nicht nur gehen, sondern auch fahren, uiuiuih.

Dabei komm das dickste doch noch wohl, die Tadschiken. Und was wenn die mich zurück weisen, bekomme ich dann von den Kirgisen das Geld wieder ????

090816-geschafft-kirgisische-grenze

Geschafft, ein kleins Wunder.

Ich bin aus Kirgisien raus,
und im Niemandsland gelandet…
zwischen Kirgisien und Tadschikistan,
20 Km beste beste Schotterpiste wo gibt,
aber muss ich die gleiche Strecke wieder zurück ????

Einreise Tadschikistan (16.Aug.09)

verfasst am 16. August 2009

20 Km Niemandsland. Gut für meine Spannungskurve,
die hat viel Gelegenheit zu steigen.

090816-niemandsl-v-tadschikistan

Der Kamaz ist wieder vor, und schon in der Diskussion. Wir beiden finden trotzdem noch Zeit, und er fragt mich sofort wie viel ich bei den Kirgisen hätte zahlen müssen.
Und er rümpft die Nase wie teuer und umständlich dieser Grenzposten sei. Dabei ist er Tadschike und diese Grenze für ihn ganz normal nutzbar.

Ich geh nach vorne, zeige meinen Reisepass. Er wird in Empfang genommen, und ich solle wieder gehen bis ich dran wäre, also der Kamaz weg wäre.
Die Hecktüre beim Kamaz geht gerade zu da werde ich schon herangewunken. Minuten später…..

Aha, deutscher Tourist. Wohin ? Nach Dushanbe? Der Koffer ?
Ist mein Haus, alles drinn. Er will reinschauen, und ist erstaunt, und noch mal erstaunt. Ich zucke mit den Schulter und sage : „Germania“.
Dazu einen Gesichtsausdruck etwa so wie: ist in Deutschland normal, sind eben gründlich, die Typen. Und es wird auch so verstanden….,
Er geht mit meinen Papieren (wie immer Reisepass und internationale Zulassung) ins Büro, gibt diese einem jungen Schreiberling weiter und sagt etwa soviel wie „Registrierung“.

Der junge Tadschike tut wie ihm aufgetragen, ich bekomme ne neue Zolldeklaration den Stempel aller Stempel, und in fünf Minuten bin ich wieder draussen.
Das war alles, wirklich alles, und wahrhaftig alles.
Kein Eintrittsgeld, kein Bakschich, kein Tönchen vom „kein internationaler Zoll“, rein garnix.
Ich verabschiede mich vom jungen Grenzer, ruf noch ein danke in die Stube nebenan, wo die beiden Oberen bereits wieder auf den Pritschen liegen und fernsehen.

Und jetzt ?
Jetzt bin ich wieder in Tadschikistan. Hmmm, wie fein,
und wie billig !!!!

Strassen für die Welt.

verfasst am 16. August 2009
1-090816-baustelle-umfahren Ich muss hier mal dringend ne Lanze brechen.

Für alle Wanderarbeiter, die in Asien unterwegs sind,
oder auch in Afrika (Gruss an Jutta),

sie sind längst zum Alltag geworden:
Die chinesischen Strassenbauer!

Und auch zum Feindbild.
China baut Strassen für die Welt.

2-090816-baustelle-staub Chinesen bauen keine Strasse,
sie wühlen eine.
So eine Baustelle ist dann nicht mal 10, 30 Km lang,
die sind gerne auch mal 100 Kilometer lang und umfassen 20 Brückenbauwerke.
So auch in Tadschikistan.

100 Kilometer mit einer Spitze von max 15 Km/h bedeutet:
man lernt in mehr als 7h so wirklich jeden Arbeiter
und jede Planierraupe persönlich kennen.

3-090816-baustelle-parken Bei den topografischen Bedingungen bedeutet Strassenbau auch sehr oft Vollsperrung.

Da es aber keine Ausweichmöglichkeiten über die 7.000er gibt,
trifft man sich im Parkstau,
und übt sich schonmal in buddhistischer Gelassenheit.

4-090816-sperrungszeiten Immerhin werden die Zeiten genau angegeben,
und Chinesen sind zuverlässig.

Im Norden Tadschikistan soll ich ohne erkennbaren Grund in so einer weitläufigen Baustelle anhalten.
Na da tun sich die Europäer besonders schwer in Geduld.
Ich frage nach, aber der Chinese, am Strassenrand sitzend,
beharrt auf meinem Stillstand.
Komisch. Keine Raupe, keine Walze in Aktion,
und ich soll still halten?

5-090816-baustelle-arbeiter Sekunden später detoniert mit lautem Knall und Gepolter eine Bombe.
Das war ne Sprengung,  Gesteinsbrocken fliegen uns um die Ohren.
Der Chinese lacht und will zurück in sein Camp mitgenommen werden.
Klar, kein Problem.
Und obwohl wir beide in Tadschikistan Fremde sind, und jeder des anderen Sprache nicht verstehen kann,
sein “Danke” kommt so leicht rüber….

Bei Roschi

verfasst am 18. August 2009
1-090818-militor-checkp-aussen Es ist wiedermal später geworden als ich wollte.
Dunkel.
Schlechte Aussichten nen schönen Übernachtungsplatz jetzt noch zu finden.
Dann noch dieser MilitärCheckpoint. Das dauert wieder.
Aber ich hab ne gute Idee,
Ich frag die Herrn sofort,
ob ich hinter der Schranke für die Nacht stehen bleiben kann.
Natürlich kein Problem.
Nur eine Bedingung: morgen früh muss ich zum Chai-trinken in die Militärbude kommen. Okay, das bekomme ich noch hin.
Gute Nacht.
2-090818-ruoschi-1 Der nächste Morgen. Mein Muntersein wird sofort entdeckt, werde herangewunken.

Roschie tischt auf.
Er ist sichtlich und sehr bemüht, mir ein ansprechendes Frühstück zu liefern.
Im RotKreuz Schrank ist das Brot (und nix Erste Hilfe) versteckt.
Die Bienen entfernt er noch schnell aus dem Honig,
und auch sonst kommt auf den Tisch,
was er so in den letzten Tagen den LKW Fahrern abgenommen hat.

3-090818-ruoschi-3 Roschie, 22 Jahre alt ist seit 4 Jahren beim Militär. Hier hat er jetzt das Oberkommando über einen sehr vergessenen Posten.

Im Range eines Leutnants, befehligt er vier weitere Kumpels, und sie gehen auch sehr locker miteinander um, wenn gleich Roschie eindeutig die Hosen hier anhat.
Nicht mal seine eigene Tasse muss er spülen.

4-090818-schreibtisch Ich kann locker beobachten, wie jeder, aber auch jeder LKW Fahrer ein paar SumoniScheine in den Papieren deponiert hat, und Roschie sie einsammelt und in seine Brusttasche steckt.
Alles ganz normal,
und die Abfertigung/Kontrolle geht so wirklich problemlos und zügig.

5-090818-ruoschi-2

Fürs offizielle Foto nimmt er dann auch Haltung an,
mit meiner Kaffeetasse…,
denn zu dieser hab ich ihn eingeladen, logo.

Mit reichlich Milch (Konserve aus drittletztem Laster)
und mit Honig hat er sie dann weggetrunken.
Das war offenbar zur Linderung des “besonderen” Geschmacks nötig.

Was tut man nicht eben alles aus Völkerverständigung.

Shokh Dara Valley

verfasst am 22. August 2009
1-090822-nach-roschtkalla-aanfahrt Mein PamirHighway:
von Yashilkul nach Murghab,
von Murghab zum Karakul,
von Karakul zum Peak Lenin,
und schwupp bin ich draussen aus dem Pamir.
Nee das ging mir alles zu schnell.

Also wieder rein nach Tadschikistan und zum Pamir zurück.
Das Shokh Dara Valley wäre ne Versuchung.
Die Infos über die Strecke sind widersprüchlich:
Lonely Planet schreibt von 4WD, und die örtlichen Taxifahrer lehnen eine Befahrung strikt ab.
Na da schau’n wir halt mal selber nach…..

2-090822-nach-roschtkalla-anfahrt Beim Abzweig zur Piste bin ich mir noch unsicher,
da soll es jetzt weiter gehen?

Allrad rein, Sperrdifferentiale auf Block,
Untersetzung sowieso.

Nach einigen tausend Kilometern bin ich mutiger geworden.
Der Gelbe tuckert gemächlich den Berg hoch,
und es ist steil,
sehr steil.

3-090822-nach-roschtkalla-schlafplatz Bei gut 4.000 Metern erreichen wir die Hochebene,

und so hab ich mich schon kennengelernt:
der weite Blick, die grosse Ruhe,
und viel Luft drumherum,
das ist es was mich zum schmunzeln bringt,
und dieser Übernachtungsplatz bietet alles.

4-090822-nach-roschtkalla-marxengels Der nächste Tag,
das Tal weitet sich.
Gleich müsste es passieren,
noch ein Tal,
das nächste.
Genau, da prangen sie in der Landschaft “on Top”,
Herr Marx und Herr Engels,
bzw. die beiden nach ihnen benannten Berge.
5-090822-nach-roschtkalla-marxengelsomelett Und ich zelebriere den Moment ganz ähnlich
wie ich Herrn Lenin Tribut gezollt habe:
ich mach mir ein Omelett mit Aussicht.
6-090822-nach-roschtkalla-felsenenge Weiter gehts durchs Shokh Dara Tal.
Die Schlucht wird enger und enger.
Gehts dahinter überhaupt weiter?
Klaro,
sonst wäre doch die Erde eine Scheibe….
Und der Verkehr ist praktisch gleich null.
Zwei Autos in 6 Stunden,
da reicht locker eine Spur.
7-090822-nach-roschtkalla-m-fluss Die Zivilsation naht, die Strecke bereitet keine besonderen Probleme.
Der Polizeicheckpoint vor Kourough auch nicht.
Sie meinen zwar, dass ich die notwendige Erlaubniss für die Roschtkala Region nicht in meinem Pass stehen habe, aber ich will ja auch garnicht hinein, ich will doch nur raus.
Da lachen sie und lassen mich passieren,
was denn auch sonst.

Wieder im Wakhan Valley (23.Aug 09)

verfasst am 23. August 2009
1-090823-wakhan-fels-berge Dieses Wakhan Valley ist einfach das Markenzeichen des Pamirs.

Tief eingeschnitten hat sich der Panji ins weiche Gestein.
Ich möchte mal im Frühjahr in dieses Tal zurückkommen,
wenn der Wasserstand durch die frische Schneeschmelze noch deutlich höher gestiegen ist.

2-090823-wakhan-enge-strasse

Die Strasse in diesem Tal ist nebensächlich, sie nimmt sich den Platz der bleibt.

Vielen Streckenabschnitten hier sind Planierraupen fest zugeteilt.
Sie parken in Bereitschaft, denn dauernd heisst es Felstürze beiseite räumen und die Fahrbahn notdürftig wieder befahrbahr machen. Entsprechend langsam ist hier das Fortkommen.

3-090823-wakhan-flussstrasse

Sie windet sich mit jedem Meter in einen andere Richtung.

Und hinter jeder Ecke gibt es neue Bilder,
ist für Abwechslung garantiert

4-090823-wakhan-afghan-seite

Über einige hundert Kilometer ist dieser Fluss Panji auch die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan.

Über diese Grenze wird wohl die Hälfte des tadschikischen Staatshaushaltes erwirtschaftet. Mit Opiumschmuggel.
Und jetzt, bei meiner dritten Fahrt durch diesen grandiosen Canyon fallen mir einige Fahrzeuge auf, die sehr geschäftig sich wieder zurückfallen lassen.

Ich sehe die Feldstecher, die einige um den Hals tragen.
Drüben sind nur Eselswege in den Fels geschlagen, und kleine Karawanen unterwegs.

5-090823-wakhan-chinlaster In letzter Zeit sind auf dieser Seite die vielen chinesischen Laster dazu gekommen.
Sie nutzen den PamirHighway für den Warentransport zur tadschikischen Hauptstadt Dushanbe.
Der Handelsweg “Seidenstrasse” ist so befahren wie noch nie zuvor.
Aber im Auftrag bauen die Chinesen die Querverbindung weiter im Norden zwischen Dushanbe und Sary Tash/Kirgistan komplett neu aus. Dann wird es wieder beschaulicher, auf dem Pamir Highway.

Aber für die Anwohner auch wieder ein bisschen schwieriger. Immerhin lässt sich mit den Truckern auch das ein oder andere Geschäft machen.

Gelbe Reparatur (24.Aug 09)

verfasst am 24. August 2009
1-090824-schl-strasse Die Strassen in Tadschikistan sind wirklich schlecht.
Und es gibt einen ganz einfachen Grund:
Die Tadschiken brauchen keine besonders guten Strassen,
sie haben gar kein solches Verkehrsaufkommen.
Auf landesweiten Durchgangsstrassen, wie etwa vom Norden des Landes zur Hauptstadt Dushanbe, verkehren pro Stunde oft nur zwei oder drei Fahrzeuge.
Wozu dann in den teuren Strassenbau investieren.
Ein Zollinspektor oder auch ein Lehrer verdienen im Monat 100 US Dollar. Dafür gibt es keine Autos.
2-090824-mann-geht-zum-gelben Meine Durchschnittsgeschwindigkeit im ganzen Monat August in Tadschikstan lag gut unter 30 Km/h. Und die waren oft noch viel zu viel.
Auch meiner Auspuffhalterung.

Da sind 3mm Stahl einfach an der Knickstelle durchgeschüttelt und abgerissen.

An der Tanke in Kala-Khum wussten sie Rat.
Durch den Ort durch, in Richtung Norden, nach einem Kilometer das erste Haus auf der rechten Seite,
der macht das.

3-090824-werkstatt-m-fluss Und der hat’s auch gemacht.
Dabei hat er die schönst gelegenste Werkstatt die ich bisher gesehen habe. Direkt am türkisen Schmelzwasserfluss.
4-090824-mann-schweissen Und was sich zunächst als das pure Chaos herausstellt…,
er sucht weniger sein Werkzeug als ich in meinen paar Staukisten.

Eine Stunde hats gedauert,
10 Euro wollte er dafür haben.
Da war bestimmt auch einiges an Tourizuschlag drinne,
aber ein bisschen Entwicklungshilfe wird von uns Zugereisten eben auch immer gefordert.
Und hier triffts genau den Richtigen,
geht kein Penny an Verwaltungskosten verloren.

Freunde in Dushanbe (25.Aug 09)

verfasst am 25. August 2009
1-090827-am-esstisch-b-corinne

Der Kreis wird grösser und es ist einer.

Michael.
Ich bin in der Internetbude in Kourough, der Typ will schliessen, ich bin der letzte der raus kommt, und draussen steht Er. Spricht mich an mit: “Hallo Günther”, aber ich kenn ihn nicht. Er hat schon von der Radtruppe von mir gehört,
Und jetzt gehn wir erstmal zusammen Essen. Die nächsten zwei Tage sehen wir uns in Kourough öfter. Er zeigt mir das beste indische Restaurant der Stadt, oder meinte er das junge, sehr sympathische Mädel? Anyway.

2-090828-charly_

Charly.
Ich mach mich weiter auf die Shock-Dara Route.
Am ersten Checkpoint sitzt Charly. Radfahrer aus den USA, für diese Tour in Singapur gestartet. Die Beamten hier meinen diese, seine Tour sei jetzt und genau an diesem CheckPoint zu Ende.
Naja.
Charly hat sich das GBAO Permit in Pakistan besorgt, und dort hatten sie keinen Visa-Stempel. Also haben sie den Text handschriftlich in den Pass gekritzelt.
Und genau sowas haben hat die Polizei hier noch nie gesehen, und glaubt es erstmal nicht. Zu zweit reden wir auf die Beamten ein, und dann geht es, wie immer, dann doch.
3-090825-abendessen-runde_

Marc.
Ist mit Rucksack und “local transports” auf dem Weg zum Baikal. In Kourough taucht er am Tisch bei Corinne und Jose auf.

Denn da treffen wir uns alle wieder. Internet und Flüsternachrichten sei Dank.
Alle bedeutet, Jan ist nach unserem Camp auf dem Pamir Highway dann mit Jose + Corinna nach Kourough geradelt. Corinne hat sich verabschiedet und ist inzwischen nach Istanbul geflogen.

Trotzdem, die Runde kann sich doch sehen lassen, oder?

4-090828-drei-vor-gelb_

Und wie es in einer kleinen Hauptstadt so ist. Ab diesem Moment treffen wir uns mit oder ohne Absprache ständig wieder. Beim Cafe im Segafredo, zum Abendessen beim Araber, oder zum Selbstgekochten bei Jose und Corinne. Denn Corinne hat Dank Beziehungen ne eingerichtete Wohnung beziehen können, und macht die Gastgeberin. Danke, war cool euch zu treffen,
wir waren ne tolle Runde.

Andrea + Gerhard (29.Aug 09)

verfasst am 29. August 2009
1-090829-charly-beim-fruehstueck Charly weckt mich zum Frühstück.
Wir hatten uns zuletzt in Dushanbe in der grossen Runde gesehen, also vor rund 160 Kilometern und vier Tagen.
Er hat letzte Nacht bei chinesischen Strassenarbeitern im Camp übernachtet.

Kurz nach seinem Start heute sah er meinen Gelben im Gebüsch neben dem Restaurant stehen, und hat einfach Lust auf ein gemeinsames Frühstück.

2-090829-andreagerhard-schuhe Wenig später überhole ich ihn hupend,
und wieder etwas später auf dem Weg nach Penjikent kommen mir Andrea und Gerhard entgegen.

Ob sie schon genug gestrampelt hätten, dass sie eine Pause verdient hätten.
Sie meinen einstimmig, ja.
Da wird der Gelbe wieder voll.

3-090829-andreagerhard-an-den-raedern Sie sind in Samarkand mit den Rädern gestartet, und wollen weiter bis nach China.
Naja das kenn ich schon…
Ich bin hier wohl der einzige, der vor dieser einen Grenze umdreht….
Beide haben sich ein Jahr Zeit genommen,
Gerhard (bayrischer Wald) hat seine Stellung gekündigt,
Andrea (Augsburg) ein Sabbatjahr eingelegt.
Andrea ist nicht neu in der Gegend. Vor ein paar Jahren war sie schon mit dem Rad bis zur Mongolei.
So kann’s gehen,
wer einmal hier war……
4-090829-andrea-gerhard-charlyich Und unsere Palaverrunde dauert so lange, dass Charly mich schon wieder mit dem Rad eingeholt hat. Soll man einer sagen ich wäre schnell unterwegs.

Zum Abschlussfoto schaut er etwas grimmelig.
Aber das liegt ganz klar daran, dass ich mich mal probehalber auf sein Rad geschwungen habe.
Keine Angst Charly, mir ist nicht nach tauschen, nur nach unserem Austausch.

Nachtrag:
Natürlich haben Charly und ich uns auch in Samarkand wiedergetroffen. Im wirklich besten TravellerHaus der Stadt, im Bahodir.
Anyway, ob Fahrrad, oder MAN-Power, den Rythmus bestimmen alleine wir selbst.

Ausreise Tadschikistan (30.Aug.09)

verfasst am 30. August 2009

Ufff, das hat länger gedauert, und dies hier zu Lesen wird auch dauern.

Ein besonderer Tag, das war eh klar.
Schliesslich sind meine Belege unvollständig.
Ich hab wirklich gut ausgeschlafen an sehr ruhigem Schlafplatz und bin für die tadschikische Ausreise gewappnet,
aber es kommt spektakulärer als ich ahnen konnte.
Hier in ZentralAsien wird einfach alles geboten. Uiuiuih

Die Nacht hatte ich schon mit drei weiteren deutschen Fahrzeugen verbracht,
und sie treffe ich direkt vor dem Schlagbaum wieder,
obwohl sie fast drei Stunden vor mir losgefahren sind.
12.30h, es geht los.
Ich darf sogar aufs Gelände fahren,
und anhalten.

schlafplatz-vor-grenze

Meine zweite Quittung aus Kourough fehlt. Weiss ich.
Schliesslich wollten sie bei der Ausreise nördlich Murghab 500 Sumoni  (ca 80 Euro) von mir haben,
und nur meine Quittung hat diese Forderung auf null reduziert. Aber diese Quittung haben sie einkassiert.
Ohne Quittung keine Ausreise, bzw dann eine Strafe: 50 US Dollar pro fehlendem Tag, bei rund 23 Tagen, also 1.150 US Dollar.
Vergesst es !
Ich bezahl NIX !

Ich bestehe darauf sie mögen in Kourough anrufen und sich von Herrn Jovid bestätigen lassen, dass ich dort bezahlt habe.
Nach genau 1,5h versuchen sie die Nummer, aber es ist die falsche. Mehr Versuche gibt es nicht. Und keiner ist in der Lage diese Nr von Herrn Jovid herauszufunden. Ohnehin müssen sie immer hier mit ihren privaten Handys telefonieren. Ein Diensttelefon gibt es nicht, der Funk ist nur für den Kriegsfall, aber das kenn ich schon.

Die anderen drei Fahrzeuge stehen immer noch draussen.
Sie haben ein ähnliches Problem, und auch bei Ihnen bewegt sich nix.
Drei Stunden sind um.

Wir werden in den nächsten Ort verwiesen. Dort gäbe es eine deutsche Organisation, die würde uns helfen. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass es die deutsche Sektion der Welthungerhilfe ist. Wir verzichten auf Kontaktnahme.

Es ändert sich nix.
Gebetsmühlenartig wiederholen wir alle unseren Standpunkt.
Vier Stunden gehen um.

Mir wird angeboten an Eides statt zu versichern, dass ich die Quittung verloren habe, dann würde ein Protokoll angefertigt, und ich müsste 40 Dollar “straf” bezahlen.
Ob ich Kopien meines Passes habe?
Hab ich nicht. Dann müsste ich welche in Penjikent machen lassen.
Seh ich nicht ein, wenn die hier keinen Kopierer haben, und Kopien wollen, dann müssen sie selber fahren,
Ok, dann bräuchten sie Geld für Benzin weil sie keines haben, weder Benzin noch Geld.
Bekommen sie von mir auch nicht, dann können sie auf die Kopien verzichten.
Können sie nicht,
aber die Übersetzerin fürs Deutsche muss eh zu ihrem kranken Kind in die Stadt zurück, also fährt das Auto jetzt los. (Geht doch…)

Die drei Deutschen stehen immer noch hinter der Schranke, auch bei ihnen kein Weiterkommen.
Sie machen sich jetzt selbstständig, gehen am Customs Offizier (Customs sind die, die für den Waren- und Autoverkehr zuständig sind),
vorbei zur Grenzpolizei (die für die Personenkontrolle zuständigen) und wollen den AusreiseStempel für den Reisepass.

Dieser Chef der Grenzpolizei hat aus der Ferne schon länger mit Missvergnügen unsere vier festgenagelten Autos und deren hilflose Bewohner beobachtet.
Er ist den Militärleuten weisungsbefugt, die an der Schranke die Ein- und Ausfahrt regeln, und gibt die Weisung durch, dass die drei Fahrzeuge aufs Zollgelände einfahren sollen. Nach gut 4 Stunden Palaver.
Ich selbst war ziemlich nach Ankommen diekt aufs Gelände gewunken worden. hab aber seit 4 Stunden dort den Gelben auch nicht mehr bewegt.

Das hört der Customs Inspektor, rennt zur inzwischen geöffneten Schranke und stellt sich vor das erste Fahrzeug.
Das ruft wiederum den Grenzpolizisten auf den Plan, er rennt ebenfalls zur Schranke und spricht den Customs an, er würde gerade über seine Befugnisse gehen.
Dann gibt wie unter Jungs schonmal üblich ein Wort das andere. Und das nächste Wort ist sogar immer lauter als das vorherige. Und der Grenzpoliszist lässt mal ein Wort aus und streckt seine Faus als Kinnhacken zum Customs aus. Der nicht faul, rauft locker zurück.

Jetzt eskaliert es, logisch.
Die untergebenen Customs kommen ihrem Chef zu Hilfe,
der Grenzpolizist hat auch eine Helfertruppe, und schon ist die wildeste Schlägerei rund um die drei Fahrzeuge vor der Schranke im Gange.
Ringrichter gibts keinen und ganz fair geht es auch nicht zu.
Anyway. Der Grenzpolizist ist klar überlegen: ein Kopf grösser, 1,5 fach breiter und nur 0,7 fach so rund wie der Customs.
Der fliegt über Betonbarrierren und wird schliesslich von seinen Leuten zurückgehalten. Wohl um seine Gesundheit zu schützen.
Jetzt fliegen wieder laute Worte über den leeren Platz.
Die Stimmung bleibt gereizt.

Das Ansehen des Customs hat gelitten. Und er ist tatsächlich genau der Typ, der uns allen diese Schwierigkeiten fabriziert hat. Sogar im Internet muss es schon Kommentare und Texte zu seinem Verhalten an dieser Grenze geben.
Dieser Custom will jetzt die Bühne verlassen. Mit seinem Auto fährt er zur Schranke, aber die Militärs öffnen nicht. Anweisung vom Grenzpolizisten.

Da setzt der Customs zurück, fährt zwischen zwei Baracken seitlich aufs Feld und durchpflügt den Acker parallel zur Strasse, um hinter der Schranke wieder auf die Strasse zu hoppeln und ins nahe Penjikent zu fahren.
Upps, das war dann der mindestens der vierte Akt des Dramas.

No5 lässt so ne Stunde auf sich warten, dann kommen vier Autos mit den Chefs der Chefs der Chefs.
Es bleibt weiter laut, aber als erstes müssen die Zeugen-Deutsche-Ausreisewillige verschwinden.
Drum geht jetzt alles sehr schnell.
Nach 20 Minuten sind alle meine Papiere fertig.
Die normalerweise zwischen 18h und 20h geschlossene Grenze wird einfach geöffnet, und draus bin ich.

Bezahlt hab ich mit meinem Restgeld, das waren so rund 20 US Dollar, und beim Komplettchaos haben sie total übersehen, dass ich im Prinzip nochmal 75 US Dollar für die dritte 15-Tage-Verlängerung hätte zahlen müssen, denn Quittung No3 hab ich nie gehabt.
Und eine Registrierung, weil ich länger als 30 Tage im Land war hab ich auch nie besorgt (35 US Dollar Gebühr).
Plus Strafe ? Kann sein….

Liebe tadschikischen Freunde,
ich glaube ich werde langsam einer von euch.
Nur prügeln, das ist nicht so mein Ding.

Weiter zur usbekischen Einreise,
aber dort war einfach alles längst zu spät
und der Drogenhund schon im Reich der Träume……

Elektrisierend (31.Aug 09)

verfasst am 31. August 2009
1-090831-registanplatz-night1sm1 Weil es so schön war…
Samarkand zum Zweiten.
Das Musikfest hab ich zwar verpasst,
weil die tadschikischen Beamten für meine Ausreise ein eigenes Theater einstudiert hatten…..
2-090831-registanplatz-night2sm …aber für die Lightshow am RegistanPlatz
kam ich dann doch noch just-in-time
3-090831-registanplatz-night3sm es war zwar ganz klassich elektrisch,
aber eben doch sehr elektrisierend.
4-090720-registan-von-oben1 Im Prinzip könnte man in diesem Viereck gut sein Zelt aufschlagen,
und einfach ne ganze Zeit einfach nur Hier sein.
Aber ich schätze das ist unbezahlbar.
Für den illegalen Aufstieg zum Minarett hab ich in die Privatkasse eines Polizisten rund 3 Euro reingelegt (statt der geforderten 10).
Fürs Zelt müsste ich da bestimmt 50 Euro die Nacht abdrücken,
ohne warm duschen, versteht sich…..
denn für Geld bekommt man hier einfach alles…
5-090831-registanplatz-day-gelbsm “Probe Campen” hab ich jedenfalls schonmal mit dem Gelben versucht.
Hab mich einfach wie beim Versteck spielen üblich,
von hinten rangeschlichen.

Schiffe auf der Welle, aus Sand. (02.Sept.09)

verfasst am 2. September 2009
Ich hatte es auf der Hintour nicht gewagt, einfach so hinter der usbekischen Grenze Kurs 90° vorzugeben, und mich querbeet durch die Steppe zum Aralsee durchzuschlagen. Einen mir genehmen Weg hatte ich nirgends entdecken können.

Auf dem Rückweg ist alles anders. Der Kurs sowieso, der heisst jetzt 270 Grad. Und den See wollte ich ja nun wirklich mal sehen, demnächst ist er vielleicht sogar ganz verschwunden. Dann ist es zu spät….

090903-dorf-n-moynaq
Auf nach Moynaq, der ehemeligen Hafenstadt, im Süden des Sees.
Den Hafen gibt es noch, aber bis zum Wasser sind es jetzt gut 100 Kilometer Sandstrecke.
090903-moynaq-schiff1sm1
Das ist diesen Schiffen inzwischen auch egal, die Welle unter ihnen bewegt sich nicht mehr, sie ist aus Sand.

Ihr Ende längst besiegelt. der Rostfrass wirds schon richten, bzw. langsam auflösen.

090903-moynaq-schiff2sm
Die Fischer haben ihren Job verloren.
Dafür haben usbekische Baumwollfarmer weiter südlich damals einen neuen gefunden. Ihre Felder wurden aus dem Amurdaja dem wichtigsten Zufluss des Aralsees künstlich bewässert. Wasser was dem Aralsee abhanden kam.

Dank sei dem russischen Plan aus früheren Zeiten.

090903-moynaq-schiff3sm

Meine Jugendliebe wieder getroffen.

verfasst am 3. September 2009
Ich hab sie vergessen nach ihrem Namen zu fragen,
aber ist kein Problem, ich nenn sie eh einfach nur “Uschi”.

In Moynaq am Ende der Welt und Strasse, der alten Hafenstadt des Aralsees, standen sie im Mosqvitsch ganz plötzlich neben mir.
Und für mich stand sofort fest:
hier hab ich die aktuelle Neuauflage dieses epochemachenden Paares aus den 60er vor mir.
Diesmal nicht auf dem Weg nach Goa, sondern zum Wasser des Aralsees.
Sie kommen aus Polen, waren schon acht mal in Pakistan, haben von dort auch so nen bunt geschmückten Bedford mit nach Hause genommen.
Sie sind schon gut durchgeknallt, die beiden.

1-090905-uschi-paar
Den Mosqvitsch 401 hat es nie als Cabrio gegeben.
Auch egal.
Sie haben das 32 Jahre alte Auto für 300 US Dollar erst vor ein paar Wochen in Kasachstan gekauft und kurzerhand das Dach abgesägt.

Jetzt ist ein Cabrio. Ganz klar.

Ein paar passende Headlines aufgepinselt, und los sind sie gebraust, zum Aralsee.

2-090905-uschi-erste-begegnung
Ob ich zum Wasser des Aralsees fahren würde, hat sie gefragt,
und ich hab geantwortet,
das ich es versuchen würde.

Wir haben uns dann den alten und vergessenen Schiffen gewidmet,
und uns aus den Augen verloren.

3-090905-uschi-free-love
Zwei Tage später, 300 Km weiter, beste Strasse durch Usbekistan,
da stehen sie mit dem “oben ohne” Auto im Feld.
Er will nicht mehr.

Ein altes Leiden dieser Spezzies,
die Benzinpumpe quirlt wohl nur noch Luft.
Alles zu heiss geworden.
Das ist jetzt schon der vierte Tausch, aber ohne dauerhaften Erfolg.
Die beiden sind erfahrene Schrauber.

4-090905-uschi-zweite-begegnung
Nach dem Kaffee hab ich sie dann abgeschleppt.
Ich durfte Uschi endlich mal abschleppen,
Uiuiuih.
25 Kilometer ins nächste Kaff,
und dort in die Werkstatt.
5-090905-uschi-abschlepp
Kein Problem, meinen die Jungens dort, das bekommen sie schon wieder hin. Die Stimmung steigt,
Uschi verteilt Melone an alle Mitwirkenden.
Ich will noch beim Supermarkt Vorräte auffrischen
und verabschiede mich.
6-090905-uschi-wassermelone
Einen Tag später, Mittagszeit, schlechte Strasse in Kasachstan.
Anstrengendes fahren und da kommt mir der Anlass zur Pause gerad’ recht.
Die beiden, besser die drei, stehen auf dem Seitenstreifen.
Sie sind in der Nacht schon gefahren, da war es kälter. Aber in den letzten Stunden haben sie nur 80Km geschafft. Jetzt schlagen sie mit einem Schraubendreher Löcher in die Motorhaube. Das soll kühlenden Fahrtwind an die Pumpe bringen. Ich borge ihnen meinen Accuschrauber.
7-090905-uschi-lc3b7cher
Okay, einen Versuch ist er noch wert,
Anschleppen. Er läuft, aber nur 1,5 Kilometer weit. Motor wieder aus.
Jetzt ist endgültig Schluss. Jetzt haben sie die Nase voll.
Der Mosqvitsch soll seinen adäquanten Abgang bekommen
“We burn him down.”
Ich kann sie ja gut in die nächste Stadt mit Bahnhof mitnehmen.
Wirklich ?
Jetzt, hier in der kasachischen Steppe, abfackeln…?
Wär an sich kein Problem.
Da schert sich hier eh keiner drum,
glauben wir.
8-090905-uschi-abschlepp-i
Okay, noch ein letztes Mal, noch einen allerletzten Versuch.
Anschleppen.
Er läuft.
Mehr als 1,5 Kilometer,
ich bleibe sicherheitshalber hinter ihnen.
10 Kilometer, uiuih,
30 Kilometer…
und er läuft…..

In Dossor trennen sich unsere Wege. Ich fahre nach Süden.
Sie wollen endlich zum Wasser des Aralsees,
in den Norden,
nach Aral’sk..,
und haben mir ein Foto versprochen, egal wie sie dahin kommen werden.

He ihr beiden, lasst mal von euch etwas hören, ich will wissen wie die Geschichte
und der Mosqvitsch zu Ende geht…..

9-090905-uschi-blick-zurueck

AralSee - Die Anfahrt (03.Sept 09)

verfasst am 3. September 2009
1-090903-kaputte-bruecke-moynaq Moynaq ist auf guter Strasse zu erreichen, kein Problem.
Allerdings eine 140 Kilometer lange Sackgasse. Normalerweise.

Mein Plan geht weiter,
ich will an den See.
Also südlich herum, ans Westliche Ufer, das auch heute immer noch eines ist.
Denn dank steil abfallender Küste, liegt der See dort einfach nur tiefer als früher, aber kaum weiter weg.

2-090903-teerpiste Auf meiner Karte ist ein Treckingpfad eingezeichnet.

Ich bin auf alles gefasst,
und finde die ersten 30km eine nagelneu asphaltierte Strasse.
Die Usbeken haben angefangen zu bohren und sind fündig geworden, vor allem Gas.
Da lohnt sich jeder Strassenbau für die schweren Ausrüstungstransporte.

3-090903-sandpiste Am Ende der Trasse frage ich gleich nochmal in der Kantine der Gasarbeiter nach dem weiteren Weg. Leider ist das Essen noch nicht fertig, aber es riecht schon sehr gut.
4-090903-salzsee Es geht weiter,
und die Piste ist nicht mal übel.
Es ist alles dabei,
tragfähiger Sand,
Steinwege
und der versalzte ehemalige Seegrund des Aralseses.
5-090903-autowrack Ich fahre auf die Steilküste zu,
und muss gleich da oben hoch,
gut 200 Meter.

Hoffentlich hat einer ne Auffahrt geschaffen…

und der Untergrund wird auch schwierig-feuchter, ich fahre ja auch in Richtung See…

und die Sonne nähert sich dem Horizont, naja…

Welches Problem wird zuerst zuschlagen ?

6-090903-sonnenuntergang Na keines.
Mein Weg endet tatsächlich in einer zwar etwas steilen aber gut machbaren Auffahrt.
Der Boden oben ist staubtrocken und sehr gut befahrbar, immer an der Abbruchkante entlang.
Und die Sonne lässt sich heute etwas mehr Zeit mit dem Untergehen,
ich fahr ja auch strikt nach Westen und mache so meine Tage selber etwas länger.l

AralSeeWasser gefunden (04.Sept.09

verfasst am 4. September 2009
1-090904-aralsee-der-see-sm Im Morgenlicht sehe ich das blaue Band des Wassers.

Nur um drei oder vier Kilometer hatte ich es am Vortag im Dämmerlicht verfehlt.

Also verlege ich den Frühstücksplatz sofort etwas weiter nördlich.

2-090903-aralsee-steilkste2sm Die Küste hier besteht nur aus weichem Gestein, oder sogar Sand.
Da hat es Wind und Regenwasser leicht gehabt,
eine wilde Landschaft zu bauen, nachdem der verdunstete See die Küste trocken gelegt hat.
3-090904-aralsee-steilkuste2sm Wilde Canyons sind entstanden,
auf deren Grund sich das einzige Grün weit und breit behaupten kann.
4-090904-aralsee-steilkste1sm Das wenige Wasser sammelt sich hier und die hohen Flanken spenden fast den ganzen Tag Schatten.
5-090904-m-wasser Gespenstische Ruhe.

Ich hab die paar Quadratkilometer rundherum allein für mich.

Und ich weiss jetzt schon nen guten Grund wiederzukommen.
Ich will einen Weg nach unten finden,
um meine Füsse in dieses Wasser zu stecken,
und diese Ruhe wieder zu erleben.

Abstecher nach Sikkim

verfasst am 7. September 2009
1-090907-tempeleingang Ich liebe buddhistische Tempel
und die fehlten einfach a bisserl bisher auf meiner Tour.
Also auf nach Sikkim,
äähhh, Elista.

Dieser Tempel lag also sozusagen auf meinem Weg,
oder kam ich
auf seinem Weg daher ?
Anyway.

2-090907-tempel Ein Kleinod im südlichen Russland, 100 Km südwestlich von Astrachan, und sieht aus wie in Sikkim.
Keine Ahnung warum und wieso,
vermutet hätte ich soetwas hier sowieso nicht,
also auf die Bremse und ne Fussrunde.
3-090907-kl-tempel-im-park “The Gold Temple

of Buddha Shakyamuni”.

4-090907-gebetsfahnen Und in diesem Städtchen Elista hat er wirklich eine exponierte Lage.
Vielleicht kennt einer meiner ambitionierten Leser die Geschichte, sie würd’ mich schon interessieren.
5-090907-gebetsmc2a6hle Aber irgendeiner muss beim Bau der Gebetsmühlen die Zeichnung falsch herum gehalten haben,
oder ich bin einfach zu klein dafür.

Angriff abgewehrt

verfasst am 9. September 2009

Diesmal eine Grenzerfahrung mit der Polizei.
Ich werde in Südrussland auf der Landstrasse von zwei Beamten aus dem Verkehr herausgewunken.

Der Grund ist wohl berechtigt. Sie zeigen mir Videoaufnahmen vom Kollegen, wo mein Gelber mit 86 Km/h in der fast unbebauten Ortschaft unterwegs ist. Erlaubt sind 60. Und die beiden sind sich ihres Sieges sicher, ganz sicher.

Mir ist erst im Laufe des Prozederes klar geworden, wie sehr es um die eigene Tasche und um den Sieg fürs Familieneinkommen geht. Hinter mir fuhr einer mit 84, der war nur Minuten im PolizeiLada drinne, hat schwarz bezahlt und war entlassen. Protokoll wurde erst garkeins angefasst.

Mit mir hatten sie sich offenbar den ganz grossen Reibach vorgenommen, und schon wieder zu hoch gepokert, wie schon andere an der usbekischen Grenze.

Der ganze Geschichte:
Sie sammeln direkt meinen internationalen Führerschein ein.
(meine alte und in 2007 abgelaufene Version, ne neue Version hab ich dabei, zeige sie aber nie, zudem gilt der Internationale nicht in Russland, und ohne die zusätzliche Vorlage des deutschen Führerscheins schonmal garnicht, aber den hab ich sowieso nicht dabei.…).

Sie stellen mir ne Quittung darüber aus und wiederholen x-mal das englische Wort „goob-bye“.  Sie sind sich ihres Druckmittels sicher, meinen mich gerade zum Fussgänger gemacht zu haben.

Ich weiche nicht von der Stelle, stehe exakt in Kreuzungsmitte am PolizeiLada. Wiederhole ohne Unterlass ich sei nur Tourist, quasi auf der Durchreise von Kasachstan in die Türkei, habe kein Geld bei mir.
220 Rubel (ca 8 Euro) halte ich ihnen hin und sie lachen abfällig.
Er schreibt die Zahl 15.000 Rubel aufs Blatt. Später werden aus diesen 500 Euro dann 200 Euro, dann 100 Euro, dann 100 Dollar. Aber wenn wir doch einmal beim Verhandeln dabei sind…..

Dann meinen sie, ich müsse jetzt wohl ins Hotel gehen, der Wagen würde verplombt. Später empfehlen sie mir, dass ich ja zu Fuss oder mit dem Bus nach Sotchi weiter könne.
Der “Fiese” von beiden spricht dann auch von Stalingrad, und Faschist, etc..
Ich mache einen auf Devot, lass alles geschehen, entschuldige mich für zu schnelles Fahren, plädiere auf durchreisender Tourist ohne Geld in der Tasche.
Eine Stunde später will der Fiese den Wagen von innen sehen. Ok. Aber das hat ihn eher schlechter gestimmt. Er findet bei der Durchsuchung mein Notebook und meint, der wäre dann ja wohl ihm. Ich widerspreche energisch und lege es wieder zurück.
An anderen Stellen spricht er von „Presente“, auf dem Ohr bin ich eh schon lange genug und erprobt taub.

Draussen geht die Leier wieder von vorne los. Keine Ahnung wie lange das so gedauert hat, aber es wird dunkel. Reiner Nervenkrieg. Aber die beiden lassen auf keinen Fall locker. Sie geben mir die Quittung für meinen Führerschein, und steckten ihn unter die Sonnenblende des PolizeiLadas.
Dann kommt ein weiteres Polizeifahrzeug mit zwei Beamten. Diese Beamten haben dunklere Uniformen, die Rangabzeichen sind zu unterschiedlich, und ich kann die Rangfolge mit meinen beiden Speziess nicht vergleichen.

Es geht hin und her, ich solle mich noch mal in den Lada setzen, da bleib ich dann einfach auch mal länger sitzen. Als die Rede auf Dollars kommt, lege ich noch 13 US Dollar aus meiner linken Hosentasche drauf.
In der unteren Tasche hab ich noch weitaus mehr.

Ich lege die bunte GeldMischung demonstrativ aufs Armaturenbrett. Aber er nimmt sie erstmal nicht und senkt seine Forderung auf 100 US Dollar. Die anderen drei stehen draussen rum.

Ich bleib weiter sitzen, biete so demonstrativ Paroli. Da packt den Jüngeren, den  Ruhigeren, irgendetwas:
Er gibt mir meinen Führerschein und sagt “ok”.
Ich wär entlassen und er ergreift das Geld.

Ich zum Auto, Schlüssel rein, und da kommt der Fiese eilig zu mir über die Strasse zum Gelben. Er steckt keinsfalls jetzt schon auf, er will Geld sehen.
Er deutet auf meine beiden Hosentaschen, die unteren, aus denen ich das Geld geholt hatte. Er deutete auf links, fasst von aussen an meine Hosentasche, fühlt meinen Pfefferspray, meint ich hätte da noch mehr. Ich hole den Pfefferspray raus. Das ist nicht das, wonach er sucht.
Dann deutete er auf die andere Tasche.
Uppss, jetzt wird’s anders. Ich weiss das da noch jede Menge weiteres Geld steckt. Beim späteren Nachzählen finde ich dort genau 163 US-Dollar und 50 Euro.
Da bleibt mir nur der Stimmungsumschwung.
Schluss mit Devot, jetzt wird offen gekämpfft.

Ich verweigere mich.
Keine Hand an meine Klamotten mehr.
Ab diesem Moment ist er sich natürlich auch absolut sicher, sein Zusatzeinkommen gefunden zu haben: nämlich mein Geld.
Ich verweise auf den „Deal“ mit seinem Kollegen. Wir wären uns doch einig geworden, und ich könne doch jetzt fahren……
Da platzt dem Fiesen der Kragen.
Er greift in mein Führerhaus, nimmt die Autoschlüssel an sich und geht zurück zum PolizeiLada. Ich will die Schlüssel wiederhaben, greife in seine Richtung und er packt meinen Arm unsanft und wehrt ab.
Sein Kollege, der noch im Polizeilada sitzt, nimmt die Schlüssel an sich.

Diese neue Situation lässt meine Stimmung deutlich umschlagen.
Ich spreche die Typen laut an, verwahre mich gegen jede körperliche Gewalt. Da mischt sich einer von den beiden Neuen ein. Er beschwichtigt, ruft auch den Fiesen zur Mässigung. Er will eindeutig nicht, das die Szene jetzt eskaliert, das würde auch den Polizisten schaden. Gewalt gegen Ausländer ist wahrscheinlich schlecht zu begründen.

Aber das Thema bleibt erstmal das alte. Der Mässigende versucht den anderen beiden beizubringen, das sie mich ziehen lassen sollten, aber das passt diesen beiden nun gar nicht.
Der Fiese ruft wieder Faschichst und andere Dinge auf russisch, die ich nicht verstehe. Sie sprechen noch mal von Führerschein einbehalten und Auto an die Kette legen.

Mein Stimmungsumschwung, die Fortsetzung: . Jetzt bestehe ich auf einem Protokoll. Ich will mit allen zur Polizeiwache fahren und dort wird das Protokoll aufgesetzt.
Aber bitte auch ein Protokoll zum Vorfall der Korruption.

Und in dieses Thema steigerte ich mich regelrecht ein. Ich hätte genug Menschen mit meinen Augen gesehen, die im Lada Bargeld an die beiden gezahlt hätten, ohne Protokoll. Und das möchte ich bitte auch auf der Polizeistation, also unter neuen Zeugen, protokolliert haben. Ich würde jetzt auf beiden Protokollen bestehen.
Ich hätte auch Geld bezahlt, 220 Rubel und 13 US Dollar und keine Quittung bekommen.
Ich gehe noch mal zum Lada und zeige auf den Ruhigeren: er habe Geld von mir bekommen und die Forderungen auf einen Zettel geschrieben: zuerst 500 Euro, dann 200 Euro, dann 100 Dollar. Dieser Zettel müsse jetzt noch in seinem Block sein.
Der Beschwichtigende merkte, dass das superschnell nach hinten losgehen kann.
Der Fiese regt sich noch weiter auf, kommt mir näher und näher und berührte mich. Da schreie ich regelrecht auf, gehe sofort auf den Beschwichtigenden zu und sagte er solle dafür sorgen, dass der Fiese den Abstand zu mir einhalten müsse.
Der Beschwichtigende beruhigt mich, und auch den Fiesen. Ich gehe deutlich nochmal auf die beiden Ersten zu, und rufe mehrfach das Wort Korruption. Zudem deute ich mit den Händen auf die Schulterklappen des Fiesen, dass ihnen die Rangabzeichen von den Schultern abgerissen werden würden.

Einen kurzen Moment später öffnet der Ruhigere von beiden die Türe des Ladas und beugt sich raus. Der Beschwichtigende deutete mir an, ich solle noch mal hingehen, aber ich merkte erst nicht was passiert, gehe dann auf die geöffnete Fahrertüre zu. Da hält mir der Ruhigere meinen Autoschlüssel und das zusammengerollte Geld entgegen.
Der Beschwichtigende sagte noch wortreich, das ich nix davon erzählen solle, und das jetzt alles gut sei.

Ich bedanke mich mit Handschlag bei dem Beschwichtigenden, schau die anderen beiden nicht mehr an, gehe zum Gelben, starte und fahre ziemlich euphorisiert los.

Der Fiese hatte noch kurz vorher angedeutet, als ich ihm die Korruption um die Ohren warf, das er den Gelben zerstören würde, oder so. Also schaue ich nach der Abfahrt noch eifrig in den Rückspiegel, fahre auch etwas schneller als normal, bin auch noch ein gut Stück aufgeregt, aber immerhin…, wieder unterwegs, nach gut drei Stunden.

Ich hab erst langsam dann begriffen, was da so passiert ist:
Ich bin erheblich zu schnell gefahren, soll ne satte, sicher auch angemessene Strafe bezahlen. Und nur weil die beiden blöden Beamten, ihren Groll abreagieren müssen: teures Auto, fachistischer Deutscher, und dann kein Geld dabei haben wollen, wer glaubt das denn…..,
weil diese blöden Beamten nur an ihre eigene Tasche denken, und auch mit Kleingeld nicht zufrieden sein wollen, nur deshalb komme ich völlig ungestraft ohne einen Penny zu verlieren davon.

Okay. Jetzt weiss ich noch etwas besser was hier gespielt wird.
Ich lerne dazu,
und bin schon ziemlich fit,
für den Osten der Welt..

Fang den Günther

verfasst am 11. September 2009

Meine “Grenz-Erfahrungen” verlegen sich gerad ins Land, ins Russland.
War ich doch auf der Hinreise noch ganz des Lobes, und hab den Stinkefinger in Richtung Ukraine gezeigt,
so muss ich doch den Finger weiter nach Osten kippen.
Auweija was ist hier, in Russland, los.

Story No1 vom 07.Sept setz ich mal als bekannt voraus.
Dann kommt der 08.Sept. Bis hierhin noch klar?
Für mich nur bis zum Frühstück.

Am Kreisverkehr ein Polizeicheckpoint. Die gibt es hier quasi als Lehrlingswerkstatt für demnächst dann als Selbstständige “arbeitende” Polizeistreifen.

Sie hatten wie üblich Personen- und Fahrzeugpapiere kontrolliert, nach dem Woher? und Wohin? gefragt und mich sogar noch drauf aufmerksam gemacht, dass meine Richtung falsch sei. Ich müsse durch den Tunnel.

Na da hat doch dieser KontrollCheckpoint etwas gutes geleistet.
Ich also durch den Tunnel, den Berg rauf, und hinter mir ein PolizeiLada ausser Rand und Band mit Blaulicht und Sirene.
Ich langsam rechts ran, und die Herren sind äusserst ungehalten. Ich solle doch bitte sofort (!) anhalten. Sie sind offenbar so zögerlichen Bremsdruck von den Einheimischen nicht gewöhnt, die gehen wahrscheinlich ehrfurchtsvoll und hoheitsgläubig sofort in die Notbremse.

Ich erkläre ihnen erstmal gestenreich, dass ich es nur gut mit ihrer Frontscheibe gemeint habe. Schliesslich sei der Seitenstreifen nur grob geschottert. Aber ich bekomme kein Lob, nur missachtende Blicke. Das Thema wird nicht behandelt, weil zum nächsten gegangen.

Ich sei nicht klar in meiner Spur gefahren, sondern zwischen zweien getändelt, mittig auf zwei Spuren, ohne weiteren Verkehr ringsherum, versteht sich.

Ich soll genau wie gestern im PolizeiLada mal Platz nehmen, sogar auf dem Fahrersitz. Der Cheffe malt ausführlich ne kleine Skizze auf Papier und fühlt sich siegessicher. Er ist wohl im gleichen PolizeicheckPoint ausgebildet worden wie der Kollege “von gestern”.
Er nimmt meinen Reisepass, legt ihn in seine Mappe, schliesst den Reisverschluss und will in mein verduztes Gesicht schauen. Da gibt es nix zu schauen.

Dann soll ich wieder aussteigen. Okay, kein Problem, gemacht.
Kollege Untergebener schwingt sich wieder auf den Fahrersitz, startet den Motor und machte sogar Anstalten loszufahren.
Da werde ich sofort lautstart und energisch, denn so am Morgen ist von mir nur die abgekürzte Version zu haben.

Ich bestehe laut auf Protokoll und Quittung für meinen Reisepass, das Wort “Polizeistation” werfe ich in die Runde, sofort und mehrfach.
Und das die eben am Kreisverkehr auch schon alle Papiere kontrolliert hätten und für gut befunden hätten.
Aber diesen deutschen Redeschwall brauche ich nur, um mehr Text zu haben, denn ne logische Verbindung zwischen den beiden Kontrollen gibts natürlich nicht.
Dann noch der Hinweis, dass ich im oder vor dem Lada weder etwas unterschreiben, noch bezahlen werde, wir aber gerne nen kleinen Konvoi zusammenstellen können, der uns zu ihrer Polizeistation nebst Chef-Chef und Übersetzer bringen wird. Ich könne auch gerne meine eigene gelbe Lampe dazu einschalten, wäre nämlich ein deutscher Gelber.
Toller weiterer Redeschwall mit gut zu unterlegenen Gesten und Mimiken.

Hat dann noch bestimmt ne gute halbe Stunde an Wiederholungen gedauert, aber plötzlich gibt er mir den Ausweis zurück (Fahrzeugpapiere und Führerschein hat er nie gehabt und nicht verlangt…) und machte eine „Fahr-weg“ Handbewegung. Hab ich dann auch wortlos gemacht.

Nächste Situation, wirklich kaum 30 min später.
Ich fahr hinter ‚nem LKW, es geht bergab, ich will ihn überholen, aber er dreht auf, ich schau mir den Mittelstreifen genauer an, Farbe ist ziemlich abgefahren, und erkenne: „Durchgezogen“. Also bleibe ich wo ich bin.
Berg wieder rauf, ganz oben, da stehen sie, zwei PolizeiLadas unter Bäumen, im Schatten. Blickrichtung: die durchgezogene Linie, übrigens in diesem Falle ohne zusätzliches Überholverbotsschild.
Im Schatten nicht der Sonne wegen, sondern hier können sie ganz schlecht von der Strasse aus gesehen werden. Da hat die Familie wohl schon den Wunschzettel für Weihnachten abgegeben.

Nach den Polizeiwagen, die Strasse macht ne leichte Kurve, Linie  jetzt unterbrochen, ich schere aus und überhole. Wieder 1.000 Meter weiter, ich hab den Lada mit Blaulicht und Signalhorn hinter mir. Was ein Aufstand.
Anhalten.
Ich zeig mal wieder meinen seit 2  Jahren abgelaufenen Internationalen Führerschein, und den Reisepass. Zudem bestreite ich sofort jedes Fehlvergehen, und fühle mich komplett unschuldig.
Aber die beiden Jungens geben sich noch übermütig, sie haben ne Videokamera mitlaufen lassen, und ich muss mir „meinen“ Film auf ihrem Laptop jetzt ansehen.
Zunächst ordne ich die Szene falsch ein, und meine sie werfen mir den Überholvorgang vor. Aber dann wird mir klar: die Szene zeigt meinen abgebrochenen Überholversuch wegen durchgezogener Mittellinie. Dabei hab ich mit zwei Reifen die Linie überfahren. Anders hätte ich kaum sehen können, wie sich der Mittelstreifen in den nächsten Metern „entwickelt“. Die Jungens bestehen jetzt drauf: Die Linie darf keinesfalls und nie und nimmer, und mit rein garnix überfahren werden.

Protokoll fangen sie keines an auszufüllen, eine Geldforderung für den Weihnachtszettel gibt es auch noch nicht. Ha, da komm ich ihnen jetzt einfach zuvor, ich kenn doch locker das Drehbuch, und ein paar Proben hab ich auch schon mitgemacht.

Ich dreh sofort auf, rede mal wieder von Polizeistation: Ich versteh hier zu wenig, da muss ein Übersetzer her, den wirds auf der Polizeistation geben, und dann regeln wir das schon. Also, fahren wir los.
Und überhaupt, ich war schon in Kirgistan, in Tadschikistan, in Usbekistan, in Kasachstan auf dieser Reise, und zeige ihnen auch noch direkt die vielen Visaaufkleber und Stempel in meinem Pass.
Uppss, das war für die Herren jetzt vielleicht doch ein bisschen viel. Sie zeigen sich doch tatsächlich beeindruckt, die beiden. Sie fragen nach, und schauen auf die bunten Hinterlassenschaften der ausländischen Kollegen. Da lenkt der Lautere von beiden ein, kein Problem, alles halb so wild, ich könne fahren.
Na das waren jetzt nicht mal 20 Minuten. Ich werde besser.

Und hab auch gleich die nächste Chance. Vorfall No3 an einem Tag, langsam bin ich bedient.
Am Nachmittag.
Wie in jedem Dorf stehen die blau Uniformierten auch in diesem, mit mehr Sternen als IQ. Und der mir entgegen kommende Verkehr blinkt schon mit Lichthupe: Achtung. Also achte ich sehr genau auf meine Speed, schaue nach besonderen Verkehrszeichen: keine zu entdecken. Und trotzdem werde ich rausgewunken.
Er bleibt erst mal demonstrativ auf der anderen Strassenseite stehen, ich mache das Fenster runter, und er schüttelt den Kopf. Jetzt soll ich wohl vor Ehrfurcht alles Geld zusammen raffen, oder was ?

Er kommt auf mich zu, entdeckt, dass ich seine Sprache nicht kann, lässt die Radarpistole ganz komisch, weil so belanglos, am Riemen nach unten fallen, schaut auf mein Kennzeichen, und ich bin noch so in meinem deutschen Redefluss, dass ich genau drauf geachtet hätte, und garantiert nicht zu schnell gewesen wäre, und überhaupt, ohne Übersetzer geht hier gar nichts…
Ich hab fast nicht mitbekommen, wie er mir den Ausweis wieder zurückgeben will, und mich mit einer Handbewegung mich in die Ferne schickt….,
huch, das waren nicht mal vier Minuten seit Motor aus,
ob er mich verstanden hat ?????

Dann gabs da in Sotchi nen Tag später noch ne Fusstreife (!) im Hafen, die meinte, mit meinem Visum würde was nicht stimmen, und für 50 Dollar könne er das in Ordnung bringen,
aber da hab ich gleich abgewunken.
Wenn sie ihm seinen Lada wegnehmen, dann kann doch wohl nur was mit ihm nicht stimmen, und er solle erstmal schauen gehen, das er sein Auto wiederbekommt, dann können wir ja nochmal drüber reden,
aber bis dahin bin ich eh längst geflüchtet,
aus Russland.

Aber auch das war auch noch nicht alles,
aber es wiederholt sich halt alles,
gääähhnnn……
Bezahlt hab ich eh NIE.
(Stand: 13.Sept 09, 16.30h)

Letzte Meldung - Neuer Plan

verfasst am 12. September 2009
090911-apolonia-ii1 Nein,
das ist zwar das Schiff Appolonia II, für das ich ein Ticket in die Türkei/Trabzon gekauft habe, dann aber nicht benutzt habe.
Denn Russland hat es tatsächlich nicht versäumt, auch noch in der allerletzten Minute viel zu hoch zu pokern, um dann letztendlich doch alles….
090911-kassenhaus2 Nein,
das ist zwar die Kasse in Sotchi/Südrussland mit ner unschuldig Hübschen, die es gut gemeint hatte, dann aber schliesslich doch wieder mein gutes Geld rausgeben musste.

Am Donnerstag hatte ich erstmal 650 US Dollar (!) für den Gelben und mich auf die Theke gelegt. Bei aller Grösse nicht wenig, für 12h Böötchen fahren.
Aber am Freitag, als ich einchecken wollte, war es dem Herrn Manager der Travelagency dann doch noch zu läppich.
Jetzt zerriess er mein erstes Ticket und rief fürs neue 800 US Dollar auf.
Und ich setzte die Null dagegen.
Wie gewonnen, so zerronnen,
dann fahr ich eben zu Fuss.

090911-grenzanlage-ukraine Nein,
das sind nicht die türkischen Grenz- und Hafenanlagen,
sondern die ukrainischen, die ich mit dem Schiff ansteuere.
Denn jetzt schipper ich nicht rechtsrum ums Schwarze Meer,
sondern fahr aktuell linksrum.
Und ne kleine Fähre ist dann doch heute (12.Sept) fällig geworden, von Russland auf die ukrainische Krim, 80 Euro für eine Stunde.
Weiter gehts über Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien…
Die Türkei kann warten, muss sie jetzt auch.
Russland sei Dank.

Transit (13.Sept.09)

verfasst am 13. September 2009
ukraine-autofahre Ukraine
Diesmal lassen mich tatsächlich alle Kontrollorgane der Ukraine unbehelligt. Die haben wohl diesen Blog gelesen und haben die Chance erkannt, den Schwarzen Peter endgültig nach Russland zu schieben. Da schiebe ich mit.

Die 1.000 Km Transit durch Ukraine spule ich in knapp zwei Tagen ab. Und es wäre noch kürzer gegangen, wenn man mich nicht in die falsche Richtung geschickt hätte. In Isamil gibt es keinen Grenzübergang!
Jetzt weiss ich es auch.

1-090915-1815 Moldawien,
Ich will aus der Ukraine raus nach Rumänien, und lande in… Moldavien.
Für genau 800 Meter, denn dann ist Moldavien schon wieder zu Ende. Aber das heisst garnix. Denn beide kontrollieren äusserst penibel Staufach für Staufach.
Und der letzte Korruptionsvorfall: wenn ich keine Lust hätte die Customs-Deklaration auszufüllen, tätens auch 5 Euro.
Na da hab ich doch ganz klar Lust auf den Bogen Papier, schneller kann ich hier kein Geld gewinnen.
2-rumanien Rumänien
Das sieht tatsächlich sehr europäisch aus,
Autos parken zum ersten male wieder auf der Strasse.
In allen Ländern weiter östlich verschwinden sie des Nachts in den eigenen Grundstücksgrenzen.
Bukarest durchquere ich in der Nacht. Das geht einfach.
3-090915-friedhof Bulgarien
Im Süden die wilden Berge immer an der Grenze entlang.
Die Strassenqualität ist fantastisch.
Da haben die Bulgaren in den letzten Jahren doch erheblich aufgeholt.
Die Strassenvignette kann ich sogar nur für einen Tag lösen. Kostet weniger als einen Euro.

Autohändler (17.Sept.09)

verfasst am 17. September 2009
090917-halbe-autos-c Mitten in Griechenland,
dieser Autohändler.
Was ist das denn ?
Zumindest die Leuchten sind bestimmt nicht korrekt eingestellt !
090917-halbe-autos-b1 Okay,
Vorteile beim Parkplatz suchen gibts eindeutig,
aber ich weiss nich……
090917-halbe-autos-a1 und wo sind jetzt die ganzen Hinterteile ?
Ist hier gar ein Fetischist am Werk ?
090917-halbe-autos-fahrrad Und wieso bitteschön ist das noch zusammenhängend ?
Ich versteh das alles nicht.
War ich zu lange weg,
und hat inzwischen die Weltwirtschaftskrise voll zugeschlagen ?
Hmmmm.

Griechenland (22.Sept.09)

verfasst am 22. September 2009
1-090917-der-gelbe Griechenland -Thessaloniki
Ich traue meinen Gelben nicht mehr so recht über den Fahrweg. Der vordere rechte Reifen läuft einseitig ab,
Also zum MAN Service, alles gecheckt, nix gefunden, und Geld wollen sie dafür auch keines.
Zum Metallschweisser, der sehr fachmännisch meinen Auspuff wieder heile macht, denn den hatte ich in den Bergen Südbulgariens einfach fallen gelassen.Die Auspuffhalterung war wieder gebrochen.
Zum Reifenmann der sicherheitshalber meine Spur vermessen soll. Auch nix gefunden, na dann tauschen wir einfach mal die Räder.
Ok, dann hab ich jetzt auch ein gutes Gefühl
2-090917-plaka-am-strand Griechenland - Ostküste Hellas: Plaka
Nachsaison, überhaupt nix mehr los.
Aber Wetter könnte mir auch besser sein.
Besser ich wechsle die Seite, die Küstenseite, von Ost nach West.
3-0900917-greece-innenland Quer durch die griechischen Berge.
Und ich muss schmunzeln:
da gibt es noch eine schöne Hommage an Zentralasien:
der Schotter hört plötzlich auf,
und die Bergstrasse windet sich ein paar Kurven extra schön.
4-090918-paleros-gelber1 Griechenland - Westküste Hellas: Paleros,
Kenn ich vom Segeln, (lieben Gruss an Theo),
und wusste schon vorher, dass das schön wird.
Ist es auch.
Wunderschön und echt griechschich:
keine Parkgebühren auf dem schönsten Platz des Dorfes, am Hafen.
keine Verbotsschilde “no camping”
und ab dem zweiten Tag grüssen die Griechen mich wie einen Altbekannten.
5-090918-paleros-tische Souvlakia, Kokinisto, Sanganaki…,
keine Vornamen sondern lecker Küche.
Draussen sitzen bei 25 Grad, des Nachts wohl gemerkt,
man spricht viel deutsch.
Mike hat 12 Jahre in Hamburg gelebt, mit einer Deutschen verheiratet.
Er führt das Dionysos, 15h am Tag, sieben Monate im Jahr.
Seine drei Jungens sind zweisprachig erzogen, Englisch haben sie in der Schule abbekommen.
Und wie man mit Gästen umgeht, das haben sie vom Paps.

Albanien (24.Sept.09)

verfasst am 24. September 2009
1-090923-albanien-ruine Albanien, war ich noch nie.
Einreise von Griechenland auf besserem Feldweg, sehr locker, kenn ich so noch gar nicht.

Die erste Stadt
bringt den zweiten Schock:
Neubauten im Rohbau, und dann aufgegeben. Nur der Betonbauer hat hier Geld verdient. Fensterbauer, Fliesenleger und all die anderen gehen leer aus. Immer.
Welcher Touri soll denn jetzt das Geld bringen ?
Da bleiben wohl nur Einheimische übrig.

2-090923-brennender-mull Der erste Schock ?
Ganz ähnlich wie in Griechenland. Keiner hat ein Konzept für den Müll.
Er fliegt einfach auf denselben.
Die Berge werden immer höher. Eine PET-Flasche verfault eben nicht.
In Albanien gibt es eine Idee der kleinen Leute. Sie zünden die Haufen einfach an.
Und es stinkt und qualmt zum Himmel.
3-090924-brennender-berg Überhaupt haben es die Albaner mit dem Feuer.
Kurz vor der Hauptstadt steht dieser Berg weit sichtbar in Flammen.
Es nimmt keiner Notiz davon.
Die Feuerwehren auch nicht.
Ist wohl nur ein kleiner Berg
4-090924-kuh-unter-sonnendach Wo viel Schatten ist,
da ist aber auch viel Licht.

Die Albaner haben ein wirklich grosses Herz für Rindviecher.

Die haben nicht nur Ehrenplätze am Strand,
und hinterlassen dort auch ihren ganz speziellen Müll.
Eigens für sie wurden ganz besonders grosse Schattenspender gebaut.

Tirana (25.Sept.09)

verfasst am 25. September 2009
1-090925-tirana-pyramide Die Hauptstadt Albaniens erstaunt sofort.

Bunt, quirlig und vor allem jung.

Die Uni mitten in der Stadt,
und gleich nebenan das sogenannte “Blockviertel”.
Cafe an Cafe,
und sogar ein “Rockcafe”.

2-090925-tirana-hardrockcafe Der Rolling Stones Klassiker “Satisfaction” geht gerad durch die oberen Fenster,
und wir schmuggeln uns die Treppe rauf.
Keine Chance,
schmuggeln kommt ganz schlecht,
wir werden sofort zu Ehrengästen,
den einzigen,
bei der Probe.
3-090925-tirana-cafe Zu sozialistischen Zeiten war dieses Viertel nur ausgewählten Personen zugänglich.
Heute mischen sich hier Ost und West.
Zum italienischen Espresso ruft der Muezzin über den Platz.

Lifestyle,
wie er im Big Apple kaum anders aussehen kann.

4-091025-tirana-buntes-haus Und wenn man schon nicht die Plattenbauten abreissen kann,
so kann man wenigstens mal nen Eimer Farbe zur Hand nehmen.
Schliesslich ist sogar der Herr Bürgermeister freischaffender Künstler,
und sein Aufruf von überwältigendem Erfolg gekrönt worden.

Der Trend zum Zweitstrom. (25.Sept.09)

verfasst am 25. September 2009
1-090925-tirana-zweitsrom-aggegat Nur mit der Stromversorgung hier in Tirana,
da scheint wohl einiges im Argen zu liegen.
In der gesamten Innenstadt stehen unzählig viele Dieselaggregate herum.
In Toreinfahrten, in Garagen
und in Vorgärten.
2-090925-tirana-zweitsrom-kabelverteiler2 Dazu ist neben dem städtischen ein zweites, offenbar privates Stromverteilungsnetz installiert.
Locker zwischen den Baumwipfeln und Holzmasten zieren sie das Stadtbild.
3-090925-tirana-zweitsrom-kabelverteiler Und wer soviel Aufwand auf eigene Faust betreibt,
der wird wohl von der Hauptversorgung viel zu häufig allein gelassen.

Karo + Sepp (26.Sept.09)

verfasst am 26. September 2009
Montenegro, der SedloPass (1.907m),
direkt unterhalb des höchsten Berges des Landes:
Karo und Sepp brutzeln ihr Abendessen. Es gibt Gnoccis.
Sie sind auf dem Weg.
Nicht nur zu den Kletterfelsen Europas,
sie wollen bis nach Pakistan und Indien.
Karo hat ihren Job gekündigt,
Sepp hat sein Architekturstudium abgeschlossen.

Ihr VW T2 hat rund 350.000Km runter,
da sind die Kinderkrankheiten wohl endgültig ausgemerzt.

090929-karo_sepp-beide
Und wie wir so über die Welt sinnieren schwappt eine Brandungswelle ins kleine Camp am Pass.
Eine Gruppe israelischer Edel-Touristen schnuppert Bergluft.

In fünf Allradler fallen sie ein, bestaunen den Berg, aber bald mehr noch diese kleine Truppe Weltreisender.
Bitte recht freundlich…,
und dann verebbt die Welle wieder und wir sind herrlich allein.

090929-karo_sepp-reisegruppe
Den Abend verbringen wir bei Wein und Grappa, und es ist schon sehr erstaunlich, wie locker und sicher die beiden ihre lange Reise antreten.

Bei mir kommt ein gutes Stück Wehmut auf,
die beiden starten gerade,
und ich bin auf dem Weg zurück.

Natürlich tauschen wir am nächsten Tag unsere Emailadressen aus,
und ich bin gespannt wie es bei den beiden weiter gehen wird.

090929-karo_sepp-schlafplatz2

“The Challenge” (30.Sept.09)

verfasst am 30. September 2009
090930-bobotov-kuk-t1 Jetzt wird’s ernst.
20.000Km waren ruhig, beschaulich, interessant und insgesamt gut lösbar.
3 Monate waren grösstenteils gemütlich, easy going und bequem.

Und jetzt ?
Jetzt wird’s mehr als ernst,
jetzt wird’s gefährlich.
Ich sag nur: Bobotov Kuk.

090930-bobotov-kuk-stein Der höchste Berg Montenegros.
Und da hilft es auch nicht, das wir schon am SedlPass unterhalb des Berges stehen.
The Challenge!

2.511 Meter ragen hinter unserem Minicamp steil in den Himmel.

Keine Frage, das ist zu schaffen.
Nix wie los.
Direkt nach dem Frühstück, so gegen 10 Uhr. Sind ja nur ein paar Meter.
Da braucht man definitiv keine Taschenlampe, keine besonderen Trinkwasservorräte, keine warme Decke für den Notfall, und schon garkeine Wanderkarte.
Das ist doch alles für Warmduscher…

090930-bobotov-see Acht Stunden später.
Der Gipfel war toll,
erst 50 Meter unterhalb müssen wir passen, zu steil, kein Seil dabei.
Die Rückroute sollte auf jeden Fall anders sein als hin, aber welche.
Na, das war dann wohl die falsche.

Und wieso geht denn jetzt schon die Sonne unter, kann das sein ?

Wegmarkierungen mit der HandyLampe zu suchen ist mühsam.
Wie gut dass wenigstens der Vollmond am Berg erscheint und scheint.

090930-bobotov-kuk-sonnenuntergang Uppss, das ist noch weiter als gedacht.
zu Trinken ? Alles schon weg.
Ein Müsliriegel geht noch, und hilft, zumindest der Moral.
Irgendwo muss doch die Strasse sein…
Die Oberschenkel vibrieren.
Wieso kann man nicht erst bergab und dann bergauf laufen?

Ende gut alles gut.

Wir stolpern bergab, im Mondlicht taucht endlich, endlich das Asphaltband auf. Jetzt nur noch hinauf bis zum Pass.

090930-esstafel Zwei Autoscheinwerfer nähern sich von hinten, er hält neben uns.
Keine Frage, wir steigen dankbar ein. Aber wieso weiss er vom Gelben, und wieso will er ihn kaufen ?
Logo war er ihm schon längst aufgefallen, und logo will er in die Welt hinaus, aber da muss er sich ein anderes Fahrzeug suchen.

Allerdings, die Einladung ins Restaurant nehmen wir sehr dankend an, Zahlen sogar selber, schliesslich soll er keinen Grund bekommen, zur Verrechnung,
mit dem Gelben.

Knapp und knapper (14.Okt.09)

verfasst am 14. Oktober 2009
Rückreise,
und ganz wie bei Hannibal mach ich die durch die Alpen.
Schnee hatte eh noch in meinen Foto-Hintergründen gefehlt,
na also denne….
1-091014-albulapass-schnee
Mein Hannibal ist/heisst Gelb, hat 230 Pferde und ist ganz schön gross.
so um die 3,50m in der Höhe
und 2,32m in der Breite.
Und der AlbulaPass ist nur
2,30m breit.
Jedenfalls sagt dass das Schild zum Start am südlichen Punkt.
Und da steht noch etwas von “Berggrün” ginge nur bis 3,30m
in der Höhe.
Aber wer will schon nach “Berggrün”?
Wahrscheinlich irgend so ein Bergdorf.

Und die fehlenden 2cm in der Breite? Na an denen wird es schon nicht scheitern.

2-091014-albulapass-schneepause
Mit frohem Mutes
auf in den Schnee.

Der Albula Pass glänzt mit 2.300 Meter und ist selbst wohl mächtig stolz.
Sieht auch alles ganz nett aus,
aber wir kommen gerade so von 4.700 Meter über NN,
und werden ein bisschen stolz.

3-091014-albulapass-schild
Die Abfahrt geht gleich gut
wie die Auffahrt,

nur zum Schluss da droht Ungemach:
Der Tunnel aller Tunnel,
und beschildert ist der mit
“Max Höhe = 3,30m!”

Rechnerisch fehlen da locker 20cm
für die freie Durchfahrt.
Aber rein augentechnisch ?????

Zurück hab ich nun garkeine und ganz selten Lust.

4-091014-albulapass-tunnelt
‘Vorsicht’ ist ja die Mutter aller gelben Kisten,
also ganz langsam,
und wieder am Fahrerhaus hochklettern
und nen Blick Richtung Koffer wagen,
wieder ein Stückchen vor,
wieder Lage peilen,
wieder ein paar Zentimeterchen vor,
nun wieder hochklettern, am Koffer lang schielen,
es passt,
sooooo gerade,
da waren betimmt noch 1 cm Platz.
Sonst hätte ich die Luft rausgelassen.
Na also.

Nur die Eiszapfen, die haben es nicht überstanden,
weil sie überstanden.
Hab aber neue bestellt.

5-091014-albulapass-eis

Das Ende vom Lied (15.Okt.09)

verfasst am 15. Oktober 2009
091008-gsl-beim-fruehstuck Jawohl,
die Unken haben es schon von den Dächern gerufen.
Manch einer weiss schon Bescheid,
die anderen jetzt:

Ich bin wieder im Rheinland
zu Hause.

Die Rückfahrt war wirklich einfach,
und bescherte ein neues Etmal.
920 Kilometer an einem Tag,
in 12 Fahrstunden,
Durchschnitt 77 km/h.
Das geht nur in
“good old germany”,
dafür brauchts flüsterleisen AalGlattAsphalt.
Und gemässigten Verkehr.

Und ein Resumee?
Gibt es,
is auch ganz einfach:
Nochmal machen….!!!!
Aber bitte etwas weiter,
und etwas länger.

Das ist nämlich gut auszuhalten,
das Reisen.

Bilanz:
22.000 Km durch 18 Länder in 109 Tagen.
20,8 Liter Diesel auf 100Km, zu ca 50 ct/Liter.

Auspuffhalterung 2x gebrochen, Auspuff 1x neu festgeschweisst;
eine zerbrochene Kaffeetasse;
ein paar Beulen, Kratzer und Dellen in den Möbeln (durch umherfliegendes Interieur),
ein paar Kratzer und Riefen aussen am Kofferaufbau (wie immer durch Bäume, Äste und dererlei…);

und jede Menge nachdenkliche, bewundernswerte, aufreibende, überraschende, belustigende, haarsträubende, köstliche ….. Geschichten…..;

091014