Beiträge aus der Kategorie ‘Juli 2009‘

Feuertaufe

verfasst am 2. Juli 2009

Klar ich hatte schon viel darüber gelesen.
Da hiess es: auf keinen Fall bezahlen, dumm stellen, Sprache nicht verstehen, usw..

Und dann komm ich.
Und zwar mutterseelenallein gegen alle Zollbeamten mit kommunistischen Eltern.
Grenzübergang Polen-Ukraine.
Die Polen lassen mich lediglich 55 Min. in der PKW-Schlange stehen, um dann in 3 Min. meinen Pass zu kontrollieren und mich durchzuwinken. Ist ja auch nur die Ausreise.

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Dann Ukraine.
Die lassen mich nur 3 Minuten warten, aber um sich dann komplette 57 Min. mit mir zu beschäftigen.
Nacheinander nehmen sich dann rund 14 Bedienstete meines Begehrens an.
Der erste will mich zurück zu den LKWs schicken.
Versteh ich ja sofort, will ich aber nicht. Und als ich dann von “Camping” erzähle, da will er in den Koffer schauen.
Kein Problem, er staunt, und ist zufrieden.
Ich bekomme meinen Laufzettel, “Talon” wie er hier heisst.

Die nächste, eine wirklich zuckersüsse Blondine mit fescher Militärkappe und Lippenstift meint korrigierend einzugreifen. Ich sei in der falschen Schlange.
Ich “verstehe” sie nicht. Sie ruft einen englischen sprechenden ebenso gut aussehenden Typen.
Die Kinder von den beiden würden jede DSDS-Party krachen lassen.
Der entert mal wieder meinen Koffer, schaut hier und da hinein, ist ebenso erstaunt wie No1.
Fragt welche Musik ich denn so höre und ist beruhigt, als er sieht, das mein angebrochener Schinkenaufschnitt in der Kühlung lagert.

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Jetzt gehts erst richtig los. Ausweiskontrolle.
Mindestens ein Drei-Sterner auf der Schulter. Er wiederholt ständig sein ukrainisches Palaver. Ich versteh es ebenso häufig nicht.
Er zuckt mit den Schultern. Gibt mir meine Papiere ungestempelt wieder zurück.
Der nächste, er steht ein ganzes Stück abseits, winkt mich mit einer sehr coolen Handbewegung heran.
Gehorsam wie ich bin geh ich zügig hin. Er redet auf mich ein und zückt dann Kuli und irgendein Blatt, und malt darauf die zahl 500, versehen mit einem Eurozeichen.
Ich solle zur Bank auf dem Gelände gehen.
Schock. Damit hatte ich nicht gerechnet. Hatte auch nix im voraus dazu gelesen.
In der Nachbarspur ein Auto aus Norddeutschland. Seine Blondine ist wohl von hier, sie soll übersetzen.
Die Summe wär wegen des Transits. Bei der Rückreise bekäme ich das Geld wieder, oder eben auch nicht.
Der Norddeutsche meint das wäre noch günstig. In Weissrussland hätten sie vor ein paar Tagen 1.250 Euro haben wollen, bloss weil er ein paar Sack Zement dabei gehabt hätte. Er sei dann wieder zurückfahren.
Die Zollbeamten merken, dass wir Deutsche uns da doch zu sehr absprechen, und trennen uns.
Ich gehe wieder zum Zollspezi. Der bleibt cool, redet jetzt wenig, ich um so mehr.
Ich soll zu einem anderen Beamten in eine andere Bude gehen.
Der kontrolliert Pass, Fahrzeugschein, fragt unbekannte Dinge, bekommt unbekannte Antworten, und stempelt dann doch meinen Reisepass ab.
Na das hätte ich ja dann schonmal.

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Wieder zurück zu meinem Liebling. Wir geben auf dem Gelände jetzt schon ein gutes Paar ab.
Ich wäre doch nur ein Tourist und wolle das “country” sehen, die schöne Ukraine, udn ich meine jetzt nich all die Blondinen.
Er versteht wohl nur die Worte “country” und “Ukraine”, geht wieder in eine etwas abgelegene Bude, nimmt denselben Zettel und schreibt jetzt 1.000ff drauf.
Vorhin hatte er neben die 500€ auch die Zahl 10.000ff geschrieben. Also ist er jetzt auf umgerechnet 50€ runtergegangen.
Das geht. Ich fühle, das diese Summe mir die Ruhe und die Durchfahrt wert ist, aber ich druckse weiter rum, lamentiere. Ich bin gerad erst ins Training gekommen. Meine Handbewegungen sind ausladender als zu Beginn.
Und da winkt er ab, und gibt auf. Winkt mich weg und durch.

These:
Das Geld hätte ich zur Bank bringen sollen, also wissen die auch Bescheid. Und etliche andere hier auch. So sind die 500€ durch viele Köpfe zu teilen. Mir aber war dieser Betrag anfangs so absonderlich hoch, dass er damit meinen Widerstand sofort provozierte. 50€ dagegen hätte ich schon bezahlt, wenn er sie eingangs gefordert hätte. Aber das lohnt sich für ihn nicht, da kommen dann nur ein paar Euros bei ihm an.
So hebelt sich das System selber aus. Denn so wie ich werden wohl viele reagieren und anfangen zu kämpfen. Hoffentlich .

Bei der Ausfahrtwar ich dann so euphorisch, dass ich mindestens zwei weitere Kontrollposten einfach überfahren habe. Nur der letzte im Militärlock. Der sprang mir dann vors Auto.
Der wollte mich sofort wieder komplett zurück schicken, aber dafür ist der Gelbe gegen den Strom dann doch zu gross.
Was mir an Unterlagen fehlte wollte er mir auch nicht erklären. Also hab ich nen anderen Trucker gefragt.
Ich muss noch den Laufzettel abstempeln lassen.
Ab in ein grosses Büro mit ca 10 Schaltern.
Und hier weht dann nur noch die Eiseskälte der Apparatschkis aus dem Kommunismus. Keiner nimmt mich wahr, alle hängen über dumme Papiere, Kafka lässt grüssen.
Ich frage, werde nur wirsch zurückgewiesen.
Anderer Schalter. meine Papiere hingehalten.
Ich ahne es schon, wenn die jetzt feststellen, dass mein Gelber 7,5to oder sogar noch mehr hat (an Achslasten), dann werden einige Steuern und Gebühren fällig.
Schwupp zeige ich mit meinen Händen ein grosses Auto und erzähle reichlich von “Camping” und “Holiday”. Er berät sich kurz mit seinem Nachbarn, lacht, stempelt, und wünscht mir echt ehrlich ne gute Fahrt.
Uppss, was bin ich da schnell zum Military, hab ihm den Wisch hingehalten und bin raus. Bzw drin, nämlich in der Ukraine.
Auweija. das war nur der erste. Da kommen noch einige weitere, und die sind bestimmt noch chaotischer….
Egal, ich habs geschafft, ohne einen Penny zu verlieren, und ich bin mächtig stolz und bestens gelaunt. Meine Feuerprobe war die Feuertaufe.Der erste echte Grenzübergang in meinem Leben.
Asien, ich komme…..

Ich hab einiges für alle nächsten Kontrollen gelernt:
–Ich bin in Urlaub, und will mich in diesem Land als Tourist umschauen (Transit ist Käse, weil ich mich nicht für IHR Land interessiere.)
–Ich bin ganz klar verheiratet und meine Frau kommt mit den Kindern nachgeflogen. Wir machen dann zusammen als Familie Urlaub. Ich bin nur der Depp der das Auto alleine schonmal voraus fährt.
–Die internationale Zulassung kennt hier kein Mensch, alle wollen den “Autopass” sehen, die deutsche Kfz-Zulassung. Führerschein hab ich nie zeigen müssen, auch den internationalen nicht.
–Jede Türe die ich nicht selbst im Blick habe zuschliessen. Auch die Fenster. Jeden Schritt eines Beamten an meinem Fahrzeug sehr nah begleiten. Es gab da sogar ein Ablenkmanöver, denn während ich mit einer Beamtin im Koffer unterwegs war, zerrte der andere an der Beifahrertüre. Aber die war gottseidank abgeschlossen.
–Bei allen Zoll- und Polizeikontrollen die Kameras, Geld, Handy etc. gut verstecken. Also eigentlich immer, solange nicht in Gebrauch.
–Die Suche im Heckstauraum wurde sofort abgebrochen, als den Beamten als erstes eine Tüte mit (unbenutzen) Klopapierrollen in die Hände fiel. Gut so.

Die Gerade

verfasst am 3. Juli 2009

Eigentlich wollte ich bis Kasachstan nur die Autobahnen und Schnellstrassen nehmen. Obwohl ich vielmehr diese kleinen Feldwege liebe. Da besteht dann doch die Gefahr in drei Monaten nur bis Thüringen zu kommen. Aber dann sah sich diese Strecke nach Gera doch gar zu umständlich aus. Also runter von der Bahn.

Immerhin ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten die Gerade. Aber nicht so in Ostdeutschland. Ich hab noch nie in meinem Leben so viele komplett gesperrte Ortsdurchfahrten gesehen. Mein Navi auch noch nicht.

Zwei Versuche hab ich mir gegeben. Danach war ich es satt, und hab wieder die Gerade bevorzugt.

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Okay, die führte mich ziemlich vom Hauptweg ab, aber idyllisch war es.

Und als ich dann am Ende des Waldes vor dieser Schranke stand, da war das auch kein Problem. Dreikant rausgeholt und Schranke aufgesperrt (und wieder abgesperrt).

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Allerdings,

wenn das so weitergeht, dann hab ich meine Bedenken den Pamir dieses Jahr noch zu erreichen.

Service GROSS geschrieben

verfasst am 3. Juli 2009

Ich bin unterwegs zum Pamir.

Den Auftakt machte am Dienstag die TÜV Station in Geilenkirchen (what a name…).
„Ohne Mängel“, aber die Gasdruckprüfung hatte ich fast vergessen, dafür gabs den Reisestart dann letztlich erst am Dienstg.

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Nächstes Etappenziel: der MAN Service in Gera. Denn das hatte ich in der Heimat nicht mehr geschafft.

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Was muss ich erzählen ?

Die erste Geschichte der Reise handelt von den dienstfreundlichen Ostdeutschen. Bei MAN in Gera arbeiten die Kfz Meister im Schichtbetrieb. Termine bis 21h ? Garkein Problem. Ich musste nur kurz stutzen, als mein Mechaniker alles stehen und liegen liess, um seine Mittagspause zu machen. Um 19 Uhr !!

Zunächst verwehrte eine geplatzte Hydraulikleitung den Blick unters Fahrerhaus, also austauschen. Dann alle Flüssigkeitsstände checken, Ölwechsel, Kraftstoffilter wechseln und schnell bekomme ich noch vorgeführt, wie man die gesamte Dieselzuleitung entlüftet.

Noch ein paar Ersatzteile wie Keilriemen, Motoröl und Glühlampen und weiter geht’s.

Ach übrigens: ich hab einen sehr modernen LKW, denn abzuschmieren gibt’s am Gelben nix mehr.

Willkommen im Ausland

verfasst am 3. Juli 2009

Weiter gehts nach Polen.
Gutes Wetter, gute Bahn. Aber anstatt noch ein paar kleine Einkäufe in Görlitz, der letzten Gelegenheit in Deutschland, zu erledigen verpasse ich die Abfahrt und lande im Ausland.
Und das begrüsst mich sofort mit einem infernalischen Unwetter. Zwangspause.
Ein Gang in den Koffer….: oh Schreck Wassereinbruch !!!!!

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Zeit für den Hausputz. Da klebte eh noch der Schreinerstaub auf dem frischen nagelneuen und feinen Fussboden.
Da hatte ich gestern abend ganz einfach vergessen die Dachluke zu schliessen. Auweija.
Die weitere Fahrt bis kurz vor Warschau gabs dann keine weitere Überraschung. Kostenloses WLAN auf nem ganz schönen Truckerparkplatz, mit Service rund um die Uhr, aber das hatten wir ja schon. Gute Nacht.

3. Reisetag. Südlich vor Warschau/Polen, 1.260KM gefahren.

Ausreise Ukraine

verfasst am 6. Juli 2009

Auf mit munteren Hallali, es geht raus aus der Ukraine, und…
ich bekomme nen Laufzettel.
Ne, bekomm ich doch noch nicht. Ich soll in das Mini-Büro gehen.
Dort sitzt eine Kleine, die noch keiner wollte, zu dick, zu unbeholfen, und auch nicht blond.
Jetzt macht sie in Versicherungen. Kfz-Versicherungen. Hab ich aber, steht extra in meiner grünen Versicherungskarte und sie glaubt es auch.
Aber da kommt ihr Boss im AngeberSportdress. Der wills Geschäft, ich aber nicht. Dauert knapp 5 min., dann muss auch er dran glauben. Die Lady hatte es eh schon.

Dann wieder zum LaufzettelMann. Das sind quasi die Schrankenwärter bei allen Grenzen.
Very wichtig !
Und er lässt mehrfach das Wort “presenta” oder so verlauten.
Das kenn ich schon. Das heisst wohl “Geschenk”. Aber auf den Ohren bin ich locker taub, und zwar in stereo.
Ich zeige verständnisvoll aber verständnislos mit beiden Händen auf meine schwachen Ohren. Er winkt ab.

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Endlich in die Abfertigung hinein.
No.2 ist ganz locker, lacht strahlend als er sieht, dass ich aus Deutschland komme.
Auf der Rückseite des Laufzettels schreibt er die Zahlen 3, 5 und 9 untereinander. Wieviel soll ich bezahlen ????
Nix bezahlen, nur die Büros mit diesen Nummern ablaufen. Ich gehe etwas erleichtert und neugierig zugleich zu No 3.
Falsch! Der will erst als letztes dran kommen.
Ich solle die Zahlen von unten nach oben ablaufen. Hmm, mach ich gern, erklärt sich aber nicht. Anyway.
No 9 ist nur freundlich, redet ein bisschen und stempelt dann.

Okay, der nächste bitte. zu No 5.
Der Hammer, fast unpassierbar. Ein Mann der Vorschriften, wohl kaum der Korruption.
Das Problem ist schnell erklärt. Ich bin auf Transit, nicht auf Urlaub, und da kann ich mich selber fühlen wie ich will.
Ich komme aus Polen und will gerade nach Russland ausreisen, also Transit.
Ich brauche ein Transitpapier, das habe ich aber nicht. Will ich auch nicht, denn mir schwant dass das alles kostet.
Er lamentiert, zeigt mir so ein Papier, ein beschriebenes. Denn die Blankos gibts in der Stadt, nicht am Zoll.
Ich zeige mich wenig neugierig, wo ich so ein Doku bekomme. Ich fühle mich als Urlauber und nicht als Transiter, und da besteh ich drauf.
Er schlägt seine Stirn in tiefe Falten und fertigt nen LKW mal ab.
Dann ich wieder. Ja, ich steh immer noch hier !

Er nimmt wieder dieses Papier. Mein Fahrzeug sei über 6to, und da werden beim Transit Strassengebühren fällig. 1.500 Kilometer für 300 Euro.
Rund 20 vollgeredete Minuten später sind es 100 Euro. Und wenn erst mal die Verhandlung anfängt, dann bleib ich eisern bis trocken.
Mein Paragraphenreiter aber auch. Er tut sich sichtlich schwer. Ich rede von Urlaub und KEIN Transit.
Dann eine neue Stragegie: er möge doch mal einen Vorgesetzten oder so anrufen. Vielleicht wüsste der mehr und besseres….
Er winkt ab, faltet seine Stirn noch mehr, zaudert, dreht sich, windet sich…, und stempelt ab.
Aber ich kann ihm sein schlechtes Gefühl ansehen. Ich glaube, da bin ich sein Fall “Glaube vor Unrecht”.
Okay, das war knapp.
No 3 ist harmlos und in 20 sek. abgestempelt.
Laufzettel komplett. Ausreise natürlich nicht.

Ich geh zum Officer zurück, zeige stolz meinen vollgestempelten Ausweis, und er fragt nach deutschem Bier.
Diese Logik wird mir immer verborgen bleiben. Ich winke natürlich ab. Ich bin doch der Fahrer, wenn ich da Bier trinken würde, dann würde er mich doch sofort verhaften, oder ?
Er gibt vorerst auf und überstellt mich an No 6.
Der will den Gelben von innen sehen. Ist locker gründlich, und gibt ein okay.
No7 ist wohl von der Militärpolizei. Nicht mal nen Streifen hat der auf der Schulter. Ich bin etwas beleidigt mit dem Nachwuchs konfrontiert zu werden.
Er will den Wagen sehen, und zwar von aussen UND innen. Wir fangen mit den Staufächern aussen an. Er ist überrascht über meine Schraubensammlung. Von meiner Schuhsammlung weniger. Nur drei Paar.
Koffer innen. Ich fahre meine Treppe nicht runter, er muss sich hochwuchten.

Oben angekommen meint er im Dunkel des Koffers: Für 20 USDollar würde er auf die weitere Durchsuchung verzichten.
Möchte ich aber nicht. Ich freu mich, wenn ich meinen Wagen mal zeigen darf. Und die Grenzer sind schliesslich das dankbarste Publikum.
Und schliesslich habe ich Urlaub und er nicht. Aber das denk ich mir nur.

Als wir das Bad zwischen haben, und ich Zahnbürste und Duschbad auspacke, da entschuldigt er sich. Er zeigt auf seine fehlenden Streifen und meint das wäre die Vorschrift.
Ich bin sehr sehr verständnisvoll, und öffne nach seinem Fingerzeig die Wäschekammern.
Da hatte ich zwei Rotwein wirklich schlecht versteckt, und er findet sie.
Dann die Flasche Edelgrappa für die lauen Sommerabende unter dem Sternenhimmel in der usbekischen Wüste.
Auweija. Das macht meinen Junior an.
Wodka ? Wiskey ? Natürlich nicht! Er sucht auf der Flasche, kann aber nix damit anfangen. Ich nutze seine Bildungslücke und sage “Weisswein”.
Er lacht und schüttelt sich. Wie kann man den sowas trinken.
ABER !!! Mit den beiden Roten ist das die dritte Flasche Wein im Auto. Eine zuviel !
Keine Ahnung. Kenne die Freigrenzen nicht, hab aktuell auch keine Lust drauf. Er nimmt sich ne Pulle Roten und konfisziert sie.
Komisch nur, als er sie unter der Jacke weg trägt.
Immerhin, das war der vorletzte, der zu bezwingen war, der letzte schaut nochmal ins Fahrerhaus, ob ich wirklich alleine unterwegs bin, nimmt den Laufzettel, und entlässt mich zur russischen Einreise.
Zwei Stunden, das geht doch, ich bin doch auf Urlaub !

Faszit: der Rote hat dran glauben müssen. Schad’ drum, aber in Anbetracht……
Und im Niemandsland, noch vor der russischen Grenze, mache ich einen Stopp, und kümmer mich mal um meine Ladung.
Die Flasche Grappa wie etliche andere Bier- und Weinflaschen verschwinden endlich mal in den letzten Winkeln und Verstecken.
Wär doch gelacht !
Russland, jetzt DU !

Ukraine

verfasst am 6. Juli 2009

1.200Km durch die Ukraine. Einiges an MainRoad, aber auch quer durch.

Die Strassen gehen eh fast nur geradeaus, für mich immer nur nach Osten.

Durch Weizenfelder bis zum Horizont, wie in Canada.

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Gestern war die Magistrale wg. Bauarbeiten voll gesperrt.

Da musste ich die nächste Querverbindung weiter südlich nehmen.

Aber keiner hat mir gesagt, das die erst 100 (!) Kilometer weiter unten zu finden ist.

Völlig entspannt. Schonend für Motor und Nerven.

Ohne Navi, mit grober Karte (1: 3,75mio).

aber mit Kompass (im Navi…)

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Geht alles.

Und man kommt in Kontakt mit den Einheimischen.

Hier gibt es sogar noch Bahnschrankenwärterinnen. Und die kennen sich aus. Sogar auf den Strassen.

Und was wenns mal heiss wird?

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Hitzefrei für LKW Fahrer?

Keine Sorge, es hat sich keiner dran gehalten.

Der Teerbelag ist hin, und zwar überall.

Aber die zahlen bestimmt hier auch erheblich weniger Steuern und natürlich keine Maut.

Passt doch

Und die Harten ?

Na die kommen hier auch, wie immer und überall, in den Garten….

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Ein anderes Phänomen hab ich sofort vom Segeln in Kroatien wieder erkannt.

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Die jungen Mädels, zwischen 16 und sagen wir 24 sind heraus geputzt, das eine(m!) der Atem stockt.

Da geht die volta: schauts her, ich bins!

(Foto aus Kiew, und Foto aus Ukraine)

Der “Mittelbau” fehlt komplett. Die sind von der Strasse gefischt, geschwängert, und kümmern sich um Brut und Aufzucht.

Erst die Mädels ab 50, die sind wieder auf der Strasse zu sehen.

In Kittelschürze, mit Kopftuch und kaputtem Rücken und oft auch am Stock (…gehend…).

(2.400km gefahren, 6.Reisetag)

Der Glaube an die Obrigkeit

verfasst am 10. Juli 2009
090709-ukraine-kirchen-01 Wär ja ziemlich böd, wenn ich ausserhalb der Grenz-Gänge nix zu berichten wüsste. weiss ich aber doch….
Bis Astrachan, hier in südsüd Russland an der Wolga hab ich jetzt rund 4.000 Km gefahren. Manches bringt mich in Erstaunen.
Die vielen vergoldeten und extrem bunten, fröhlich wirkenden Kirchen,
und die gläubigen Osteuropäer.

Ich hab immer gedacht, wir Deutschen seien ein Volk von Bürokraten und Dienstern regiertes Volk.

Stimmt nicht ganz: so viel Anarchie wie ich mir in Deutschland ungefährdet erlaube…, da wär ich in der Ukraine oder in Russland schon längst auf dem Scheiterhaufen gelandet. Und zwar interdisziplinär.

090709-ukraine-kirchen-11 Klar versuchen sie zum Beispiel im Strassenverkehr den grossen Mann zu markieren, mit ihren Ladas und Moskvitschs. Aber es hupt kein Mensch!
Roten Ampeln wird unbedingter Respekt gezollt. Und welche Macht hier ne durchgezogene Linie auf Überlandstrassen hat ist phänomenal. Egal ob mit oder ohne Gegenverkehr, Linie kreuzen ist völliges tabu.

In Volgograd hab ich dann mal mein Horn bemüht, als mich einer zu schneiden versuchte. Der hat sofort die Notbremse gezogen. Insoweit sind sie weniger stur und rechthaberich als in WessiLand.

Aber das haben sie wohl auch in frühren Generationen gut abtrainiert bekommen.

090709-ukraine-kirchen-3 Die Allmacht der Polizei drückt sich vor allem in Strassenkontrollen aus.
Ähnlich wie neuerdings in Ägypten bauen sie Barrieren auf, die im Schrittempo zu durchfahren sind,
oder sogar alle vorbei wollenden Autos müssen stoppen, und erst nach Kopf nicken darf es weiter gehen.

Auto fahren in Osteuropa ist easy und ungefährlich.
Solange man sich an die Regeln hält.
Das hab ich in der Ukraine zweimal versäumt.

090709-ukraine-kirchen-41 Zunächst mal unwissentlich.
Ich bekam auf der Landstrasse rechts ne Spur dazu und hab sie nicht sofort genutzt, obwohl keiner hinter mir war  der mich hätte überholen können.
Kostet normal rund 50 Euro. Ein verdeckt hinter mir fahrender Polizeiwagen hatte es gesehen, hat mich überholt, und bei der nächsten Strassensperre stand er dann und lauerte auf mich.

Ich war mir keiner Schuld bewusst, sollte aber dennoch zur Bank gehen.
Nach 25 min geb er entvervt auf und liess mich ziehen. das Protokoll war schon ausgefüllt, er hats zerrissen. Mangels Sprachverständlichkeiten.
Ein Mitreisender aus Herford, mit dem CampingGespann unterwegs, kam nicht so leicht davon.
Selber Fehler. Aber er ist gebürtiger Kasache und des rusischen mächtig. Er erzählte mir, dass er “alles bare” angeboten habe. Jedenfalls das nicht versteckte. Macht 25 Euro. Aber eingesehen hat er seinen Fehler dennoch nicht. Dafür war er zu sehr deutsch. Wie ich.

090709-ukraine-kirchen-30 Zweites Strafmandat.
Ich war allein auf weiter Flur unterwegs und hatte die Orientierung verloren. Irgendwo musste es für mich doch links abgehen.
An einer Kreuzung hielt ein Moped an, und ich steuerte mit dem Gelben direkt auf die beiden zu.
Ich stand mitten in der leeren Kreuzung im leeren Land und unterhielt mich mit den beiden.
Sie gaben erschöpfend Auskunft, ich wollte losfahren, da standen sie schon. Die Herren Polizisten.
Und der Meister hatte sogar ein Foto zum Beweis mit seiner DigiKamera gemacht, als ein anderer Pkw einen Schlenker von geschätzt 15cm um meinen Gelben herum machen musste.
Er war sich seines Mandats sehr sicher. Entsprechend lang war die Diskussion.
Die Polizisten haben in der Ukraine alle so ein dickes Buch bei sich. Jede Gesetztesübertretung ist da beispielhaft mit einer kleinen Grafik dargestellt. Und es gibt hunderte davon in diesem Buch. So können sie sich den Redefluss sparen und zeigen mit dem nackten Finger nur auf das betreffende Bild. Das sieht ziemlich souverän aus.

Und jetzt ich.
Das übliche Programm: “Camping”, “Holiday”, “German Tourist”, “Ukraine gucken”, und das waren doch nur Sekunden der Verkehrsbehinderung.
Er war im Recht und ich im Nachteil. Also hat es gedauert.
Ich fragte ihn dann mal ob er englisch könne, und er antwortete ob ich russisch könne. Und da war noch etwas. Von gaaanz früher.
“Ma drug”, mein Freund, hab ich ihm zugerufen, und “Patschtalion” (=Briefträger): Darauf hat er nur geantwortet “Banki”, was soviel wie “Bank” heissen wird. Blödes Wort.
Mit dem “Ma drug” hab ich dann nicht locker gelassen, und ihn nach seinem Vornamen gefragt. “Nikolai”, hat er etwas verschämt geantwortet, und ich hab “Günther” darauf gesagt.
Aber das wusste er ja schon, er hatte ja schliesslich meine gesamten Papiere noch fest in seiner Hand.
Aber bei dem “drug” da wurde er weich. Das kam ganz gut. Dann noch zwei-, dreimal “Ukraine” und “Holiday” und so, und entlassen war ich.
Obwohl, Recht hatte er ja,
aber in Deutschland…, da wär ich auch so vom Glauben abgekommen,
von dem der eifrigen Dienstherren, und von dem der Kirche sowieso.

(10.Juli 09, 10.Reisetag; Tmax heute 34°, bedeckt, seit 9 Tagen ohne Regen, Vollmond (auch hier), r4.100 gef Km.)

Einreise Russland

verfasst am 10. Juli 2009

Wie gerne, und immer fahr ich an den LKWs vorbei. Hab extra in meinem Schaufenster (Windschutzscheibe) das Schild “Deutscher Tourist” platziert, in kyrillischer Schrift natürlich, ich bin ja nicht ….. ‘
Damit die Trucker keine Steine nach mir werfen.

Ich halte am Schlagbaum an, und es geht schon los. Der “Very Wichtig” schreit mich an. Na das wird ja heiter. Aber immerhin hat er eine ganz besonders grosse Mütze auf. Also den LaufstegPreis, den hat er jetzt schon sicher.

Ich bin LKW, basta, meint er. Der Erste, der auch mal den Kollegen anfunkt, und dann ist er sich ganz sicher. Ich gehöre auf die LKW Spur, darf aber schon als nächster LKW rein. Die Nr alleine spart mir rund 12h Wartezeit. Denn ich habs genau gesehen: die Russen lassen genau in einer Stunde einen kompletten LKW rein.

Der Rest ist schnell erzählt und dauerte vier Stunden. Davon wurde ich drei Stunden intensiv von wechselnden Beamten betreut.

Nach Geld, Presenta, oder Bakschich hat keiner gefragt.
Anschliessend war ich um reich verzierte Pergamente und unendlich viele Zettel und Unterschriften reicher. Rund die Hälfte davon wollten sie direkt wiederhaben, die andere durfte ich behalten. Wohl als Erinnerung an die umständlichste, langwierigste, aber fairste Abfertigung, die man in Europa so ergattern kann.

Und der Gipfel:
Na das war  ein Geschenk direkt an den Gelben. Er ist mal richtig und wahrhaftig ganz gross raus gekommen. Die Russen haben weder Kosten noch Mühen gescheut, und eine fahrbare Röntgtenapperatur herangekarrt. Das war ein wahres High-Tech-Monster neuester Bauart udn sicher unverschämt teuer. Die ist dann erstmal  hoch ausgefahren, hat sich mühsam in Position gebracht, hat weitläufige Absperrungen aufgebaut, und ist dann quasi als Höhepunkt ganz langsam am Gelben vorbeigefahren. Dazu hat die SuperGurke sogar extra einen ElektroAntrieb im Fahrwerk, uiuiuih.

Es hat geblinkt und gehupt. Ich musste mindestens 50m Abstand einhalten. wegen der kosmischen Strahlung und so.

Hinterher durfte ich sogar mit die Aufnahmen auf dem Pilotensitz mit auswerten. Motor ganz locker im Bild, alle Fremdheizungen, mein Bad machte einen ziemlich leeren Eindruck.
Und als sich dann meine Granaten als 1,5liter Wasserflaschen herausstellten, da waren wirklich alle zufrieden.
Und ich hundemüde.

Fit in Russland

verfasst am 12. Juli 2009
090711-2-schild-g So ist das eben:

Wenn man für den Breitensport etwas unternehmen will,
dann muss man darauf achten,
dass es jeder ganz einfach,
am besten überall und unabhängig von Altersklassen
ausüben kann.
Ganz einfach.

Und da haben die Russen eine tolle Idee gehabt (und viele andere Staaten habens inzwischen, meist halbherzig, abgekupfert…)

Die Spielregeln passen auf ne Blechtafel, erschliessen sich mir aber nicht im Detail, dass ist für mich die falsche Tastatur, ist aber auch nicht so schwer.

090711-1-schild-anleitung1 Es geht ums Müll-weit-werfen.

An vielen Strassen stehen diese Hinweistafeln.
Das kleine Zusatzschild unten weist auf die geforderte Weite hin.
Und die schwankt.
Spannung ist ja wichtig im Sport.

Trainiert werden kann überall,
Müll hat schliesslich jeder schnell zur Hand.
Allerdings mit sehr gemischtem Erfolg…

…wie man flächendeckend leider allerorten sehen kann.

090711-3-zielkreis Balljungen wie beim Tennis gibts leider nicht,
so dass die Fehlwürfe einfach liegen blieben.
Okay,
da wären wir dann auch schon beim grössten Nachteil dieser Disziplin.

Und weil eben ein jeder übt,
bleibt ziemlich viel auch liegen.

090711-6-verbrannt Egal,
probieren geht über studieren,
und rund um den Zielkreis sieht es dann auch schonmal so aus

Aber auch dafür gibts ne Lösung.

Ab und zu wirft eben einer
statt ner allseits beliebten PET-Flasche,
ein brennendes Streichholz Richtung Korb,
und schon kurze Fackel später wird das Ziel wieder sichtbar.

090711-7-myself Wenn allerdings die Herrschaften sooo schlechtes Zielwasser haben,
dann will ich DA garnicht erst reingehen.
Das ahn ich schon…..

Schoener wohnen in Kasachstan

verfasst am 13. Juli 2009
za-090714-strasse Ich bin auf der legendaeren Seidenstrasse unterwegs, Kurs Suedost. Seit Tagen.
Die Grenze hinein nach Kasachstan.
Ich lasse Europa hinter mir.
zc-090714-silhouette-2 Vorboten anderer Kulturen zeigen sich am Horizont.
Silouetten von kleinen, reichen Staedten,
in der Weite der kasachischen Steppe.
ze-090714-silhouette Magisch fuehl ich mich von ihnen angezogen.
Wer wohnt wohl da?
zg-090714-stadt-mit-dachern Je naeher ich komme, je fremdartiger das Bild.
Kleine Grundstuecke,
die Vielfaeltigkeit der Baustile,
und jedes fuer sich ein Kleinod,
ein Unikat.
Raffinierte Ornamentik.
Prachtvoll ausgestattet.
zj-090714-03-daecher-b Ich bin beeindruckt von der kraftvollen Ausstrahlung,
von dem selbstbewussten Auftritt,
und das in der Weite des Nichts.
zk-090714-ornamentik Halte immer wieder an,
wandere durch vier, fuenf Siedlungen,
bin fasziniert.
zm-090714-pyramide Erkenne Einfluesse weit entfernter und laengst vergangener Kulturen.
zq-090714-taj-mahal-m-gelb Wer hier baut,
hat seine Ruhe gefunden…
zx-090714-v-blick
zz-090714-z-mit-mir-im-schattenriss … und wenn es seine letzte ist….

Mitreisende

verfasst am 13. Juli 2009
090714-franz-r4-a Ich hatte schon laenger drauf gewartet.
Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu sehr Mainstream.
Fahre um die beste Reisezeit, und in die bevorzugte Richtung,
naemlich Richtung Urlaub.

Da fahren halt alle Mitreisenden den gleichen Weg und zur selben Zeit.
Da wird zufalliges Treffen schwierig.
Das laeuft dann auf ein ueberholen, oder ueberholt werden hinaus.

090714-franz-r4-b In Usbekistan hab ich sie dann getroffen.
Mitreisende.
Guilaume, Jeremy und Jean-Babtiste
alle um die 21 Jahre alt, alle aus der Naehe von Paris
und mit einem R4 und reichlich Gepaeck unterwegs.
Auweija.
Da war ueberholen nicht so schwer.

Aber allen Respekt.
Sie wollen ankommen,
und haben viele kleine Portionsflaschen Rotwein an Bord.
Fuer die Helfer am Wegesrand, ein Medoc, versteht sich.

090714-franz-r4-c In Astrachan wollten sie das kaspischen Meer sehen,
aber ein paar Muecken waren dagegen.
Ihr naechstes Ziel ist der AralSee,
und die gestrandeten Schiffe.
Taschkent wird ihr Wendepunkt sein,
dann gehts tutto completto retour.

Das war schon magic,
wie wir da inmitten von garnix,
auf der miesesten Strecke von 5.500 Km
einfach in Strassenmitte anhalten und Kaffeepause machen.
Ein Auto pro Stunde,
da haben wir dann gleich aus der Piste nen Parkplatz gemacht.
Und nen Blog haben sie auch:
http://4l-routedelasoie.e-monsite.com

Geht das ?

verfasst am 14. Juli 2009
090712-1-trinken So allein auf Reisen,
da bleibt viel Raum,
auch Raum sich selber aufzufallen.

Und das passiert dauernd,
manchmal komisch,
manches seltsam.
Anderes faellt schwer zu diskutieren.

Vielleicht kann ich dies oder jenes hier mal an die grosse Glocke haengen,
wo ich allein nicht weiter komme.

Beispiel PET Flasche.

090712-2-pet-aufschneiden Ich bin sportlich eher ein Nichtschwimmer.
Allerdings mit DLRG Zertifikat.
Immerhin, am Wettbewerb der Russen moechte ich mich nicht beteiligen, zu unsportlich.
Ich sammle lieber, und zwar bis zum Schluss, eben deutsch.
Alles was ich leer trinke wird verstaut.
Nu hat das allerdings schon meinen Staurrahmen gesprengt. und da kam mir eine heisse Trickser-Idee.

Wenn ich dieses Reich-Mach-Pfand dann in vier Monaten einsacken will,
dann scannen diese bloeden Automaten doch nur einen rollfaehigen Barcode, oder ?
Ich muesste also alle Flaschenboeden rausschneiden duerfen,
und durch dieses russische Maedelmuster
(eine steckt in der anderen, wie heisst es noch gerade richtig…???)
irre an Raum gewinnen.

090712-3-pet-fertig Oder merken das diese bloeden AutomatenScanner ????
Ich bin ratlos, und kann es auch nicht diskutieren.
Nicht mit den Russen, mit den Kasachen nicht, und den Ukrainer schonmal garnicht,
die sind alle viel zu sportlich……

Gefunden

verfasst am 15. Juli 2009
090716-reinhard-m-rucksack Wir hatten schon Email Kontakt seit letzten Jahres.
Internet sei Dank, wussten wir von unseren aehnlichen Reiseplaene fuer den Sommer 2009: Pamir.
Drei- vier Emails hin und her.
Ein Telefonat zwischen deutschsprechenden Menschen.
Zwei sms,
und so treffen wir uns locker in Chiwa, 6.000 gefahrene km ‘from home’.
090716-reinhardmyself Mein Handy hatte schon vor der Feinabstimmung den Geist aufgegeben,aber was heisst das schon.
So laufen wir uns eben ohne besondere Vereinbarung zwischen den alten Steinen in Chiwa an der Seidenstrasse einfach so ueber den Weg.
Mindestens die naechsten drei Stunden waren dann die Steine auch egal.

Aber als wir dann 500km zusammen gefahren sind,
und in Buchara beim Bier heraus kommt,
dass wir beide Napoleon XIV.. kennen, moegen, und auch diesen Track noch pfeiffen koennen,
(”They coming to take me away, haha, hihi…”)
da ist mir klar, das koennen ein paar besondere Tage werden.
Mit Reinhard/Oesterreich und mir.

Tmax heute: 42°; leichter Wind, der bei der Temperatur allerdings wie ein Heissluftfoehn ankommt, nicht unangenehm;
Wolkenlos; Regenfrei seit 14 Tagen; bisher 6.400km gefahren; 17. Reisetag; Dieselpreis noch aus Kasachstan 29ct;

PPS in eigener Sache:
Nachdem mein Handy unrettbar verloren ist, und jetzt auch hier mein Zugang zu meiner StratoMailbox geblockt wird, bleibt nur noch www.guenther_sl@web.de.

Reifenschutz

verfasst am 15. Juli 2009
090711-der-gelbe-t Andere Erfahrung:
Ich hab oefters darueber nachgedacht, ob es nicht sinnig waere,
den Reservereifen unter einer hellen Huelle zu verstecken.
Gerade in kasachischer oder usbekischer Sonne bekommt der echt was ab.

Anderseits:
Find ichs schon ziemlich spiessig, so eine EinpackWeste fuers Reserverad.
Das erinnert mich doch zu sehr an unsere hollaendischen Freunde und ihre Camper.

Aber….
Kein Problem:

090711-weisser-reifen Mann/Frau muss nur genug spassige Pisten cruisen,
und schon hat das Reserverad seine Patina,
die noch zudem in der Lage ist,
die Sonne zurьck zu werfen.

Ergo:
egal wann der Gelbe gewaschen mal werden sollte,
die Reservereifen bleiben unangetastet.

Desaster in Rot und Nuss

verfasst am 15. Juli 2009
090713-1-steppe-gelb-t Kein ordentlicher Blog,
der nicht nach der Gunst seiner Leser schielt.
Und womit faengt man den Verehrten ohne Umschweife ?
Richtig. !

Mit den Mastern of Desaster.
Es gilt also von Katastrophen zu berichten.

090713-2-kiste-n Okay,
ich bin jetzt knapp 6.000km unterwegs.
Davon waren rund 200Km heftig.
Die Muehle rappelte, dass es einem im Herze quaelte.
Anderseits sieht der Gelbe eben auch genau so aus,
das er es wegsteckt.

Hat er auch.
Und zwar ziemlich souveraen.

090713-3-kiste-g Deshalb gibts auch keine Desaster.
Garkeine ?

Nunja,
eins von einer etwas anderer Sorte.
Naemlich der Roten.
Bruch im Heckstauraum.
Ein Pastaglas,
was ne Sauerei.
Nebenan die Tomatendose war auch schon aufgeplatzt,
aber es ist hier so heiss, die sind eintrocknet bevor ich sie entdeckt hatte.

090714-desaster-nusspli-1 Aber es kommt noch doller….

Desaster No2.
Der DoppelblindTest geht nicht mehr.
Mein ReferenzNusspli aus den neuen deutschen Bundeslaendern,
hats aus dem Oberschrank gerissen.
Weil der den Riegel nicht halten konnte.
Was ne Sauerei.

090714-desaster-nusspli-2 Dabei haette der Schaden weiss Gott groesser sein koennen.

Immerhin hats rund 10 Dosen und Glaeser kullern lassen.

Aufgewischt,
weggemacht.
Kein Problem ?
Sag ich doch !
Aber sorry Heike,
ich brauch ein neues…

Alte Zeiten in Chiwa

verfasst am 15. Juli 2009
090715-b-chiwa-medrresse Ich finde es schon verwunderlich,
wie unvollendete, oder gar abgebrochene Arbeiten Weltruhm erlangen können.
Bei Schubert kennen wir das, von Mozart auch,
und ich hab mir jetzt den halben Versuch in Chiwa angeschaut..
090715-a-minarett-t Er sollte ein besonders hohes Minarett für seinen Auftraggeber bauen.
Bis in das 500km entfernte Buchara sollte es sichtbar sein.
Da tat der Baumeister wohl weise daran, den Versuch nicht erst wirklich gross werden zu lassen..
Er hat schon nach 26 Metern abgebrochen.
Das wurde ihm vom Auftraggeber wohl übel genommen.
Jedenfalls hat der Architekt seinen Versuch nicht überlebt.
Dabei ist der Anfang durchaus auch sehenswert.
Und weltberühmt ist er auch geworden.
In Chiwa, Usbekistan, an der Seidenstrasse.
090715-c-tor-mit-myself Inmitten einer sehr kompakten und wunderbar in Schuss gehaltenen Altstadt.

Für mich war es jedenfalls etwas ganz besonderes.
meine erste Begegnung mit dem Orient,

ein Glücksmoment für mich,
nach der kasachischen Steppe und der usbekischen Wüste
ein Stückweit angekommen zu sein.

Auf die gleichnamigen O.Teppiche wollte ich meine Allgemeinbildung ja auch nicht beruhen lassen.

090716-teppich-schruben Und als ich im Internetanschluss dieses fast vergessene Tonwahlpiepsen eines Modems hörte,
da wusste ich, das ich mitten drin in einer sehr langen Zeitreise unterwegs bin.

Jetzt ist es zu spät.

verfasst am 16. Juli 2009
Bitte nicht zu vergessen Buchara.
Auf der Seidenstrasse,
in Usbekistan.

Kommt für mich nach Chiwa, und vor Samarkand.
Ich habs als Stadt der Teppiche empfunden.

090717-03-medresse
Die Medressen kenn ich ja jetzt schon,
sind auch stattlich,
und sogar noch in “Gebrauch”.
090717-04-mann-vor-altem-stein
Aber ich schau eh am liebsten was so auf den Strassen los ist.
Und Buchara gibt sich da einiges.
090717-06-frauen-m-schirm
Selbst die Jugend gibt sich posenhaft als Motiv her, 090717-08-zwei-vor-den-vier-minaretten
oder wollten sie nur ne Abwechslung von ihrem Job?
Sand schippen.
090717-10-jungs-schippen
Jetzt sind wir schon in den Fan Mountains,
und da denk ich dran
und habs natürlich vergessen.

Wieso hab ich nicht längst meine Auslegware im Gelben weggeschmissen,
wo ich doch an der Quelle der Knüpfkunst angekommen bin ?

090717-12-teppiche

Die erste Echte.

verfasst am 17. Juli 2009
090717-b-gekippt-tt Wir wollen raus aus den Staedten, rein in die Natur.

Kurz noch Tanken, und der erste Pass ueberhaupt auf meiner Tour, 1.100m.
Tolle Landschaften in sanften Hügeln.
Aber was jetzt?
Der Gelbe verliert hier schon Leistung. Ruckelt, stottert.
Und geht aus !
Auweija.

Aber halt, ich hatte einfach vergessen den Tank umzuschalten, und hab lediglich den fast leeren gerade ganz leer gefahren.
Kein Sprit mehr.

090717-e-gekippt-n Kein Problem. Gerade erst beim letzten MAN Service in Gera haben mir die Jungs gezeigt wie’s entlueften geht.

Fahrerhaus kippen und ganz souveraen die Handpumpe frei drehen, die Dieselleitung mit dem 19er loesen und feste Pumpen.
Fahrerhaus wieder zurueck kippen,
Anlassen…..
geht nicht.

Okay, das war wohl zu halbherzig. Nochmal das Ganze.
Naechster Versuch,
geht immer noch nicht.
Hmmm.

Fahrerhaus zum Dritten kippen und jetzt?
Da hält ein Usbeke,
wahrscheinlich mit seinem Sohn,
und kommt auf uns zu.

090717-gsl Er sieht, dass ich mich mit dem Entlueften rumplage.
Ich fuehle mich noch sicher genug und gebe zu verstehen,
dass wir keine Hilfe benoetigen,
aber er laesst sich nicht abweisen.

Was ein Glück.

090717-z-fertig-sm Mit ziemlicher Leidenschaft und sehr zielsicher hoert er in die Dieselleitungen hinein.
Und tatsaechlich: es pfeift.
Er loest die Haupteinspritzleitung, entlueftet und schliesst.
Immer noch nix.
Jetzt wird es rabiat:
bei gekipptem Fahrerhaus soll ich den Anlasser orgeln lassen, und er oeffnet und schliesst nacheinander alle sechs Einspritzleitungen zu den Zylindern.
Und gerade als er die letzte Leitung entlueftet,
da will der Gelbe auch wieder.

Da waer ich allein wohl nicht drauf gekommen. Das haette ich mich nicht getraut.
Und jetzt ist ein Bier faellig.
Junior ist der Fahrer, und steckt sich die Pulle ein,
wir anderen lassen es im Schatten zischen.
Uiuih, das war ein gelungener Auftakt für die vielen Paesse die da noch kommen.
Bis knapp 5.000m.

ImmodiumTage

verfasst am 19. Juli 2009
090718-immo-a Gehört wohl zum Ankommen irgendwie dazu.
Glaub ich.
Es war der Salat in Buchara,
und die lockere Unbekümmertheit eines Amateurtravellers.

“Peel it, cook it, or forget it.”
Kennt jeder, weiss jeder,
aber wenns so lecker aussieht.

Na es traf sich jedenfalls blendend, dass ich genau diese Kulisse zum Abhängen hatte.

festmah-bahodir 1,5 Tage, dann gings weiter nach Samarkand,
ins weit bekannte Bahodir
(Lonely Planet sei Dank…).Und obwohl die Küche schon geschlossen meldete,
gabs gesalzenen Reiss, Brot und Melone: wunderbar.

Alles gut.

Angekommen.

Was soll da nach GelbPanne
etc denn noch kommen ?

Nix,
ausser grandiose Landschaften mit verwegenen Typen.

Keine Energieverschwendung.

verfasst am 20. Juli 2009
090720-1-registanplatz-at Marc aus Aachen.
Ich habe seine Reiseberichte von ihm und seinem Freund Roger verschlungen.
(http://www.lost-satellites.de)
Und er hat eine interessante These postuliert:
Wenn unzählige Touristen vor unzähligen Denkmälern unzählige Fotos machen. Dann sehen die in der Regel ziemlich gleich aus.
Der schiefe Turm bleibt schief, Angkor Wat bleibt hauptsächlich grün, und die Grabbeigaben in Luxor bleiben verschwunden.
Ergo: alles Energieverschwendung.
Jedes Foto-Klick, ein Klick zuviel.
Da kann man doch gleich das passende Merianheft, das Internet oder die zugesandte Postkarte von vor vier Jahren zur Hand nehmen.
090720-2-registanplatz-t Was bin ich froh:
Hier in Samarkand wandle ich natürlich auch zum RegistanPlatz.
Im Prinzip der Schulhof des 14 Jhrdts.
Nach und nach erweitert, wahrscheinlich wegen geburtenstarker Jahrgänge.
090720-3-registanplatz-maedels-2 Und nun komm ich an diesen Platz, schiele verlegen auf meine Kamera, weil Energie sparen ist ja ne urdeutsche Angelegenheit,

da hüpft mein Herz.
Lauter attraktive und bezaubernde Gründe neue Energie aufzubringen:
Mädels.
In Hülle und garnicht Fülle.
Soweit Auge und Verstand reicht.

090720-4-registanplatz-maedels-3 Hunderte Gründe für ein völlig neues Fotoklick.
Allein die Kleiderauswahl:
anmutig, verführerisch, aufregend.
090720-5-registanplatz-maedels-4 Dazu die alten Schulgebäude als Deko für den Hintergrund.

Irgendwie erklärt sich dieser ganz besondere Auflauf dann auch:
das sind die Proben fürs Musikfest in vier Wochen.
Okay, vielleicht komm ich ja nochmal wieder…

Nachtrag Russland

verfasst am 20. Juli 2009
090711-roentgen-i Dann ist es mir doch noch gelungen,

quasi beim rausfahren aus Russland.

Diese RöntgenMobile haben die Russen wohl an allen Grenzen aufgestellt.

Bei der Ausreise war ich Ihnen nicht so wichtig,

und ich bin eh in der All-Time-Datenbank gelandet.

090711-roentgen-ii In der Kategorie:

“Harmlos”,

of course….

Letzte Tanke Usbekistan.

verfasst am 21. Juli 2009
Schon unter den Travellern in Samarkand geht die Runde: Tanken in Tadschikistan ist teur, die haben kein eigenes Öl.
Also, hoch die Tassen, noch vor der Ausreise.
Unsere Wahl fällt auf eine kleine verträumte Station hinter rotem Tor und grünen Büschen.

Der angeschlagene Preis geht in Ordnung 1.040 Sum,
also rund 53ct.
Reinhard gibt seine Geldreste,
30.000 sum, und es werden 27 Liter.

090721-a-tanke-t
Völlig verdutzt sehen wir,
wie einer der herumstehenden Jünglinge sein Stühlchen heranzieht,
die Handkurbel greift und ganz munter 27 Liter aus den Tiefen der Tanks mit Muskelkraft heraufzieht,
damit sie in den Gelben plätschern können.

Eine Schaumkrone kann sich da auf dem Sprit erst garnicht bilden.

090721-b-tanke-gelb-an-kurbel
Und wie stehts mit Dollar ?
Umrechnung praktisch wie sonst auch, 1.850 sum für einen Dollar.
Damit sinkt der Dieselpreis für uns Eurokunden weiter auf 45ct.
Fühlt sich doch gut an,
und die Tanks des Gelben könnens vertragen.
Kurzum, wir geben einen Folgeauftrag.
Wir möchten dann nochmal 300 Liter, bitte sehr.

Na da fühlte sich aber die Jugend gefordert.
Das geht jetzt im Schichtdienst, Wechsel alle fünf bis neun Minuten,
je nach Kondition des Schwengelers.

Gedauert hats, aber wir haben ja Urlaub.

090721-c-tanke-lachende-runde
Und zum Schluss kommt dann noch El Cheffe…
und meint, Junior habe alles ganz falsch gemacht, der Wechselkurs zum Dollar sei nur 1.800 und er möchte noch gerne 5 Dollar nachhaben.

Hmmm, da ist er eindeutig an die Falschen geraten.
Das hab ich ihm versucht zu erklären.
Schliesslich bin ich dann mal prophylaktisch vom Dieselkauf zurück getreten,
und hab die Jungs gefragt, ob sie auch andersrum kurbeln könnten,
den Sprit aus dem Gelben wieder in ihre Tanke.
Die haben gelacht,
ich nicht.
Mir ists ernst.
Und El Cheffe auch,
der will seinen Nachschlag.

090721-d-tanke-kurbel
Naja, vielleicht hab ich dann den guten Stil etwas verloren, bin lauter geworden,
hab gefragt,
wer er denn er überhaupt sei,
die Preisabsprachen wären mit dem Junior im Gelbhemd getroffen worden.
Alles paletti, oder ?
Da hat Cheffe eingelenkt,
er drohte wohl sein Gesicht in der Runde etwas angeeckt zu bekommen.
Happy Ende, kein Nachschlag.
Alles gut.
Wie praktisch immer,
hier in ZentralAsien.
090721-e-jungens-im-halbkreis1

Ausreise Usbekistan

verfasst am 21. Juli 2009

Das Schreckgespenst “Registrierung” geht die Runde.
Der Hotelist vom Bahodir in Samarkand besteht händeringend darauf, dass ich mich durch ihn registrieren lasse.
Und in den kleinen Staatsparagraphen stets wohl auch drinne. jedes Hotel macht es.
Und ich ? Vergess sie.

Die Grenzstation selbst? Sehr verträumt.
Etwas verlegen um neue Besucher, weil sooo leer.

090721-ausreise-usbekistan
Kein Problem wir kommen ja schon.
Und sind in 40 Min. auch schon wieder durch.
Easy coming, easy going.
Der Blick in den Koffer? Obligatorisch. Nicht weil nötig, sondern weil spannend.
Sogar nach dem Preis für solch ein Fahrzeug fragen sie. Da ist tief stapeln angesagt.
Und weiter sind wir.

Einreise Tadschikistan

verfasst am 21. Juli 2009

Was sind hier junge Jungs unterwegs. Kaum 29 Jahre alt, und so freundlich.
Ihr Chef wirkt wie der Vater der Bande. korrekt, höflich und kontrollierend.
15 Minuten brauchen wir für die Stempel. Na das ging aber hurtig,
und vor lauter Freude fahr ich die “Customs” Leute nieder und steh schon an der letzten Schranke.
Zurück Marsch Marsch.

Sorry, sorry.
Aber alle bleiben freundlich. Aber es gibt da ein Problem,
neben weiteren Formularen möchten der Herrschaft doch etwas Geld.
Mmhh, warum, wieviel ?
Für die ersten fünfzehn Tage in Tadschikstan 100 US Dollar, dann weitere 100 US Dollar, und…
Da nutzt es auch nix, dass ich Ihnen glaubhaft machen kann, dass der Gelbe allerhöchstens 3,5to wiegt.

Vom Geld weiss ich nix, trotz ausführlicher Internetrechersche.
In einer dreiviertel Stunde bekommen wir es erklärt.
Und es stimmt wohl auch. Der Dienstmann ruft eigens eine deutsch sprechende Bekannte an,
die Quittung wird uns sofort in Aussicht gestellt,
und ich erinner mich dann doch: “Zurken” (Jürgen Hensges) hatte in seinem Blog auch von diesem “Eintrittsgeld” gesprochen.
Also dann muss es wohl sein.
100 Dollar fürs erste.
Keine Korruption, sondern eine komische Vorschrift für Leute mit dem eigenen Auto.
Vielleicht eine Initiative des Taxifahrerverbandes……

Später sehen wir, dass der Tauschkurs für Euro etwas besser ist, als der für Dollar.
So wird sich die Summe vielleicht doch noch etwas reduzieren lassen,
mal schaun.

Prolog.

verfasst am 22. Juli 2009
090722-fanm-03-berge-m-schnee Tadschikstan wir kommen,
langsam,
aber neugierig.
Zunächst mal direkt hinter der Grenze rechts ab:
Die Fan-Mountains.
Zum Einüben.

Die Seven-Lakes-Tour.
60Km Sackgasse mitten hinein in die Berge.

090722-fanm-06-schraeger-gelber Der Gelbe darf ein bisschen hüpfen
und auch auf der Kante spazieren fahren.

Geschwindigkeit?
7 Km in einer Stunde.
15 Km in zwei Stunden.
Zu Fuss wäre ähnlich schnell,
aber ohne den ganzen Rotkohl, Orangensaft, Sauerkraut etc..

090722-fanm-07-kindergruppe Fast ein bisschen lang unterwegs an diesem Tag.
Es wird schon Dunkel.

Die Einladung des Dorfes auf ihrem Marktplatz zu übernachten lehnen wir dann doch freundlich ab,
und fahren noch ein kurzes Stück weiter.

In zwei Km soll sowieso die Strasse aufhören.

090722-fanm-09-ubernachtung Am nächsten Tag sieht dann doch unser improvisierter Übernachtungsplatz ganz hübsch aus.
Laut war er eh.
Aber das hilft beim Einschlafen.
090722-fanm-14-berge-m-schnee2 Nächster Morgen?
Auto stehen lassen,
zu Fuss weiter.
See No 7 wartet.
Auf der Seven-Lakes-Route in den Fan Mountains.
Umgeben von gut 4.000ern mit ihren letzten Schneekappen.
090722-fanm-15-babgang-oberer-see
090722-fanm-17-m-see-t Uiuih, was ne feine Trecking Tour.
Und das Licht,
und die Sonne,
und dieses Türkis,
und..,

Fans der Fan-Mountains.

verfasst am 22. Juli 2009
Wir gondeln langsam die
“Seven-Lakes-Tour” zurück.

Die Strasse setzt Grenzen,
aber diese Landschaft lässt auch nicht los,
will nicht loslassen…,
wir auch nicht.

090722-fanm-10
Hier, rund 50 Km entfernt von der Zivilisation sind die Menschen scheu.
Die Mädchen nehmen die Hand zum Gesicht, um es chinant zu verbergen.

Aber allein ein Winken,
oder ein Griff mit der rechten Hand zum Herzen,
“Salam”,
vermag die Barriere in MilliSekunden zu brechen,

alles lächelt,
zeigt den Daumen nach oben,
winkt zurück.

Entfernte Welten treffen sich,
so nah….,
so spontan…,

“One World….”

090722-fanm-18-esel-a-bruecke
Die Rückfahrkamera produziert Bilder wie aus dem Fernsehen.

Aber er ist nah,
dieser reissende Schmelzwasserfluss,
rund 3 Meter,
direkt hinter uns.

090722-fanm-19-rueckfahrkamera
090722-fanm-20
Weit kommen wir nicht auf unserer Rücktour
14 Km,
und wir campieren an See
No 4 oder 5.
Dringende Reparaturen stehen an.
090722-fanm-21-saeco-t
Die Saeco will nicht mehr.
Zuviel Wasser ist durch die Rüttelpisten in die Bohnen geraten und hat sie weich gemacht.
Das Mahlwerk rührt nur noch in einem Brei.

Stunde später,
und ich verkoste den ersten doppelten Expresso…, geil !

090722-fanm-22-saeco-n
Wieder ne Stunde später,
ich hab landestypisch gekocht:
Rotkohl, Semmelnknödeln und Schweinegulasch.
Wir sind schliesslich eine österreichisch-deutsche Fahrgemeinschaft.

Das soll alles “The Pamirs” noch steigern können?
Reinhard meint ja.
Ich nehm ihn beim Wort.

(Tmax heute = 28° auf 2.400m Meereshöhe,
leicher Wind, Fotowolken,
Tmax FlussWasser = 6°, bbrrrr)

090722-fanm-29-abendessen1

Getreidekomprimierer

verfasst am 23. Juli 2009
Da ist noch ne nette Episode aus den Fan Mountains nachzutragen.
Auf dem Weg in die Berge lag ne Menge Stroh auf dem Asphalt herum.
An sich kein Problem, der Gelbe kann ja auch locker neben der Strasse fahren. Aber die kleinen Steinhaufen waren schon irgendwie komisch.
Und als ich so am Lenkrad drehe, da gibts aussen ein Geschrei.
1-090723-getreide-gesperrt
Ich möge doch bitte gerne mittendurch fahren.
Achso, der Gelbe als Getreidekomprimierer.
Das kann er bestimmt besonders gut.
Allein seine Reifengrössse ist so ziemlich das breitste was hier so rumfährt.
2-090723-getreide-von-innen
Und weil wir eben auf Urlaub sind,
setzt ich auch gleich noch mal zurück, und fahr eine Reifenbreite weiter rechts nochmal durchs Stroh.
9 Tonnen durch vier macht gut 2 Tonnen Druck pro Reifen,
das nenn ich ganze Arbeit
3-090723-getreide-raeder-g
Und womit keiner gerechnet hat,
ich fahr noch ein drittes,
ein viertes,
ein fünftes mal drüber,
bis das der Berg verschwunden ist.
Da lacht Herr Bauer,
und ich darf sogar ein Bild von seinem strahlenden, allerdings fast zahnlosen Lächeln machen.
Wir sind in Asien.
4-090723-getreide-mann

Tunnelhorror

verfasst am 24. Juli 2009
090723-tunnel-0-anfahrt Ich bin unterwegs auf der wohl wichtigsten Nord-Süd-Verbindung ganz Tadschikistans:
von Taschkent/Usbekistan nach Dushanbe.
Die Strasse muss die “Hisor Range” überwinden. Eine Gebirge bis knapp 5.000m.
Statt einer 66Km Passstrasse wird seit einiger Zeit an einer neuen Tunnelstrasse gebaut.
Tunnellänge auf dem Scheitelpunkt rund 5Km.
Und die Geschichten um diesen Tunnel erreichten mich schon lange vor Reisestart in Deutschland.
Auweija.
090723-tunnel-1-hauptroute Ganz in echt:
so genau sieht die Tunneleinfahrt aus,
ein riesiger SchlammSee,
Betonsilo rechts, Baufahrzeuge aus China. Schotter der groben Sorte.
Die haben den sehr unfertigen Tunnel wohl schon freigegeben
(in Europa völlig undenkbar)
weil die Passstrecke auf 3.300m Höhe geht
(ebenso in Europa nicht vorhanden)
und seit 2 Jahren nicht mehr gewartet wird.
090723-tunnel-2-haupt LKW der rote rechts,
fast bis zur Achse + Stossstange im See versunken,
der blaue LKW gegenüber wartet auf mich,
dass ich durch den See durch bin,
den er fährt in Gegenrichtung genau in meiner Spur,
nen anderen Weg gibt es nicht.
090723-tunnel-3-einfahrt1 Einen Moment später,
jetzt erst seh ich die Tunneleinfahrt….
ein schwarzes Nichts.
Innen ist der Tunnel noch völlig im Rohzustand,
Ganz gut zu fahren,
so mit 10 km/h,
bis auf die Pfützen.
Wasserflächen, oft 50 Meter lang.
Dann sieht man leider die tiefen Löcher im Boden nicht mehr,
und schlägt entsprechend auf.
Geparkte, unbeleuchtete Autos von Baustellenleuten mitten im Tunnel,
kaum DeckenLicht,
und ein Slalom zwischen arbeitenden Betonmaschinen,
natürlich unbeleuchtet, aber man kann sie gut hören.

Mitten im Tunnel hab ich angehalten,
Motor aus,
und mal meine Lufthupe getrötet,
ein Wahnsinnsnachhall.
Schade, dass ich nicht mehr als einen Ton kann.

090723-tunnel-4 Tunnelausfahrt.
Vor lauter Dieselabgas sieht man in der diesigen Luft wenig.
Ganz rechts unten erkennt man Arbeiter,
ohne Licht,
sie spazieren im Tunnel.
Haben immerhin Gummistiefel an.
090723-tunnel-5 Gegenverkehr ?
Achso, es gibt ja kaum welchen….
Hier in Tadschikistan ist der Autoverkehr wenig entwickelt.
Im ganzen Tunnel haben wir lediglich ein anderes Fahrzeug gesehen.
So gesehen können die Chinesen sich mit dem Strassenbauprojekt Zeit lassen.
Man kommt ja schon durch, irgendwie….

Dushanbe

verfasst am 24. Juli 2009
Dushanbe.
Hauptstadt Tadschikistans.
Ich bin nicht so der Stadttyp,
auf Reisen jedenfalls nicht.

Man merkt schnell, dass hier der Präsident wohnt.

090724-dushanbe-1-praesident
Polizeistreifen,
alle 200 Meter.
Touristen bleiben unbehelligt.

Die Strassen sind müllfrei.
dafür sorgen Nacht für Nacht
viele dutzende Reisigbesen.

Parkanlagen, Springbrunnen, schattenspendende Alleen,
breite Boulevards.

Rechts das Theater der Stadt.

090724-dushanbe-2-theater
Ich setz mich ins Segafredo,
schlürfe nen doppelten Espresso
und nutze den kostenlosen WLAN.

Wer als Europäer in Dushanbe landet, erleidet keinen Kulturschock,
es ist fast alles wie zu Hause.

Nur die Preise erinnern ans asiatische Ausland:
Espresso 0,50€,
Mochito Cocktail 1,50€,
Vier Gänge Menue 1,70€.

Schachlik ist gern genommen.

090724-dushanbe-3-schachlik
Abends setzt in den Parks die grosse Party an.
Musik, auch live,
viele Kinder auf Skates,
Ghettobluster und verliebte Päärchen.

Tmax in Dushanbe 38°, wolkenlos, TNacht 30°;
bisher gef.: 7.500Km;
25.Reisetag;

090724-dushanbe-4-big-bear

unterwex zum Pamir

verfasst am 26. Juli 2009
090727-zum-pamir-1-schelchter-weg Raus aus der Stadt,
wozu bin ich denn hergekommen ?

Die Wahl fällt auf die südliche Route über Kulob zum Pamir.
Sie ist zwar etwas länger, soll aber besser in Schuss sein.

Für die ersten 340km stimmt das auch.
Aber dann gehts rund.

Mehr als 20Km in der Stunde gehen nicht mehr.

090727-zum-pamir-2-bruecke … über Wasser

… durchs Wasser,

das Angebot für Offroader
ist reichhaltig.

090727-zum-pamir-3-furt
090727-zum-pamir-4-grenzfuss Wir treffen auf den Fluss Panj,
und damit auf die afghanische Grenze.
090727-zum-pamir-5-entg-lkw Die erste Militärkontrolle.
Der Soldat nimmts gründlich, schaut in jede Schublade. Er sucht nach Waffen.
Dann fragt er locker nach Sexvideos. Habe ich beides leider nicht.

Beim rausgehen vergisst er sein Sprechfunkgerät.
Bei der nächsten Pause finde ich es
und denke es ist eine gute Idee einen entgegenkommenden LKW anzuhalten und es ihm mit zu geben.

Hmm, war keine gute Idee…

090727-zum-pamir-6-minenschild Ab sofort werden wir steckbrieflich gesucht.
Die Gelbe Tour wird höchstwachsam verfolgt und per Funk weitergegeben..
Wirklich jede Militärkontrolle zwingt uns zum Stopp, fragt nach dem Funkgerät.
Mehrfach reichen unsere Beteuerungen nicht, und wieder eine Durchsuchung.
Langsam wird klar:
wenn das Gerät in afghanische Hände geraten würde,
dann könnten die locker auf einfache Weise den tadschikischen Funkverkehr abhören.
Uiuih.
Vielleicht ein Stoff für den nächsten 007, aber wir werden so etwas bestimmt nicht wieder tun.
090727-zum-pamir-7-abendessen Abends halten wir an einem kleinen Familiienrestaurant an.
Der Hausherr setzt sich zu uns.
Er zeigt auf die andere Flusseite und vergleicht die Grenze mit der deutsch-deutschen.
Auf beiden Seiten wohnen Tadschiken. Sie sprechen die gleiche Sprache und feieren die gleichen Feste.
Bleiben aber getrennt.
Wieso gibts da eine politische Grenze?
Zudem verschlingt die Sicherung dieser Grenze den grössten Teil des tadschikischen Militärhaushaltes.
090727-zum-pamir-8-grenzfluss Und auch wenn wir sie nicht sehen können,
bei jedem Halt kommen sie aus dem Gebüsch, die Militärs
und schauen wachen Auges auf unser Tun.
So breche ich einige Photohalte ergebnislos ab.
Rechts Afghanistan,
links Tadschikistan.

erste Tanke Pamir

verfasst am 28. Juli 2009
Im Pamir ist vieles anders.
Und das geht schon beim Tanken los.

Handkurbel? Fehlanzeige !
Zapfsäule?
Auch keine, und überhaupt.

Um sich hier im Benzingewerbe selbstständig zu machen reicht ein mittelgrosser Platz,
ein paar Kanister und Spritfässer.

Man darf halt nicht so pingelig sein.

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Okay,
dann bitte 70 Liter Diesel.
Der Preis etwas teurer, 48ct/Liter,
aber hier wird auch viel dafür geboten.
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Die Jungs nehmen Trichter,
der Chef den ersten 20 Liter Kanister.
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70 Liter dividiert durch 20,
ergibt drei,
Restmenge 10 Liter.

Dafür kommt der Putzeimer ins Spiel.
Aus dem grossen Fass flugs den Eimer gefüllt,
ergibt in Summe 70 Liter.

Das geht mit Benzin genauso,
nur bitte nicht dabei Rauchen……

090728-tanke-pamir-m-eimer
Preis nachverhandeln ?
Nööö, alle sind glücklich,
die Jungens wie der Chef
Ein Photo darf ich noch machen.
Dann starte ich in den Pamir hinein.
090728-tanke-pamir-z-jungs

Ende im Vanchtal

verfasst am 29. Juli 2009
Schon in der Vorbereitung zeigte sich schnell ein besonderes Etappenziel dieser gesamten Reise:
der FedtschenkoGletscher.

Der grösste HochgebirgsGletscher ausserhalb der Polarregionen.

Markus Hausers tolle PamirKarte und auch GoogleEarth machten Mut, das müsste ganz gut zu schaffen sein.

Das Vanchtal rauf bis ganz zum Ende, zwei oder drei Stunden spazieren gehen, und schwupp stehen wir auf dem “ewigen Eis”.
Also gemma….
Das Vanchtal entpuppt sich erstmal als eines der engen Sorte.

090729-1-vanchtal-enge
Kein Problem,
Wille ist genug da,
da wird der Weg schon gehen…
Schmale Brücken ?
Da sind wir im Training….
090729-2-vanchtal-bruecke
Garkeine Brücke,
nur Wasser als Wegmarkierung ?
Gern genommen,
aussteigen wollen wir eh erst später,
der Gelbe braucht sowieso mal dringend ne Wäsche.
090729-3-vanchtal-nasser-weg
Und jetzt?
Jede kleine Wegmarkierung verschwunden.
Nur noch das Flussbett des Gletscherstroms,
mit Riesensteinen,
und gleich hinten
ist ne Flussdurchquerung der undefinierten Sorte fällig.
Und dahinter ?
090729-5-kiesbett
Wer weiss denn,
wie die restlichen 15 Km bis zum Ende der kartographierten Strasse aussehen.
Ich zucke nur kurz…,
und beschliesse:
Not-Aus !!
Ich fahr nicht weiter.
090729-6-ende-vanchtal1
Das wars.
Und überhaupt.
Ich bin recht kaputt von den letzten hunderten Kilometer Schotterpiste.
Und zum Abhängen kommt mir unser ganz besonders schöner Rastplatz sehr entgegen.
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Reinhard und Ute organisieren einen Jeep für die Weiterfahrt am nächsten Tag.
Ich bleib “at home”, und lese “open air” meinen Sorbas zu Ende.
Bis die Seilbahn einstürzt.

Die zwei kommen wohlbehalten zurück.
Sieben Stunden sassen sie im Jeep.
Eine Furt durch einen sehr reissenden Fluss mussten sie mit vereinten Kräften erstmal neu bauen.
Und betreten haben sie das Eis auch nicht, aber immerhin gesehen, den FedtschenkoGletscher.
Keine Frage,
ich muss wiederkommen.

Mit Zelt und Treckingausrüstung.
Achso, und neuen Wanderschuhen…
Die mitgebrachten wurden in meinem  Schlaf aus dem Staufach geklaut. Schuhe

reinhard-ute-verhandeln

Lonesome Rider

verfasst am 31. Juli 2009

090731-norm-strasse1_

Ein Motorradfahrer kommt mir entgegen.
Und soetwas unpraktisches wie ein Motorrad,
noch dazu ganz ohne Beiwagen,
da kann es sich wohl nur um einen Touristen handeln.

Er hält beim näher kommen die Hand runter;
bedeutet: “wenn du Lust hast, halten wir an und plauschen etwas…”
Also Hand runter,
und Daniel erklärt mir seinen Weg zur „Roof of the World-Tour“

Seine BMW GS 800 hat BMW Italy gesponsert.
Er ist mit zwei weiteren Motorradkumpels und einem Van auf Chariety-Tour.
Geld sammeln für ein SchulbusProjekt in Tadschikistan.
10.000 Km hat er runter,
gestartet in Milano,
dann nach London (kleiner Umweg, was soll’s, Hauptsache nett…)
und dann die übliche Anreise: Ukraine, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgistan,
und jetzt im Pamir auf Rückreise.

dsc00045-r-o-t-t-rallye1_

Seine Kumpel wären irgendwo hinter ihm,
er hat sie seit dem Morgen nicht mehr gesehen,
er ist eben ein „lonesome Rider…“,
wie er sagt…..
aber wenn ich sie sehen sollte,…
…er wäre ok, und weiter in Fahrt…..

Ich hab sie getroffen,
30 min später,
garkein so grosser Abstand,
und hab’s ausgerichtet…
So gehts zu, auf dem „Roof of the World…..“