Beiträge aus der Kategorie ‘August 2009‘

Mit Kourough gehts aufwärts

verfasst am 1. August 2009
1-090803-kourough Kourough, Zentrum des Pamirs, zumindest was Verwaltung und Handel betrifft. 25.000 Einwohner.
Und in Kourough wird gebaut, und zwar tüchtig. Die Agha Khan Stiftung hat 200 Millionen US Dollar springen lassen, und jetzt wird die grösste Universität weit und breit gebaut. Einschliesslich den Studentenwohnheimen.
2-090728-reinhard-und-ute Hier trennen sich auch wieder die Wege von Ute/Reinhard und mir.
Ich muss mein Fahrzeug-Permit verlängern lassen, und da wir am Samstag in die Stadt kommen, werde ich hier ein paar Tage bleiben. Emails gibts auch reichlich. Und etwas mehr Zeit auf dem Pamir hab ich auch.
3-090802-waesche1 Wäsche waschen ist auch noch angesagt.
Dazu fahr ich vor ein Homestay den Hügel rauf. Da steh ich ruhig und ungestört, und bekocht werde ich auch noch. Abendessen oder Frühstück, der Preis ist hier der gleiche, rund 1,30 Euro.
Sogar mit einem richtigen Eieromlett mit Zwiebeln und Tomaten, huiui.
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5-090803-gruppe-aussen Den Abend treffe ich dann beim Essen fünf weitere Deutsche, alle auf der Reise durch den Pamir und durch die Welt. Jenny und Markus haben sich zwei Monate genommen. Die Wohnung in London vorher schon aufgelöst, und die neue in Genf noch nicht gesucht.

Die anderen beide haben zwei Jahre Zeit. Einmal rund. Wenns besonders schön war, dann fliegen sie auch nochmal ein zweites mal hin. Zimbabwe steht gerade dazu in der Diskussion.

6-090803-homestay-familie Der Abschied von der Herbergsfamilie fällt schwer,
die fünf hatten sich richtig heimisch hier eingerichtet.
Dieses Homestay gehört zum Projekt der MSDSP. Damit werden besonders die alleinstehenden Frauen gefördert, die sich mit einem Herbergsbetrieb eine finanzielle Existenz aufbauen möchten.

Brückenbauer

verfasst am 1. August 2009
Agha Khan machts möglich,
das engagierte Oberhaupt der Ismailis, einer Variante der Moslems.
15 mio gehören ihnen weltweit an, und sie praktizieren einen liberalen Islam.
Neben Ausbildung der Jugend, Förderung der Frauen, sorgt die Stiftung für eine alltägliche Völkerverständigung.
Zum Beispiel mit dem Bau von zwei neuen Brücken,
hier im Wakhan Valley.
Zwei Brücken zwischen Afghanistan und Tadschikstan,
eine in Kourough, die andere in Ishkashim.
1-090802-bruecke-kourough
Jeden Samstag geht in einem abgesperrten Areal genau an der Brücke auf den beiden Stirnseiten ein Eisentor auf.
Afghanische Händler kommen ohne weitere Auflagen von links, die tadschikischen Kunden und Händler von rechts.
Und sofort entsteht ein buntes Völkergemisch.
Die Verständigung ist kein Problem, es wird tadschikisch gesprochen.
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Die Kleidung machts offensichtlich.
Drüben, also jenseits des Panj,
gehts es noch etwas anders zu.
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Die Jungen zB,
sie zeigen ihre Freundschaft offensichtlich,
sie schlendern Händchen haltend
durch die Angebote.
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KaffeeVolker

verfasst am 3. August 2009
Ich bin unterwegs im Wakhan Valley.
So langsam wird es Zeit einen Schlafplatz zu suchen.
Die Gegend machts nicht ganz einfach.
Die Strasse windet sich an der Felskante entlang.
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Autsch,
mich holt der Affe
(oder lausen,…?,
Flöhe hab ich keine….)

Da kommen mir doch glatt zwei dzg Aufkleber entgegen.

02-090804-dzg-aufkleber
Anhalten, grosses Hallo.

Zwei Männer ein Problem:
Schlafplatz!
Das geht jetzt schnell,
ich fahr einige Km zurück
und abseits der Piste tut sich ein wunderbarer dzg Campground auf.
Und der kostet nicht mal was
(Gruss an Ulla und Norbert…).

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Erzählstoff gibt es genug, schliesslich ist Volker ewig schon durch die Welt gekommen.
z.B. drei Jahre beruflich mit Familie in Brasilien.
Seine Erlebnisse aus Lagos sind haarsträubend.

Zum Frühstück gibts den Kaffee bei mir.
Und er muss unbedingt dieses Foto seiner Frau zeigen,
die steht auf Kaffee und würde wohl Kilometer weit zu Fuss dafür unterwegs sein.

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Erst gegen Mittag reissen wir uns in entgegengesetzte Richtungen los.
Aber halt,
da kommen noch Marje und Nils mit dem Fahrrad daher,
aber das ist ne andere Geschichte….
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Volker befindet sich im Pamir quasi auf Warteschleife,

denn am am 20.Aug startet seine China-Tibet-Tour.
50 Tage kreuz und quer,
bis zum Kailash soll’s gehen..

…warte Volker,
im komm’ mit…..

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schicke Tanke in Kourough

verfasst am 3. August 2009
1-090802-tanke-kourough-station Kourough, Zentrum der Provinz Gorno-Bak… im Aufwind.
Die Agha Khan Stiftung investiert in Bildung,
und die neue Tankstelle am Ortsausgang nach Norden
lässt sich auch nicht lumpen.
2-090802-tanke-kourough-mit-typ Alles neuester Stand, alles modern,
und der Tankwart in stattlicher Uniform.
Da macht man doch gerne seinen Stoppover.
100 Liter bitte, für 335 Sumoni, (54ct/Liter)
da ist dann der PamirAufschlag schon drinne.
3-090802-tanke-kourough-saule-g Doch was jetzt. Der Tanker greift zum Superplus,
für meinen Gelben,
und das auch noch bleifrei….
Fatalerweise kann ich lesen was draufsteht,
die Zapfsäulen kommen aus Deutschland.
Aber es ist längst nicht drinn was drüber steht.
Die Tadschiken bezahlen eh nur was rein geht,
und können nicht lesen was drauf steht.
Ich bin schliesslich fremd hier.

Wakhan Valley

verfasst am 3. August 2009
1-wakhan-valley_

Seit Kirmanjo fahre ich am ‘Panji’ entlang.
Dem Grenzfluss zwischen Afghanistan und Tadschikistan.
Drüben ist ein sehr anspruchsvoller Treckingpfad zu sehen.
Die Afghanen hier fahren kein Auto,
sie gehen Esel.
2-090803-wakhan-panji-reissend_

Tagelang das gleiche Bild.
Der reissende Fluss und dahinter ein Land mit täglichen Schlagzeilen, selbst in Europa.
150 Deutsche sollen da drüben schon gefallen sein.
Fühlt sich irgendwie seltsam an.
Aber ich hab mich schon an diese Nähe gewöhnt, geniesse die wilde Landschaft.
3-090803-wakhan-panji-parkend_

Gleich wird es dunkel,
ich bin auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz.
An der Strasse ist das Gelände flach,
und kein Felssturz kann mir hier etwas anhaben.
Noch etwas reinrollen, dann ist der Gelbe etwas besser versteckt.

Aber nicht versteckt genug.
Nacheinander wollen eine Polizei- und eine Militärstreife meinen Ausweis sehen. Kein Problem.
Der Soldat meinte es könnte gefährlich werden,
immerhin wäre ich in guter Schussweite der Afghanen,
aber ich überrede sie, bleiben zu dürfen. Okay.

4-090803-wakhan-valley-nacht_

Gerad als die Dämmerung beginnt,
ich sitze im Koffer am Tisch,
da höre ich einen lauten Knall.
Uppsss, damit hatte ich nicht gerechnet. Was jetzt?
Auf der anderen Flussseite erkenne ich den Schein einer Taschenlampe.
Hellweiss, gerad so wie aus einer LED Leuchte.
und solche Lampen haben die afghanischen Bauern nicht,
dann schon eher das Militär.

Da starte ich dann doch meinen Diesel,
und verschwinde,
schwach beleuchtet.

5-090803-wakhan-valley-panzer_

Schätze die afghanische Patrouille auf der anderen Seite hatte keine Lust,
die ganze Nacht ein grosses gelbes Auto zu beobachten,
und haben ein bisschen Rabatz gemacht um den Störfaktor zu vertreiben,
haben sie ja auch geschafft.

Später höre ich von anderen Travellern in ähnlichen Situationen,
dass die Afghanen schon mal gerne probieren,
ob ihre Knarren noch einwandfrei funktionieren.
Geschossen wird öfter an dieser Grenze,
allerdings wohl ungezielt,
also in die Luft.
Quasi als Abschreckung.

6-090803-militor_

Andererseits,
es gab vor ein paar Tagen ein schweizer Pärchen auf Fahrrädern,
die südlich von Singar an dieser Grenze campierten.
Da kamen dann tadschikische Soldaten,
haben das Gewehr auf sie gerichtet,
und sie ausgeraubt.
Wer soll sich denn da noch auskennen,
mit Freund und Feind.

from Spaghetti 2 Noodles

verfasst am 4. August 2009
1-090805-marjenils-1-ankommen1 Da bin ich so mit Volker quasi in der Verabschiedung nach dem verlängerten Frühstück,
da kommen zwei Radfahrer des Weges.
Winken reicht da nicht,
da gibts sofort ein “Woher?” und “Wohin?”.
2-090805-marjenils-3-mit-volker Marja (35) und Nils (36) kommen aus Amsterdam.
Gestartet vor 3,5 Monaten, nicht in den Niederlanden,
sondern in Rom, des Wetters wegen.
Ihre Blogseite gibt die Richtung vor:
“Spagetti 2 Noodles”,
also von Italien nach China.
von Rom nach Kashgar.

Geplant hatten sie sechs Monate,
aber es gefällt ihnen so gut,
so das sie jetzt schon auf 1 Jahr verlängert haben.
Beziehungen und Jobs sind eh schon gekündigt.

3-090805-marjenils-7-im-gelben Beim Kaffee gehts dann um die dynamische Entwicklung Chinas,
um Agha Khan,
und um all die Verrückten,
die man auf so einer Tour antrifft.
Anwesende natürlich ausgeschlossen.
4-090805-marjenils-9-wegfahrt Visum für China haben sie noch
keines,
da hoffen sie auf die chinesische Botschaft in Bishkek/Kirgistan.
Die gelten in TrotterKreisen
als gute Chance.

Und mitlesen können wir auch wie
es weitergeht:
www.spaghetti2noodles.
blogspot.com.

Also gute RadFahrt,
im Pamir,
und den anderen Ecken dieser
Erde,
die es zu entdecken gilt.

Doppel-Doppelradler

verfasst am 6. August 2009
Also wenn ich in meiner Heimatgegend für jeden Radfahrer anhalten würde…..
Aber hier ?
Auf irgendeine Art ver-rückt,
also aus der Mittellage menschlichen Tuns ge-rückt,
sind wir alle,
die hier unterwegs sind.
Für mich gehören da Radfahrer ganz besonders dazu.
Allein, weil ich es mir so wenig für mich selber vorstellen kann.

Ich hab den falschen Abzweig gewählt,
und Jan mit seiner Simone winken mich heftig auf den Pfad meiner Reise zurück.
Anhalten.  Aussteigen.  Losquatschen.

1-090806-jansimone
Die beiden haben nix anderes vor,
als ihre Heimatgegenden mit einer Reise zu verbinden.
Da ist dann halt ne Reise von Amsterdam nach Australien draus geworden.
Dazu nehmen die beiden sich ein Jahr Zeit, und dann passt das wieder.

Wir stehen so vor uns rum, da kommt Jose daher.
Das sah schon von am Horizont sehr komisch aus,
denn Jose (Madrid) fährt ein Liegerad.

2-090806-jose-m-liegerad
Wenige Minuten später trifft dann auch seine Corinne (USA) ein.
Auf einem normalen Rad.
Die beiden sind in Gegenrichtung unterwegs: Von Peking nach Istanbul.
90 Tage per Rad in China haben sie schon hinter sich. Halbzeit.
Vor drei Jahren sind sie sich in Ecuador über die Reifen gefahren,
und seitdem radeln sie zusammen, auf allen fünf Kontinenten.
Auweija, man kann sich als Autofahrer ja soooo klein vorkommen….
3-090806-jgrosser-treff
Ein Gruppenfoto muss her, so trifft man sich ja nicht alle Tage, im Pamir.
Jeder geht so zu seinem Rad, aber ich hab ne andere Idee.
Jeder stellt sich neben ein ihm fremdes Rad.
Fragende Gesichter, 4-fach, aber ich besteh drauf.

So stehen sie für dieses Foto neben einem völlig unbekannten und unvertrauten Rad.
Und schon ist die Stimmung ziemlich crazy locker, und die Gesichter dazu auch.
Jose (rechts) sieht ein bisschen so aus, als habe er ein Damenfahrrad erwischt… igittt….

4-090806-vier-raeder
Der Sympathiefaktor ist gross,
also suchen wir den Campground für die Nacht.
Gemeinsames Kochen und essen,
und ich hole dazu nen Roten aus Italien raus.
Autofahren hat eben auch Vorteile…..
5-090806-lagerplatz
Leichtsinniger Weise gebe ich noch salopp zum Besten, dass noch mehr da davon da sei, und sogar mehr als sie wegtrinken könnten.
Ohweh, das hat doch die Jungs angespornt.
Der Abend wurde lang und länger.und ein HighLight in vielerlei Hinsicht.
Jose klagte am nächsten Morgen über Symptome der Höhenkrankheit,
aber vier andere Anwesende hatten komischer Weise ne ganz andere Diagnose parat.
6-090806-leere-flaschen

Am YashilKul

verfasst am 7. August 2009
1-090807-m41-kreuzen Ich hab auf der Karte einen grösseren See entdeckt:
den YashilKul
(Kul = See auf tadschikisch).

Dazu kreuze ich diesmal nur den offiziellen PamirhighWay, die M41, und mach mich drüben direkt wieder auf Schotter breit.

2-090807-vashil-kul-wegtrennung Kurz vor dem See macht mich eine Horde Jungens an.
Ich müsste jetzt den Eintritt zum Pamir Nationalpark abdrücken, ca 15 Euro. Und überhaupt, den bräuchte ich im Prinzip schon lange.
Ich bin skeptisch. Sie offerieren mir eine stempelreiche Quittung.
Mit Bezahlen hab ichs nicht so.
Aber mein Plan ist auch etwas wert. Also zahle ich.

Zuhause werd ich mal recherschieren, ob das mit richtigen Dingen zuging.

3-090807-kuehe-am-yashil-kul Der Yahilkul entpuppt sich als DoppelSee. Als Stellplatz für die Nacht wähle ich genau den Überlauf zwischen den beiden, sehr grün und absolut ruhig.
Dazu muss ich nur noch an einem kleinen Bauernhof vorbei.
Winkend natürlich.
4-090807-yashil-kul-m-gelbem Wie immer bleibe ich erstmal auf dem Fahrersitz sitzen, um die Sicherheitslage zu peilen.
Ganz hinten, in Richtung des Bauernhofs tauchen immer wieder Köpfe auf, mindestens 30 min Fussweg entfernt, und verschwinden auch wieder. Komisch.
Ich beobachte weiter, und entdecke dann drei Gestalten am Horiziont. Sie kommen genau auf mich zu.
Okay, dann war dieser Platz doch keine gute Idee, ich bin wieder startklar.
5-am-yahilkul-green 30 min später steht die Mutter des Hofes mit ihren beiden Töchtern vor mir. Sie haben mir Willkommensgeschenke gebracht:
ein selbstgebackenes Brot, einen halben Liter Ziegenmilch, und selbstgemachte Mayonnaise.
Uppsss, da war ich wohl auf dem falschen und wieder zu sehr europäischen Dampfer unterwegs.
6-090807-nacht-am-yashil-kul2 Kurze Kofferbesichtigung, mein Geschenk ein Glas Orangenmarmelade.
Sie ziehen wieder davon und ich fühl mich sicher.

Über das Brot freue ich mich sehr, aber Mayonnaise und Ziegenmilch rühre ich besser nicht an. Ich will meine Verträglichkeit nicht provozieren.
Und ich weiss ja auch nicht, was sie mit meiner Orangenmarmelade anstellen….

westlich von Alichur

verfasst am 8. August 2009
1-090808-piste-2 Im Rückwärts fahren bin ich nicht der Held.
Ich meine jetzt nicht so mit eingelegtem Rückwärtsgang. Das geht doch prima, dazu hab ich jede Menge Rückspiegel.

Ich meine einfach den gefahrenen Weg wieder für die Rücktour nehmen, quasi die Sack-Gassen-Methode.
Das mag ich nicht. Das versuche ich zu vermeiden, und zwar dringend.
Am Yashil Kul auch.

2-am-oestlich-yashilkul Hausers Karte sieht da noch ne dünne Linie nördlich um den Berg vor. Geysire solls da auch geben.
Aber wenn Markus Hauser (Danke für die tolle PamirKarte) die dünnste seiner schwarzen Linien einsetzt, dann kommst richtig Dicke.
Ich kann von Glück sagen, dass ich den Startpunkt finde. Er liegt gleich am Bauernhof von gestern. Und  tatsächlich kommt sie gerad wieder des Weges. Und wir winken wie alte Freunde.
Den besten Orientierungspunkt gibt der grosse Berg vor, da muss ich rum.
3-090808-oestlich-yashilkul-sam-kl Also wenn das gleich um die Ecke nicht weitergeht, und ich bin hier falsch, dann war es doch dieses Hochplateau schon wert,.
Aber die Piste geht weiter.
Und Meter für Meter werde ich sicherer, den ich bin hier richtig.
Der Pfad ist selten benutzt, ich seh an diesem Tag auch kein weiteres Auto mehr.
Der Gelbe strotzt nur so vor Zuverlässigkeit, ich kann mirs allein sein leisten.
4-090808-geysir Ich mach mich auf die Suche nach den Geysiren. Weisse Salzflächen zeugen von brachialer Gewalt.
Früher war hier allerdings mehr los, so vor 10 Millionen Jahren.
Jetzt blubbert eine kleine Quelle. Und kalt ist das Wasser noch dazu.
5-090808-piste-salz Mein Navi taugt auch in Asien immer noch gut, als Kompassnadel.
Die Wegrichtung der Piste stimmt immer noch,
aber es geht nur langsam weiter.
6-090808-verlassenes-dorf Ich umfahre ein verlassenes Dorf. Der Boden ist hier sehr weich, es geht durch einige Wasserläufe, der Gelbe im Kriechgang.
7-090808-wieder-m-41 Für 60 Km nehme ich mir 7 Stunden.
Dann bin ich zurück auf der M41, dem Pamir Highway, in Alichur.
Und weil ich den Tag solange ganz allein war,
machen wir gleich nen internationalen  Motorradstammtisch,
mitten auf der Strasse…,
aber das ist ne andere Geschichte.

Pamir High-Way

verfasst am 10. August 2009
Nun bin ich schon seit dem 3. Aug. im Pamir unterwegs, aber erst in diesen Tagen entdecke ich für mich den PamirHighway.
Zwischen Kourough und Langer war es zunächst ein grünes Tal,
immer mit Blick auf die afghanische Grenze.
1-whakhan-valley-sehr-grun
Rund um den YashilKul eine Seenlandschaft
mit schneebedeckten Kuppen im Hintergrund.
2-090807-gsl-am-yashilkul
Aber erst seit Alichur, auf dem Weg nach Murghab und weiter nach Karakul,
da fühle ich mich auf einer der höchstgelegenen Strassen der Welt versetzt.
3-dsc00137
Logisch,
dass sich “Highway” nicht wie üblich
auf das fixe Fortkommen beziehen kann.
Mehr als 50 km/h sind selten möglich.
Oft aber 30 km/h schon zuviel.
4-pamir-hway-m-schild
Eine breite Hochebene auf 4.000m Höhe,
und gerad mal wieder eine Passfahrt auf über 4.600m.
Soviel schaffen in Europa die besten Bergsteiger nicht.

Berge rundum ab 5.500m,
aber 7.600m sind auf chinesischer Seite auch in Sicht.

5-090810-passschild
Die Verkehrsdichte trägt der Abgelegenheit Rechnung.
Ein Fahrzeug pro Stunde,
oft auch keines.
6-pamir-hway-weite
Die Chinesen haben ihren Grenzpuffer bis zum Pamir Highway ausgedehnt.
Der Stacheldraht ist mit Hochspannung ausgerüstet.
Dazu läuft extra eine eigene Stromversorgung auf Masten parallel.
Soll da keiner reinkommen,
oder keiner rauskommen ?
Ich weiss es nicht.
7-pamir-hway-chin-grenze

Claudia + Andreas (11.Aug.09)

verfasst am 11. August 2009
1-090808-andreasclaudia Strassennummer M 41,
der Pamir HighWay.
Ganz im Norden, da wo der Blick weiter geht,
als nur bis zum nächsten Baum.

Zwei Motorräder am Horizont nähern sich mir gemächlich.
Anhalten, erzählen.

2-090808-15_20h-motorrad-treff Andreas und Claudia kommen aus der Mongolei,
sind auf der Rückreise.
Schon vor drei Jahren hatten sie einen Versuch gestartet,
waren aber nur bis Kirgistan gekommen.
Jetzt waren sie im Land der Pferde, und sind beeindruckt.

Die nächsten Motorräder nähern sich von Süden, diesmal drei Stück.
Auch sie halten an, kommen aus Polen und der Slovakei.
Haben ein Permit für Afghanistan.
Jetzt siehts hier schon aus wie ein Motorradtreff mit Servicewagen.

4-090808-andreasclaudia-ii Die drei aus Osteuropa haben sich gegen ein Zelt und für mehr Spritreserven entschieden. Sie sehen auch ziemlich verwegen aus, mit ihren Protektorenkombis.
Benzingespräche.
3-090808-pole-liegt-hinter-motorrad Später erfahre ich auf dem Highway, dass einer nach Sturz mit Schlüsselbeinbruch aufgeben musste.
5-090808-murghab-im-restaurant Andreas + Claudia sind in ähnlicher Richtung wie ich selbst unterwegs.
So sehen wir uns in den nächsten Tagen regelmässig.
Eine Verabredung zum Abendessen brauchen wir nicht,
wir treffen uns sowieso,
Ausländer fallen auf,
hier in Murghab,

der einzig nennenswerten Stadt im NordPamir

6-090811-am-karakul-m-zelt_

Zwei Tage später sehen sie mich schon von weitem auf der Piste über die Berge kommen.
Und Claudia kann den Kaffee förmlich schon riechen.

Dank zahlloser Mücken verlegen wir das Frühstück in den Gelben.

7-090810-zwei-mopeds-vor-landschaft_

Der Pass zum Karakul.
Rund 4.600 Meter über N.N.

Und dieses Bild zeigt etwas das Gefühl,
das wir hier alle irgendwie haben,

die, die wir auf die Veranda von Mutter Erde hochgeklettert sind,
und von hier oben noch ein bisschen besser sehen können,
wie grossartig sie ist.

Am KaraKul

verfasst am 11. August 2009
1-090810-piste-zum-dorf1 In Murghab lerne ich Michael und Eweline kennen. Mit Rucksack und ”local transports’ sind sie auf Hochzeitsreise. Allerdings ohne nach Polen zurück zu wollen.

Die Papiere zur Arbeitserlaubnis für Australien brauchen noch ein halbes Jahr.
Bis dahin wollen sie sich in China Arbeit als Englischlehrer suchen.

Die Berge westlich des Karakul Sees haben es ihnen angetan. Dort wollen sie vier bis fünf Tage auf Trecking Tour gehen.
Die Piste zu ihrem Startpunkt sieht schon auf der Karte abenteuerlich aus, also bringe ich sie hin.

2-090811-karakul-schlamm-m-gelb Der Gelbe geht an seine Grenzen. Der Boden ist weich und tief.

Eigentlich etwas leichtsinnig das ohne ein zweites Fahrzeug zu versuchen, und prompt stecken wir im Schlamm fest.

Ich seh uns buddeln, ohne Bleche und nur mit einem Klappspaten (Danke Su.)
Nochmal ein beherzter Versuch rückwärts in der eigenen Spur. Allrad, Untersetzung, Sperrdifferentiale, volle Motorleistung.
Es klappt.
Wir sind wieder frei.

3-090811-karakul-leeres-dorf1 Jetzt bin ich gewarnt.
Ab jetzt nur noch fetzig los.
Der Boden bleibt weich,
kleine Wasserdurchfahrten bringen Erholung.

30 Km Offroad, davon 5 wirklich heftig. Nach gut 2h ist es geschafft.
Wir sind im Dorf.
Aber die frenetische Begrüssung fällt aus.
Keiner zuhause,
das Dorf verlassen.

4-090811-karakul-herberge Es ist schon dunkel geworden.
Statt Zelt bauen die beiden ihr Lager unerschrocken in einem leerstehenden Haus auf.

Wir kochen zusammen. Gute Nacht.

Und wieder bin ich froh mein eigenes kleines Zuhause dabei zu haben.
Mit Matraze, Kopfkissen und Günthers Bettdecke.
Im See schimmert der Vollmond.

5-090811-karakul-michaeleveline Wanderer stehen früh auf, aber ich will auch los.
6.30h, Kaffee, Tee, Rucksäcke packen. Unsere Wege trennen sich,
und ich mach jetzt die Schlammpackung alleine.

Aber pfiffig wie ich bin,
hab ichs jetzt erheblich leichter.
Das Thermometer war in der Nacht in die
Miesen gefallen.
Bodenfrost.
Immerhin sind wir hier schon über 4.000 Meter hoch.

6-090811-der-kara-kul Der Boden ist längst nicht so weich wie gestern nachmittag, das Thermometer zeigt immer noch 0Grad.

Zudem wähle ich die nördlichere Piste, die geht weniger durch die feuchte Niederung,
sondern an der Bergkante entlang direkt um den See herum.

7-090811-gelbe-am-zelt-karakul Und am Ufer des Karakul sehen mich von weitem schon Andreas und Claudia über die Berge kommen.

Das wird dann unsere Frühstücksrunde, und unser drittes Wiedersehen,
auf dem PamirHighway.
(to be continued…)

Ausreise Tadschikistan

verfasst am 12. August 2009

Ausreise Tadschikstan

Ich möchte zum Peak Lenin,
und den sieht man nun am besten von der kirgisischen Seite.
Also rauf auf den Pass, nördlich des KarakulSees
Und mitten im Nichts der tadschikische Grenzübergang.

Er gleicht mehr einem Straflager.
Die Container sind allerdings neu,
und es wird auch gebaut,
mal in zwei Jahren nochmal vorbeischauen.

090812-ausreise-tadschikistan

Überraschung No1.
Mein Grenzer hat gut englisch,
Nach ganz kurzer Einleitung will er Geld sehen,
die “Ausreisegebühr”,
500 Sumoni, also rund 80 Euro.
Überraschung No2.

Da hab ich allerdings eine vollkommen andere Vorstellung.
Bei der Einreise hab ich für 15 Tage Auto fahren in Tadschikistan bezahlt (100 US Dollar = 74 Euro).
Und vor Ablauf dieser 15 Tage hab ich in Kourough nochmal 340 Sumoni (55 Euro) entrichtet. Damit ist für mich jedes Zahlen erledigt.

Der Zöllner ist bemüht, sein englisch hilft sehr,
aber er beharrt auf der Abgabe.

Mein Glück:
in Kourough hatte ich mir den Namen und die Tel.Nr des Beamten aufgeschrieben. Und mein Grenzer kennt ihn persönlich: Mr.Jovid.
Die aktuelle Forderung wird sofort auf 340 Sumoni gesenkt.
Ich erhöhe meinen Einsatz allerdings nicht, er bleibt bei Null!

Zähneknirschen beim Grenzer, er habe seine Vorschriften.
In Tadschikistan müsse man bei der Einreise UND bei der Ausreise bezahlen. Von einer 15.Tage-Regelung weiss er überhaupt nichts.
Ob ich ein Sat-Telefon dabei habe. Hab ich nicht.
Jedes andere Telefon, Kabel oder Handy funktioniert in dieser Einöde nicht. Eine komplette Grenzstation ohne Telefonanschluss,
Asien ist anders.

Ich weise jede Forderung von mir. Wenn jeder Zollposten eine andere Vorstellung von den Regeln hat, ist das nicht mein Problem, sondern ein Zollinternes.
Wenn seine Forderung rechtens sei, dann würde mich Tadschikistan 190 Euro Fahrgebühren kosten.
Das erschrickt auch meinen Grenzer.
Dafür muss er sicherlich einiges mehr als einen Monat arbeiten.

Er lenkt ein. Ich muss nochmal auf der Rückseite meiner Quittung aus Kourough versichern, dass ich dort bereits bezahlt habe und dann kann ich fahren. Ohne Zahlung.

Einreise Kirgistan

verfasst am 12. August 2009

25 Kilometer durch Niemandsland.
Zwischen der tadschikischen und der kirgisischen Grenzabfertigung.
Andere Staaten in Europa gründen in solchen Arealen komplett neue Staaten mit eigenen Briefmarken.

090812-niemandsland-z-tadkirg

Die Zollstation der Kirgisen ist eine Wohltat.
Moderne Anlagen, gepflegtes Grün, tadellos in Schuss,
superfreundliche Beamte, die geradezu familiär miteinander umgehen.
Das steckt auch mich sofort mit guter Laune an.
Es geht eben auch anders!

Der Gelbe ist wie immer ein spannendes Besichtigungsobjekt.
Nach dem Zoll kommt das Militär, aber anstatt im Koffer Schubladen zu öffnen, nimmt er sein Handy und dreht nen kleinen Film über Gasherd, Sitzgruppe, Bett und Badezimmer.
Zum Schluss muss ich noch mit auf die Bank und es gibt ein Erinnerungsfoto.
Draussen schauen wir uns die Ergebnisse an,
und allseits zufrieden werde ich ins Land gelassen.
Na das war doch mal entspannt und easy.

Aber Achtung, das war die Einreise,
die Ausreise vier Tage später war gänzlich extrem und vollkommen anders.

Tanke auf kirgisisch

verfasst am 12. August 2009
1-090812-tanke-kirg-himself Andere Länder andere Sitten.
Und es geht noch einfacher als schon gehabt,
In Kirgisien, auf dem Lande.
Genauer in Sary Mogol.

Also der Trichter,
der ist eindeutig professioneller,
und halten darf ich ihn.
Fachpersonal ist eben auch hier knapp.
Mein Gesichtsausdruck dokumentiert,
dass Trichter
und gleichzeitg am ausgestreckten Arm die Kamera halten,
mich doch ganz schön fordert.

2-090812-tanke-kirg-putzeimer Dafür fehlen hier sämtliche Kanister.

Getankt wird aus einem grossen Fass mithilfe eines Putzeimers. Abfüllerin ist dort die Frau des Hauses.

74 Liter gehen genau auf 50 US Dollar, denn einheimische Währung hab ich noch nicht tauschen können.
Macht 7,4 Putzeimer,
und wir alle zählen genauestens mit.

3-090812-tanke-kirg-familie Zum Schluss sind alle zufrieden,
es war für beide ein gutes Geschäft.
Ich zahle rund 45ct den Liter.
10 US Dollar tausche ich sogar noch in kirgisische Sum,
für mehr reichte das Bargeld der Familie nicht.

Zum Schluss soll ich noch ein Photo der Tankerfamilie machen.

4-090812-tanke-kirg-nachwuchs Und als die jüngste Tochter mit Nachwuchs kommt,
muss die auch noch aufs Foto.
Familienstolz,
und ganz zurecht…..

Am Fusse des Peak Lenin

verfasst am 14. August 2009
In der ein oder anderen Email hab ich schon davon berichtet:
Ich will zum Peak Lenin,
nicht der höchste, aber einer der schön gelegenen 7.134er des Pamir.
Und für den Gelben leicht zu erreichen, denn das Basecamp liegt am Ende einer 25 Km Sackgasse,
auf 3.900m,
in Kirgistan.

Also raus aus Tadschikistan.
Die Grenze grenzt auf einem unwirklichen Pass,
auf kaum wahrnehmbarem Pfad.

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Schon die Abfahrt nach Sary Tash zeigt im Rückspiegel das was ich suche: Bergpanorama. 2-090812-ruckblick-sary-tash
Die Versuche in Sary Tash Geld zu tauschen, oder Diesel zu bunkern schlagen fehl.
Selbst grössere LKWs fahren hier mit Benzin, oder elend vielen Gasflaschen. Dafür hören sie sich dann auch an wie amerikanische Strassenkreuzer.

Kurs weiter westwärts.

Von Sary Mogol soll es einen südlichen Abzweig zum BaseCamp geben.
Die Strasse ist keine,
die Piste beschert die längste Staubfahne aller Zeiten.
Ich fahre auf die Berge zu,
und es wird dunkel.

3-090812-staubfahne
Das Ende entpuppt sich als das falsche.

Ich lande auf einem Bauernhof,
und werde freundlich empfangen.
Klar, kann ich hier bleiben, und ne Eselstour auf den nächsten 6.000er kann ich auch gleich haben.

Aber ich verleg mich erstmal aufs Abdichten meiner Kofferdurchbrüche.
Selbst kleinste Löcher bescheren mir neuerdings tägliche Putzarbeiten.
aber dafür ist die Aussicht doch schonmal grandios.

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Das Basecamp ist zwar nur 4 Km weiter westlich,
aber der Bauer meint ich bräuchte 50Km dorthin.

Ich kanns nicht richtig glauben,
versuche ein paar “Abkürzungen”
und brauche letztlich 70 Km und einen ganzen Tag.

Es gilt zwei tiefe Gletscherflusschluchten zu umfahren.

5-090813-steinmeer-z-basecamp-ii
Dafür finde ich ein kleines Paradies,
…und nicht das Basecamp.

Es wird wohl etwas weiter hinten bei den Jurten sein,
aber ich nehm lieber ein Hochplateau weiter vorne,
und hab es für mich ganz allein.

Auch Lenin, der alte Querdenker,
ist erfreut mich zu sehen,
und spendiert zwei Tage wolkenfreien Blick.
Ich brauch nicht mal früh aufzustehen.

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In der Nacht bekomm ich Angst um Mutter Erde.
Die Sternschnuppen veranstalten Dauerfeuerwerk.
Mir gehen meine Wünsche aus…
und schlafe schmunzelnd ein.
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Peak Lenin II

verfasst am 15. August 2009
Am nächsten Tag lerne ich ein paar Bewohner der Jurten kennen. Zwei Knirpse trauen sich, sie kommen näher.
Jeder bekommt Maoam aus der grossen Kiste, aber sie machen sie nicht auf. Sie werden sie auch nicht essen, sie sind zu wertvoll.
Sie werden sie bei Freunden gegen etwas anderes eintauschen, und fragen auch gleich nach mehr.
Da halte ich die Hand auf, wünsche eher die Kaubonbons wieder zurück. Sie lachen und sind froh, eine Runde ergattert zu haben.
1-090813-lenin_ii-2-knirpse
Drei auf Eseln kommen vorbei. Schauen neugierig in den Koffer. Wir kennen uns schon von gestern.
Auf dem Rückweg, Stunden später, sind ihre Säcke gefüllt mit getrocknetem Dung. Für Herd und Ofen.
Sie leben hier im Sommer ohne Strom inmitten der Natur und von der Natur. Dabei sind sie locker und selbstbewusst.
Das steckt an.
2-090813-lenin_ii-m-brille
3-090813-lenin_ii-huebsche
4-090813-lenin_ii-esel
Ich spaziere über die nächsten Hügel, gewinne Perspektiven.
Auch der Wendepunkt meiner Reise,
denn ab hier gehts nach Westen, gehts zurück.
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Ausreise Kirgistan

verfasst am 15. August 2009

Ausreise in West Kirgistan nach Tadschikistan.
Lt. LP ist dieer Grenzposten nur von einheimischen Bauern links und rechts der Grenze nutzbar, für alle anderen gilt: “Closed”

Sie wollen mich also auch nicht reinlassen.
Mein Grenzoberer (im folgenden nur noch “mein Mann”) hat mehrfach mit seinem Kommandeur telefoniert.
Dann hat mein Mann sein Handy auch mir gegeben und ich hab selbst mit dem Chef vom Chef ganz gut englisch gesprochen. Sie bestehen allesamt darauf: dies ist keine internationale Grenze und ich muss zurückfahren.

Da stehen also 20 Min. Fahrzeit auf direktem Wege zur tadschikischen Grenze gegenüber mehr als einer ganzen Woche Fahrtzeit über Murghab und Co. bis Dushanbe.
Und die Wege, die kenne ich bereits. Nein Danke, die sind nur grausam und Materialverachtend.
Das mit der geschlossenen Grenze…, das wusste ich doch schon.
Ich habs halt versuchen wollen.
Also wenn ich ein richtiger Globetrotter werden will, dann darf mich sowas nicht von meinen Plänen abhalten. Dann gilt es solche Aufgaben zu meistern…..

Es wird dämmrig.
Mein Mann räumt mir ne 20% Chance für den nächsten Tag ein.
Morgen kommt sein Kommander “Nr.Höher” aus Bishkek. Also der Chef vom Chef vom Cheffe. Vielleicht…..

Und ich hab auch keine Lust im Dunkeln weiter zu fahren, weder vorwärts noch rückwärts.

Von einem anderen Mr.Wichtig werde ich sehr ausführlich zu den Terroristen auf der Nordroute Kala-Khum befragt. Weshalb ich die Südseite gefahren sei, woher ich gewusst habe, dass die Nordroute gesperrt sei. Ich hab ihm dann Fotos angeboten, um zu zeigen wie ich gefahren bin. Die Brücke mit den Stahlplatten erkennt er wohl wieder, so ist meine südliche Route bestätigt. Ein gutes Alibi, kein Kerker.

Was auch allesamt sehr stutzig macht, dass ich von der Grenze bei Sary Tash, Einreise Kirgistan bis zu dieser Grenze drei Tage gebraucht habe (sichtbar am Einreisestempel Kirgistans). Das sei ganz besonders komisch. Zumal ich ja einen auf Geschäftsreisend mache, als „Driver“ vom Gelben…. Und drei Tage für dieses Stückerl ????

Ok, und wenn das morgen sogar funktioniert mit der Ausreise, (meine Ausweise lasse ich erstmal bei meinem Mann), was sagen dann die Tadschiken ?
Ich hab null Bock wieder zurück nach Murghab zu fahren, dann eher Osh, aber das sind extrem schlimme Strassen, die Fahrerei war kein Zuckerschlecken.

Dann bin ich auf dem Weg nach hier auch noch falsch abgebogen, mind 30 km Umweg, und dann hab ich zufällig angehalten weil meine Spur vom MAN nach einem Schlag der Sonderklasse daneben liegt.
Ich muss das Lenkrad jetzt nach rechts halten damit er geradeaus läuft, das gefällt mir gar nicht.
Kann sein dass ich auf die Spurstange aufgeschlagen bin und die hat dann ‘nen Bogen drinne, also laufen beide Vorderräder nicht mehr parallel.
Hier auf dem Schotter ist das nicht gar so schlimm, aber auf Teer dürfte dann der Reifen extrem schnell einseitig ablaufen. Zudem ist das Geradeaus Handling eindeutig schlechter. Muss ich irgendwie irgendwo reparieren, einstellen lassen.
Und gerad als ich aussteige, da stand ein Motorrad mit Beiwagen neben mir, der hatte keine Luft mehr. Da konnte ich helfen, aber oh Schreck, mein Staufach hinten, Fahrerseite ist voll Diesel. Da ist der Reservekanister wohl ausgelaufen, obwohl ich ihn dicht und gründlich verschlossen hatte, als ich die drei Liter dem Tadschiken gespendet hatte, vor Tagen.

Was ein Glück das ich mein „Brötkörbchen” dabei habe, einzeln verpacktes Vollkornbrot. Seelenbalsam in Notzeiten. Da lege ich eine der letzten Scheiben Käse aus D gerad’ drauf. Geht besser…..

Von meinen paar Problemen hab ich nur eins gelöst. Ich hab neuen Diesel getankt, fast 100 Liter zu nem guten Preis und bezahlt in Dollar. Das geht immer problemlos.
Den Müll hab ich noch immer, und zwar das ganze Staufach voll. Hab ihn zuletzt in Dushanbe geleert, das ist hier schwieriger als die WC Kassette zu entleeren. Und kein frisches Wasser hab ich nachgebunkern können. Und Sprudel konnte ich auch nicht einkaufen. Aber das liegt auch daran, weil ich nicht weiss welche Währung ich tauschen soll. Komme ich nach Tadschikistan rein, dann hab ich sogar noch ein paar Sumonis.

Ganz zum Schluss des ersten Tages an der No-go-Grenze fragt mein Mann dann auch nach „Money“. Ich frage zurück „how much“, aber da zieht er die Frage schon wieder zurück. Wahrscheinlich weil längst viel zu viele Bescheid wissen was ich will und nicht bekomme.

Morgen zwischen acht und neun weiss ich mehr.
Immerhin hab ich langlaufende Visas, das ist nicht typisch für einen Touristen, sondern eben mehr für den hier arbeitenden.
“Gute Nacht” und gut beschützt.

Ich wache noch genau vor dem Wecker auf (7.40h). Ein Kaffee und dann will ich wieder hin. Da kommt gerade ein Jeep vorbei, hält am Office und der Aussteiger wird umfangreich begrüsst. Das ist er also, der Herr aus Bishkek. Meine 20% Chance.

Ein Kamaz ist auch eingetroffen, parkt vor mir. Ich geselle mich zum anschwellenden Haufen dazu.

Leider hebe ich die Hand zum Grusse und rufe „guten Tag“ in die Runde, statt jedem die Hand zu geben, wie nem alten Freund. Ist hier so üblich und für mich etwas befremdlich, wo wir uns doch in Deutschland gerade das “Hände geben” abgewöhnen. Muss nächstes mal professioneller vorgehen.

Aber Monsieur Bishkek besteht sofort und sehr einsilbig auf „kein Internationaler Zoll” und ich müsse umdrehen. Seine Sprechweise und Gestik ist kurz angebunden, abweisend, undiskutierbar. Da war mein Mann von gestern aber netter drauf.
Mein Reisepass wird nochmal geprüft, aber kein Änderung.
Der Kamaz Mann wird rangewunken. Auch viel Umstand bei ihm. Papier Kontrolle. Und ich kann zusehen, wie grosse Kartons aus dem Kamaz herausgeholt wurden und in den Jeep des Mr.Bishkek umgeladen werden
Langes Warten für mich.

Dann soll ich noch mal mit dem Bishkeker ins Büro. Und hier versuchte er mir nur noch mal zu erklären, das dies kein intern Zoll sei, und ich umdrehen müsse.
Dann spricht er kurz von „Money“, verwirft seine Frage aber wieder, genau wie mein Mann gestern.
Vierter oder fünfter Termin im Büro, nach längerer Wartezeit.
Ich solle die Türe hinter mir schliessen. Wieder: “kein intern Zoll” !

Dann mein Part: aber ich arbeite in Dushanbe, hab ein Drei-Monats-Visum, auch für Kirgistan, reise dauernd hin und her, hab dazu auch very multiple entry Visum. Die Kurve zurück über Murghab und Kourough nach Dushanbe sei unzumutbar. Das gehe von meiner Arbeitszeit ab.

Aber er bleibt hart, oder soll ich es stur nennen. Wir gehen wieder nach draussen, er beschäftigt sich noch mal mit dem Kamaz Mann.
Ich bleib einfach stehen, wie bestellt und nicht abgeholt. Ich versuche es nicht auszusitzen, sondern auszustehen.

Der Bishkeker ruft mich wieder, wir gehen zusammen wieder ins Büro/Container, runtergekommen, aber gepflegt.
Er fängt wieder von vorne an, ich auch. Dann redet er von Money, macht aber sogleich wieder den Rückzieher. Ich ziehe ‘nen 20er aus der Tasche und leg ihn neben meinen Reisepass. Er lässt ihn liegen. Und er redet wieder von “nix intern Zoll,” es gehe nicht, ich könne nicht durch.

Ich frage ihn, ob das sein letztes Wort sei, meine letzte Chance, er nickt. Ich packe den 20er wieder ein, nehme meinen Reisepass und die Internationale Zulassung und gehe aus dem Büro. Ich will nicht mehr, hab lang genug gehofft, dann gibt’s eben ‘nen anderen Weg weiter, Egal wie schlecht die Strassen sind.

Ich bin raus, und noch keine 30 Schritte weit, da werde ich wieder gerufen. Muss wieder zurück, wieder ins Büro.
Der Bishkeker empfängt mich wieder. Diesmal sind seine Worte erstaunlich knapp: er sagt kurz und knapp „100 Buks“.
Mein Aufschrei, viel zu viel, soviel hab ich nicht. Ich greife in meine Tasche, hatte vorher kleine Scheine dort gesammelt: ergibt 37 US Dollar. Er schaut den Haufen an, nimmt einen 1-Dollar-Schein und gibt ihn  mir zurück. Das soll dann wohl meine eiserne Reserve sein, wohl um im Notfall zu Hause anrufen zu können, oder so.
Er greift die allseits beliebte Kladde, trägt meine Daten ein, nimmt den Reisepass, stempelt ihn ab (er weiss wo alle Utensilien in diesem Container zu finden sind, muss wohl öfter hier seinen Nebenerwerb ausführen), aber der Stempel misslingt, hat kaum Farbe, also noch mal, knapp daneben, jetzt ist garnix mehr lesbar, anyway. Ich hab IHN.

Dann muss ich zum Custom, der Typ war mir schon mit seiner kompletten Morgentoilette aufgefallen. Ganz ungeniert und locker hatte er sich im Haupteingang des Containers zunächst die Schuhe mit Schuhwichse feine gemacht. Aber zum Zähneputzen (Colgate) ist er dann doch 20 Schritte ins Grün gelaufen. Weiter vorne spuken ja auch alle ins Grün, ich dachte das machen nur die Chinesen.

Der Kamaz-Fall kommt wieder dazwischen. Er ist mit seinem LKW vorgefahren, und ich kann aus dem Fensters sehen wie draussen Beutegut verteilt wird. Da darf der „Custom“ nicht fehlen, sonst läuft er Gefahr bei der Zuteilung übergangen zu werden.
Der Custom kommt wieder zurück, füllt alles aus, fragt nach „Money“, zieht seine Frage aber auch sofort wieder zurück. Das muss dann wohl ne Direktive gewesen sein, und der „Money“-Reflex eben noch aus alten Zeiten kommen. Fast, jedenfalls.

Ich solle mit dem Gelben vorfahren. Gerne, immerhin ‘nen Schritt weiter. Koffertüre öffnen, und drei, vier kommen zur Beschau. Und sind überrascht und auch erfreut. Zwei, drei Schubladen aufmachen, keine Stauräume, ok.
Dann ruft mich mein Mann von gestern wieder zu sich. Okay, und wir landen wieder im ContainerBüro. Er schaut meinen Reisepass an, aber der Stempel ist drinne.
Jetzt holt mein Mann etwas weit aus.
Er wäre doch gestern sehr bemüht gewesen, hätte das „Mobile“ eingesetzt, hätte sich gekümmert, und, und, und. Und wie viel den der Bishkeker bekommen hätte, 100 Bucks ? . Das fühlt sich für mich so an als ob er immer 100 Bucks verlangt, der Bishkeker.
Ich aber beschwichtige meinen Mann, viel weniger. Mein Mann läst nicht locker, 80, 70 ? ich sage ‚less’, mein Mann fragt weiter: 50 ?, ich sage noch weniger. Und hab tatsächlich Erbarmen mit ihm. Ja so etwas hab ich auch schon mal. Also ziehe ich ‘nen 10er aus der Tasche und gebe ihn im.
Er schaut den Schein prüfend an, beinahe hätte er ihn als Fälschung entlarvt, so genau studiert er ihn.
Aber dann sind alle zufrieden. Und ich kann nicht nur gehen, sondern auch fahren, uiuiuih.

Dabei komm das dickste doch noch wohl, die Tadschiken. Und was wenn die mich zurück weisen, bekomme ich dann von den Kirgisen das Geld wieder ????

090816-geschafft-kirgisische-grenze

Geschafft, ein kleins Wunder.

Ich bin aus Kirgisien raus,
und im Niemandsland gelandet…
zwischen Kirgisien und Tadschikistan,
20 Km beste beste Schotterpiste wo gibt,
aber muss ich die gleiche Strecke wieder zurück ????

Einreise Tadschikistan (16.Aug.09)

verfasst am 16. August 2009

20 Km Niemandsland. Gut für meine Spannungskurve,
die hat viel Gelegenheit zu steigen.

090816-niemandsl-v-tadschikistan

Der Kamaz ist wieder vor, und schon in der Diskussion. Wir beiden finden trotzdem noch Zeit, und er fragt mich sofort wie viel ich bei den Kirgisen hätte zahlen müssen.
Und er rümpft die Nase wie teuer und umständlich dieser Grenzposten sei. Dabei ist er Tadschike und diese Grenze für ihn ganz normal nutzbar.

Ich geh nach vorne, zeige meinen Reisepass. Er wird in Empfang genommen, und ich solle wieder gehen bis ich dran wäre, also der Kamaz weg wäre.
Die Hecktüre beim Kamaz geht gerade zu da werde ich schon herangewunken. Minuten später…..

Aha, deutscher Tourist. Wohin ? Nach Dushanbe? Der Koffer ?
Ist mein Haus, alles drinn. Er will reinschauen, und ist erstaunt, und noch mal erstaunt. Ich zucke mit den Schulter und sage : „Germania“.
Dazu einen Gesichtsausdruck etwa so wie: ist in Deutschland normal, sind eben gründlich, die Typen. Und es wird auch so verstanden….,
Er geht mit meinen Papieren (wie immer Reisepass und internationale Zulassung) ins Büro, gibt diese einem jungen Schreiberling weiter und sagt etwa soviel wie „Registrierung“.

Der junge Tadschike tut wie ihm aufgetragen, ich bekomme ne neue Zolldeklaration den Stempel aller Stempel, und in fünf Minuten bin ich wieder draussen.
Das war alles, wirklich alles, und wahrhaftig alles.
Kein Eintrittsgeld, kein Bakschich, kein Tönchen vom „kein internationaler Zoll“, rein garnix.
Ich verabschiede mich vom jungen Grenzer, ruf noch ein danke in die Stube nebenan, wo die beiden Oberen bereits wieder auf den Pritschen liegen und fernsehen.

Und jetzt ?
Jetzt bin ich wieder in Tadschikistan. Hmmm, wie fein,
und wie billig !!!!

Strassen für die Welt.

verfasst am 16. August 2009
1-090816-baustelle-umfahren Ich muss hier mal dringend ne Lanze brechen.

Für alle Wanderarbeiter, die in Asien unterwegs sind,
oder auch in Afrika (Gruss an Jutta),

sie sind längst zum Alltag geworden:
Die chinesischen Strassenbauer!

Und auch zum Feindbild.
China baut Strassen für die Welt.

2-090816-baustelle-staub Chinesen bauen keine Strasse,
sie wühlen eine.
So eine Baustelle ist dann nicht mal 10, 30 Km lang,
die sind gerne auch mal 100 Kilometer lang und umfassen 20 Brückenbauwerke.
So auch in Tadschikistan.

100 Kilometer mit einer Spitze von max 15 Km/h bedeutet:
man lernt in mehr als 7h so wirklich jeden Arbeiter
und jede Planierraupe persönlich kennen.

3-090816-baustelle-parken Bei den topografischen Bedingungen bedeutet Strassenbau auch sehr oft Vollsperrung.

Da es aber keine Ausweichmöglichkeiten über die 7.000er gibt,
trifft man sich im Parkstau,
und übt sich schonmal in buddhistischer Gelassenheit.

4-090816-sperrungszeiten Immerhin werden die Zeiten genau angegeben,
und Chinesen sind zuverlässig.

Im Norden Tadschikistan soll ich ohne erkennbaren Grund in so einer weitläufigen Baustelle anhalten.
Na da tun sich die Europäer besonders schwer in Geduld.
Ich frage nach, aber der Chinese, am Strassenrand sitzend,
beharrt auf meinem Stillstand.
Komisch. Keine Raupe, keine Walze in Aktion,
und ich soll still halten?

5-090816-baustelle-arbeiter Sekunden später detoniert mit lautem Knall und Gepolter eine Bombe.
Das war ne Sprengung,  Gesteinsbrocken fliegen uns um die Ohren.
Der Chinese lacht und will zurück in sein Camp mitgenommen werden.
Klar, kein Problem.
Und obwohl wir beide in Tadschikistan Fremde sind, und jeder des anderen Sprache nicht verstehen kann,
sein “Danke” kommt so leicht rüber….

Bei Roschi

verfasst am 18. August 2009
1-090818-militor-checkp-aussen Es ist wiedermal später geworden als ich wollte.
Dunkel.
Schlechte Aussichten nen schönen Übernachtungsplatz jetzt noch zu finden.
Dann noch dieser MilitärCheckpoint. Das dauert wieder.
Aber ich hab ne gute Idee,
Ich frag die Herrn sofort,
ob ich hinter der Schranke für die Nacht stehen bleiben kann.
Natürlich kein Problem.
Nur eine Bedingung: morgen früh muss ich zum Chai-trinken in die Militärbude kommen. Okay, das bekomme ich noch hin.
Gute Nacht.
2-090818-ruoschi-1 Der nächste Morgen. Mein Muntersein wird sofort entdeckt, werde herangewunken.

Roschie tischt auf.
Er ist sichtlich und sehr bemüht, mir ein ansprechendes Frühstück zu liefern.
Im RotKreuz Schrank ist das Brot (und nix Erste Hilfe) versteckt.
Die Bienen entfernt er noch schnell aus dem Honig,
und auch sonst kommt auf den Tisch,
was er so in den letzten Tagen den LKW Fahrern abgenommen hat.

3-090818-ruoschi-3 Roschie, 22 Jahre alt ist seit 4 Jahren beim Militär. Hier hat er jetzt das Oberkommando über einen sehr vergessenen Posten.

Im Range eines Leutnants, befehligt er vier weitere Kumpels, und sie gehen auch sehr locker miteinander um, wenn gleich Roschie eindeutig die Hosen hier anhat.
Nicht mal seine eigene Tasse muss er spülen.

4-090818-schreibtisch Ich kann locker beobachten, wie jeder, aber auch jeder LKW Fahrer ein paar SumoniScheine in den Papieren deponiert hat, und Roschie sie einsammelt und in seine Brusttasche steckt.
Alles ganz normal,
und die Abfertigung/Kontrolle geht so wirklich problemlos und zügig.

5-090818-ruoschi-2

Fürs offizielle Foto nimmt er dann auch Haltung an,
mit meiner Kaffeetasse…,
denn zu dieser hab ich ihn eingeladen, logo.

Mit reichlich Milch (Konserve aus drittletztem Laster)
und mit Honig hat er sie dann weggetrunken.
Das war offenbar zur Linderung des “besonderen” Geschmacks nötig.

Was tut man nicht eben alles aus Völkerverständigung.

Shokh Dara Valley

verfasst am 22. August 2009
1-090822-nach-roschtkalla-aanfahrt Mein PamirHighway:
von Yashilkul nach Murghab,
von Murghab zum Karakul,
von Karakul zum Peak Lenin,
und schwupp bin ich draussen aus dem Pamir.
Nee das ging mir alles zu schnell.

Also wieder rein nach Tadschikistan und zum Pamir zurück.
Das Shokh Dara Valley wäre ne Versuchung.
Die Infos über die Strecke sind widersprüchlich:
Lonely Planet schreibt von 4WD, und die örtlichen Taxifahrer lehnen eine Befahrung strikt ab.
Na da schau’n wir halt mal selber nach…..

2-090822-nach-roschtkalla-anfahrt Beim Abzweig zur Piste bin ich mir noch unsicher,
da soll es jetzt weiter gehen?

Allrad rein, Sperrdifferentiale auf Block,
Untersetzung sowieso.

Nach einigen tausend Kilometern bin ich mutiger geworden.
Der Gelbe tuckert gemächlich den Berg hoch,
und es ist steil,
sehr steil.

3-090822-nach-roschtkalla-schlafplatz Bei gut 4.000 Metern erreichen wir die Hochebene,

und so hab ich mich schon kennengelernt:
der weite Blick, die grosse Ruhe,
und viel Luft drumherum,
das ist es was mich zum schmunzeln bringt,
und dieser Übernachtungsplatz bietet alles.

4-090822-nach-roschtkalla-marxengels Der nächste Tag,
das Tal weitet sich.
Gleich müsste es passieren,
noch ein Tal,
das nächste.
Genau, da prangen sie in der Landschaft “on Top”,
Herr Marx und Herr Engels,
bzw. die beiden nach ihnen benannten Berge.
5-090822-nach-roschtkalla-marxengelsomelett Und ich zelebriere den Moment ganz ähnlich
wie ich Herrn Lenin Tribut gezollt habe:
ich mach mir ein Omelett mit Aussicht.
6-090822-nach-roschtkalla-felsenenge Weiter gehts durchs Shokh Dara Tal.
Die Schlucht wird enger und enger.
Gehts dahinter überhaupt weiter?
Klaro,
sonst wäre doch die Erde eine Scheibe….
Und der Verkehr ist praktisch gleich null.
Zwei Autos in 6 Stunden,
da reicht locker eine Spur.
7-090822-nach-roschtkalla-m-fluss Die Zivilsation naht, die Strecke bereitet keine besonderen Probleme.
Der Polizeicheckpoint vor Kourough auch nicht.
Sie meinen zwar, dass ich die notwendige Erlaubniss für die Roschtkala Region nicht in meinem Pass stehen habe, aber ich will ja auch garnicht hinein, ich will doch nur raus.
Da lachen sie und lassen mich passieren,
was denn auch sonst.

Wieder im Wakhan Valley (23.Aug 09)

verfasst am 23. August 2009
1-090823-wakhan-fels-berge Dieses Wakhan Valley ist einfach das Markenzeichen des Pamirs.

Tief eingeschnitten hat sich der Panji ins weiche Gestein.
Ich möchte mal im Frühjahr in dieses Tal zurückkommen,
wenn der Wasserstand durch die frische Schneeschmelze noch deutlich höher gestiegen ist.

2-090823-wakhan-enge-strasse

Die Strasse in diesem Tal ist nebensächlich, sie nimmt sich den Platz der bleibt.

Vielen Streckenabschnitten hier sind Planierraupen fest zugeteilt.
Sie parken in Bereitschaft, denn dauernd heisst es Felstürze beiseite räumen und die Fahrbahn notdürftig wieder befahrbahr machen. Entsprechend langsam ist hier das Fortkommen.

3-090823-wakhan-flussstrasse

Sie windet sich mit jedem Meter in einen andere Richtung.

Und hinter jeder Ecke gibt es neue Bilder,
ist für Abwechslung garantiert

4-090823-wakhan-afghan-seite

Über einige hundert Kilometer ist dieser Fluss Panji auch die Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan.

Über diese Grenze wird wohl die Hälfte des tadschikischen Staatshaushaltes erwirtschaftet. Mit Opiumschmuggel.
Und jetzt, bei meiner dritten Fahrt durch diesen grandiosen Canyon fallen mir einige Fahrzeuge auf, die sehr geschäftig sich wieder zurückfallen lassen.

Ich sehe die Feldstecher, die einige um den Hals tragen.
Drüben sind nur Eselswege in den Fels geschlagen, und kleine Karawanen unterwegs.

5-090823-wakhan-chinlaster In letzter Zeit sind auf dieser Seite die vielen chinesischen Laster dazu gekommen.
Sie nutzen den PamirHighway für den Warentransport zur tadschikischen Hauptstadt Dushanbe.
Der Handelsweg “Seidenstrasse” ist so befahren wie noch nie zuvor.
Aber im Auftrag bauen die Chinesen die Querverbindung weiter im Norden zwischen Dushanbe und Sary Tash/Kirgistan komplett neu aus. Dann wird es wieder beschaulicher, auf dem Pamir Highway.

Aber für die Anwohner auch wieder ein bisschen schwieriger. Immerhin lässt sich mit den Truckern auch das ein oder andere Geschäft machen.

Gelbe Reparatur (24.Aug 09)

verfasst am 24. August 2009
1-090824-schl-strasse Die Strassen in Tadschikistan sind wirklich schlecht.
Und es gibt einen ganz einfachen Grund:
Die Tadschiken brauchen keine besonders guten Strassen,
sie haben gar kein solches Verkehrsaufkommen.
Auf landesweiten Durchgangsstrassen, wie etwa vom Norden des Landes zur Hauptstadt Dushanbe, verkehren pro Stunde oft nur zwei oder drei Fahrzeuge.
Wozu dann in den teuren Strassenbau investieren.
Ein Zollinspektor oder auch ein Lehrer verdienen im Monat 100 US Dollar. Dafür gibt es keine Autos.
2-090824-mann-geht-zum-gelben Meine Durchschnittsgeschwindigkeit im ganzen Monat August in Tadschikstan lag gut unter 30 Km/h. Und die waren oft noch viel zu viel.
Auch meiner Auspuffhalterung.

Da sind 3mm Stahl einfach an der Knickstelle durchgeschüttelt und abgerissen.

An der Tanke in Kala-Khum wussten sie Rat.
Durch den Ort durch, in Richtung Norden, nach einem Kilometer das erste Haus auf der rechten Seite,
der macht das.

3-090824-werkstatt-m-fluss Und der hat’s auch gemacht.
Dabei hat er die schönst gelegenste Werkstatt die ich bisher gesehen habe. Direkt am türkisen Schmelzwasserfluss.
4-090824-mann-schweissen Und was sich zunächst als das pure Chaos herausstellt…,
er sucht weniger sein Werkzeug als ich in meinen paar Staukisten.

Eine Stunde hats gedauert,
10 Euro wollte er dafür haben.
Da war bestimmt auch einiges an Tourizuschlag drinne,
aber ein bisschen Entwicklungshilfe wird von uns Zugereisten eben auch immer gefordert.
Und hier triffts genau den Richtigen,
geht kein Penny an Verwaltungskosten verloren.

Freunde in Dushanbe (25.Aug 09)

verfasst am 25. August 2009
1-090827-am-esstisch-b-corinne

Der Kreis wird grösser und es ist einer.

Michael.
Ich bin in der Internetbude in Kourough, der Typ will schliessen, ich bin der letzte der raus kommt, und draussen steht Er. Spricht mich an mit: “Hallo Günther”, aber ich kenn ihn nicht. Er hat schon von der Radtruppe von mir gehört,
Und jetzt gehn wir erstmal zusammen Essen. Die nächsten zwei Tage sehen wir uns in Kourough öfter. Er zeigt mir das beste indische Restaurant der Stadt, oder meinte er das junge, sehr sympathische Mädel? Anyway.

2-090828-charly_

Charly.
Ich mach mich weiter auf die Shock-Dara Route.
Am ersten Checkpoint sitzt Charly. Radfahrer aus den USA, für diese Tour in Singapur gestartet. Die Beamten hier meinen diese, seine Tour sei jetzt und genau an diesem CheckPoint zu Ende.
Naja.
Charly hat sich das GBAO Permit in Pakistan besorgt, und dort hatten sie keinen Visa-Stempel. Also haben sie den Text handschriftlich in den Pass gekritzelt.
Und genau sowas haben hat die Polizei hier noch nie gesehen, und glaubt es erstmal nicht. Zu zweit reden wir auf die Beamten ein, und dann geht es, wie immer, dann doch.
3-090825-abendessen-runde_

Marc.
Ist mit Rucksack und “local transports” auf dem Weg zum Baikal. In Kourough taucht er am Tisch bei Corinne und Jose auf.

Denn da treffen wir uns alle wieder. Internet und Flüsternachrichten sei Dank.
Alle bedeutet, Jan ist nach unserem Camp auf dem Pamir Highway dann mit Jose + Corinna nach Kourough geradelt. Corinne hat sich verabschiedet und ist inzwischen nach Istanbul geflogen.

Trotzdem, die Runde kann sich doch sehen lassen, oder?

4-090828-drei-vor-gelb_

Und wie es in einer kleinen Hauptstadt so ist. Ab diesem Moment treffen wir uns mit oder ohne Absprache ständig wieder. Beim Cafe im Segafredo, zum Abendessen beim Araber, oder zum Selbstgekochten bei Jose und Corinne. Denn Corinne hat Dank Beziehungen ne eingerichtete Wohnung beziehen können, und macht die Gastgeberin. Danke, war cool euch zu treffen,
wir waren ne tolle Runde.

Andrea + Gerhard (29.Aug 09)

verfasst am 29. August 2009
1-090829-charly-beim-fruehstueck Charly weckt mich zum Frühstück.
Wir hatten uns zuletzt in Dushanbe in der grossen Runde gesehen, also vor rund 160 Kilometern und vier Tagen.
Er hat letzte Nacht bei chinesischen Strassenarbeitern im Camp übernachtet.

Kurz nach seinem Start heute sah er meinen Gelben im Gebüsch neben dem Restaurant stehen, und hat einfach Lust auf ein gemeinsames Frühstück.

2-090829-andreagerhard-schuhe Wenig später überhole ich ihn hupend,
und wieder etwas später auf dem Weg nach Penjikent kommen mir Andrea und Gerhard entgegen.

Ob sie schon genug gestrampelt hätten, dass sie eine Pause verdient hätten.
Sie meinen einstimmig, ja.
Da wird der Gelbe wieder voll.

3-090829-andreagerhard-an-den-raedern Sie sind in Samarkand mit den Rädern gestartet, und wollen weiter bis nach China.
Naja das kenn ich schon…
Ich bin hier wohl der einzige, der vor dieser einen Grenze umdreht….
Beide haben sich ein Jahr Zeit genommen,
Gerhard (bayrischer Wald) hat seine Stellung gekündigt,
Andrea (Augsburg) ein Sabbatjahr eingelegt.
Andrea ist nicht neu in der Gegend. Vor ein paar Jahren war sie schon mit dem Rad bis zur Mongolei.
So kann’s gehen,
wer einmal hier war……
4-090829-andrea-gerhard-charlyich Und unsere Palaverrunde dauert so lange, dass Charly mich schon wieder mit dem Rad eingeholt hat. Soll man einer sagen ich wäre schnell unterwegs.

Zum Abschlussfoto schaut er etwas grimmelig.
Aber das liegt ganz klar daran, dass ich mich mal probehalber auf sein Rad geschwungen habe.
Keine Angst Charly, mir ist nicht nach tauschen, nur nach unserem Austausch.

Nachtrag:
Natürlich haben Charly und ich uns auch in Samarkand wiedergetroffen. Im wirklich besten TravellerHaus der Stadt, im Bahodir.
Anyway, ob Fahrrad, oder MAN-Power, den Rythmus bestimmen alleine wir selbst.

Ausreise Tadschikistan (30.Aug.09)

verfasst am 30. August 2009

Ufff, das hat länger gedauert, und dies hier zu Lesen wird auch dauern.

Ein besonderer Tag, das war eh klar.
Schliesslich sind meine Belege unvollständig.
Ich hab wirklich gut ausgeschlafen an sehr ruhigem Schlafplatz und bin für die tadschikische Ausreise gewappnet,
aber es kommt spektakulärer als ich ahnen konnte.
Hier in ZentralAsien wird einfach alles geboten. Uiuiuih

Die Nacht hatte ich schon mit drei weiteren deutschen Fahrzeugen verbracht,
und sie treffe ich direkt vor dem Schlagbaum wieder,
obwohl sie fast drei Stunden vor mir losgefahren sind.
12.30h, es geht los.
Ich darf sogar aufs Gelände fahren,
und anhalten.

schlafplatz-vor-grenze

Meine zweite Quittung aus Kourough fehlt. Weiss ich.
Schliesslich wollten sie bei der Ausreise nördlich Murghab 500 Sumoni  (ca 80 Euro) von mir haben,
und nur meine Quittung hat diese Forderung auf null reduziert. Aber diese Quittung haben sie einkassiert.
Ohne Quittung keine Ausreise, bzw dann eine Strafe: 50 US Dollar pro fehlendem Tag, bei rund 23 Tagen, also 1.150 US Dollar.
Vergesst es !
Ich bezahl NIX !

Ich bestehe darauf sie mögen in Kourough anrufen und sich von Herrn Jovid bestätigen lassen, dass ich dort bezahlt habe.
Nach genau 1,5h versuchen sie die Nummer, aber es ist die falsche. Mehr Versuche gibt es nicht. Und keiner ist in der Lage diese Nr von Herrn Jovid herauszufunden. Ohnehin müssen sie immer hier mit ihren privaten Handys telefonieren. Ein Diensttelefon gibt es nicht, der Funk ist nur für den Kriegsfall, aber das kenn ich schon.

Die anderen drei Fahrzeuge stehen immer noch draussen.
Sie haben ein ähnliches Problem, und auch bei Ihnen bewegt sich nix.
Drei Stunden sind um.

Wir werden in den nächsten Ort verwiesen. Dort gäbe es eine deutsche Organisation, die würde uns helfen. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass es die deutsche Sektion der Welthungerhilfe ist. Wir verzichten auf Kontaktnahme.

Es ändert sich nix.
Gebetsmühlenartig wiederholen wir alle unseren Standpunkt.
Vier Stunden gehen um.

Mir wird angeboten an Eides statt zu versichern, dass ich die Quittung verloren habe, dann würde ein Protokoll angefertigt, und ich müsste 40 Dollar “straf” bezahlen.
Ob ich Kopien meines Passes habe?
Hab ich nicht. Dann müsste ich welche in Penjikent machen lassen.
Seh ich nicht ein, wenn die hier keinen Kopierer haben, und Kopien wollen, dann müssen sie selber fahren,
Ok, dann bräuchten sie Geld für Benzin weil sie keines haben, weder Benzin noch Geld.
Bekommen sie von mir auch nicht, dann können sie auf die Kopien verzichten.
Können sie nicht,
aber die Übersetzerin fürs Deutsche muss eh zu ihrem kranken Kind in die Stadt zurück, also fährt das Auto jetzt los. (Geht doch…)

Die drei Deutschen stehen immer noch hinter der Schranke, auch bei ihnen kein Weiterkommen.
Sie machen sich jetzt selbstständig, gehen am Customs Offizier (Customs sind die, die für den Waren- und Autoverkehr zuständig sind),
vorbei zur Grenzpolizei (die für die Personenkontrolle zuständigen) und wollen den AusreiseStempel für den Reisepass.

Dieser Chef der Grenzpolizei hat aus der Ferne schon länger mit Missvergnügen unsere vier festgenagelten Autos und deren hilflose Bewohner beobachtet.
Er ist den Militärleuten weisungsbefugt, die an der Schranke die Ein- und Ausfahrt regeln, und gibt die Weisung durch, dass die drei Fahrzeuge aufs Zollgelände einfahren sollen. Nach gut 4 Stunden Palaver.
Ich selbst war ziemlich nach Ankommen diekt aufs Gelände gewunken worden. hab aber seit 4 Stunden dort den Gelben auch nicht mehr bewegt.

Das hört der Customs Inspektor, rennt zur inzwischen geöffneten Schranke und stellt sich vor das erste Fahrzeug.
Das ruft wiederum den Grenzpolizisten auf den Plan, er rennt ebenfalls zur Schranke und spricht den Customs an, er würde gerade über seine Befugnisse gehen.
Dann gibt wie unter Jungs schonmal üblich ein Wort das andere. Und das nächste Wort ist sogar immer lauter als das vorherige. Und der Grenzpoliszist lässt mal ein Wort aus und streckt seine Faus als Kinnhacken zum Customs aus. Der nicht faul, rauft locker zurück.

Jetzt eskaliert es, logisch.
Die untergebenen Customs kommen ihrem Chef zu Hilfe,
der Grenzpolizist hat auch eine Helfertruppe, und schon ist die wildeste Schlägerei rund um die drei Fahrzeuge vor der Schranke im Gange.
Ringrichter gibts keinen und ganz fair geht es auch nicht zu.
Anyway. Der Grenzpolizist ist klar überlegen: ein Kopf grösser, 1,5 fach breiter und nur 0,7 fach so rund wie der Customs.
Der fliegt über Betonbarrierren und wird schliesslich von seinen Leuten zurückgehalten. Wohl um seine Gesundheit zu schützen.
Jetzt fliegen wieder laute Worte über den leeren Platz.
Die Stimmung bleibt gereizt.

Das Ansehen des Customs hat gelitten. Und er ist tatsächlich genau der Typ, der uns allen diese Schwierigkeiten fabriziert hat. Sogar im Internet muss es schon Kommentare und Texte zu seinem Verhalten an dieser Grenze geben.
Dieser Custom will jetzt die Bühne verlassen. Mit seinem Auto fährt er zur Schranke, aber die Militärs öffnen nicht. Anweisung vom Grenzpolizisten.

Da setzt der Customs zurück, fährt zwischen zwei Baracken seitlich aufs Feld und durchpflügt den Acker parallel zur Strasse, um hinter der Schranke wieder auf die Strasse zu hoppeln und ins nahe Penjikent zu fahren.
Upps, das war dann der mindestens der vierte Akt des Dramas.

No5 lässt so ne Stunde auf sich warten, dann kommen vier Autos mit den Chefs der Chefs der Chefs.
Es bleibt weiter laut, aber als erstes müssen die Zeugen-Deutsche-Ausreisewillige verschwinden.
Drum geht jetzt alles sehr schnell.
Nach 20 Minuten sind alle meine Papiere fertig.
Die normalerweise zwischen 18h und 20h geschlossene Grenze wird einfach geöffnet, und draus bin ich.

Bezahlt hab ich mit meinem Restgeld, das waren so rund 20 US Dollar, und beim Komplettchaos haben sie total übersehen, dass ich im Prinzip nochmal 75 US Dollar für die dritte 15-Tage-Verlängerung hätte zahlen müssen, denn Quittung No3 hab ich nie gehabt.
Und eine Registrierung, weil ich länger als 30 Tage im Land war hab ich auch nie besorgt (35 US Dollar Gebühr).
Plus Strafe ? Kann sein….

Liebe tadschikischen Freunde,
ich glaube ich werde langsam einer von euch.
Nur prügeln, das ist nicht so mein Ding.

Weiter zur usbekischen Einreise,
aber dort war einfach alles längst zu spät
und der Drogenhund schon im Reich der Träume……

Elektrisierend (31.Aug 09)

verfasst am 31. August 2009
1-090831-registanplatz-night1sm1 Weil es so schön war…
Samarkand zum Zweiten.
Das Musikfest hab ich zwar verpasst,
weil die tadschikischen Beamten für meine Ausreise ein eigenes Theater einstudiert hatten…..
2-090831-registanplatz-night2sm …aber für die Lightshow am RegistanPlatz
kam ich dann doch noch just-in-time
3-090831-registanplatz-night3sm es war zwar ganz klassich elektrisch,
aber eben doch sehr elektrisierend.
4-090720-registan-von-oben1 Im Prinzip könnte man in diesem Viereck gut sein Zelt aufschlagen,
und einfach ne ganze Zeit einfach nur Hier sein.
Aber ich schätze das ist unbezahlbar.
Für den illegalen Aufstieg zum Minarett hab ich in die Privatkasse eines Polizisten rund 3 Euro reingelegt (statt der geforderten 10).
Fürs Zelt müsste ich da bestimmt 50 Euro die Nacht abdrücken,
ohne warm duschen, versteht sich…..
denn für Geld bekommt man hier einfach alles…
5-090831-registanplatz-day-gelbsm “Probe Campen” hab ich jedenfalls schonmal mit dem Gelben versucht.
Hab mich einfach wie beim Versteck spielen üblich,
von hinten rangeschlichen.