Beiträge aus der Kategorie ‘--China‘

Chengdu ist auch ne schöne Stadt

verfasst am 24. August 2010
100824-chengdu-parkplatz Chengdu, für viele das Tor nach Tibet, für uns ist es Verschnauf-  pause nach der Tibet-Ausreisse.

Wir haben Glück und unser Guide lotst uns zu einem Hotelpark- platz in Fussweite zur grossen Tempelanlage Wenshu.

Ein Tag Reisepause,
und selten haben wir ihn so dringend gebraucht.

100824-kerzen-wenshu Chengdu entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Glücksgriff. Trotz der 5 mio Einwohner wirkt sie in unserer Ecke sehr überschaubar.

Das liegt auch am Wenshu, der im Innern mit einer grossen Parkanlage aufwartet.
Wir können die Vorbereitungen zur “Wünsche-Verbrennung” beobachten.

Da werden alle möglichen Wünsche aus Papier gebastellt, zusammengetragen und abends angezündet.

100824-papiergeld Mit den Flammen entschwinden die Wünsche dann in den Himmel wo sie sorgsam bearbeitet werden…

Wer es sich ganz einfach machen will, der besorgt sich Papiergeld. Schliesslich kann man mit Geld ….

100822-fleischspiesse Die Küche dieser Provinz Sichuan muss noch dringend erwähnt werden.
Die Spiesse,
auf der Strasse gekauft,
sind der Renner.
Das liegt wohl am gleichnamigen Pfeffer, dem Sichuan-Peffer, der eine wunderbare Schärfe in Mund zaubert.

Aufgespiesst wird alles was sich nicht wehrt:
Zwiebeln, Bohnen, Maiskolben, Knoblauchzehen,
und natürlich Fisch + Fleisch.
Die zwei Abende werden wir hier zu Stammgästen.

Werkstatt Aufenthalt

verfasst am 26. August 2010
100826-werkstatt-aussen So sieht eine Werkstatt unseres Vertrauens aus.
Empfehlung hatten wir jedenfalls keine, als wir auf die Bremsen traten. Nur diese BetonBühne, die sah schonmal ganz verlässlich aus.
Was war passiert.
Kurz nach dem AutobahnEnde, zu Beginn des JangsteStausees wurde es immer lauter, ein Schleifgeräusch.
Der Reserverreifen auf dem Fahrerhausdach hatte sich nicht gelöst.

Aber beim zweiten Halt war es dann klar:

100826-auspuff-daneben Das Auspuffendrohr hatte sich aus dem Topf verabschiedet und hing über der Kardanwelle.
Hochbinden brachte genau 2 Kilometer Linderung.
So schied erneutes Hochbinden aus.

Kurzer Prozess: Auspuffrohr abgebaut und in den Stauraum gepackt.

Viel lauter wird so ein MAN nicht, er brummt etwas mehr bei niedrigeren Touren. Aber die Abgase schwärzen den Unterboden, und überhaupt…

100826-weisse-handschuhe So wie die Werkstatt aussah, so hat er auch gearbeitet: ruhig, konzentriert und zuverlässig.
Das kann jetzt wieder locker 25.000 Km halten, denn die letzte solche Montage erfolgte letztes Jahr in Thessaloniki.

Allerdings hatte der keine weissen Handschuhe an,
und diesmal kostete es auch nur genau 2,50€.
Material und Lohn inklusive.

Übrigens: Eigentlich brauchen Chinesen bei solchen Fahrzeugen garkeine Bühne…

zum Jangtse Staudamm

verfasst am 27. August 2010
Eines hatten Heike und ich uns dann doch auf dieser
“Reise in die falsche Richtung”
in den Kopf gesetzt:
wir wollen zum Jangtse,
unbedingt.

Unser ChefGuide Mr.Zhang ist schon seit Chengdu nicht mehr dabei.
Auch Lieke ist zurück nach Peking.
Nur “Pang” ist noch an Bord, und der hatte schon bei einer der Chaos-Besprechungen das Äuglein gezwinkert.
Er lässt sich auf fast alles ein.

100826-regenschirm
Angeblich ist südlich des Stausees die Autobahn fertig.
Aber das Gegenteil ist der Fall.
Wegen heftigem Regenwetter ist die “local-road” immer wieder mal voll gesperrt.

Die Berg- und Talfahrt durch vergessene Dörfer ist Abenteuer und Zumutung zugleich.

Unsere Übernachtungsplätze wissen nicht mal im Dunkeln zu Gefallen.

100822-chaos-dorf
Aber wir werden entschädigt.

“Pang” verzichtet heute mal auf die Pension,
schläft im Führerhaus
und der Gelbe parkt direkt vor dem Damm. Uiuiuih.

100828-mit-dem-gelben
Da scheint wohl Niedrigwasser im See, jedenfalls sind nur einige Turbinen auf Durchgang geschaltet.
Bei voller Leistung wird hier soviel elektrische Leistung produziert wie vergleichsweise mit 18 Atomkraftwerken.
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Neben dem Damm mussten etliche Schleusen gebaut werden, um den Höhenunterschied (ca 110 Meter) zu überwinden.

Dem “WeiterLeser” sei der Artikel in Wikipedia empfohlen.

100827-schleusen-am-damm2

Der Jangtse

verfasst am 27. August 2010
Auch noch hinter der Staumauer  haben wir einen guten Einblick, wie die Kreuzfahrttouris den gestauten See wohl erleben dürften. 100827-jangtse-schlucht
Gleich nebenan ist ein kleiner Tempelberg, von dem wir einen tollen Ausblick auf die verschiedenen Seitenarme des Jangtse haben. 100827-schlucht-mit-see
Zwei Bootstouren sind im Eintrittspreis gleich mit eingeschlossen,
dann nix wie los.
100827-chinesen-m-foto
Und als uns “Pang” erzählt,
dass es in diesem schwindelerregenden Restaurant garnicht so teuer ist, und es auch noch leckeren Fisch gibt,
da riskieren wir den Gang an der Wand lang.
100827-restaurant

Grosse Pause

verfasst am 30. August 2010
100828-sauerkraut-m-snow Über Wuhan und Nanching gehts dann in drei weiteren Fahrtagen und 1.400 Km uber namenslose Autobahnen ganz an die Ostküste Chinas, nach Ningbo, ca 200 Km südlich von Shanghai.
Kartoffelpüree mit Sauerkraut schafft da schnell ein besonderes HighLight in der Kombüse.
Selbst wenn das passende Bier dazu “Snow” heisst….

Am EtappenZiel in Ningbo, sind wir erstmal sicher:
vor weiteren Fahretappen,
vor der Suche nach Übernachtungs-plätzen im Dunkeln,
vor allen Guides auf dieser Welt…

100829-bei-bruceandy Wir finden Unterschlupf bei Peter.
Seit 14 Jahren wohnt und arbeitet er schon hier an der Küste.
Heute Abend gehen wir erstmal mit zur Gillparty von Bruce und Andy. Beide bekommen Nachwuchs und haben gerade noch eine schicke neue Wohnung bezogen.
Jetzt gibt es die Einweihungsfete.
100918-gelb-in-dachi_sm Nach der Industriestadt Ningbo/Beilun ziehen wir ein ruhigeres Plätzchen vor.

Nur 20 Km entfernt, im hügeligen Bambuswald, hat Peter eine kleine Fabrik übernommen,
um dort seinen Designern ein produktives Umfeld im Grünen zu schaffen.
Dahin wollen wir auch.
Der Gelbe bekommt sogar zum erstenmale in seinem Leben einen festen Stromanschluss, was ein Luxusleben.

100902-arbeitsplatz-dachi2 Den Besprechungsraum nehmen wir gerne als Angebot an, und ich baue meinen Mac-Filmschnittplatz auf. Internetzugang inklusive, wie einige der geneigten Leser ja auch haben schon erleben konnten.

Für die nächsten drei Wochen hab ich meine Beschäftigung gefunden.

100918-badesee-dachi Draussen tagsüber 30°, Sonne,
Nachts immer noch 30° bei Schatten,
da bietet sich der fussläufige Badesee zum Abkühlen an,
wenn denn das Wasser nicht so warm wäre.
In dieser Gegend gibt es dutzende von kleinen Seen.
Alles Stauseen,
um der Regenmassen Herr zu werden und die Dörfer nicht ständig zu überfluten.
Schliesslich leben wir hier jetzt im Regenwald.

buddh Insel Putuo Shan

verfasst am 5. September 2010
100905-ps-marytina Der einzige, heilige, buddhistische Berg Chinas, der auf einer Insel liegt.
Wir haben es nur 40 Km und zwei Bootstouren weit, also wird das ein
gemütlicher Tagesausflug.
Das liegt auch vor allem an der Begleitung:
Mary und Tina aus Detlefs Büro wollen auch mal wieder hin und nehmen uns einfach mit.
100905-ps-guanyin Die Insel ist der vor allem der Wohnsitz von “Guanyin”, der ewig mitfühlenden Göttin der Barmherzigkeit.
Sie hat mal irgendwann alles Leid der Erde aufgenommen
und hält jetzt schützend ihre Hand über die Menschheit.

Manch einer scheint davon genug zu haben…,
oder weshalb hat dieser Herr seinen
Regenschirm bei blauestem Himmel aufgespannt ?

100905-ps-tempel Je weiter man sich von den GrossAttraktionen entfernt, desto schöner wird die Insel.

Und neben den drei Haupttempeln hat sie 88 weitere zu bieten.

100905-ps-fisch-trocknen Trotz alle dem Prunk:
Am spannendsten finde ich mal wieder das Leben in den kleinen Gassen.
Die kleinen Restaurants nutzen jeden qm um den Fisch zu trocknen.
100905-mary-vor-schrift Und ganz zum Schluss, da bekommen wir auch mit, was Tina + Mary auf diese Insel schon wieder gezogen hat.

An jedem Tempel und an diesen grossen Schriftzeichen, da wird sich gewünscht, was die Zukunft so hergeben soll.

Die beiden lassen keine Gelegenheit aus, hier ihrem Glück auf die Sprünge zu helfen.
Es geht immer um DAS eine:
Einen tollen, lieben Mann finden,
EIN Kind bekommen, und ein laaaanges Leben.

Hier vor dem passenden schriftzeichen “Herz”!
PS:
Und zu ‘haben’ sind beide noch …

Ferien

verfasst am 19. September 2010
100922-heike-fliegt Ich bin immer noch im Bambuswald. Heike hat sich inzwischen alleine auf den weiteren Weg gemacht. Sie fliegt wieder nach Lhasa, um dort trecken zu gehen.
Ohne Fahrzeug ist die Einreise nach Tibet kein Problem,
für mich ein im Moment unlösbares.
100919-peter-kocht Es gibt weiteres für mich zu tun, hier in Beilun.
Wir wollen noch ein Filmprojekt zum Thema “Nachhaltige Industrieproduktion in China” anpacken.

Peter lädt zu einer besonderen Premiere ein:
Selbstgekochtes aus dem Römertopf.

Er hat noch drei chinesische Freunde dazu eingeladen.
Getrunken wird spanischer Rotwein,
und deutsches Bier.

100925-maybach-gruppe Peter lädt auch ins Maybach ein.
Der Stargast dieses Sommers ist die beste ReggaeBand ganz Chinas.
Die Temperaturen bewegen sich draussen auch nachts noch um die 25°, das passt also wirklich gut.
100928-beim-japaner2 Daniel lädt zum Japaner ein.
Völlig unscheinbar geht es in ein schmales Haus am “japanischen Platz” in Beilun. Hier sind unzählige Restaurants mit genau dieser japanischen und koreanischen Küche versammelt. Da den richtigen zu finden ist garnicht so einfach. Die Jungens haben einfach alle mal durchprobiert. Das bleibt mir jetzt erspart.
Unsere bunte Truppe kommt aus Deutschland, der Schweiz, Canada, Luxemburg und Kasachstan…

Rund um Dachi

verfasst am 25. September 2010
Ein Monat ist um,
an der Ostküste Chinas,
südlich von Shanghai.
400 Km gefahren,
nicht an einem Tag,
sondern in einem Monat.
Ein Glück, dass es hier keine Parkuhren gibt.

Abhängen, chillen, durch den Bambuswald streifen, zum Essen (und trinken) eingeladen werden.
Den ein oder anderen Tempel inspizieren.
Und auch hier endlich den Blog mal auf den aktuellen Stand bringen (wie gerade geschehen…)

100904-bambuswald
Rund um Dachi ist auch schön.
Quer durch den Bambuswald gibts viele kleine Trampelpfade,
die mit ebensolchen kleinen Pflastersteinen gerad so befestigt sind, dass sie nur sehr langsam zuwachsen können.
Diese Wege waren früher, vor der Motorisierung, der schnellste Weg zwischen den Dörfern.
100919-weg-zum-temple1
Ne knappe Fussstunde entfernt steht dieser gewaltige Steinbuddha.
Er bewacht wohl die kleine Tempelanlage, die von einer tollen Gartenlandschaft einschliesslich Badesee umgeben ist.
100919-tempelbudda-in-stein
Erst bei meinem zweiten Besuch sind die Türen zu den heiligen Hallen geöffnet.

Und wieder bin ich der einzige Besucher im Areal und geniesse die Stille

100928-buddha-innen
Ein einzelner Mönch passt ein bisschen auf, und freut sich über meinen Besuch.
Weiter unten am grossen und berühmteren TiangTong Tempel, da strömen sie jetzt alle hin.
Neu gebaut wird dort.
Alles Souvenier- und Andenkenläden, für den Ansturm demnächst.
Vor lauter Bauzelten und Planen weigere ich mich ein Bild zu machen.
100928-buddha-monch
Und komme wieder zurück,
zu diesem kleinen, verwunschenen Park zwischen den Bambusbergen
100919-tempel-bei-dachi-see_sm

StadtBankett

verfasst am 29. September 2010
100929-grosser-saal1 Da flattert mir ne Einladung des Ober-Ober-Bürgermeisters in den Gelben.
Es gilt den Jahrestag der Ausrufung der Volksrepublik China im feierlichen Rahmen zu begehen.
Nationalhymne absingen inklusive.
100929-runder-tisch1 Und da ja soetwas immer ein gutes Essen verspricht, nehme ich die Einladung gerne an.

Typisch für Ningbo die grosse Auswahl an Fischen, Meeresgetier.

Untypisch das viele Brot. Aber da hat man wohl an die Expats gedacht, die hauptsächlich in dieser Runde eingeladen sind.

100929-tisch-hapeler1 Für die gute Unterhaltung sorgen wir selber.
Schliesslich kommt ein ganzer Tisch mit HaPe’lern zusammen.
Und es passiert, wie es wohl jedes Jahr passiert und schon ne gewisse Tradition besitzt:
Wir sind die letzten, die die Runde auflösen.

zu Besuch in Shanghai

verfasst am 7. Oktober 2010
101008_1-bei-jurgen-auf-der-strasse1 … bei Christin und Jürgen.
Jürgen kenn ich schon länger, schliesslich schreiben wir uns seit über einem Jahr etliche Emails. Ein persönliches Treffen hatte allerdings noch nie geklappt. Immer wenn ich mit dem Flieger in der Stadt war, dann war die Zeit zu knapp.
Aber jetzt, wo ich mal mit dem Auto vor seine Türe fahren kann, da ist eben alles anders.
Dank der genauen Angabe von Längen- und Breitengrad ist es ein Klacks, den Compound in Shanghai zu finden. Sogar der Sicherheitsservice spielt mit, und ich darf mit dem Dicken ins Wohngelände.
101008_2-jurgenchristina-kleiderschrank Ein kleines Familientreffen ist es ohnehin, schliesslich heisst Christin von Geburt an mit Nachnamen Schumacher, und ihre Mutter ist gerad auch zufällig aus Deutschland hier zu Besuch.

Die Hausbegehung dauert etwas, schliesslich ist die Villa wirklich extrem geräumig.
Aber der Höhepunkt ist dann der Kleiderschrank.
Für viele Chinesen dürfte der als Wohnung auch schon ein Gewinn sein.

101008_3-jurgenchristina Vielleicht liegt es an Christins Job: Sie betreibt Qualitätsmangement in der Textilindustrie, und ist in dieser Branche schon seit 15 Jahren in Asien zu Hause.

Mit Jürgen ..,

101008_4-jurgenchristina-nathaliepatrick … und inzwischen zwei Kindern: Nathalie und Patrick.
Die beiden besuchen ne internationale Schule und können inzwischen besser chinesisch lesen und schreiben als deutsch.

Aber wer auf der Welt spricht denn auch schon deutsch …..

mit Inge am Bund

verfasst am 8. Oktober 2010
101008_1-am-bund-gslinge Das war zunächst mal nicht ganz so eindeutig:
Weder ob meine Schwester Inge tatsächlich ihren angemeldeten, dienstlichen Flug nach Shanghai bekommen wird,
noch ob ich um diese Zeit überhaupt noch in der Gegend bin.

Aber irgendwie hat es eben dann doch dringend sollen sein.
Und es ist zu einem HighLight der Reise geworden,
keine Frage….

101007_2-stadtentwicklung Inge war schon wirklich sehr sehr viel in der Welt unterwegs, aber eben noch nie in Shanghai.
Da kann doch tatsächlich der Bruder seiner Schwester noch etwas von dieser Welt zeigen.

Also den Gelben gepackt,
denn gerade aus dem Gelben kann man gut aus der ersten Reihe den total chinesischen Verkehr hautnah erleben.
Noch dazu,
wo selbst in NewYork alle Taxis
gelb sind.

101008_3-am-bund-creperie Keine Stadt der Welt für Inge ohne die Garküchen.
Wir waren uns eh einig,
dass so ne GassenSzene jeder Expo vorzuziehen ist.
So denn auch geschehen.
101008_4-am-bund-crepe_mann RiesenCrepes gabs hier,
Fleischspiesse dort,
Hühnerherzen gleich nebenan,
und, und, und…
101008_5-sojasauce Und so sieht Inge aus,
wenn sie sich Sojasauce in ihr Bierglas schüttet.
Kurz danach sind wir ins Hotel. Obwohl,
ich glaub es war nicht ihre Müdigkeit (schliesslich hatte sie die letzte Nacht komplett an Bord durchgearbeitet),
sondern vielmehr unser sehr munteres Geplapper,
dass sie so abgelenkt war, und ihr Bier verwüstete.

“Power-Shopping”

verfasst am 9. Oktober 2010
101009_5-uniform Inges Kollegen hatten schon überdeutlich drauf hingewiesen:
Es gibt nur eines, was Shanghai in der Elite aller Weltstädte auf Platz eins hebt: Power Shopping !

Sie haben alle ihre Koffer gross und leer mitgebracht.
3Kg fürs Anreisegewicht ist ein guter Wert.
Zurück?
Schweigen wir besser.

101009-powershoppen-ladenfront Naja, dann muss es halt sein,
und letztlich finde ich mehr als Inge was den Rucksack füllt.

Die Nanjing Lu ist eh kein Geheimtipp mehr,
aber auf 3 Km Länge verteilt sich das raffende Volk ganz gut.

101009-powershoppen-converse Schuhe, Markenschuhe,
nachgebaut oder ‘gefunden’,
wer weiss das schon.
Hauptsache billig,
und die zu Hause erblassen vor Neid und eigener, leerer Kassen.

Ich greife bei Timberland (22€) und Diesel Turnschuhen (24€) zu. Noch ein Softshell von Mammouth (30€) und ein Rucksack.
Herz was begehrst du?
Hier gibts alles,
zu Schleuderpreisen.

101009-powershoppen-fuesse Unsere Modenschau fällt skuril aus, aber es sei allen versichert:
wir haben für den günstigen Preis auch die zweite Hälfte erstanden..
101009_5-powershoppen-geschafft-m-bier Geschafft.

Shanghai ‘Outdoor’

verfasst am 10. Oktober 2010
101008-1l-buddha-jing-tempel 1010081r-luftballons
101008-2l-buddha-moenche 101008-2r-shanghai-tellerwascher
101008-3l-schlafend 101008-3r-fussvolk
101008-4l-shanghai-hochstrasse1 101008-4r-shanghai-fotografierende
101008-5l-shanghai-yu-garden 101008-5r-shanghai-bund-nachts

‘The Chinese Way’

verfasst am 12. Oktober 2010
100811-golmud-lichterbaum Die Chinesen sind schon komisch.

Klar, dass sie im Strassenverkehr keine Angst kennen,
klar auch, dass sie zum Frühstück kein Brot brauchen,
auch klar, dass sie Karaoke singen über alles lieben.

Aber das sie die Natur so mit bunten Lichtern bepflanzen müssen,
oder das sie jeden Türsims mit massenhaft Schnörkeln verzieren wollen.

Das kann einem daher gereisten Europäer schonmal Zahn- schmerzen bescheren, bei soviel zu viel des Süssem.

101007-baummauer-vorher Also wenn ich da mal ein Beispiel aufzeigen darf ?

Nehmen wir diesen neu verpflanztem Baum vor diesem neu gebauten Tempel.
Da kommt dann ein Mäuerchen drumherum.
Damit Mutters Erde ihren Halt findet, und zum Schutze vor aufdringlichen Autos.

Soweit einverstanden?
Ok.

101007-leute-laden-ab Und jetzt !
Da kommt da so ein blauer LKW vorgefahren.
Und hat viele unbunte Steine,
die abgeladen werden wollen.
Akurat auf Mass zugeschnitten,
in mehreren verschiedenen Radien…,

… und mindestens Arbeit für drei Leute zwei Tage lang.
Für einen Baum versteht sich,
und davon gibt es dutzende um diesen neuen Tempel herum.
Der ganze Parkplatz steht voll davon.

101007-fertiger-baum Da mache sich der aufgeklärte Leser doch bitte selbst ein Bild.

So sieht dann dieses “verblendete” Werk aus.
Eins wie das andere,
dutzendfach kein Unterschied,
nix individuelles,
nix gewachsenes,
sondern allenfalls etwas fabriziertes.

Aber so lieben es die Chinesen,
da sind sie wohl ordentlicher,
als alles europäische……

19.Okt.–Kaiserkanal

verfasst am 19. Oktober 2010
101018_chi-bei-ceoloub Den halben Tag fahre ich schon in Sichtweite des Kaiserkanals.
Ich hatte von ihm gelesen, bin von der Autobahn runter und fahre ganz nah mit ihm zusammen nach Norden.
Ich möchte hier auch mein Nachtlager aufschlagen und lande an einem Nebenarm.
Ich sehe zwar keine Schiffe mehr, aber immerhin hat auch das DauergeHupe und das dichte Verkehrstreiben ein Ende.
Am nächsten Morgen.
Der Dunst zieht im tiefen Nebel übers Wasser.
Ein Hirte auf dem Wasser treibt seine Gänseschar voran….

101019-kaiserk-gaense

101019-kaiserk-boo2 1.800 Km zieht sich diese von Menschenhand gebaute Wasserstrasse von Beijing im Norden bis nach Shanghai.

Vor allem Reis, Seide und Getreide wurden von den fruchtbaren Gegenden im Süden, über diesen Kanal nach Norden gebracht.
Die ersten Abschnitte sollen rund 2.400 Jahre alt sein.

101019-kaiserk-boo Parallel zum Kanal entstanden Strassen,
und viele Ansiedlungen.
Auch militärisch spielte  er eine grosse Rolle in der Region.

Durch den Bau der Eisenbahn und die die Verlagerung des grossen Gelben Flusses sank seine Bedeutung.

101019-kaiserk-bruecke Aber auch als Bewässerungskanal für die Landwirtschaft hat dieser Kanal mit seinen vielen Nebenkanälen eine wichtige Funktion.
Deshalb wurde er mit Gründung der Volksrepublik 1949 auch teilweise wieder instand gesetzt.
101019-kaiserk-reihe Vor allem die extrem langen Schleppverbände sind heute sein charakteristisches Erkennungszeichen. Ich hab bis zu zwölf Boote gezählt, die von einem Schlepper gleich einem Bandwurm durchs Wasser gezogen werden.
Die Boote dahinter haben keinen Motor, aber trotzdem ein Deckshaus. Darin lebt meist eine kleine Familie. Sie halten alle zusammen den Wurm auf Kurs.

20.Okt.–Jinan: Red&Co.

verfasst am 20. Oktober 2010
101021-jinan-redhelm Ich hab einen HotSpot gefunden, meinen Gelben am Strassenrand geparkt, meinen Läppi aufs Lenkrad gelegt und beschäftige mich mit EmailPost.
Klar drehen sich wie immer viele Köpfe um. Kaum einer kann meine Herkunft am Kennzeichen ablesen. Alles zu fremd. Allein die Farbe schon, dieses Gelb….
Aber ein einzelner Chinese erweist sich als besonders hartnäckig. Er kann zwar kein Wort ausser chinesisch, ärgert sich offenbar auch sofort darüber, aber er deutet auf meinen roten Aufkleber. Irgendwie war er wohl 2007 auch in Tibet, mit dem Motorrad…
101021-jinan-red-studio Er lässt nicht locker, ruft seine Bekannte an und reicht mir sein Handy rüber, ich solle mit ihr reden. Am anderen Ende höre ich wirklich ein gut verständliches Englisch. Mein Chinese lässt fragen, ob ich nicht Lust hätte mit ihm zusammen zu seiner Company zu fahren. Er würde Filme produzieren und dort wäre das Studio.
Uppsss, Tibet UND Filme machen, mmhhh. Ich kenne ihn zwar nicht, aber wieso sollen wir nicht zusammen hinfahren. Abgemacht.
101021-jinan-panda Mich trifft der Schlag. “The Chinese Way”.
Es stellt sich als Werbeagetnur heraus. Locker über 100 Beschäftigte. Alles auf zwei Etagen vor Monitoren.

Reds Reich oben sind die Filmproduktionen. Alles was gutes Geld kostet ist hier versammelt: Silicon Grafics&Co, Betacam, usw.. Panda, die Bekannte vom Telefon ist CutterIn hier, Final Cut Pro…, wir haben echt die gleichen Themen…..

101022-hotpoddinner Er besteht darauf mich am nächsten Tag mit seiner Freundin zum Essen abholen zu dürfen.

Ich hatte darauf bestanden etwas typisches erleben zu wollen. Und so geht es zum HotPod.
Ich dachte, ich würde diese Form des Fondues kennen, aber die letzten vielleicht 20 HotPods unterscheiden sich alle, keines ähnelte dem anderen. Diesmal gab es hauchdünn geschnittenes Fleisch, Gemüse sowieso, und eine Erdnusssosse zum dippen. Köstlich.

Und dank seiner Bekannten ‘Panda’ konnten wir uns auch alle prima unterhalten.

21.Okt.–Jinan: Kastelruter Spatzen

verfasst am 21. Oktober 2010
101021-jinan-weinkeller-redpanda Während wir so draussen vor der Werbecompany am Gelben erzählen, da kommt ein weiterer Chinese die ausgeklappte Treppe herauf.

Woher ich denn käme, aha, soso…
Ob er denn uns alle auf nen Tee in seinen Weinkeller gleich unter dem Theater der Stadt einladen dürfe, schliesslich ständen wir ja schon davor…

Okay, dann gehen wir alle zusammen in den Weinkeller.

Aber oh Schreck…,
das kann ich ja alles lesen …..

101021-jinan-weinkeller-gsldong Mr Dong vertreibt Weine,
aber nur österreichische !!!!
“Vereinte Winzer” steht denn auch auf Türen und Gläsern.
Er sei mit einer Österreicherin verheiratet, mindestens drei Monate in den Alpen jedes Jahr,
und er würde uns gerne einladen ….,

in seinen Keller,
denn heute Abend hätte er Freunde zu einer Verkostung eingeladen. Es kämen auch einige Deutsche dazu.

101021-jinan-weinkeller-vereinte-winzer Na dann kommen wir eben auch.
Nur etwas später, denn vorher wollte ich mit meinen chinesischen Freunden in die BBQ-Street zum Essen.

Aber wir kommen rechtzeitig, weil 21h. Der harte Kern ist nur noch übrig. Die Chinesen pflegen einen anderen Tagesrythmus,
und die meisten sind schon verschwunden.

Klar gibts Wein, die Flasche ab 60 Euro, ein paar sollen wohl auch 130 Euro kosten, aber heute sind wir die Gäste, und sitzen an der Quelle.

101021-jinan-weink-zwei-huebsche Die beiden mussten dann auch schon bald gehen,
aber nicht ohne einen Blick in den Gelben werfen zu wollen.

Als die heftig Toupierte ihn von innen sieht, will sie gleich drinne bleiben. Zeit habe sie, und Mr.Dong versicherte auch sofort sie sei Single.

Mhh, naja, an sich…,
aber diese Frisur, die ist wirklich nicht outdoormässig,
das wird nicht gehen,
na dann….

101021-jinan-weinrunde Angelkika lehrt seit 4 Jahren an der Uni englisch,
Jo und Hubby erweitern für Festo gerade die Produktion um 800 Arbeitsplätze.
Andi ist letztens mit seinem Fahrrad 15 Monate von D nach China gereist, und hat sich inzwischen hier in Jinan ne Wohnung gekauft.

Mr.Dong, der österreichische Weinkenner hat versprochen heute bis 1h auszuhalten.
Und er ist ganz stolz mir “daher”-gereistem einen Abend deutscher Unterhaltung bieten zu können, die Kastelruter Spatzen (von CD) inbegriffen

26.Okt.–Schön grün in Jinan

verfasst am 26. Oktober 2010
Mein Park- und Schlafplatz in Jinan liegt in einem ruhigen und sehr grünen Park, direkt unterhalb des Mausoleums.
Aber irgendwie hab ich doch wohl die Geister gerufen, denn so ruhig ist es nicht.
Schon morgens ab sechs Uhr (!) treiben sich die singenden und musizierenden chinesischen Geister durch die Grünanlage.
Es liegt bestimmt an den dünnen Wänden und den kleinen Wohnungen, dass sie den Weg ins Freie suchen.
101022-inan-musiker_1
Manche suchen ein Publikum und haben sich wohl auch schon ein festes erobert.
Andere plärren einfach nur so vor sich rum.
Komisch, dass sie dabei oftmals nicht mal fünf Meter Abstand zur nächsten Darbietung haben.
Aber kein Problem,
Chinesen haben ja ganz wie wir Europäer auch zwei Ohren.
101022-jinan-musiker-duo1
Eine Flucht um die Ecke bringt auch keine Linderung im Grünen.
Hier steht seit Jahr und Tag der KiddiScooter.
Jedes Gerät für sich singt eine feine Melodie, nur der Tonumfang scheint irgendwie limitiert zu sein.
Macht nichts, dafür passen die Töne spätestens alle 10 Minuten mal für nen Moment zusammen.
101022-jinan-kiddiscooter
Auf der Strasse ist es auch nicht besser. Allerdings ist das TonChaos hier ganz natürlicher Art.

Hunderte von Singvögel rufen nach ihrem Erretter, der sie bitte, gegen kleines Geld in eine Wohnung trägt,
wo sie ihre endlich verdiente Ruhe haben.

Aber solange……

101022-jinan-vogelkaefige
Dabei dachte ich immer,
China sähe so aus:

ThaiChi Bewegungen in völliger Harmonie und sehr tiefer Ruhe inmitten von gesundem Grün.

Aber denkste, hier rennt jeder Gärtner meist mit ner Giftspritze rum.
So gibt es wenigstens Ruhe unter den “underdogs”.

101022-jinan-thaichi

28.Okt.–Jinan: Freunde&Co.

verfasst am 28. Oktober 2010
101020_1-jinan-buddhaberg-mherz Was macht man am besten mit alten und neuen Freunden:
man geht mit ihnen Essen.
Und so hab ich kürzester Zeit die grösstmögliche Bandbreite in Jinan erfahren.
Mit ‘Ma’ erkletterte ich zuerst den Tausend-Buddha-Berg. Der erste Budda der mir liegend begegnet.

Ganz oben auf dem Berg dann der Platz für die Verliebten.
Und ich soll auch gleich mal ein Foto machen,
von diesen turtelnden Chinesen.

101021_2-jinan-nachbartisch-in-bbq Mit ‘Ma’ gehts weiter in die BBQ-Street. Ich hatte mir gewünscht, nicht die Luxusherbergen, sondern die Basics kennen zulernen.
Hier finde ich auch ein ganz vorzügliches Brot, kräftig gewürzt mit Sichuan Pfeffer.
Bei Gegrilltem gehts mit ‘Ma’ gleich an die kritischen Themen: EinKindPolitik, Tibet, die drohende Überalterung Chinas, und Chinas Willen + Anspruch in der Welt wahrgenommen zu werden.
Kontrovers, offen und spannend….
Inklusive der Grüsse vom Nachbartisch. China live.
101023-gelber-lipingyaping Mal was ganz anderes: “Dinner im Gelben”.
Yaping bringt selbstgekochtes und von Muttern mit, und im Gelben wird daraus eine gemütliche Runde mit Mahlzeit.
Nachdem ich schon seit vier Monaten experimentell neue Küche entdecke, stelle ich heute meine Gäste vor einige Rätsel. Zum Salmiak-Lakritz  reiche ich Amarettogebäck
(Danke an Schwester Inge).
101023-gedeckter-tisch Das von Yapings Mutter gemachte Brot dippe ich in Mango-Curry.

Nicht alle meine aufgetischten Dinge stossen auf breite Zustimmung. Europa ist eben tatsächlich weit weg.
Auch kulinarisch.

101029-jinan-abschluss-m-zhao Nun bin ich aus wichtigem Grund sogar länger in Jinan geblieben als geplant.
Das letzte Essen findet dann auch in schöner grosser Runde statt.
Sogar Frau Zhao ist aus hilfsbereitem Anlass in die Stadt gekommen.
Yaping tischt in ihrem Lieblingsrestaurant nochmal gründlich auf….
101029-jinan-abschluss-esstafel1 Eins weiss ich jetzt schon ganz klar:

egal obs die Mongolei,
Russland oder Deutschland sein wird,
das wirklich köstliche Essen Chinas, das werde ich sehr und schnell vermissen…

30.Okt.–Beijing: für den Dalai Lama

verfasst am 30. Oktober 2010
Die Zeiten waren mal andere, und in mancher Hinsicht auch bessere.
Da bin ich konsequent.
Denn bevor ich in die Verbotene Stadt hinein gehe,
wende ich mich zunächst dem Beihai-Park zu.
101030_1-beshai-park-m-stupa
Der Park ist beschaulicher, kleiner und privater,
als die monumentalen und gigantischen Top 10 der chinesischen Hauptstadtknüller.
Da tanzen Chinesen ganz locker zu arabischen Rythmen,
und haben sich auch noch so verkleidet.
Das nennt man dann wirklich Multi-Kulti.
101030_2-beijing-beshai_arabisch
Die ersten Bebauungen auf der Jadeinsel sind älter als der ganze Kaiserpalast hinter den Mauern der Verbotenen Stadt. Die weisse Flaschenpyramide wurde im Jahre 1651 eigens für den damaligen Besuch des Dalai Lama gebaut. So sollte er damals willkommen geheissen werden. 101030_2-beshai-park-m-stupa_b
Mit ihren 36 Metern Höhe,
und dann noch auf einem kleinen Berg gebaut, überragt sie auch heute noch jeden Bau hinter den hohen Mauern nebenan.
Na also, geht doch…
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30.Okt.–HochZeiten

verfasst am 1. November 2010
Ich streife so durch Beijing. Bediene meinen Hunger in der “Fressgasse”, gleich neben der noblen Fussgängerzone.

Da lande ich unversehens in einer Hochzeitsfeier.
Die Trommeln hatte ich gehört und war neugierig einen Block weiter gegangen.
Angeführt wird der Zug von zwei wilden Hunden. Unter jedem Kostüm stecken zwei athletische Jungs, denn ihr Job ist nicht ganz ohne.

101030_1-beijing-hochzeit-hunde
Später lass ich mich von ‘Zhang’ aufklären:
so heiratet der traditionelle Chinese. Mmhhh, obwohl das hier eindeutig kein Chinese ist, sondern ein Engländer ist, wie ich aus den Gesprächen am Rande des Zuges hören kann.

Aber wahrscheinlich ist seine Auserwählte eine Chinesin.
Das kann ich gerad nicht so genau sehen.

101030_2-beijing-hochzeit-braeutigam
Das kann keiner der Umstehenden sehen, denn die Braut wird in einer bunt verhangenen Sänfte von Halbstarken durch die Strassen getragen. Nur eine bildhübsche Kammerzofe schlägt manchmal ein ganz kleines bisschen den Vorhang beiseite, und erkundigt sich nach der Wirkung der Reisetabletten,
oder so…

Bunte Fahnen, viele Trommeln, quickende Blasinstrumente, hier ist richtig was los. Der Trupp landet schliesslich vor dem “Hongkong Jockey Club Beijing”,
direkt neben der Lamborghini Vertretung. Nicht unnobel.

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Die Hunde führen einen wilden Tanz auf, und der Bräutigam muss allerlei chinesisches antworten, bevor er seine Braut aus der Sänfte erlösen darf.
Der Schleier fällt immer noch nicht, das kann dauern, und ne Menge Spass bringen.

Eine dickes rotes Band verbindet die beiden jetzt erstmal. An diesem Band führt er sie in den Club. Und ich muss draussen bleiben, wie viele andere Beobachter auch.
Also, wenn ich noch mal heiraten sollte, dann möchte ich das auch so haben. Mit vielen Trommlen, bunten Gewändern und einer spannenden Feier. Aber dafür muss sie sich erst noch scheiden lassen…

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02.Nov.–Der chinesische Traum

verfasst am 2. November 2010
1_101028-chintraum_plakat Ne hübsche Frau?
Ach, das ist hier das kleinste Problem.
Und nicht nur immer klein!
Dieses Vorurteil muss ich revidieren: auch chinesische Frauen lassen zunehmend die 1,70 hinter sich. Dabei bleiben sie locker der 36 treu.
Haare so lang und seidig, wie Wasserfälle mit 1000stel Sekunde Belichtungszeit.

Dazu noch die feine Balance zwischen Stärke und Hingabe. Alles möglich…

2_101028-chintraum_2 Ein deutsches Auto soll es sein. Gerne wird Audi genommen.
VW fährt hier der Taxifahrer.
Porsche ist halt schwierig, weil extrem teuer.
Durch den Importzoll mit 100% Zuschlag genau doppelt so teuer wie zu Hause.
3_101028-jinan-der-chinesische-traum3 Wenn’s um nen Trinkspruch geht,
dann immer und immer wieder
“für ein langes Leben”.

Dabei sind die meisten so irre jung. Nur die Touristen sind älter als 45.
Definitiv.

DER Chinese ist gerad mal zwischen 24 (’bitte jetzt ein Kind’),
und 35 (’bitte jetzt den Durchbruch im Job, nach ganz oben…’).

4_101028-chintraum_fische Und wenn dann noch alles etwas ‘rosa’ ausstrahlt,
es Nachts in vielen Farben blinkt,
und die Kultur den Aufdruck
“Made in Germany” enthält,
na dann können die Nachbarn doch ganz schön staunen.
5_101028-chintraum_mao Achso, noch etwas ist sehr wichtig:

Das die Welt endlich mal anerkennt, dass die Chinesen es auch zu etwas gebracht haben. Ihr Selbstbewusstsein ist halt durch die Historie nicht gerade weit gekommen. Sie möchten wie wir alle doch nur lieb gehabt werden.
Und da kommen Themen wie Tibet und Taiwan erstmal schlecht.
Wenn sie allerdings Vertrauen in den Europäer gefunden haben, dann lassen sie über alles mit sich diskutieren, dann finden sie auch einiges nicht okay, was sie im Lande anrichten…

03.Nov.–Beijing

verfasst am 3. November 2010

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04.Nov.–China, Mein Eindruck

verfasst am 4. November 2010

Nach gut drei Monaten und 13.000 Kiometern mit dem eigenen Fahrzeug in China hier mal ein paar persönliche Notizen für alle, die vielleicht auch diese Idee haben.

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Lebenshaltungskosten:
Taxifahren nie mehr als 3 Euro, für ne halbe Stunde Fahrt, Mindesttarif in der Stadt um 1 Euro und damit kommt man schon sehr weit;
normal Essen gehen, kaum mehr als 4 Euro/Person, incl. Getränke, gerne auf dem Land auch noch erheblich billiger;
Eintrittsgelder in wichtige Dinge schonmal 4 Euro, verbotene Stadt 7 Euro;
Diesel 65-70 ct, Supermarkteinkauf  ab 15 Euro nicht mehr zu schleppen;
Dose Bier 30 €ct, Dose Limo 20 €ct. Die Flasche Bier bei mir auf dem Dorf in Daqi, 600 ml kosten sensationelle 23ct, Pfand gibt’s keines.
Käse ist teuer und selten, meist nur Schmelzkäse, Wurst/Würstchen super lecker und billig;
Starbucks teuer wie überall (3,50€), aber Internet frei, wie immer;
Internetcafes sind in den grossen Städten selten, die Chinesen haben Internet alle schon zu Hause.
Ungesicherte Hotspot zu finden ist einfach, aber Achtung: praktisch alle ‘Blog’ Seiten, auch ggf. die eigene, sind in China gesperrt, genau wie viele andere Seiten auch (youtube..), ‘Google’ geht;
Bestechung, Korruption spielen im kleine-Leute-Alltag praktisch keine Rolle, Ausländern wird zwar schon mal gerne ‘etwas’ mehr abverlangt, aber nach kurzer Diskussion ist das meist zu beiseite zu schaffen;
Trinkgelder sind nicht bekannt, die Beträge werden allenfalls nach unten vom Verkäufer abgerundet, damit fällt ein kompliziertes Thema anderer Ländern schlichtweg aus;

Verkehr:
Die Autobahnmaut wird wie in Frankreich direkt kassiert, die Kosten für Chinesen sind unfassbar hoch, für Europäer teuer: 100Km schon mal gerne 10 Euro, entsprechend leer sind auch die Highways. Aber es sind wohl mit die besten der Welt. Selbst auf den überregionalen Landstrassen wird immer wieder mal kassiert.
Die Beschilderung ist weitestgehend chinesisch und englisch, auch im Hinterland.
Die Orientierung mit rudimentärem gps-Garmin einfach.
Die Verkehrsregeln sind nicht viel anders als bei uns, nur die Praxis… !!!

Beispiel: Rechts abbiegen ist bei Rotlicht immer erlaubt und wird auch sehr zügig durchgeführt. Querende Fussgänger haben zwar im Prinzip Vorrang, aber sie wird ihnen niemals gewährt. ElektroScooter haben keinen Status als Verkehrsmittel und zählen zu den Fussgängern, damit dürfen sie praktisch alles, so wie sie gerade am schnellsten vorankommen.
Wird die Ampel grün, starten auch sofort alle Linksabbieger und versuchen sich vor dem Gegenverkehr durchzuquetschen. Anders als in Europa bestehen die ‘GeradausFahrer’ nicht auf ihrem Recht, und lassen die ‘Quersteher’ durch. Damit kommt wegen verstopfter Kreuzung der Verkehr ruckzuck zum Stillstand. Das Chaos spottet jeder Beschreibung.
Beinahe Unfälle nach europäischen Massstab passieren praktisch jede Sekunde und lassen einem die Haare zu Berge stehen. Eine Gewöhnung fand bei mir auch nach 13.000Km im Land nicht statt. Man geht in China aktuell von 100.000 Toten jährlich nur im Strassenverkehr aus.

Bei einem Verkehrsunfall hat IMMER der schwächere Recht. So kommt es im günstigsten Falle für den Autofahrer zu einer 50/50 Schuld. Will er aber ein Strafverfahren vermeiden (bedeutet langen Zwangsaufenthalt im Land), so übernimmt er freiwillig und sofort die Kosten zu 100%. Eine zusätzlich abgeschlossene Versicherung in China übernimmt dann aber nur die 50%.

Geld tauschen:
geht inzwischen nicht mehr nur bei der “Bank of China”. Allerdings kostet das Prozedere Zeit. Einfacher ist es mit Kreditkarte am Automaten, Höchstbestrag meist 2.500 RMB, Automaten gibt es mehr als Verkehrszeichen, und selbst auf dem Land gibt es immer grössere Städte. :-)
Der grösste in China vorhandene Geldschein ist 11 Euro wert, der kleinste 1ct (als Geldschein!!);
mein WechselKurs aktuell 8,9 RMB für einen Euro;

Mit, ohne Guide ?
Nach einigen auch gründlichen Verkehrskontrollen meiner Personen- und FahrzeugPapiere durch die Polizei stellt sich das so dar:
Ausserhab Tibets ist keine chinesische Begleitung vorgeschrieben.
Die Ein- und Ausreise ist aktuell in eigener Regie allerdings nicht zu schaffen. Das Fahrzeug muss jeweils Tage vorher bei der betreffenden Grenzstation angemeldet sein. Dazu müssen Papiere quer durchs Land verschickt werden. Nicht als FAX, Email, sondern im Original mit vielen roten Stempeln. Man braucht einen neuen, temporären, chinesischen Führerschein (3Mon gültig), und ein chinesisches Fahrzeugkennzeichen (3Mon gültig). Für diesen Kram wird man im Moment noch immer eine chinesische Reiseagentur zur Hilfe brauchen. Und die möchte dann auch die Begleitung ins Fahrzeug setzen. Im Falle eines Unfalles wird diese Agentur, wenn sie nicht im Fahrzeug vertreten war, nicht mit zur Verantwortung gezogen. Das ist ein nur vorgeschobenes Argument der Agenturen.
Für mich hat der Guide den entscheidenden Nachteil, dass ich dann gezwungen bin für die Übernachtung ein Hotel anzufahren, wo der Guide übernachten kann. Manchmal hat er im Fahrerhaus genächtigt, manchmal hab ich mich verdünnisiert und bin alleine ins Grüne zum Pennen gefahren, aber viel zu oft bleibt man im Hotelhof hängen. Das ist alles andere, als ich mir so ne Reise vorstelle.
Die Kostenfrage für den Guide kommt natürlich eh noch dazu. Viel billiger wird es ohne Guide wahrscheinlich auch nicht. Denn der normale Monatslohn im Land bewegt sich bei 300 bis 500 €. Da verdient die Agentur am Honorar für den Guide extrem viel. Was die Agentur also bei nicht in Anspruchnahme des Guides nicht über ihn abrechnen kann (100 bis 150 USDollar/täglich),, wird sie versuchen an Gebühren umzusetzen.
Für die Orientierung und Verständigung im Lande brauchte ich jedenfalls keinen Guide. Dann bräuchte ich in Spanien auch einen.

Schlafplätze:
Bei meinen Strecken ohne Guide waren die Schlafplätze leicht zu finden. Ein Park in der Stadt, ein Parkplatz vor einem Tempel, oder am Rande eines Feldweges. Behelligt wurde ich an diesen Plätzen kein einziges mal. Das ist ungestörter als in Österreich! Wenn dieser Platz aber besonders ruhig sein soll, dann wirds schwierig. China ist voll, extrem voll. Auch im Hinterland. Erst östlich des Qinghai Lakes, in Tibet, in der Provinz ‘Inneren Mongolei’ sieht das besser aus. Ganz China hab ich nicht bereist, aber es wird übertragbar sein.
Die Parkplätze von Internationalen Hotels gehen auch nach etwas Diskussion. Zunächst springt ein ‘Security’ vors Fahrzeug, der dann aber von der Hoteldirektion zurückgeholt wird. Er macht ja nur seinen Job.

Innerhalb Tibets…
ist alles anders. Extrem strenge Kontrollen, die immer der Guide über sich ergehen lassen muss. In Tibet wurde ich selbst von Polizei oder Militär kein einziges mal angesprochen und musste im Fahrzeug sitzen blieben. Diese Offiziellen wenden sich ausschliesslich an die chinesisch sprechenden Guides.
In den Permits ist die Reiseroute und die Reisetage genau festgelegt. Hält man sich nicht dran gibts richtig Stress (selbst erlebt, siehe Reiseblog). Aber man stellt die Reisetage und die Dauer ja auch selbst zusammen (und bezahlt die Agentur auch entsprechend). So sind Reisen durch Tibet in erster Linie eine Kostenfrage, denn genehmigt wird praktisch alles. Limit drei Mon, dann werden Führerschein und Fahrzeugschein ungültig. Verlängerung meiner Erfahrung nach unmöglich.

Die Chinesen…
sind extrem neugierig. Die europäische Hemm-Schwelle des Näher kommens kennen sie nicht. Hatte ich versehentlich die Treppe des Gelben unten gelassen und evtl. nicht mal abgeschlossen, dann musste ich auch einige Chinesen direkt aus dem Mobil herausholen. Dabei lachen sie und halten den Daumen oben.
Sie bleiben immer sehr freundlich und erkennen vollkommen neidlos auch so ein grosses Reisemobil an. Ich hab mich an allen Orten extrem sicher gefühlt. Das hatte ich zB in Russland nicht so.

Backpacker vs. Wohnmobil in China?
Die Infrastruktur für Backpacker in China ist zweifelsohne sehr gut. Die für ein autarkes Wohnmobil aber auch. Die Auflagen für den Rucksackreisenden sind gering, die Grenze easy zu schaffen, eine Agentur nicht notwendig (Ausnahme Tibet).
Ich habe es trotzdem sehr genossen, mein Zuhause dabei zu haben. Drei Monate als Backpacker wäre ich in China nicht geblieben.

Komme ich wieder ?
Na klar. Ich muss doch nochmal dringend und ausführlich nach Tibet, und nach Yunnan, das ShangiLa besuchen, und in den Norden der Inneren Mongolei.., und diese tolle Küche (mir grauts schon vor der mongolischen..). Klar komm ich wieder. Und vielleicht haben sich bis dahin ja auch die Reisebedingungen für Selbstfahrer etwas gelockert.
Meiner Meinung nach kann das nicht mehr so arg lange dauern.

07.Nov.–Great Wall

verfasst am 8. November 2010
101107-great-wall-viele-leute Bandaling,
DER Treffpunkt für Mauerspechte.
Nach rechts gehen viele,
nach links weniger…
War das schon immer so ?

Ich entscheide mich für weniger.
Und stiefele über die Berge, denn komischerweise haben sich die Mauersleute gerade die Berggrate ausgesucht,
um sie zu erhöhen.

101107-great-wall_seitlich Das ist schon eindrucksvoll, keine Frage. 20.000 Kilometer sollen es alles zusammen sein.
Nicht vom Mond sichtbar, nur ein hartnäckiges Gerücht.

Geholfen hats für die Verteidigung nix,
aber für die Kommunikation, denn per Signal von Tower zu Tower waren Feinde schnell gemeldet und Verstärkung gerufen.

101107-great-wall_me Zitatanfang:

“Wer noch nie auf die Grosse Mauer gestiegen ist,
der ist kein wahrer Mann.”

Zitatende,
(Mao Zedong).

Dann hätten wir das ja auch erledigt.

14.Nov.–Jetzt reicht’s

verfasst am 14. November 2010
1_100805-erlianhot-einreiseDer Regenbogen an der Grenzstation in Erlianhot, China.
So idyllisch begann die Einreise vor mehr als drei Monaten.
Das Drama in seinen Akten.

Di,02.Nov.10,Beijing:
Ich habe per Express mein Visum für die Monglei abgeholt und meinen Part für den Grenzübertritt erledigt. Aber mein Guide Mr.Zhang verzögert die Abreise zur Grenze. Es sind noch nicht alle Unterlagen vollständig. Zwei Fahrtage werden wir von Beijing bis Erlianhot brauchen, dem chinesischen Grenzort.

3_101108-erlianhot-stellplatzhotelEiner der Stellplätze in Erlianhot. Laut chaotisch, aber bestes WLAN. Mi,03.Nov.10,Beijing:
Mr.Zhang wartet noch auf ein Papier aus Shanghai. Eine Mitarbeiterin ist auf dem Weg. Sie wird morgen, am Do in Beijing eintreffen. Dann können wir los.
Es wäre sinnvoll schonmal Diesel zu tanken, meint er.

Do,04.Nov.10,Beijing:
Die Mitarbeiterin hat das Papier beschafft. Aber an der Grenze brauchen sie dazu mindestens einen Bearbeitungstag. Deshalb schickt er das Dokument mit der Expresspost schonmal voraus. Allerdings ist es dann erst morgen, also Freitag, in der Bearbeitung, und ich kann erst am Montag über die Grenze fahren. Deshalb verschiebt er unsere Abreise zur Grenze auf den Samstag.

6_101114-erlianhot-dinosKeiner, wirklich keiner hat hier je länger geparkt als ICH. Fr,05.Nov.10,Beijing:
Er hat an der Grenze angerufen, die Post ist dort noch nicht angekommen. Sie wird also Montag ankommen, kann dann auch erst am Montag bearbeitet werden. Ausreise jetzt für den Dienstag geplant.
Unsere Abfahrt aus Beijing verschiebt er auf den Sonntag.

Sa,06.Nov.10,Beijing:
Ich warte auf den Sonntag.

So, 07.Nov.10,unterwegs
Reisetag nach Jinin.

6_101114-erlianhot-sountergangIm Dinowald, kurz vor Licht-Aus. Mo,08.Nov.10,Erlianhot:
Wir erreichen  die Grenzstzadt Erlianhot noch vor Büroschluss der Customs.
Auf mein Drängen hin fahren wir sofort hin, um nachzufragen, ob alles angekommen sei, und ob neue Fragen enstanden wären.
Es sind keine Fragen zu klären, es ist noch nix angekommen.

Di,09.Nov.10,Erlianhot:
Immer noch nix angekommen, wir warten.

101111-erlianhot-am-gercampDas wärs zum Trost gewesen, ein GerCamp in der Steppe.
Aber sie haben alle längst zugemacht.
Der Komfort in der nahen Stadt war zu verlockend.
Mi,10.Nov.10,Erlianhot:
Der Brief trifft ein. 7 Tage Laufzeit für 800 Km. per Express.
Die Customs beginnen nicht mit der Bearbeitung. Es fehlt ein Papier der Army. Ohne dies keine Abfertigung.
Mein Guide versichert mir, man habe ihm im Vorfeld gesagt, das Papier sei nicht nötig. Jetzt aber doch, er würde das nicht verstehen.
Er setzt sich in den Nachtbus nach Beijing (10 Std. Fahrtzeit, 800 Km), um beim Militär das Papier zu beschaffen.

Do,11.Nov 10,Erlianhot:
Ich höre entgegen der Verabredung von Mr.Zhang nichts.

101114-erlianhot-grenzeinsichtGanz hinten, da kann ich den Regenbogen nach gut drei Monaten wieder sehen. Ich will wieder drunter durchfahren, RAUS aus China. Fr,12.Nov.10,Erlianhot:
In meinem Anruf erklärt Mr.Zhang, er habe das Papier noch nicht. Es wären nicht die richtigen Leute im Büro gewesen. “Maybe…” am Montag, wie er sagt.

Durch meine weitere Rechersche stellt sich heraus, dass Mr.Zang aktuell nicht die Chance auf das Papier hat, sondern nur darauf es zu beantragen. Bearbeitungszeit leicht 14 Tage.
Aber es gibt wohl andere Fälle in denen das Papier tatsächlich nicht gefordert wurde.
Von einer anderen Agentur holt jetzt eine Mitarbeiterin am Sonntag einen zweiten Satz Originalpapiere in Shanghai ab, und kommt mit Flugzeug (1800Km) und Taxi/Bus (300Km) hier nach Erlianhot, um meine Ausreise am Montag OHNE das Papier der Army zu versuchen.

Sa,13.Nov.10, Erlianhot:
Ich warte

So,14.Nov.10, Erlianhot:
Ich warte

Für den 02.Nov war ursprünglich meine Ausreise vorgesehen, und seit einem Monat bei Mr.Zhang angemeldet. An diesem Tag sind sowohl mein chinesischer Führerschein als auch meine Fahrzeugpapiere ungültig geworden.
Inzwischen sind rund zwei Wochen rum, und ich hänge immer noch in Erlianhot fest.
Jetzt reichts.
Wenn morgen, am Montag, nichts durchgreifendes passiert, dann werde ich mein Vorhaben selbst in die Hand nehmen und für umfangreiche Verwirbelungen sorgen.

16.Nov.–Zähne zeigen

verfasst am 16. November 2010
Morgen ist Tag der Entscheidung. Denn heute sitze ich immer noch Erlianhot. Und zwar fest.
Ich hab zwar professionelle Shippinghilfe bekommen. Dazu ist eigens Kristin über Shanghai, Höhot (1.800Km Flug), nach Erlianhot (300Km Bus) gekommen. Aber sie konnte heute nur die Lage studieren. Entscheidende Customs sind ihren Schreibtischen fern geblieben.
Der Guide ist erst garnicht weggelassen worden.
101116_1-zaehne-zeigen
In Beijing hat er versucht mit zwei Weinflaschen, wohl ein “Customs-Dankeschön”, das Flugzeug zu besteigen. Er wurde aber dezent zurückgewiesen, und darf es morgen nochmal versuchen. Muss er für mich nicht mal.

Ich war auch nicht untätig
und hab mir Verstärkung besorgt.
Ein paar feine und durchsetzungs- freudige Kollegen.
Mit dem Gelben haben sie sich gleich prächtig verstanden.
Und jetzt machen wir gemeinsame Sache.
Morgen.

101115-erlianhot-dinofrage
Also entweder die Customs werfen einen prüfenden, weil obligatorischen Blick ins gelbe Gehäus und stempeln mich frei,
oder wir mischen den Laden mal ein bisschen zurecht.
Meine Freunde haben da schon ne prima Strategie gebaut,
prima weil einfach.
Wir fahren bis zur Schranke vor, positionieren uns Blickrichtung Mongolei,
und werden langsam wütend…
101116-streitkollegen
Ich will aus China raus, nicht rein.
Und der hier der wollte vielleicht auch nur raus,
und ist die Fänge des chinesischen Governments geraten.
Soviel Pech werde ich nicht haben, garantiert.
101116-haende
Nachsatz:
dieser Kerl da hinten, der ist wohl nicht mehr transportfähig.
Hat sich niedergelegt und ausgestreckt.
Rund 640 Meter lang ist er geworden.

Und ist sogar bei GoogleEarth
auf dem Sat-Bild sehr gut zu erkennen, wie seine Kollegen.

Kleiner Tipp: so in der Gegend von 43°43N und 112°00E müsste was rumliegen.

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