24.Okt. — Reisezeit

verfasst am 24. Oktober 2011
111023-volvobus Nach dem “teaching” mit dem Dalai Lama gehts für mich weiter durch Indien. Nach Süden. Ich will nach Agra, und nehm mal den “Volvo”, den Nachtbus (900 Rupees für 12h Fahrt, 500 Km, ca 14€). Spart eine Übernachtung im Hotel. Er hat Schlafsessel und sammelt auch keine weiteren Mitfahrer unterwegs ein.

Keine Ahnung wer da wieder an meinem Glück gedreht hat, aber ich erwische exakt den letzten Platz. Und das ist genau DER. Beinfreiheit ca 8 Meter!

111023-volvobus-sitz
111024-mittagsrast Die Fahrt dauert ewig, die Rastplätze sind erfreulich gut. Nur die Preise. Für dieses Essen zahl ich 260 Rupees, einschl. Kaffee, immerhin 4€. Da werden allein 1€ die Provision für die Busfahrer enthalten sein.
111024-motor-rikscha Ein Profi werde ich nicht: Der Volvo sollte mich bis zum zum Busbahnhof  in Delhi (I.S.B.T.) bringen, macht er aber nicht. An einer Metrohaltestelle in Delhi steigen fast alle aus, dann soll ich auch raus. Der Busfahrer fragt wo ich hin wolle: zum Busterminal, um dann nach Agra weiter zu fahren.
Kein Problem, meint er. Er würde mir ne Motorrischka besorgen (50 Rupees). Die fährt mich zu einem Büro, wo ich das Ticket bekomme, dann werde ich zum Bus gebracht.
Hört sich gut an, weil für mich relaxt. Hier an dieser U-Bahn Haltestelle blick ich null durch.
Also ok.
Es geht in rasender Fahrt durch Delhi. Ich fange mich an genau wie mein Fahrer in die Kurven zu legen, sonst fällt dieses Dreirad garantiert um. Mein GPS (ich will schliesslich hinterher sehen wo ich unterwegs war) zeigt mir Highspeed bis 60 Km/h an. Und das zur Rushhour um 7.00h in der früh.
111024-motor-rikscha-im-verkehr Das Büro, ich werde erwartet, und von mir werden 700 Rupees erwartet. Im Vergleich zur Tour hierher ist das viel Geld für 4-5h Fahrt. Aber soll ich mich jetzt von hier aus alleine auf den Weg machen? Nöööö.

Jetzt der Fahrer der Motorrikscha. Die 50 Rupees galten nur bis zum Büro. Ab jetzt kostet es mich 200 Rupees zum Bus. Ich winke sofort ab, fühle mich erpresst. Hab aber die letzte Nacht null geschlafen, hab 12h in nem anderen Bus gesessen, alles mögliche und unmögliche gegessen, und Mallorca kann auch schön sein …
Mit vorletzter Kraft verhandel ich auf 200 Rupees alles zusammen, und geb mir nen dritten Vornamen: Held-aus-Germany.

rikschas Wir fahren in ähnlicher Hatz wieder quer durch Delhi. Kurvenlage berherrschen wir jetzt schon im Team,  Wir haben wenig Zeit. Der Bus ist schon gestartet und wir haben nur die Chance, ihn auf dem Weg aus der Stadt zu treffen. Dazu bedarf es Abkürzungen.
An einer namenlosen Ausfallstrasse halten wir, ich soll aussteigen. Aber die 200 Rupees bekommt er noch nicht, sonst stehe ich hier gleich vollkommen alleine UND verlassen.

Es dauert 6 Minuten, der Bus kommt, ist aber komplett voll. Ich bekomme den Platz quer hinter dem Fahrer. keine schlechte Wahl, bester Rundumblick.

viel-verkehr Zwischen Delhi und Agra ist Indien langweilig. Alles flach, jedes Dorf sieht sehr ähnlich aus.  Jede Menge Läden die alle dasselbe verkaufen, auf der Strasse ein durcheinander von Pferdekarren, Bussen, bunten LKWs, Motorrädern und und und. Es wird viel gehupt, jeder Zentimeter Luft um die Karosse ausgenutzt, aber ich sehe in den vier Wochen nur einen Unfall. In letzter Konsequenz besteht in Indien keiner Fahrer auf seinem Recht, und lässt vorbei, wenn es eh nicht mehr anders geht. Ganz anders als in D.
am-easgate Agra erreiche ich gegen 13h. Jetzt hab ich meinen “Lonley Planet” besser gelesen. Der Busfahrer beschafft mir eine Motorrkischa, und ich will keinesfalls in ein Hotel. Da hätte jeder Fahrer hier nen eigenen Tipp und würde letztlich mein gewünschtes Ziel auch erstmal nicht anfahren, sondern eben seinen Tipp.
Ich will nen Freund am East-gate des Taj (Mahal) treffen, und dann würde ich mit ihm weiter sehen.
Das Funktioniert tatsächlich. Zwar MUSS ich mir die telefonNr meines Rikschafahrers aufschreiben, und dringend ihm versprechen mich bei ihm zu melden, wenn ich mit meinem Freund losziehe, aber ich komme dann ziemlich locker FREI.
1110215-taj-mahal-versteckt Am EastGate des Taj sind viele empfohlene Hotels. In wenigen Minuten hab ich vier durch, einschl. Zimmerbesichtigung und möchte ins fünfte, dem LonelyPlanet-Tipp. Die sind aber “full bocked” und empfehlen mir das sechste. Ok, das nehm ich. Für eine Nacht, dann Wechsel ich in No 5.
Agra: ich bin ANGEKOMMEN.