Es geht auch anders

verfasst am 30. Juni 2007
Da ist ein Sultanat fernab aller Krisenherde,
und den ehrwürdigen älteren Vorsteher treibt nur eine Sorge um: das sein Volk von alle dem neumodischen Zeug verdorben wird.
Also hält er die Schotten dicht: keine Strassen, keine Bildung, keine Zeitungen, kein Radio, Fernsehen sowieso nicht.

Nur den Junior, den schickt er auf die besten Schulen in Europa, auf das was aus ihm werde.

Und der Sohnemann ?

Naja, das kennen wir alle schon: Undank ist der Eltern Lohn.
1976 kommt der “feine” Herr nach Hause, meint die Isohaft fürs Volk sei jetzt genug und schmeisst seinen Vater aus dem Land. Der muss nach England ins Exil flüchten.

Und jetzt ?

Sohnemann hat wirklich viel gelernt, vor allen Dingen von den Fehlern der anderen.

Ganz vorsichtig und sehr volkverbunden führt er seine 8 Millionen Schäfchen so ganz behutsam an all das neumodische Zeug heran. Ein bisschen von allem, nicht zu viel und nicht zu schnell.
Sogar den islamischen Koran legt er liberal aus, sehr zur Freude auch der Frauen, und das nicht nur, weil sie den Führerschein hier machen dürfen..

Dazu packt er bis heute sein herrschaftliches Zelt jedes Jahr auf den Wagen und zieht wochenlang über Land, um es jedem Omani zu ermöglichen, mal persönlich sein Leid vorzutragen.

Okay, es gibt auch einen Trick bei all dem Ganzen:

Kaum direkte Steuern oder Abgaben für Krankenkasse, für Strassen- und Schulbau und für den Staatshaushalt.
Geld ist keine Frage,
Geld gibt’s genug.

Schliesslich hat der Oman mit den Emiraten eines gemeinsam: das Erdöl.