Wakhan Valley

verfasst am 3. August 2009
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Seit Kirmanjo fahre ich am ‘Panji’ entlang.
Dem Grenzfluss zwischen Afghanistan und Tadschikistan.
Drüben ist ein sehr anspruchsvoller Treckingpfad zu sehen.
Die Afghanen hier fahren kein Auto,
sie gehen Esel.
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Tagelang das gleiche Bild.
Der reissende Fluss und dahinter ein Land mit täglichen Schlagzeilen, selbst in Europa.
150 Deutsche sollen da drüben schon gefallen sein.
Fühlt sich irgendwie seltsam an.
Aber ich hab mich schon an diese Nähe gewöhnt, geniesse die wilde Landschaft.
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Gleich wird es dunkel,
ich bin auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz.
An der Strasse ist das Gelände flach,
und kein Felssturz kann mir hier etwas anhaben.
Noch etwas reinrollen, dann ist der Gelbe etwas besser versteckt.

Aber nicht versteckt genug.
Nacheinander wollen eine Polizei- und eine Militärstreife meinen Ausweis sehen. Kein Problem.
Der Soldat meinte es könnte gefährlich werden,
immerhin wäre ich in guter Schussweite der Afghanen,
aber ich überrede sie, bleiben zu dürfen. Okay.

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Gerad als die Dämmerung beginnt,
ich sitze im Koffer am Tisch,
da höre ich einen lauten Knall.
Uppsss, damit hatte ich nicht gerechnet. Was jetzt?
Auf der anderen Flussseite erkenne ich den Schein einer Taschenlampe.
Hellweiss, gerad so wie aus einer LED Leuchte.
und solche Lampen haben die afghanischen Bauern nicht,
dann schon eher das Militär.

Da starte ich dann doch meinen Diesel,
und verschwinde,
schwach beleuchtet.

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Schätze die afghanische Patrouille auf der anderen Seite hatte keine Lust,
die ganze Nacht ein grosses gelbes Auto zu beobachten,
und haben ein bisschen Rabatz gemacht um den Störfaktor zu vertreiben,
haben sie ja auch geschafft.

Später höre ich von anderen Travellern in ähnlichen Situationen,
dass die Afghanen schon mal gerne probieren,
ob ihre Knarren noch einwandfrei funktionieren.
Geschossen wird öfter an dieser Grenze,
allerdings wohl ungezielt,
also in die Luft.
Quasi als Abschreckung.

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Andererseits,
es gab vor ein paar Tagen ein schweizer Pärchen auf Fahrrädern,
die südlich von Singar an dieser Grenze campierten.
Da kamen dann tadschikische Soldaten,
haben das Gewehr auf sie gerichtet,
und sie ausgeraubt.
Wer soll sich denn da noch auskennen,
mit Freund und Feind.