Abenteuer Wüste

verfasst am 25. Juni 2007

Wir machen Station in der grössten Sandwüste der Welt: der Ramlat al Wahibah.

Unser Guide vom “Rahala Desert Camp” holt uns an der Teerstrasse ab, und fährt voraus ins Wüstencamp. 30 km nur Sand, aber es geht erstaunlich gut.

Die erste Lektion gibt’s dann gleich nach dem stärkenden Kaffee. Wir laden Gepäck aus, ein Inder macht sich an unseren Reifen zu schaffen. Er lässt die Luft raus, für die erste Ausfahrt ins Gelände.

Wie selbstverständlich erklimmt unser omanischer Guide den Fahrersitz und lasst mir nur den ohne Lenkrad übrig.
So wird’s gemacht: 2.Gang, Vollgas und mit Karacho auf die riesige Düne zu. Es rappelt mächtig und schwupp, sind wir oben. Rechts den nächsten Hügel rauf, geradeaus gemächlich, dann mit Power nach links, der 2. Gang schwächelt, macht nichts, ganz früh und ganz schnell in den 1. Mit 5400 Touren kommen wir oben jaulend an. Weiter geht’ im selben Stil. Ein grandioser Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen versuch ich mich selbst: gelernt ist gelernt:
Vollgas den Hausberg hinauf, klappt gut, nur der viel kleinere Hügel dahinter macht Probleme, jetzt schwächel ich, nehm zu früh das Gas weg, und rums…, das wars. Festgefahren !

Keine Sperrdifferentiale, hinten rechts ausgefedert. etwas Schaukeln, aber keine Chance. Die Jungs unten im Camp haben es kommen sehen.
Es kommt immer so. Und schon stehen sie wortlos hinter uns, haben das Seil festgezurrt, ein Ruck und wir sind wieder frei., und sie spurlos verschwunden.

Auf ein neues. Ein steiler kurzer Berg voraus. Anlauf, jetzt aber den Fuss auf dem Gas lassen… Motor jault auf… Vollgas… NO FEAR… nicht nach links, nein, genau drauf zu…. Knall-Peng…

Wir haben den Berg einfach gerammt, er war viiieel zu steil zum hochfahren, mehr eine Wand aus Sand. Blödsinn es schaffen zu wollen. Der Wagen rollt zurück, abgeprallt, das wars.

Die Mitreisenden sind schockiert, keine Farbe mehr im Gesicht. Sie hatten es eh kommen sehen. Tigo steigt aus, will nur zu Fuss weiter. Junior am liebsten auch, aber ich hindere ihn daran, brauche jetzt selbst Unter- stützung. Wir sind hier voll- kommen auf uns allein gestellt.

Jetzt steige ich jedes Mal vorher aus, suche mir einen Weg, zunächst allein mit den Augen.
Der Anfang ist recht schräg nach unten abfallend, Ich erinnere mich ans Ski fahren: Schulter und Blick zum Tal. Es braucht Mut den Wagen die seitliche Schräge runter rollen zu lassen. Ankommen ist jetzt alles.

Es wird flacher, einfacher.
Den hohen Berg hinab, ein Photohalt, schliesslich haben wir es geschafft!