Strassen für die Welt.

verfasst am 16. August 2009
1-090816-baustelle-umfahren Ich muss hier mal dringend ne Lanze brechen.

Für alle Wanderarbeiter, die in Asien unterwegs sind,
oder auch in Afrika (Gruss an Jutta),

sie sind längst zum Alltag geworden:
Die chinesischen Strassenbauer!

Und auch zum Feindbild.
China baut Strassen für die Welt.

2-090816-baustelle-staub Chinesen bauen keine Strasse,
sie wühlen eine.
So eine Baustelle ist dann nicht mal 10, 30 Km lang,
die sind gerne auch mal 100 Kilometer lang und umfassen 20 Brückenbauwerke.
So auch in Tadschikistan.

100 Kilometer mit einer Spitze von max 15 Km/h bedeutet:
man lernt in mehr als 7h so wirklich jeden Arbeiter
und jede Planierraupe persönlich kennen.

3-090816-baustelle-parken Bei den topografischen Bedingungen bedeutet Strassenbau auch sehr oft Vollsperrung.

Da es aber keine Ausweichmöglichkeiten über die 7.000er gibt,
trifft man sich im Parkstau,
und übt sich schonmal in buddhistischer Gelassenheit.

4-090816-sperrungszeiten Immerhin werden die Zeiten genau angegeben,
und Chinesen sind zuverlässig.

Im Norden Tadschikistan soll ich ohne erkennbaren Grund in so einer weitläufigen Baustelle anhalten.
Na da tun sich die Europäer besonders schwer in Geduld.
Ich frage nach, aber der Chinese, am Strassenrand sitzend,
beharrt auf meinem Stillstand.
Komisch. Keine Raupe, keine Walze in Aktion,
und ich soll still halten?

5-090816-baustelle-arbeiter Sekunden später detoniert mit lautem Knall und Gepolter eine Bombe.
Das war ne Sprengung,  Gesteinsbrocken fliegen uns um die Ohren.
Der Chinese lacht und will zurück in sein Camp mitgenommen werden.
Klar, kein Problem.
Und obwohl wir beide in Tadschikistan Fremde sind, und jeder des anderen Sprache nicht verstehen kann,
sein “Danke” kommt so leicht rüber….